Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Umsatzerlöse

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Konzernumsatzerlöse um 16 % auf 71,6 Mio. € erhöht (2007: 62,0 Mio. €). Gründe hierfür waren ein Anstieg der finanzierten Forschungsleistungen sowie höhere Lizenzeinnahmen. Das Segment Therapeutische Antikörper steuerte 75 % bzw. 53,4 Mio. € (2007: 42,4 Mio. €) zu den Konzernumsatzerlösen bei, das Segment AbD 25 % bzw. 18,2 Mio. € (2007: 19,6 Mio. €).

Geographisch gesehen erzielte MorphoSys 23 % bzw. 16,4 Mio. € seiner kommerziellen Umsatzerlöse mit Biotechnologie- und Pharmaunternehmen bzw. gemeinnützigen Gesellschaften mit Sitz in Nordamerika und 77 % bzw. 55,2 Mio. € mit Kunden mit Hauptsitz in Europa und Asien. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatten diese Anteile 36 % und 64 % betragen.

entwicklung der konzernumsatzerlöse (in Mio. €)

Segment Therapeutische Antikörper

Die Umsatzerlöse des Segments Therapeutische Antikörper enthielten 43,5 Mio. € an finanzierten Forschungsleistungen und Lizenzzahlungen (2007: 30,3 Mio. €) sowie 9,9 Mio. € (2007: 12,1 Mio. €) an erfolgsabhängigen Zahlungen; letztere machten damit 19 % der Segmentumsatzerlöse aus. Rund 84 % der Umsatzerlöse des Segments Therapeutische Antikörper und 62 % der Konzernumsatzerlöse stammten aus den drei größten Kooperationen der Gesellschaft mit Novartis, Daiichi Sankyo und Centocor (2007: 67 % bzw. 46 % mit Novartis, Centocor und Bayer Schering).

Unter Zugrundelegung der durchschnittlichen Währungs umrechnungskurse für 2007 hätten die Umsatzerlöse für das Segment Therapeutische Antikörper unverändert 53,4 Mio. € betragen.

Segment Antibodies Direct – AbD

Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Umsatzerlöse des Segments AbD in 2008 um 7 % bzw. 1,4 Mio. € auf 18,2 Mio. € (2007: 19,6 Mio. €). Hauptgründe für diesen Umsatzrückgang waren ungünstige Wechselkurseffekte und die unerwartet schwächere Verfassung der Märkte für Forschungsantikörper. Unter Zugrundelegung der durchschnittlichen Währungs umrechnungskurse für 2007 hätten sich im Segment AbD Umsatzerlöse von 19,7 Mio. € ergeben.

Der größte Teil der Umsatzerlöse (rund 82 % bzw. 14,9 Mio. €) wurde mit Katalog- und Industriekunden erzielt, während maßgeschneiderte Antikörper 13 % bzw. 2,4 Mio. € beisteuerten.

Am 31. Dezember 2008 verfügte das Segment über einen Auftragsbestand von 2,3 Mio. € (2007: 0,7 Mio. €).

Betriebliche Aufwendungen

Gegenüber 2007 stiegen die betrieblichen Aufwendungen in 2008 um weniger als 1 % auf 55,2 Mio. € (2007: 54,9 Mio. €). Der Anstieg der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung um 5,4 Mio. € wurde durch den Rückgang der Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung und der Herstellungskosten fast vollständig ausgeglichen. Der Gesamteffekt der Kaufpreiszuordnung auf das Betriebsergebnis betrug 1,2 Mio. € (2007: 1,5 Mio. €) einschließlich einer außerplanmäßigen Abschreibung in Höhe von 0,5 Mio. € auf ein Gebäude der ehemaligen Biogenesis UK in Poole, Großbritannien, das als zur Veräußerung gehaltener langfristiger Vermögenswert ausgewiesen wird.

Der Personalaufwand aus Aktienoptionen ist in den Herstellungskosten, den Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung sowie im Forschungs- und Entwicklungsaufwand enthalten. Er belief sich in 2008 auf 1,0 Mio. € (2007: 1,4 Mio. €) und ist nicht zahlungswirksam.

entwicklung der betrieblichen aufwendungen (in Mio. €)

Herstellungskosten

Die Herstellungskosten setzen sich aus den Herstellungskosten des Segments AbD zusammen und sind im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr von 7,9 Mio. € auf 7,1 Mio. € gesunken. Die Abnahme der Herstellungskosten resultiert im Wesentlichen aus niedrigeren Umsatzerlösen sowie der Tatsache, dass die im Rahmen der Kaufpreiszuordnung für den Serotec-Erwerb identifizierten Vorräte inzwischen vollständig abgeschrieben sind und somit die Höhe der Herstellungskosten nicht mehr in gleichem Maße beeinflussten wie in 2007.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand stieg um 5,4 Mio. € auf 27,6 Mio. € (2007: 22,2 Mio. €). Dies ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Personalkosten im Segment Therapeutische Antikörper in Folge der gesteigerten firmen eigenen Produktentwicklung und Partneraktivitäten (2008: 10,8 Mio. €; 2007: 8,5 Mio. €) sowie auf den Kostenanstieg bei immateriellen Vermögenswerten im Zusammenhang mit dem in 2007 von Dyax einlizenzierten Patentportfolio (2008: 6,0 Mio. €; 2007: 4,8 Mio. €) zurückzuführen. Darüber hinaus stiegen die Aufwendungen für externe Dienstleistungen im Rahmen der Eigenproduktentwicklung im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Mio. €. Derzeit entwickelt MorphoSys intern die beiden Antikörper MOR103 und MOR202.

In 2008 entstanden der Gesellschaft Aufwendungen für die eigene Produkt- bzw. Technologieentwicklung in Höhe von 7,2 Mio. € bzw. 0,5 Mio. € (2007: 4,9 Mio. € bzw. 1,2 Mio. €).

aufwendungen für eigene produkt- und
technologieentwicklung (in Mio. €)

Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung

Die Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung betrugen 20,5 Mio. € gegenüber 24,8 Mio. € im Jahr zuvor. Diese Veränderung resultierte vornehmlich aus niedrigeren Aufwendungen für externe Dienstleistungen (2008: 4,0 Mio. €; 2007: 8,6 Mio. €). Im Jahr 2007 waren Beratungskosten im Zusammenhang mit dem Novartis-Vertrag angefallen. Marketingaufwendungen, die vor allem im Segment AbD anfallen, waren ebenfalls rückläufig (2008: 0,7 Mio. €; 2007: 1,0 Mio. €). Die Marketingaufwendungen beinhalten E-Mail- und Online-Werbung, Anzeigen sowie die Beteiligung an internationalen Messen.

Aufwand nach Kostenarten

Im Geschäftsjahr 2008 beliefen sich die Personalkosten (ohne Aufwand aus Aktienoptionen) auf 21,5 Mio. € (2007: 18,8 Mio. €) oder 39 % des betrieblichen Gesamtaufwands. Sie bildeten damit innerhalb der betrieblichen Aufwendungen den größten Kostenblock.

Externe Dienstleistungen als zweitgrößter Kostenblock beliefen sich auf 9,0 Mio. € (2007: 12,8 Mio. €) bzw. 16 % des betrieblichen Gesamtaufwands.

Kosten für immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 8,2 Mio. € (2007: 7,0 Mio. €) bzw. 15 % des betrieblichen Gesamtaufwands und bestanden vornehmlich aus Lizenzaufwendungen (2008: 3,7 Mio. €; 2007: 3,7 Mio. €), Abschreibungen auf aktivierte Lizenzen (2008: 2,4 Mio. €; 2007: 1,5 Mio. €) sowie Abschreibungen auf im Rahmen der Kaufpreiszuordnungen für die akquirierten Firmen Biogenesis und Serotec identifizierte immaterielle Vermögenswerte (2008: 0,6 Mio. €; 2007: 0,8 Mio. €).

aufwand nach kostenarten

Sonstige Aufwendungen und Erträge

Die sonstigen Erträge betrugen 1,6 Mio. € (2007: 2,2 Mio. €); diese Veränderung gegenüber 2007 resultierte vor allem aus niedrigeren Erträgen aus Fremdwährungsderivaten und niedrigeren Erträgen aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) belief sich auf 18,0 Mio. € (2007: 9,2 Mio. €).

Steuern

Die Gesellschaft hat einen Steueraufwand für 2008 in Höhe von 4,8 Mio. € ausgewiesen. Diese Position umfasste im Wesentlichen Aufwendungen aus latenten Steuern (3,3 Mio. €), Erträge aus latenten Steuern (0,5 Mio. €) und Aufwendungen aus laufenden Steuern in Höhe von 2,0 Mio. €.

Aufwendungen aus latenten Steuern stammten im Wesentlichen aus der Nutzung von aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge (2,6 Mio. €) und auf temporäre Differenzen (0,7 Mio. €) aus dem Jahr 2007. Dieser Aufwand aus latenten Steuern wurde zum Teil durch Erträge aus latenten Steuern in Höhe von 0,4 Mio. € aus der Auflösung latenter Steuerverpflichtungen in Verbindung mit früheren Akquisitionen kompensiert.

Betriebsergebnis/Jahresüberschuss

Das Konzernbetriebsergebnis belief sich für 2008 auf 16,4 Mio. € (2007: 7,0 Mio. €). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 16,5 Mio. € im Vergleich zu einem EBIT von 8,3 Mio. € im Vorjahr. Das operative Ergebnis des Segments Therapeutische Antikörper belief sich auf 25,6 Mio. € (2007: 15,2 Mio. €), der des Segments AbD auf 0,4 Mio. € (2007: operativer Verlust von 0,6 Mio. €).

Im Geschäftsjahr 2008 wurde ein Jahresüberschuss nach Steuern von 13,2 Mio. € erwirtschaftet, verglichen mit 11,5 Mio. € im Jahr 2007. Das sich daraus ergebende unverwässerte Ergebnis je Aktie für 2008 belief sich auf 0,59 € (2007: 0,54 €).

Liquidität/Finanzmittelfluss

Im Geschäftsjahr 2008 betrug der Mittelzufluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 28,6 Mio. € (2007: 17,1 Mio. €). Die Investitionstätigkeit führte zu einem Mittelabfluss von 39,3 Mio. € (2007: 5,2 Mio. €), während sich aus der Finanzierungstätigkeit hauptsächlich durch die Ausübung von Aktienoptionen ein Mittelzufluss in Höhe von 2,5 Mio. € (2007: 32,6 Mio. €) ergab.

Am 31. Dezember 2008 verfügte die Gesellschaft über Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 137,9 Mio. € verglichen mit 106,9 Mio. € am Jahresende 2007. Die Mittel wurden bei drei Finanzinstituten von hoher Bonität vor allem in Form von kurzfristig fälligen Geldmarkttiteln und kurzfristigen Einlagen gehalten.

Aktiva

Die Bilanzsumme hat sich von 184,7 Mio. € am Jahresende 2007 um 18,6 Mio. € auf 203,3 Mio. € am 31. Dezember 2008 erhöht. Der Anstieg der kurzfristigen Vermögenswerte um 27,2 Mio. € hatte seine wesentliche Ursache in Mittelzuflüssen aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Diesem Anstieg stand ein Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 5,3 Mio. € gegenüber.

Die langfristigen Vermögenswerte sanken in 2008 um 8,6 Mio. € als Folge der Auflösung aktiver latenter Steuern in Höhe von 3,2 Mio. €, der Umgliederung der Immobilie in Poole, England, von als Finanzinvestition gehaltene Immobilien in 2007 in zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte im Jahr 2008 sowie der Abschreibung von immateriellen Vermögenswerten aus früheren Akquisitionen (zusammen 1,2 Mio. €) und von Lizenzen (1,0 Mio. €).

Verbindlichkeiten

In 2008 sanken die kurzfristigen Verbindlichkeiten von 29,4 Mio. € am Jahresende 2007 auf 27,4 Mio. €. Dieser Rückgang hatte seine wesentliche Ursache in der Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 1,8 Mio. €.

Der Anstieg der langfristigen Verbindlichkeiten in 2008 um 4,1 Mio. € auf 13,9 Mio. € resultierte aus einem Anstieg der langfristigen Umsatzabgrenzung (4,2 Mio. €) aufgrund von im laufenden Jahr und in Vorjahren geschlossenen Verträgen.

Kredit-Rating

Ein Kredit-Rating stellt eine gegenwärtige Meinung zur Kreditwürdigkeit eines Schuldners in Bezug auf eine spezifische Finanzverpflichtung dar. MorphoSys wird aktuell von keiner Ratingagentur beurteilt, da Kredite eine verhältnismäßig geringe Bedeutung für die Finanzierung des Konzerns haben.

Eigenkapital

Am 31. Dezember 2008 belief sich das Konzerneigenkapital auf 162,0 Mio. €, verglichen mit 145,5 Mio. € am 31. Dezember 2007 und führte zu einer Eigenkapitalquote von 79,7 % (2007: 78,8 %).

Am 23. Dezember 2008 hat die Gesellschaft einen von der Hauptversammlung am 14. Mai 2008 beschlossenen Aktiensplit der MorphoSys-Aktie im Verhältnis 1:3 durchgeführt.

Die Zahl der ausgegebenen Aktien (nach dem Aktiensplit) betrug zum 31. Dezember 2008 insgesamt 22.478.787, von denen sich 22.398.891 im Umlauf befanden (31. Dezember 2007: 22.160.259 bzw. 22.080.063 Aktien).

Der Anstieg der sich im Umlauf befindlichen Aktien um 318.528 Stück resultierte aus der Wandlung von an Mitarbeiter ausgegebenen Schuldverschreibungen und der Ausübung von Aktienoptionen. Im Jahr 2008 wurden 300 der ausgeübten Aktienoptionen mit eigenen Aktien bedient. Der Bestand an eigenen Aktien hat sich entsprechend verringert und belief sich am 31. Dezember 2008 auf 79.896 Stück.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2008 beliefen sich die Investitionen von MorphoSys in Sachanlagen auf 1,6 Mio. € und stiegen gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Mio. € wegen höherer Investitionen in Labor- und Büroausstattung (1,5 Mio. €). Abschreibungen auf Sachanlagen betrugen im Geschäftsjahr 2008 wie im Vorjahr 1,5 Mio. €.

In 2008 investierte die Gesellschaft 2,2 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte (2007: 11,0 Mio. €). Die Investitionen betrafen hauptsächlich den Erwerb von Lizenzen (1,7 Mio. €) und Software (0,4 Mio. €). Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 3,7 Mio. € und lagen damit im Vergleich zu 2007 um 0,7 Mio. € höher.