Branchenüberblick
Im ersten Quartal 2009 setzte sich die Konsolidierung im Gesundheitssektor mit drei angekündigten bzw. vollzogenen Großakquisitionen der Pharmabranche fort. Der weltweit größte Pharmakonzern Pfizer kündigte Pläne zur Übernahme seines Konkurrenten Wyeth für einen Kaufpreis von 68 Mrd. US$ an. Das US-Pharmaunternehmen Merck Inc. gab Pläne zum Erwerb von Schering-Plough für rund 41 Mrd. US$ bekannt. Und schließlich brachte Roche die Übernahme von Genentech, dem Entwickler mehrerer führender Antikörperprodukte wie Herceptin®, Raptiva®, Rituxan® und Xolair®, zum Abschluss und bot für die ausstehenden 44 % der Anteile an dem US-Biotechnologiekonzern 46,8 Mrd. US$. Diese Transaktion war bereits im dritten Quartal 2008 angekündigt worden. Kleinere Transaktionen im Bereich Antikörper waren der Erwerb der australischen Arana Therapeutics Ltd. durch die in den USA ansässige Cephalon Inc. für einen Kaufpreis von 318 Mio. US$ und die Fusion der dänischen Pharmexa A/S mit Affitech AS, Norwegen.
In Hinblick auf Nachrichten über Produktentwicklungen haben GlaxoSmithKline und Genmab bei der US-amerikanischen Zulassungbehörde FDA und der europäischen Arzneimittelagentur EMEA mit Erfolg Anträge für die Zulassung eines vollständig humanen Antikörpers zur Behandlung von chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) eingereicht. In Deutschland hat das Biotechnologie-Unternehmen TRION Pharma, München, einen positiven Bescheid des EMEA-Ausschusses für Humanarzneimittel erhalten, in dem die Zulassung eines Antikörperderivats zur Behandlung von bösartiger Bauchwassersucht (Aszites) empfohlen wird.
Der Markt für Forschungsantikörper könnte möglicherweise von Präsident Obama’s Zusage profitieren, die staatliche Unterstützung der US-Regierung im Wissenschaftssektor zu erhöhen. Das kürzlich angekündigte Konjunkturprogramm umfasst zusätzliche Forschungsausgaben von mehr als 20 Mrd. US$, von denen 40 % für Forschungszuschüsse vorgesehen sind, die vom National Institutes of Health (NIH) vergeben werden.
