Finanzanalyse
Umsatzerlöse
Verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres stiegen die Konzernumsatzerlöse in den ersten drei Monaten 2009 um 17 % auf 19,1 Mio. € (Q1 2008: 16,3 Mio. €). Dieser Anstieg ist auf höhere finanzierte Forschungsleistungen, Lizenzgebühren und erfolgsabhängige Meilensteine im therapeutischen Segment als auch auf höhere Umsätze des Segments AbD zurückzuführen. Das Segment Therapeutische Antikörper trug 75 % oder 14,3 Mio. € (Q1 2008: 12,0 Mio. €) zum Konzernumsatz bei, während das Segment AbD 25 % oder 4,9 Mio. € (Q1 2008: 4,3 Mio. €) erwirtschaftete.
Geographisch gesehen wurden 20 % bzw. 3,9 Mio. € der kommerziellen Umsatzerlöse von MorphoSys mit Biotechnologie- und Pharmaunternehmen oder Nonprofit-Organisationen in Nordamerika getätigt und 80 % bzw. 15,2 Mio. € mit in Europa bzw. Asien ansässigen Unternehmen. Die geographische Aufteilung der Umsätze entspricht in etwa der des Vorjahreszeitraums.
Segment Therapeutische Antikörper
Die Umsatzerlöse des Segments Therapeutische Antikörper beinhalteten finanzierte Forschungsleistungen und Lizenzgebühren in Höhe von 11,5 Mio. € (Q1 2008: 10,7 Mio. €) sowie erfolgsabhängige Zahlungen in Höhe von 2,8 Mio. € (Q1 2008: 1,3 Mio. €), die 20 % des Gesamtumsatzes des Segments Therapeutische Antikörper ausmachten. Die Umsatzerlöse des Segments Therapeutische Antikörper stammten zu rund 87 % und der Konzernumsatz zu rund 65 % von den drei größten MorphoSys-Kooperationen mit Novartis, Daiichi Sankyo und Merck (Q1 2008: 87 % bzw. 64 % mit Novartis, Daiichi Sankyo und Pfizer).
Legt man konstante Wechselkurse auf der Basis des Durchschnittskurses von 2008 zu Grunde, hätten sich die Umsatzerlöse des Segments Therapeutische Antikörper auf 14,2 Mio. € belaufen.
Umsatzentwicklung nach Segmenten (in Mio. €)

* Differenzen beziehen sich auf Rundungen
Antibodies Direct – Segment AbD
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Umsatzerlöse des Segments AbD in den ersten drei Monaten 2009 um 14 % bzw. 0,6 Mio. € auf 4,9 Mio. € (Q1 2008: 4,3 Mio. €). Unter Zugrundelegung konstanter Wechselkurse auf der Basis des Durchschnittskurses von 2008 wären die Umsatzerlöse des Segments AbD unverändert geblieben.
Der größte Teil des Umsatzes (rund 82 % oder 4,0 Mio. €) wurde mit Katalog- und Industriekunden getätigt (Q1 2008: ca. 84 % oder 3,6 Mio. €), während maßgeschneiderte Antikörper 18 % oder 0,9 Mio. € zum Segmentumsatz beisteuerten (Q1 2008: 16 % oder 0,7 Mio. €).
Am 31. März 2009 verfügte das Segment über einen Auftragsbestand von 2,0 Mio. € (31. März 2008: 0,8 Mio. €).
Betriebliche Aufwendungen
Verglichen mit den ersten drei Monaten 2008 haben sich die betrieblichen Aufwendungen um rund 22 % auf 14,9 Mio. € erhöht (Q1 2008: 12,2 Mio. €). Der Anstieg der betrieblichen Aufwendungen um 2,7 Mio. € war in erster Linie bedingt durch um 60 % bzw. 3,2 Mio. € gestiegene Kosten für Forschung und Entwicklung. Dem stand teilweise ein Rückgang der Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung von 5,2 Mio. € auf 4,8 Mio. € gegenüber. Die Herstellungskosten lagen unverändert bei 1,7 Mio. €. Die Kaufpreiszuordnung wirkte sich auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit insgesamt 0,1 Mio. € (Q1 2008: 0,2 Mio. €) aus.
Der Personalaufwand aus Aktienoptionen ist in den Herstellungskosten, den Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung sowie in den Kosten für Forschung und Entwicklung enthalten. Er belief sich in den ersten drei Monaten 2009 auf 0,3 Mio. € (Q1 2008: 0,3 Mio. €) und ist nicht zahlungswirksam.
Herstellungskosten
Die Herstellungskosten setzen sich aus den Herstellungskosten des Segments AbD für die in den ersten drei Monaten 2009 abgesetzten Produkte zusammen und sind im Vergleich zur Vorjahresperiode mit 1,7 Mio. € unverändert geblieben.
Kosten für Forschung und Entwicklung
In den ersten drei Monaten 2009 stiegen die Kosten für Forschung und Entwicklung um 3,2 Mio. € auf 8,5 Mio. € (Q1 2008: 5,3 Mio. €). Der Anstieg ist im Wesentlichen zurückzuführen auf höhere Kosten für externe Laborleistungen (Q1 2009: 2,3 Mio. €; Q1 2008: 0,2 Mio. €) sowie auf höhere Personalkosten in Zusammenhang mit der firmeneigenen Produktentwicklung (Q1 2009: 3,3 Mio. €; Q1 2008: 2,4 Mio. €).
In den ersten drei Monaten 2009 entstanden der Gesellschaft Aufwendungen für die eigene Produkt- und Technologieentwicklung in Höhe von 3,7 Mio. € bzw. 0,1 Mio. € (Q1 2008: 0,8 Mio. € bzw. 0,3 Mio. €).
Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung
Im Vergleich zur Vorjahresperiode sanken die Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung um 0,4 Mio. € auf 4,8 Mio. € (Q1 2008: 5,2 Mio. €).
Entwicklung der betrieblichen Aufwendungen (in Mio. €)

* Differenzen sind rundungsbedingt
Aufwand nach Kostenarten
In den ersten drei Monaten 2009 belief sich der Personalaufwand (ohne Personalaufwand aus Aktienoptionen) auf 5,8 Mio. € (Q1 2008: 5,1 Mio. €) oder 39 % der betrieblichen Konzernaufwendungen. Er bildete damit den größten Kostenblock innerhalb der betrieblichen Aufwendungen.
Der Aufwand für externe Dienstleistungen stellt den zweitgrößten Kostenblock nach Aufwandsart dar. Er belief sich auf 3,4 Mio. € (Q1 2008: 1,6 Mio. €) oder 23 % der betrieblichen Konzernaufwendungen und beinhaltete vor allem Laborleistungen Dritter (Q1 2009: 2,3 Mio. €; Q1 2008: 0,2 Mio. €) sowie Beratungsgebühren (Q1 2009: 0,5 Mio. €; Q1 2008: 0,7 Mio. €).
Die Kosten für immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 2,0 Mio. € (Q1 2008: 2,0 Mio. €) oder 13 % der betrieblichen Konzernaufwendungen. Sie bestanden vornehmlich aus Lizenzaufwendungen (Q1 2009: 1,0 Mio. €; Q1 2008: 0,9 Mio. €) sowie aus Abschreibungen auf aktivierte Lizenzen (Q1 2009: 0,6 Mio. €; Q1 2008: 0,6 Mio. €).
Sonstige Aufwendungen und Erträge
Im ersten Quartal 2009 beliefen sich die sonstigen betrieblichen Erträge auf 0,9 Mio. € (Q1 2008: 0,6 Mio. €); diese Veränderung gegenüber dem Vorjahreszeitraum ergab sich vor allem aus höheren Gewinnen aus marktgängigen Wertpapieren sowie aus niedrigeren Verlusten aus Fremdwährungseffekten, denen teilweise niedrigere Zinserträge gegenüberstanden.
Steuern
In den ersten drei Monaten 2009 wies die Gesellschaft einen Ertragsteueraufwand in Höhe von 1,6 Mio. € aus. Hierin waren ein latenter Steueraufwand von 0,5 Mio. € aus der Auflösung von in 2007 gebildeten aktiven latenten Steuern und ein laufender Steueraufwand von 1,1 Mio. € enthalten.
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit / Periodenüberschuss
Das Konzernergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit belief sich für die ersten drei Monate 2009 auf 4,2 Mio. € (Q1 2008: 4,1 Mio. €). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 5,0 Mio. €, verglichen mit einem EBIT von 4,3 Mio. € in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Das Segment Therapeutische Antikörper erzielte ein Betriebsergebnis in Höhe von 5,5 Mio. € (Q1 2008: 6,1 Mio. €), während sich das Ergebnis des Segments AbD auf 0,6 Mio. € (Q1 2008: 0,04 Mio. €) belief.
In den ersten drei Monaten 2009 wurde ein Periodenüberschuss nach Steuern von 3,5 Mio. € erwirtschaftet, verglichen mit einem Überschuss nach Steuern von 3,3 Mio. € im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der sich für die ersten drei Monate 2009 ergebende unverwässerte Periodenüberschuss je Aktie betrug 0,16 € (Q1 2008: 0,15 €).
Liquidität / Cashflow
Der Netto-Mittelabfluss aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit belief sich in den ersten drei Monaten 2009 auf 1,7 Mio. € (Q1 2008: Mittelzufluss von 4,0 Mio. €). Die Investitionstätigkeit führte zu einem Mittelzufluss in Höhe von 7,1 Mio. € (Q1 2008: Mittelabfluss von 17,9 Mio. €), während sich aus der Finanzierungstätigkeit ein Mittelabfluss in Höhe von 0,1 Mio. € (Q1 2008: Mittelzufluss von 0,4 Mio. €) ergab.
Am 31. März 2009 verfügte die Gesellschaft über liquide Mittel und zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere von zusammen 136,1 Mio. €, verglichen mit dem Stand von 137,9 Mio. € am Jahresende 2008.
Aktiva
Die Bilanzsumme reduzierte sich zum 31. März 2009 um 2,0 Mio. € auf 201,3 Mio. € im Vergleich zu 203,3 Mio. € am 31. Dezember 2008. Die kurzfristigen Vermögenswerte gingen um 0,6 Mio. € zurück, vor allem aufgrund des Verkaufs von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren (7,1 Mio. €) und des Rückgangs der Steuerforderungen (0,8 Mio. €), was teilweise durch einen Anstieg der liquiden Mittel (5,3 Mio. €) und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (1,6 Mio. €) ausgeglichen wurde.
Die langfristigen Vermögenswerte verminderten sich gegenüber dem 31. Dezember 2008 um 1,4 Mio. €; Hauptgründe waren Auflösungen von in 2007 gebildeten aktiven latenten Steuern (0,5 Mio. €) und Abschreibungen auf Lizenzen (0,5 Mio. €).
Verbindlichkeiten
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sanken in den ersten drei Monaten 2009 von 27,4 Mio. € am 31. Dezember 2008 auf 22,7 Mio. € am 31. März 2009. Dies lag hauptsächlich am Rückgang der kurzfristigen Umsatzabgrenzung (6,0 Mio. €) und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (1,1 Mio. €), dem zum Teil ein Anstieg der Lizenzverbindlichkeiten (2,1 Mio. €) gegenüberstand.
In den ersten drei Monaten 2009 war der Rückgang der langfristigen Verbindlichkeiten um 1,0 Mio. € auf 12,9 Mio. € im Wesentlichen Folge des Rückgangs der langfristigen Umsatzabgrenzung um 0,9 Mio. € aus im laufenden Jahr und in Vorjahren geschlossenen Verträgen.
Eigenkapital
Das Konzerneigenkapital belief sich am 31. März 2009 auf 165,7 Mio. € im Vergleich zu 162,0 Mio. € am 31. Dezember 2008.
Am 31. März 2009 betrug die Anzahl der ausgegebenen Aktien 22.492.287 Stück, von denen sich 22.412.391 Stück im Umlauf befanden. Zum 31. Dezember 2008 waren 22.478.787 Aktien ausgegeben, wovon sich 22.398.891 Aktien im Umlauf befunden hatten. Der Anstieg der sich im Umlauf befindlichen Aktien um 13.500 Stück ergab sich aus der Ausübung von an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewährten Aktienoptionen.
Investitionen
Im Dreimonatszeitraum zum 31. März 2009 hat MorphoSys wie in der Vergleichsperiode des Vorjahres 0,2 Mio. € in Sachanlagen investiert. Abschreibungen auf Sachanlagen beliefen sich in den ersten drei Monaten 2009 wie im ersten Quartal 2008 auf 0,4 Mio. €.
In den ersten drei Monaten 2009 hat die Gesellschaft 0,1 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte investiert (Q1 2008: 0,1 Mio. €). Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte beliefen sich unverändert zu den ersten drei Monaten 2008 auf 0,9 Mio. €.
