Finanzanalyse

Umsatzerlöse

Im Vergleich zur Vorjahresperiode sind die Konzernumsatzerlöse in der ersten Jahreshälfte 2010 um 15% auf 43,5 Mio. € gestiegen (H1 2009: 37,9 Mio. €). Dieser Anstieg hat seine wesentlichen Ursachen in höheren Lizenzgebühren und finanzierten Forschungsleistungen des Segments Partnered Discovery sowie in gestiegenen Umsätzen des Segments AbD Serotec. Die Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development trugen 77% oder 33,4 Mio. € (H1 2009: 28,6 Mio. €) zu den gesamten Segmentumsätzen bei, während das Segment AbD Serotec 24% (10,6 Mio. €) erwirtschaftete (H1 2009: 9,7 Mio. €).

Geographisch gesehen wurden 20% oder 8,8 Mio. € der kommerziellen Umsatzerlöse von MorphoSys mit Biotechnologie- und Pharmaunternehmen oder Nonprofit-Organisationen in Nordamerika sowie 80% oder 34,7 Mio. € mit überwiegend in Europa und Asien ansässigen Unternehmen getätigt, verglichen mit 22% bzw. 78% im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development

Die Umsatzerlöse des Segments Partnered Discovery beinhalteten finanzierte Forschungsleistungen und Lizenzgebühren in Höhe von 29,2 Mio. € (H1 2009: 22,7 Mio. €) sowie erfolgsabhängige Zahlungen in Höhe von 3,6 Mio. € (H1 2009: 5,4 Mio. €), die 11% des Gesamtumsatzes der Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development ausmachten. In den Umsatzerlösen des Segments Proprietary Development waren 0,6 Mio. € finanzierte Forschungsleistungen enthalten (H1 2009: 0,5 Mio. €). Die Umsatzerlöse der Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development stammten zu rund 89% und der Konzernumsatz zu 68% von den drei größten MorphoSys-Allianzen mit Novartis, Daiichi Sankyo und Pfizer (H1 2009: 85% bzw. 63% ebenfalls mit Novartis, Daiichi Sankyo und Pfizer).

Legt man konstante Wechselkurse auf der Basis des Durchschnittskurses des ersten Halbjahres 2009 zu Grunde, wären die Umsatzerlöse der Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development unverändert geblieben.

Umsatzentwicklung nach Segmenten (in Mio. €)

* Differenzen sind rundungsbedingt

Segment AbD Serotec

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Umsatzerlöse des Segments AbD Serotec in den ersten sechs Monaten 2010 um 9% oder 0,9 Mio. € auf 10,6 Mio. € (H1 2009: 9,7 Mio. €). Unter Zugrundelegung konstanter Wechselkurse auf der Basis des Durchschnittskurses des ersten Halbjahres 2009 hätten sich die Umsatzerlöse des Segments AbD Serotec auf 10,4 Mio. € belaufen.

Am 30. Juni 2010 verfügte das Segment über einen Auftragsbestand von 1,3 Mio. € (30. Juni 2009: 1,9 Mio. €).

Betriebliche Aufwendungen

Verglichen mit den ersten sechs Monaten 2009 (31,3 Mio. €) haben sich die betrieblichen Aufwendungen im ersten Halbjahr 2010 um rund 12% auf 35,2 Mio. € erhöht. Der Anstieg der betrieblichen Aufwendungen um 3,9 Mio. € war hauptsächlich auf um 14% bzw. 2,5 Mio. € höhere Kosten für Forschung und Entwicklung und auf die Zunahme der Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung um 9% von 10,0 Mio. € auf 10,9 Mio. € zurückzuführen.

Die betrieblichen Aufwendungen stiegen im Segment Partnered Discovery um 5% auf 10,6 Mio. € (H1 2009: 10,1 Mio. €) und im Segment Proprietary Development um 31% auf 11,1 Mio. € (H1 2009: 8,5 Mio. €). Im Segment AbD Serotec nahmen die betrieblichen Aufwendungen um 11% auf 9,7 Mio. € zu (H1 2009: 8,7 Mio. €) und hätten sich unter Zugrundelegung konstanter Wechselkurse auf der Basis des Durchschnittskurses des ersten Halbjahres 2009 auf 9,5 Mio. € belaufen.

Der Personalaufwand aus Aktienoptionen ist in den Herstellungskosten, in den Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung sowie in den Kosten für Forschung und Entwicklung enthalten. Er belief sich in den ersten sechs Monaten 2010 auf 1,0 Mio. € (H1 2009: 0,8 Mio. €) und ist nicht zahlungswirksam.

Herstellungskosten

Die Herstellungskosten setzen sich aus den Herstellungskosten des Segments AbD Serotec für die in den ersten sechs Monaten 2010 abgesetzten Produkte zusammen. Sie sind im Vergleich zur Vorjahresperiode von 3,3 Mio. € um 15% auf 3,8 Mio. € gestiegen.

Kosten für Forschung und Entwicklung

In den ersten sechs Monaten 2010 sind die Kosten für Forschung und Entwicklung um 2,5 Mio. € auf 20,5 Mio. € (H1 2009: 18,0 Mio. €) gestiegen. Dieser Anstieg war im Wesentlichen auf höhere Personalkosten (H1 2010: 8,6 Mio. €; H1 2009: 7,1 Mio. €) sowie auf gestiegene Materialkosten (H1 2010: 1,6 Mio. €; H1 2009: 0,9 Mio. €) zurückzuführen. In den ersten sechs Monaten 2010 sind der Gesellschaft Aufwendungen für die Eigenproduktentwicklung (ohne segmentbezogene Kostenzuordnungen) in Höhe von 9,8 Mio. € (H1 2009: 7,8 Mio. €) und für die Technologieentwicklung im Segment Partnered Discovery von 1,0 Mio. € (H1 2009: 0,2 Mio. €) entstanden.

Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung

Im Vergleich zur Vorjahresperiode sind die Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung um 0,9 Mio. € auf 10,9 Mio. € (H1 2009: 10,0 Mio. €) gestiegen.

Entwicklung der betrieblichen Aufwendungen (in Mio. €)

Sonstige Aufwendungen und Erträge

In den ersten sechs Monaten 2010 setzten sich die sonstigen Aufwendungen und Erträge im Wesentlichen aus Finanzerträgen von 0,8 Mio. € (H1 2009: 1,1 Mio. €) und sonstigen Aufwendungen von 0,5 Mio. € (H1 2009: 0,2 Mio. €) zusammen.

Steuern

Für die ersten sechs Monate 2010 wies die Gesellschaft einen Aufwand überwiegend aus laufenden Ertragsteuern in Höhe von 2,9 Mio. € (H1 2009: 2,7 Mio. €) aus.

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit / Periodenüberschuss

Das Konzernergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit belief sich für die ersten sechs Monate 2010 auf 8,3 Mio. € (H1 2009: 6,6 Mio. €). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 8,7 Mio. € gegenüber einem EBIT von 7,5 Mio. € in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Die Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development erzielten einen operativen Segmentgewinn von 22,2 Mio. € (H1 2009: 18,0 Mio. €) bzw. einen operativen Segmentverlust von 10,5 Mio. € (H1 2009: 8,0 Mio. €). Im Segment AbD Serotec sank der operative Gewinn auf 0,9 Mio. € (H1 2009: 1,1 Mio. €) und hätte sich unter Zugrundelegung konstanter Wechselkurse auf der Basis des Durchschnittskurses des ersten Halbjahres 2009 auf ebenfalls 0,9 Mio. € belaufen.

In den ersten sechs Monaten 2010 wurde ein Periodenüberschuss nach Steuern von 5,9 Mio. € erwirtschaftet, verglichen mit einem Überschuss nach Steuern von 5,0 Mio. € in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Der sich für die ersten sechs Monate 2010 ergebende unverwässerte Periodenüberschuss je Aktie belief sich auf 0,26 € (H1 2009: 0,23 €).

Liquidität / Cashflow

Der Mittelzufluss aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit belief sich in den ersten sechs Monaten 2010 auf 28,5 Mio. € (H1 2009: 6,6 Mio. €). Aus der Investitionstätigkeit resultierte ein Mittelabfluss in Höhe von 26,5 Mio. € (H1 2009: 3,1 Mio. €), während die Finanzierungstätigkeit zu einem Mittelzufluss von 0,05 Mio. € führte (H1 2009: Mittelabfluss von 0,03 Mio. €).

Am 30. Juni 2010 verfügte die Gesellschaft über liquide Mittel und zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere von zusammen 152,1 Mio. €, verglichen mit 135,1 Mio. € am Jahresende 2009.

Aktiva

Die Bilanzsumme erhöhte sich verglichen mit 206,1 Mio. € am 31. Dezember 2009 um 20,4 Mio. € auf 226,5 Mio. € am 30. Juni 2010. Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen um 10,9 Mio. € vor allem aufgrund des Anstiegs der marktgängigen Wertpapiere (14,7 Mio. €) bei einem Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 5,4 Mio. € zu.

Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich gegenüber dem 31. Dezember 2009 um 9,6 Mio. €; Hauptgrund war die Aktivierung einer Vorauszahlung in Zusammenhang mit der Einlizenzierung eines Wirkstoffs von Xencor.

Verbindlichkeiten

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen in den ersten sechs Monaten 2010 von 24,3 Mio. € am 31. Dezember 2009 auf 42,1 Mio. € am 30. Juni 2010. Hauptgrund war der Anstieg der Lizenzverbindlichkeiten als Folge der fälligen Vorauszahlung in Zusammenhang mit der Einlizenzierung eines Wirkstoffs von Xencor. Ein weiterer Grund war der Anstieg der kurzfristigen Umsatzabgrenzung um 8,3 Mio. €.

In den ersten sechs Monaten 2010 gingen die langfristigen Verbindlichkeiten um 4,9 Mio. € auf 3,0 Mio. € zurück, was im Wesentlichen auf den Rückgang der langfristigen Umsatzabgrenzung zurückzuführen war.

Eigenkapital

Das Konzern-Eigenkapital belief sich am 30. Juni 2010 auf insgesamt 181,4 Mio. € im Vergleich zu 173,9 Mio. € am 31. Dezember 2009.

Am 30. Juni 2010 betrug die Anzahl der ausgegebenen Aktien 22.677.078, von denen sich 22.597.182 Stück im Umlauf befanden. Am 31. Dezember 2009 waren 22.660.557 Aktien ausgegeben, wovon sich 22.580.661 Stück im Umlauf befunden hatten.

Der Anstieg der sich im Umlauf befindlichen Aktien um 16.521 Stück ergab sich aus der Ausübung von der Belegschaft gewährten Aktienoptionen.

Investitionen

Im Sechsmonatszeitraum zum 30. Juni 2010 hat MorphoSys 0,9 Mio. € in Sachanlagen investiert; in der Vergleichsperiode des Vorjahres waren es 0,6 Mio. €. Abschreibungen auf Sachanlagen beliefen sich im ersten Halbjahr 2010 auf 1,0 Mio. €, verglichen mit 0,7 Mio. € in den ersten sechs Monaten 2009.

In den ersten sechs Monaten 2010 hat die Gesellschaft 11,0 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte investiert (H1 2009: 0,4 Mio. €). Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte beliefen sich in den ersten sechs Monaten 2010 auf 1,9 Mio. € und haben sich damit gegenüber den ersten sechs Monaten 2009 nicht verändert.