Branchenüberblick

Im ersten Quartal 2010 war der Erwerb von Millipore, einem der größten Lieferanten von Forschungswerkzeugen einschließlich Antikörperreagenzien, durch die deutsche Merck KGaA für rund 5 Mrd. € eine der herausragenden Transaktionen im Antikörperbereich. Andere Transaktionen wie der Erwerb von Facet Biotech durch Abbott oder die Absicht von Cephalon, Ception Therapeutics zu erwerben, waren zum Teil dadurch motiviert, dass die akquirierten Gesellschaften über therapeutische Antikörperkandidaten im mittleren Entwicklungsstadium verfügten.

Zu den bedeutenden Lizenzabkommen zählten die beiden Allianzen im Bereich entzündlicher Erkrankungen zwischen Eli Lilly und Incyte Corp. sowie zwischen AstraZeneca und Rigel Pharmaceuticals. Beide Abkommen umfassten auch klinische Wirkstoffe zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis (RA) und lösten für den jeweiligen Biotech-Partner Einmalzahlungen in zweistelliger Euro-Millionenhöhe aus.

Im Hinblick auf produktbezogene Nachrichten hat die FDA in den USA dem gegen den IL-6-Rezeptor gerichteten Wirkstoff Actemra® zur Behandlung von RA die Zulassung erteilt. Ein weiteres wichtiges Ereignis im RA-Markt war die Entscheidung von Roche und Biogen Idec, die Entwicklung von Ocrelizumab® zur Behandlung von Arthritis einzustellen, nachdem ein unabhängiges Überwachungsgremium festgestellt hatte, dass die Sicherheitsrisiken größer waren als der Patientennutzen. Das dänische Biotechnologieunternehmen Genmab veröffentlichte seine Ergebnisse zu Zalutumumab®, einem Antikörper gegen den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor, der den primären Endpunkt der klinischen Erprobung der Phase 3 bei Krebs im Kopf- und Halsbereich verfehlte.