27. Forschungs- und Entwicklungsabkommen
Die Gesellschaft hat im Rahmen ihrer Forschungs- und Entwicklungsstrategie eine Reihe von F&E-Vereinbarungen geschlossen. Im Folgenden sind die Abkommen kurz beschrieben, die spürbare finanzielle Auswirkungen gehabt haben bzw. haben könnten (in alphabetischer Reihenfolge). In Bezug auf die im Geschäftsjahr 2008 neu geschlossenen oder wesentlich geänderten Partnerschaften wird auf den Abschnitt Geschäftsentwicklung des Konzernlageberichts verwiesen.
Astellas Pharma Inc.
MorphoSys und Astellas Pharma Inc., das zweitgrößte pharmazeutische Unternehmen Japans, haben im März 2007 ein Lizenzabkommen für den Einsatz der HuCAL-Technologie von MorphoSys geschlossen. Im Rahmen der Vereinbarung erhielt Astellas Zugang zur HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek von MorphoSys für den Einsatz in ihren internen Programmen zur Medikamentenerforschung. Als Gegenleistung bekam MorphoSys eine Einmalzahlung und erhält über die Laufzeit des Abkommens jährliche Nutzungsgebühren. Im Februar 2008 hat sich Astellas für eine Erweiterung der gegenwärtigen Kooperation zwischen den beiden Unternehmen um weitere vier Jahre bis März 2012 entschieden.
Während der Laufzeit der Vereinbarung erhält Astellas weiter Zugang zur HuCAL GOLD Bibliothek von MorphoSys an ihrem Forschungsstandort in Tsukuba, Japan. Ferner hat Astellas während der Laufzeit die Option zum Beginn von Antikörperprojekten. Im Rahmen einer optionalen Kooperationskomponente nutzt MorphoSys seine HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek zur Herstellung neuartiger HuCAL-Antikörper gegen von Astellas zur Verfügung gestellte Zielmoleküle. In der Folge wird Astellas für die präklinische und klinische Entwicklung dieser Wirkstoffe und die anschließende Vermarktung von hieraus resultierenden Produkten verantwortlich sein. Für im Rahmen der Vereinbarung gestartete Projekte erhält MorphoSys Forschungsunterstützung neben Lizenz- und Meilensteinzahlungen sowie Tantiemen auf Endprodukte.
Im Juli 2008 hat Astellas im Rahmen der laufenden Vereinbarungen zwischen beiden Unternehmen zum Technologietransfer eine bereits bestehende Option zur Nutzung der RapMAT-Technologie von MorphoSys für die schnellere Optimierung von Antikörpern ausgeübt. Als Folge erhält MorphoSys neben den Nutzungsgebühren für die HuCAL-Plattform zusätzliche jährliche Nutzungsgebühren für die RapMAT-Technologie.
Bayer Schering Pharma AG
Die laufende Zusammenarbeit mit der Bayer Schering Pharma AG wurde Ende 2007 eingestellt. Derzeit befinden sich mehrere therapeutische Antikörperprogramme in der Entwicklung und könnten künftig zu entwicklungsabhängigen Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe führen.
Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG
Im Februar 2003 haben MorphoSys und Boehringer Ingelheim eine Kooperation im Bereich therapeutischer Antikörper vereinbart. Im Rahmen des Abkommens hat MorphoSys die exklusive weltweite Lizenz auf bestimmte Patente von oder unter der Kontrolle von Boehringer Ingelheim erhalten. Als Gegenleistung erhielt Boehringer Ingelheim exklusive kommerzielle Lizenzen auf therapeutische Antikörper gegen zwei Zielmoleküle.
Im Februar 2005 haben beide Unternehmen die Ausweitung ihrer bestehenden Zusammenarbeit bei Forschungs- und therapeutischen Anwendungen vereinbart. Unter dem neuen Vertrag hat Boehringer Ingelheim eine Option auf mehrere exklusive Lizenzen für neue therapeutische Antikörperprogramme erworben. Daneben erhielt Boehringer Ingelheim für Forschungszwecke in einer Reihe von Forschungseinrichtungen wie beispielsweise am Standort Wien, Österreich, Zugang zur HuCAL GOLD-Bibliothek von MorphoSys. Im Rahmen der Vereinbarung erhielt MorphoSys eine Technologiezugangsgebühr und erhält über die fünfjährige Dauer der Zusammenarbeit jährliche Lizenzgebühren und optionale F&E-Zahlungen. Für aus der Zusammenarbeit resultierende therapeutische Antikörper wird Boehringer Ingelheim an MorphoSys Meilensteinzahlungen leisten und Tantiemen entrichten.
Im November 2006 haben MorphoSys und Boehringer Ingelheim ihre Zusammenarbeit um ein neues Antikörperprogramm gegen Krebs erweitert. Boehringer Ingelheim hat eine Option für die Optimierung eines therapeutischen HuCAL-Antikörpers ausgeübt und eine exklusive Lizenz für dieses Projekt erworben. Der von Boehringer Ingelheim an seinem Forschungsstandort in Wien, Österreich, identifizierte Antikörper richtet sich gegen ein Zielmolekül im Bereich Onkologie.
Im Juni 2008 hat Boehringer Ingelheim im Rahmen der laufenden Vereinbarungen zwischen beiden Unternehmen zum Technologietransfer eine bereits bestehende Option zur Nutzung der RapMAT-Technologie von MorphoSys für die schnellere Optimierung von Antikörpern ausgeübt. Als Folge erhält MorphoSys neben den Nutzungsgebühren für die HuCAL-Plattform zusätzliche jährliche Nutzungsgebühren für die RapMAT-Technologie.
Centocor, Inc.
Die laufende Zusammenarbeit mit Centocor, Inc., eine 100 %ige Tochtergesellschaft des US-amerikanischen Pharmaunternehmens Johnson & Johnson, wurde Ende 2007 eingestellt. Derzeit befinden sich einige therapeutische Antikörperprogramme gegen mehrere Krankheiten in unterschiedlichen Entwicklungsstufen und könnten künftig zu entwicklungsabhängigen Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe führen. Der im Rahmen dieser Zusammenarbeit am weitesten fortgeschrittene Antikörper befindet sich in einer immunologischen Indikation derzeit in der klinischen Erprobung der Phase 2 und im Bereich Onkologie in der klinischen Erprobung der Phase 1.
Daiichi Sankyo Company, Limited
Im März 2006 haben MorphoSys und Sankyo Company Limited, eine 100 %ige Tochtergesellschaft des japanischen Pharmaunternehmens Daiichi Sankyo Company, Limited, ein Lizenzabkommen geschlossen und eine Zusammenarbeit im Bereich therapeutischer Antikörper für zunächst zwei Jahre mit einer Option zur Verlängerung um bis zu weitere drei Jahre vereinbart. Im Rahmen des Abkommens hat sich Daiichi Sankyo zum Start eines therapeutischen Antikörperprogramms mit MorphoSys verpflichtet und eine Option auf bis zu fünf weitere Programme erhalten. Im März 2008 wurde die Kooperation bis März 2011 verlängert, was eine zusätzliche Vorauszahlung auslöste und zu höheren Forschungszahlungen an MorphoSys führte. Während der Vertragsdauer hat Daiichi Sankyo an seinem Forschungsstandort in Tokio, Japan, weiterhin Zugang zur HuCAL GOLD-Bibliothek von MorphoSys. Daneben wird MorphoSys seine firmeneigene HuCAL GOLD-Technologie zur Herstellung von Antikörper gegen von Daiichi Sankyo zur Verfügung gestellte Zielmoleküle einsetzen.
Eli Lilly and Company
Im September 2005 haben MorphoSys und der US-Pharmakonzern Eli Lilly and Company („Lilly“) ein Lizenzabkommen auf Gegenseitigkeit über die Nutzung bestimmter rekombinanter Protein-Technologien unterzeichnet. Im Rahmen des Abkommens erhielt MorphoSys eine Lizenz auf die Kauffman-Patentfamilie für die Herstellung und das Screening bestimmter rekombinanter Peptid- und Protein-Bibliotheken und für die Vermarktung von hieraus resultierenden Produkten. Lilly erhielt im Rahmen des Abkommens für ihre internen Forschungs- und Entwicklungsprogramme Zugang zur HuCAL GOLD-Technologie von MorphoSys. Für im Rahmen der Vereinbarung von Lilly entwickelte therapeutische Antikörper entrichtet Lilly an MorphoSys Lizenzgebühren, Erfolgsprämien, Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Endprodukte. Das Abkommen ist Teil der Beilegung eines von Applied Molecular Evolution, einer 100 %igen Tochtergesellschaft von Lilly, angestrengten Patentprozesses im Zusammenhang mit mehreren US-Patenten der Kauffman-Patentfamilie.
F. Hoffmann-La Roche AG
Im September 2000 haben MorphoSys und F. Hoffmann-La Roche AG , Basel, Schweiz, die Unterzeichnung einer Vereinbarung zur Zusammenarbeit bei der Entwicklung von menschlichen therapeutischen Antikörpern gegen ein von Roche benanntes biologisches Zielmolekül gegen Alzheimer bekannt gegeben. Die HuCAL-Antikörper richten sich gegen die für Alzheimer-Patienten typische anormale Ansammlung des Proteins Amyloid beta im Gehirn. Der Antikörper soll helfen, diese Ansammlungen abzubauen.
Im Rahmen der Zusammenarbeit hat MorphoSys mehrere Antikörper aus seiner HuCAL-Bibliothek gegen das Alzheimer-Zielprotein Amyloid beta selektioniert, was im Dezember 2000 und März 2001 zu den ersten beiden Meilensteinzahlungen führte. Mit Erreichen dieser beiden Meilensteine lieferte MorphoSys eine Reihe von HuCAL-Antikörpern, die nachweislich an das Roche-Zielmolekül im von Alzheimer befallenen menschlichen Hirngewebe selektiv binden. Im Juli 2002 hatte MorphoSys einen weiteren Meilenstein erreicht. MorphoSys stellte HuCAL-Antikörper her, die nachweislich sowohl in in-vitro-Ansätzen als auch in einem Alzheimer-Tiermodell mit hoher Affinität an das Roche-Zielmolekül binden. Im Januar 2006 hat Roche alle erforderlichen Anträge für den Start der klinischen Erprobung in einer europäischen Phase-1-Studie für das auf HuCAL aufbauende Antikörperprogramm R1450 zur Behandlung von Alzheimer gestellt. Die Rekrutierung von Testpersonen für die Phase-1-Studie mit dem HuCAL-Antikörper zur Behandlung von Alzheimer ist abgeschlossen.
Im Rahmen der Kooperation stehen MorphoSys entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Tantiemen aus der Vermarktung von sich aus der Zusammenarbeit ergebenden Produkten zu.
Aufbauend auf der bestehenden Zusammenarbeit bei Alzheimer haben MorphoSys und Roche im März 2006 eine neue Kooperation zur Entwicklung neuartiger therapeutischer Krebs-Antikörper bekannt gegeben. Roche wird zwei neue Zielmoleküle bestimmen, gegen die MorphoSys unter Einsatz seiner HuCAL GOLD-Technologie Antikörper entwickeln wird.
Galapagos NV
Im November 2008 haben MorphoSys und Galapagos NV den Abschluss einer langfristig angelegten Zusammenarbeit zur gemeinsamen Medikamentenerforschung und -entwicklung bekannt gegeben. Ziel ist es, neuartige Wirkmechanismen zur Behandlung entzündlicher Knochen- und Gelenkserkrankungen wie etwa Rheumatoider Arthritis, Osteoporose und Osteoarthritis zu erforschen und Antikörpertherapien gegen diese Krankheiten zu entwickeln.
Die Vereinbarung umfasst sämtliche Aktivitäten von der Erforschung der Zielmoleküle bis zum Abschluss der klinischen Wirksamkeitsstudie für neuartige therapeutische Antikörper. Im Anschluss an den Nachweis der klinischen Wirksamkeit am Menschen werden die Programme für die weitere Entwicklung, Zulassung und Vermarktung an Partner auslizenziert. Beide Partner stellen im Rahmen der Allianz ihre Schlüsseltechnologien und ihre Expertise zur Verfügung. Galapagos wird zusätzlich zu seiner auf der Nutzung von Adenoviren basierenden Plattform für die Erforschung neuer Zielmoleküle auch bereits identifizierte Zielmoleküle in die Kooperation einbringen, die mit Knochen- und Gelenkserkrankungen in Verbindung gebracht werden. MorphoSys wird seine HuCAL-Antikörpertechnologien zur Herstellung vollständig menschlicher Antikörper gegen diese Zielmoleküle zur Verfügung stellen. Gemäß den Vertragsvereinbarungen teilen sich Galapagos und MorphoSys die Forschungs- und Entwicklungskosten sowie alle zukünftigen Umsätze zu gleichen Teilen.
GeneFrontier Corporation
Aufbauend auf einer im Jahr 2004 geschlossenen Marketing-Vereinbarung haben MorphoSys und die in Tokio, Japan, ansässige GeneFrontier Corp. bei zwei Anlässen im Verlauf des Jahres 2007 die Ausweitung ihrer bestehenden Allianz bekannt gegeben. Im Rahmen der laufenden Vereinbarungen nutzt GeneFrontier die HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek von MorphoSys zur Herstellung neuartiger HuCAL-Antikörper gegen Zielmoleküle, die von führenden japanischen Forschungsinstituten und Universitäten zur Verfügung gestellt werden. Zu diesem Zweck wurde die HuCAL-Antikörpertechnologie in den Forschungslabors einer Forschungsanlage von GeneFrontier in Tokio installiert. GeneFrontier leistet für den Zugang zur HuCAL-Technologie jährliche Lizenzzahlungen an MorphoSys.
Genesis Research and Development Corporation Ltd.
Im Oktober 2007 haben MorphoSys und die in Neuseeland ansässige Genesis Research and Development Corporation Ltd. den Beginn einer Forschungskooperation bekannt gegeben. Im Rahmen der Vereinbarung setzt Genesis HuCAL-basierte Antikörper, die gegen den Rezeptor des menschlichen Fibroblasten-Wachstumsfaktors FGFR5 gerichtet sind, in seinem firmeneigenen Zyrogen-Entwicklungsprogramm für die weitere Zielmolekül-Validierung sowie für präklinische Studien ein. Diese Antikörper wurden ursprünglich durch die MorphoSys-Geschäftseinheit AbD Serotec bereitgestellt. Im Rahmen des Programms untersucht Genesis die Entwicklung therapeutischer Antikörper speziell gegen das Zielmolekül FGFR5, das im Verdacht steht, bei verschiedenen Autoimmun-Erkrankungen und Erkrankungen des Skelettapparats eine Rolle zu spielen. Auf der Basis der von Genesis gewonnenen wissenschaftlichen Daten werden beide Parteien die weitere Entwicklung des therapeutischen Programms erörtern.
ImmunoGen, Inc.
Im September 2000 hat MorphoSys eine Zusammenarbeit mit dem US-Biopharmaunternehmen ImmunoGen zur Entwicklung menschlicher Antikörper für die Krebsbehandlung begonnen. Die laufende Zusammenarbeit mit ImmunoGen wurde im Jahr 2006 beendet. MorphoSys stehen entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Tantiemen aus der Vermarktung von sich aus der Zusammenarbeit ergebenden Produkten zu.
Merck & Co., Inc.
Im Dezember 2005 hat MorphoSys ein auf fünf Jahre angelegtes Lizenzabkommen mit dem US-Pharmakonzern Merck & Co., Inc. über den Einsatz der HuCAL GOLD- und AutoCAL-Technologien von MorphoSys in der Erforschung und Entwicklung von humanen therapeutischen Antikörpern geschlossen. Das Abkommen erlaubt Merck ferner die Entwicklung von bis zu zehn therapeutischen Antikörpern auf der Basis von HuCAL für eine Reihe von Indikationen. MorphoSys erhält eine Einmalzahlung und jährliche Nutzungsgebühren und F&E-Zahlungen. Daneben stehen MorphoSys Lizenz- und Meilensteinzahlungen für Projekte in der klinischen Entwicklung sowie Tantiemen auf aus der Zusammenarbeit resultierende Endprodukte zu.
Novartis AG
Im Jahr 2004 haben MorphoSys und Novartis eine Zusammenarbeit begonnen, die bisher zu mehreren derzeit laufenden Antikörperprogrammen gegen eine Reihe von Krankheiten und im September 2007, gerade einmal drei Jahre nach dem Beginn der Zusammenarbeit, zu einem ersten Klinikgang führte. Im Dezember 2007 weiteten MorphoSys und Novartis ihre bisherige Geschäftsverbindung deutlich aus und schlossen eine der umfassendsten strategischen Allianzen für die Erforschung und Entwicklung von Biopharmaka. Über die Vertragsdauer von zehn Jahren belaufen sich die vertraglich zugesicherten jährlichen Zahlungen für Technologiezugang, Zugang zur Internalisierungstechnologie sowie Forschungs- und Entwicklungsleistungen auf mehr als 600 Mio. US$ – ohne Kostenerstattungen für F&E in Verbindung mit Entwicklungsaktivitäten im Frühstadium. Die Gesamtsumme aus zugesicherten Zahlungen und wahrscheinlichkeitsgewichteten, erfolgsabhängigen Meilensteinen, die vom Erfolg der klinischen Entwicklung und der behördlichen Zulassung mehrerer Produkte abhängen, könnte bei voller Laufzeit einer erfolgreichen Kollaboration die Schwelle von 1 Mrd. US$ überschreiten. Neben diesen Zahlungen würden MorphoSys auch umsatzabhängige Tantiemen und/oder Gewinnbeteiligungen aus zukünftigen Produktverkäufen zustehen. Darüber hinaus hat MorphoSys Optionen zur Teilnahme an bestimmten Entwicklungsaktivitäten im Rahmen verschiedener Programme, wobei Teile der Kosten im Frühstadium von Novartis getragen werden. In Bezug auf die Teilnahmeoptionen kann sich MorphoSys zur Mitarbeit in diesen Projekten in Form von Kosten- und Gewinnbeteiligungen entschließen, wobei der finanzielle Beitrag dem Grad seiner Beteiligung an den betreffenden Programmen entspricht.
OncoMed Pharmaceuticals, Inc.
MorphoSys und das in den USA ansässige biopharmazeutische Unternehmen OncoMed Pharmaceuticals, Inc. haben im Juni 2006 den Abschluss eines Lizenzabkommens bekannt gegeben. Dieses Abkommen betrifft den Einsatz der HuCAL-Technologie von MorphoSys in der Erforschung und Entwicklung humaner therapeutischer Antikörper für die Behandlung von verschiedenen Krebsformen einschließlich Brust-, Lungen-, Darm- und Prostatakrebs durch die Bekämpfung von „Krebsstammzellen“. Im Juni 2008 wurde die Zusammenarbeit bis Juni 2010 erweitert. OncoMed erforscht und entwickelt monoklonale Antikörper und Proteine, die geeignet sind, Krebsstammzellen zu zerstören, ein kürzlich entdeckter Zelltyp, von dem man annimmt, dass er das Krebswachstum fördert und dem Krebs ermöglicht, sich auszubreiten und Gewebe zu befallen. OncoMed nimmt bei der Anwendung von Forschungsergebnissen der Universität von Michigan in Bezug auf Isolierung, Reinigung und Analyse von Krebsstammzellen eine Spitzenposition ein. Im Rahmen der Vereinbarung gewährt MorphoSys OncoMed Zugang zu seiner firmeneigenen Antikörperbibliothek HuCAL GOLD für den Einsatz in den Medikamentenforschungsprogrammen von OncoMed. Der Vertrag enthält eine Option für OncoMed zur Entwicklung von bis zu fünf therapeutischen Antikörpern auf der Grundlage von HuCAL. MorphoSys bekam eine Vorauszahlung und erhält jährliche Nutzungsgebühren über die gesamte Laufzeit der Zusammenarbeit.
Pfizer, Inc.
Im Dezember 2003 hat MorphoSys mit dem US-Pharmakonzern Pfizer, Inc. eine Zusammenarbeit für die Entwicklung von therapeutischen Antikörpern vereinbart. Im Dezember 2006 wurde die Zusammenarbeit bis Ende 2011 verlängert, was eine Einmalzahlung von Pfizer an MorphoSys auslöste. MorphoSys setzt seine HuCAL GOLD-Bibliothek für die Herstellung von therapeutischen Antikörpern gegen eine Reihe von Zielmolekülen von Pfizer ein. Pfizer ist zuständig für die präklinische und klinische Entwicklung und die anschließende Vermarktung von hieraus resultierenden Produkten. Der mögliche betragsmäßige Nutzen für MorphoSys aus Forschungsfinanzierung und etwaigen Zahlungen für das Erreichen von Entwicklungsmeilensteinen liegt – ohne Tantiemen auf künftige Produkte – bei mehr als 100 Mio. US$.
ProChon Biotech Ltd.
Im Mai 2000 wurde ein Abkommen zwischen MorphoSys und ProChon Biotech Ltd., einem aus dem Weizmann-Institut in Form eines Spin-off ausgegliederten israelischen Biotechnologieunternehmen, geschlossen. Im Rahmen des Abkommens setzte MorphoSys seine innovative HuCAL-Antikörperbibliothek für die Herstellung von humanen Antikörpern gegen einen humanen Wachstumsfaktor-Rezeptor ein, der mit verschiedenen Knochenerkrankungen einschließlich Achondroplasie, der häufigsten Form menschlichen Zwergenwuchses, als auch mit einigen Krebsarten in Verbindung gebracht wird. MorphoSys stehen entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Tantiemen aus der Vermarktung von sich aus der Zusammenarbeit ergebenden Produkten zu.
Schering-Plough Corporation
Im Mai 2006 unterzeichneten MorphoSys und Schering-Plough Corporation ein Lizenzabkommen über den Einsatz der HuCAL GOLD-Technologie bei der Erforschung und Entwicklung von humanen therapeutischen Antikörpern. Das Abkommen hat eine maximale Laufzeit von fünf Jahren bis 2011 und kann von Schering-Plough am Ende eines jeden Jahres verlängert werden. Im Rahmen des Abkommens gewährt MorphoSys Schering-Plough an dessen Forschungsstandort Palo Alto, CA, USA, Zugang zu seiner firmeneigenen HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek für den Einsatz in deren Wirkstoffforschung. Ferner bietet der Vertrag Schering-Plough die Option, therapeutische Antikörper auf der Grundlage von HuCAL gegen bis zu zehn krankheitsrelevante Zielmoleküle zu entwickeln. MorphoSys bekam eine Einmalzahlung und erhält jährliche Nutzungsgebühren sowie optionale F&E-Zahlungen. MorphoSys stehen für von Schering-Plough erfolgreich durchgeführte therapeutische Antikörperprojekte Lizenzgebühren und für erfolgreich voranschreitende Projekte in der klinischen Entwicklung Meilensteinzahlungen sowie Tantiemen auf im Rahmen der Vereinbarung entwickelte HuCAL-Antikörper zu.
Shionogi & Co., Ltd.
Im September 2005 haben MorphoSys und das japanische Pharmaunternehmen Shionogi & Co., Ltd. ein auf drei Jahre angelegtes Lizenzabkommen über die Nutzung der HuCAL-Technologie von MorphoSys geschlossen. Im September 2008 wurde die Partnerschaft um weitere drei Jahre verlängert. Im Rahmen des Abkommens gewährt MorphoSys Shionogi Zugang zu seiner HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek für den Einsatz in dessen Medikamentenforschungsprogrammen. Während der sechsjährigen Vertragslaufzeit hat Shionogi an einem seiner Forschungsstandorte Zugang zur HuCAL GOLD-Bibliothek von MorphoSys. Als Gegenleistung erhielt MorphoSys eine Einmalzahlung und erhält über die Laufzeit des Abkommens jährliche Nutzungsgebühren.
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