Risiken und Chancen
Risikomanagement und Controlling
In Übereinstimmung mit dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) hat MorphoSys über alle Funktionen und Abläufe hinweg ein umfassendes und effizientes System eingerichtet, um Risiken zu erkennen, zu bewerten, zu übermitteln und zu bewältigen. Aufgabe des Risikomanagements ist es, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, betriebliche Verluste mit geeigneten Maßnahmen so gering wie möglich zu halten und Existenz gefährdende Risiken zu vermeiden. Auf Konzernebene erfolgen regelmäßige Risikoanalysen auf allen funktionalen Ebenen der Gesellschaft einschließlich Forschung und Entwicklung, Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung sowie in unseren Beteiligungsgesellschaften im Ausland. Zweimal jährlich überprüfen alle Mitglieder des Senior Managements die möglichen Risiken in ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen. Alle identifizierten Risiken werden quantifiziert und signifikante Änderungen von wesentlichen Risiken direkt an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet. Unvorhergesehene Risiken werden sofort weitergeleitet.
Risiken
Die MorphoSys AG ist ein weltweit aktives Unternehmen, dessen unternehmerische Tätigkeit mit verschiedenen Risiken behaftet ist, die viele Geschäftsfunktionen betreffen können. Jedes dieser Risiken könnte erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von MorphoSys haben.
Allgemeine Risiken
MorphoSys ist den typischen Branchen- und Marktrisiken ausgesetzt, die mit der Entwicklung von vollständig humanen Antikörpern für den Gebrauch in Forschung, Diagnostik und Therapie einhergehen. Es ist bekannt, dass die Entwicklung von Medikamenten unter Inkaufnahme hoher Ausfallraten zehn bis 15 Jahre erfordert. MorphoSys minimiert diese Risiken, indem das Unternehmen seine Produkte zusammen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen entwickelt, die für die klinische Entwicklung und die anschließende Vermarktung verantwortlich sind. Es besteht generell die Gefahr, dass keines der Antikörperprodukte aus der gegenwärtigen Antikörperpipeline von MorphoSys erfolgreich entwickelt werden kann. In seinem zweiten Geschäftssegment stellt der MorphoSys-Konzern Antikörper für Forschung und Diagnostik her. Hier besteht die Gefahr, dass diese Produkte nicht den Anforderungen der Kunden genügen oder andere Produkte günstiger angeboten werden. Es besteht das Risiko, dass die Umsätze und Gewinne in Segment AbD nicht das vom Management erwartete Niveau erreichen.
Risiken der Produktentwicklung
MorphoSys entwickelt therapeutische Antikörper für seine kommerziellen Partner und zunehmend auch auf eigene Rechnung. Daher umfasst die Produktpipeline von MorphoSys Entwicklungsprogramme für therapeutische Antikörper, die die Gesellschaft entweder gemeinsam mit Partnern oder in Eigenregie durchführt. Diese Programme können aufgrund zahlreicher Risiken, die in der Natur der Entwicklung von medizinischen Wirkstoffen liegen, scheitern. Produktkandidaten erfordern präklinische Studien und eine klinische Erprobung am Menschen sowie eine behördliche Zulassung für die anschließende Vermarktung. Es gibt viele Schwierigkeiten und Ungewissheiten, die bei der Forschung und Entwicklung eines neuen Produkts auftreten können. Die Entwicklung neuer Medikamente zur Behandlung von Krankheiten birgt hohe Ausfallraten. Die Entwicklung eines Medikaments vom Forschungsstadium bis zur Marktreife kann länger als zehn Jahre dauern, und die Entwicklung kann zu jedem Zeitpunkt scheitern, auch nachdem bereits erhebliche Beträge investiert worden sind. Dies hat zur Folge, dass ein erhebliches Risiko besteht, dass Mittel, die in unsere eigene Produktpipeline oder in unsere Partnerprogramme investiert werden, keinen finanziellen Gewinn erzielen werden. Das größte Risiko besteht in unerwarteten Verzögerungen in der Produktentwicklung, sich verschlechternden Konditionen für die Auslizenzierung wie geringeren erfolgsabhängigen Zahlungen und Tantiemen, sowie abnehmenden Verkaufszahlen und zunehmenden Ausfallraten. Bislang hat keiner der Lizenznehmer oder Kooperationspartner von MorphoSys ein Produkt auf den Markt gebracht, das auf der HuCAL-Technologie der Gesellschaft beruht, und es wird nicht davon ausgegangen, dass auf HuCAL beruhende Produkte in den nächsten Jahren die Marktreife erlangen werden. Zudem hat bislang keiner der HuCAL-basierten Produktkandidaten alle Phasen der klinischen Erprobung und das behördliche Zulassungsverfahren erfolgreich durchlaufen. Präklinische Studien und die Studien der nachfolgenden Phase 1 und 2 erlauben keine Vorhersage, geben keinerlei Gewähr hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit am Menschen und lassen nicht ohne Weiteres Rückschlüsse auf die möglichen Ergebnisse der entscheidenden klinischen Erprobung am Menschen zu.
Akquisitionsrisiken
In den Jahren 2005 und 2006 erwarb MorphoSys die Biogenesis-Gruppe und die Serotec-Gruppe, wodurch die Gesellschaft Zugang zu neuen Absatzwegen und Vertriebskanälen erlangte. In der Zukunft könnte MorphoSys weitere Unternehmen oder Technologien erwerben, um seinen Marktanteil zu erhöhen und bestehendes Geschäft zu ergänzen. Der Erwerb von Unternehmen kann MorphoSys Risiken aussetzen, die mit der Integration der neuen Technologien, Geschäftseinheiten und Standorte sowie des Personals verbunden sind, sowie dem Risiko, dass den Anschaffungskosten nicht entsprechende Umsätze gegenübergestellt werden können, dass Eigenkapitalinstrumente ausgegeben werden und dies zu einer Verwässerung führt, dass das gute Verhältnis zu den Angestellten und den Kunden nicht aufrecht erhalten werden kann und dass zusätzliche Kosten in Form zukünftiger Abschreibungen oder Wertminderungen von erworbenen immateriellen Vermögenswerten oder möglichen Geschäften anfallen. Falls sich mit den hier genannten Risiken nicht auseinander gesetzt wird, könnte dies dazu führen, dass das Unternehmen den erwarteten Nutzen der Akquisitionen nicht in einem angemessen Zeitrahmen realisieren kann.
Risiken aus Wettbewerb und Technologiewandel
Das unternehmerische Umfeld von MorphoSys ist von einem raschen technologischen Wandel, Innovationen sowie einem intensiven Wettbewerb geprägt. Zu den Wettbewerbern von MorphoSys zählen etablierte Pharma-, Chemie- und Biotechnologieunternehmen, die über vergleichsweise größere finanzielle und technische Ressourcen wie auch größere Ressourcen in den Bereichen F&E, Personal sowie Marketing und Vertrieb verfügen. Sie haben auch erheblich mehr Erfahrung auf den Gebieten Entwicklung, Herstellung, Marketing und bei der Unterstützung von neuen Technologien und Produkten. Darüber hinaus sind verschiedene Forschungs- und wissenschaftliche Institute in ähnlichen Bereichen wie MorphoSys tätig.
Es gibt keine Garantie dafür, dass Wettbewerber der Gesellschaft sich nicht momentan oder in der Zukunft mit der Entwicklung von Technologien und Produkten befassen, die gleichwertig oder effektiver sind, günstigere Nebeneffekt-Profile aufweisen und/oder wirtschaftlicher sind als irgendeine derzeitige oder künftige Technologie oder ein Produkt von MorphoSys. Medikamente von Wettbewerbern könnten schnellere oder größere Marktakzeptanz gewinnen als Medikamente der Gesellschaft. Medizinischer Fortschritt oder rasche technologische Entwicklung der Wettbewerber könnten bewirken, dass Medikamentenkandidaten der Gesellschaft nicht mehr wettbewerbsfähig oder veraltet sind, bevor die Gesellschaft in der Lage ist, ihre Forschungs-, Entwicklungs- und Vermarktungskosten zu erwirtschaften. Sollten sich die Gesellschaft oder ihre Medikamentenkandidaten im Wettbewerb nicht behaupten, könnte dies erhebliche negative Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf der Gesellschaft haben.
Das erste in den Markt eingeführte Pharmaprodukt genießt in der Regel einen erheblichen Vorteil gegenüber später eingeführten Produkten, vor allem deshalb, weil spätere Marktteilnehmer die besseren Eigenschaften ihrer Produkte im Vergleich zu bereits eingeführten Produkten nachweisen müssen. MorphoSys arbeitet unter dem Risiko, dass sich von seinen Wettbewerbern entwickelte Technologien und Produkte als sicherer, kostengünstiger und effektiver herausstellen als seine eigenen. Zudem besteht das Risiko, dass mithilfe dieser Technologien Produkte hergestellt werden, die früher auf den Markt kommen und erfolgreicher sein könnten als die von MorphoSys entwickelten.
Produktrisiken
Die Vermarktung und der Verkauf von Antikörperprodukten und -dienstleistungen für bestimmte Anwendungen sind einem möglichen Produkthaftungsrisiko ausgesetzt. Die Gesellschaft kann nicht davon ausgehen, dass in Zukunft keine Produkthaftungsklagen gegen sie vorgebracht werden. MorphoSys verfügt gegenwärtig über eine Produkthaftpflichtversicherung; es gibt jedoch keinerlei Gewähr, dass dieser Versicherungsschutz zu vertretbaren Kosten und akzeptablen Konditionen aufrecht erhalten werden kann oder dass er ausreicht, um MorphoSys gegen eine Klage oder einen Verlust oder gegen alle möglichen Klagen oder Verluste zu schützen.
MorphoSys ist dem Risiko von Produkthaftungsklagen ausgesetzt, das klinischen Erprobungen eigen ist, und könnte im Zusammenhang mit der klinischen Erprobung von Medikamentenkandidaten am Menschen Klagen ausgesetzt sein. Da das Unternehmen bislang noch kein pharmazeutisches Produkt vermarktet, verfügt es für seine klinischen Erprobungen lediglich über eine Probandenversicherung. Darüber hinaus könnten Produkthaftungsklagen erhebliche finanzielle Mittel und Managementkapazitäten binden, dem Ansehen des Unternehmens abträglich sein, falls der Markt dessen Medikamentenkandidaten infolge unerwarteter Nebeneffekte als unsicher oder unwirksam erachtet, und die künftige Entwicklung oder Vermarktung von Medikamenten oder Medikamentenkandidaten des Unternehmens einschränken oder verhindern.
Abhängigkeit vom Gesundheitswesen und
Von Ausgaben der Pharmaindustrie
MorphoSys ist abhängig von verschiedenen Einnahmequellen, insbesondere von Gebühren, Meilensteinzahlungen und Tantiemen von Lizenznehmern und Kooperationspartnern, von der Verfassung der öffentlichen Haushalte und der Finanzmärkte, von Regierungen und staatlichen Gesundheitsbehörden, von Forschungsinstituten, privaten Krankenversicherern und anderen Organisationen. Ein Teil der von MorphoSys erwirtschafteten Umsatzerlöse stammt aus der Zusammenarbeit mit Partnern unter anderem aus der Pharmabranche. Viele Kooperations- und/oder Auslizenzierungsverträge sehen Meilensteinzahlungen und Gebühren vor, die bei Erfüllung bestimmter Kriterien fällig werden. MorphoSys hat keinen Einfluss darauf, ob seine Kooperationspartner oder Lizenznehmer diese Meilensteine erreichen oder ob auf seiner Technologie basierende Produkte von seinen Partnern überhaupt weiterentwickelt werden. Es besteht ein potenzielles Risiko, das die Hauptkunden der Gesellschaft, Lizenznehmer und Partnerunternehmen ihre erwarteten Forschungsinvestitionen für Produktentwicklungen aufgrund von internen Konsolidierungsprozessen oder beeinflusst durch gesetzliche Reformen kürzen könnten. Ferner kann ein negativer Einfluss auf die Gesellschaft nicht ausgeschlossen werden, wenn sich die Forschungsprioritäten in Bezug auf therapeutische Antikörper im Fall einer Übernahme der wichtigsten Kunden durch andere Pharmafirmen oder Fusionen ändern oder aber wichtige Partner Insolvenz anmelden müssten. Darüber hinaus könnten Pharmaunternehmen eher versuchen, Produkte einzulizenzieren, die sich wie beispielsweise Phase-2- oder Phase-3-Präparate bereits in einem relativ fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befinden, im Gegensatz zu weniger weit entwickelten Produktkandidaten im präklinischen Stadium. Als Folge könnten Produkte aus der Pipeline von MorphoSys noch für gewisse Zeit ein nicht genügend fortgeschrittenes Entwicklungsstadium aufweisen, um für diese Pharmaunternehmen von Interesse zu sein. Das Unternehmen kann daher keine Gewähr dafür geben, dass aus seinen bestehenden Partnerschaften fortlaufend Umsatzerlöse erzielt werden.
Risiken in Verbindung mit geistigem Eigentum
MorphoSys war in der Vergangenheit Beteiligter in Gerichtsverfahren in Deutschland oder im Ausland – auch in den USA –, die durch die Gesellschaft selbst eingereichte oder gegen sie erhobene Klagen wegen angeblicher Lizenz- oder Patentverletzungen im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs zum Gegenstand hatten. Nach der Beilegung des Patentstreits mit Applied Molecular Evolution/Eli Lilly im September 2005 sind derzeit keine signifikanten Patentstreitigkeiten anhängig. Allerdings sind die Gebiete der rekombinanten Antikörperbibliotheken und der Phagen-Display-Technologie, auf denen sich die Gesellschaft betätigt, relativ neu, und die Frage des geistigen Eigentums der verschiedenen beteiligten Parteien ist komplex und prozessanfällig. Daher kann MorphoSys keine Garantie dafür übernehmen, dass keine weiteren Patentklagen durch Unternehmen eingereicht werden, die erteilte Patente oder solche besitzen, die gegenwärtig noch nicht erteilt sind bzw. von denen die Gesellschaft gegenwärtig keine Kenntnis hat. Jedes eingeleitete Verfahren, das zu Ungunsten von MorphoSys entschieden wird, könnte wesentliche nachteilige Auswirkungen auf dessen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.
Finanzierungsrisiken
MorphoSys wird auch zukünftig einen erheblichen Kapitalbedarf haben. Der Kapitalbedarf wird von vielen Faktoren abhängen, unter anderem von der Fähigkeit der Gesellschaft, Lizenznehmer zu finden sowie von dem Erfolg solcher bestehender Kooperationen in Bezug auf Umsatzerlöse (zum Beispiel aus Lizenzgebühren, Meilensteinzahlungen und Tantiemen). Die Kosten der präklinischen Studien für Produkte und Technologien von MorphoSys und die Kosten der Patentanmeldung sowie der Verteidigung und Durchsetzung von Patentrechten könnten die Erträge aus diesen Produkten übersteigen. Die Gesellschaft könnte in künftigen Jahren auch in die Lage kommen, weitere Finanzmittel aufnehmen zu müssen; sie kann jedoch keine Gewähr dafür übernehmen, dass ihr im Bedarfsfall ausreichende Finanzmittel zu annehmbaren Konditionen oder überhaupt zur Verfügung stehen werden. Sollten ausreichende Finanzmittel nicht oder nicht zu annehmbaren Konditionen zur Verfügung stehen, könnte MorphoSys gezwungen sein, seine Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, Produktion oder Marketing einzuschränken. Jede dieser Entwicklungen könnte erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von MorphoSys haben. Für den Fall, dass die Gesellschaft zusätzliches Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien aufnimmt, könnten bestehende Aktionäre möglicherweise eine Verwässerung ihrer Anteile erleiden.
Währungs- und Zinsrisiken
Der Konzernabschluss der Gesellschaft wird in Euro erstellt. Ein erheblicher Teil der Umsatzerlöse und Aufwendungen fällt in anderen Währungen als dem Euro an. Wenngleich der Euro die vorherrschende Währung darstellt, könnten andere Währungen, insbesondere der US-Dollar und das britische Pfund sowie in geringerem Maße der Schweizer Franken und der japanische Yen, Wechselkursschwankungen gegenüber dem Euro ausgesetzt sein und folglich das Finanzergebnis beeinflussen. MorphoSys prüft im Jahresverlauf die Notwendigkeit von Kurssicherungsgeschäften zur Minimierung des Währungsrisikos und versucht, diesem Risiko durch ein Kurssicherungsprogramm im erforderlichen Umfang zu begegnen.
Die Zinserträge der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte der Gesellschaft unterliegen der Veränderung der jeweiligen Marktzinssätze. Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und marktgängige Wertpapiere werden grundsätzlich bei drei Finanzinstituten in Deutschland gehalten. Die Gesellschaft überwacht fortlaufend ihre Positionen bei den Finanzinstituten, die ihre Vertragspartner bei den Finanzinstrumenten sind, und deren Bonität und kann derzeit kein Risiko der Nichterfüllung erkennen.
Abhängigkeit von wichtigen Mitarbeitern
MorphoSys hatte bisher keinerlei Schwierigkeiten, Führungskräfte oder wissenschaftliche Mitarbeiter einzustellen oder zu halten. Die Fähigkeit, jederzeit qualifiziertes Fachpersonal zu gewinnen und zu halten, ist für den Unternehmenserfolg von entscheidender Bedeutung. Vor dem Hintergrund des heftigen Wettbewerbs um erfahrene Wissenschaftler zwischen einer Reihe von Pharma- und Biotechnologieunternehmen sowie wissenschaftlichen und anderen Forschungsinstituten kann es keine Gewähr geben, dass MorphoSys künftig in der Lage sein wird, das benötigte Personal zu vertretbaren Konditionen einzustellen und zu halten. Für geplante geschäftliche Aktivitäten wird ebenfalls zusätzliches Personal mit Expertise auf unterschiedlichen Gebieten, unter anderem mit Managementerfahrung, erforderlich werden. Sollte die Gesellschaft nicht in der Lage sein, dieses Personal einzustellen oder die erforderliche Expertise intern selbst aufzubauen, könnte dies erhebliche nachteilige Auswirkungen auf ihre operative Tätigkeit haben.
Sonstige Risiken
Über die genannten Risiken hinaus überwacht MorphoSys ständig die Einhaltung der anzuwendenden Vorschriften für Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit sowie der betrieblichen Richtlinien wie auch aller übrigen zu beachtenden Gesetzes- und Branchenvorschriften. MorphoSys hat Vorkehrungen getroffen um sicherzustellen, dass alle diese Vorschriften an jedem seiner Standorte eingehalten werden. Um die vielfältigen Risiken in den Bereichen Steuer-, Gesellschafts-, Arbeits- und Wettbewerbsrecht, geistiges Eigentum und sonstiges Recht auf ein Minimum zu reduzieren, fällt die Unternehmensleitung ihre Entscheidungen und formuliert ihre Richtlinien und Arbeitsabläufe nach Beratung mit externen und internen Experten. Neben den hier beschriebenen Risiken könnte es andere Risiken geben, die MorphoSys entweder als unbedeutend einschätzt oder von denen MorphoSys zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses Geschäftsberichts keine Kenntnis hat.
Allgemeine Einschätzung der Risikosituation
Der Vorstand von MorphoSys analysiert fortlaufend mögliche Risiken, die sich teilweise oder vollständig der Kontrolle des Unternehmens entziehen wie beispielsweise die allgemeine Entwicklung von nationalen Ökonomien und der Weltwirtschaft. Potenzielle Risiken betreffen auch Faktoren, auf die das Unternehmen einwirken kann. Hierzu zählen operative Risiken, die im Rahmen des Risikomanagementsystems frühzeitig erkannt und analysiert werden können. Erforderlichenfalls können Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Nach heutigem Kenntnisstand stehen die wesentlichsten Risiken im Zusammenhang mit der eigenen Produktentwicklung, wichtigen Verträgen sowie dem Unternehmenserfolg bedeutender Kunden.
chancen
Dank seiner international ausgerichteten Strategie verfügt MorphoSys für die kommenden Jahre über gute Wachstumsaussichten. Durch die Ausweitung seiner Expertise bei der Herstellung, Charakterisierung, Produktion und klinischen Entwicklung von therapeutischen Antikörpern kann MorphoSys sein Profil im Bereich der Gesundheitsvorsorge systematisch schärfen. Daneben bemüht sich das Segment AbD um eine Erhöhung seines Marktanteils bei Forschungs- und diagnostischen Antikörpern. MorphoSys ist davon überzeugt, dass seine HuCAL-Technologie den Kunden in den Märkten für Forschungsantikörper und Diagnostika entscheidende Vorteile bietet.
Allgemeine Aussage zu den Chancen
Angesichts der steigenden Lebenserwartung der Menschen in den Industriestaaten und des wachsenden Verständnisses in Bezug auf Krankheiten bleibt der Bedarf an innovativen Therapeutika und neuen Technologien weiterhin hoch. Der wachsenden Nachfrage in der Gesundheitsvorsorge nach neuen Behandlungsmöglichkeiten wird nicht allein mit der Anwendung bestehender Therapieformen Rechnung getragen, sondern auch durch neue Therapien. Diese leiten sich aus dem verbesserten Verständnis der biologischen Abläufe von Krankheiten und der Anwendung neuer Technologien ab. Innovative neue Produkte wie beispielsweise humane Antikörper sind in den letzten Jahren auf den Markt gekommen, die therapeutische Ansätze verändern und die Lebensqualität von Patienten verbessern. Ferner verstärken in Folge des starken Wettbewerbs unter den Generikaunternehmen fast alle Pharmaunternehmen ihr Engagement im Bereich biotechnologisch entwickelter Medikamente wie humane Antikörper. Therapieformen auf der Basis biologischer Wirkstoffe sind weniger dem Wettbewerb durch Generika ausgesetzt, als z. B. kleine Moleküle, da die Herstellung dieser Wirkstoffe weitaus komplexer ist. Um die Entwicklungspipeline zu füllen, engagieren sich alle bedeutenden Pharmaunternehmen in biologischen Therapien. Daher sind die Nachfrage nach Antikörpern und das Interesse der Industrie an dieser Medikamentenklasse in den letzten 12 bis 24 Monaten enorm gestiegen, was seinen deutlichen Widerhall in verschiedenen Akquisitionen und bedeutenden Lizenzvereinbarungen auf diesem Gebiet findet. Die Verwendung von Antikörpern in der Therapie, für Forschungszwecke und für diagnostische Anwendungen bedeutet künftige Wachstumschancen für MorphoSys.
Marktchancen
MorphoSys ist der Ansicht, dass seine Antikörper-Plattform HuCAL in der Lage ist, Produkte, die auf einen erheblichen medizinischen Bedarf zielen und gleichzeitig neue Forschungswerkzeuge darstellen, möglicherweise preiswerter und schneller herzustellen.
Therapeutische Antikörper
MorphoSys hat sich als einer der führenden Anbieter von vollständig menschlichen therapeutischen Antikörpern etabliert. Im Verlauf der letzten drei Jahre hat sich die Wettbewerbsintensität im Bereich Antikörper durch die Übernahme mehrerer Wettbewerber deutlich abgeschwächt. Nur noch wenige unabhängige Unternehmen bieten Technologien zur Entwicklung vollständig menschlicher Antikörper an. In den letzten Jahren hat MorphoSys ein starkes internationales Patentportfolio aufgebaut und sich damit die Möglichkeit bewahrt, seine Technologien weltweit einzusetzen und zu vermarkten.
Durch die Zusammenarbeit mit einer Reihe von Unternehmen bei der Medikamentenentwicklung konnte MorphoSys sein Risikoprofil deutlich senken. Mit seinen derzeit laufen den 55 Entwicklungsprogrammen für therapeutische Antikörper, die zusammen mit Partnern betrieben werden, sind die Chancen für MorphoSys sehr viel größer, finanziell an der Vermarktung eines Medikaments oder mehrerer Medikamente zu partizipieren, als wenn sich die Gesellschaft auf einzelne Entwicklungsprogramme konzentrieren würde. Ende 2007 hat MorphoSys eine umfangreiche strategische Allianz mit Novartis vereinbart, die MorphoSys für die kommenden zehn Jahre vertraglich vereinbarte Zahlungen zusichert. Im Rahmen der Kooperation hat MorphoSys Mitentwicklungssoptionen mit der Möglichkeit, neue Antikörpertherapeutika zusammen mit einem erfahrenen Pharmapartner zu entwickeln. Die vertraglich zugesicherten Zahlungen werden MorphoSys in die Lage versetzen, seine Investitionen in die Entwicklung eigener Medikamente zu erhöhen.
Akquisitionschancen
MorphoSys hat in der Vergangenheit seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, das Unternehmenswachstum durch Akquisitionen zu beschleunigen. Das Unternehmen wird möglicherweise auch in der Zukunft eine Akquisitionsstrategie nutzen, um das organische Wachstum zu verstärken und seinen Marktanteil weiter auszubauen, sich Zugang zu Patenten und Lizenzen für die eigene Technologie- und Produktentwicklung zu sichern oder um andere wichtige Unternehmenswerte zu erwerben. Im gegenwärtig schwierigen wirtschaftlichen Umfeld befindet sich die Gesellschaft in einer stärkeren Verhandlungsposition für den Abschluss wertsteigernder Transaktionen als die überwiegende Zahl der Biotechnologie-Unternehmen, die mit Finanzengpässen zu kämpfen haben. Dies könnte zum Abschluss solcher Transaktionen zu vorteilhaften Konditionen führen.
