Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Umsatzerlöse

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Konzernumsatzerlöse um 7 % auf 87,0 Mio. € erhöht (2009: 81,0 Mio. €). Hier wirkten mehrere Gründe zusammen: der Anstieg der finanzierten Forschungsleistungen und der Lizenzeinnahmen im Segment Partnered Discovery sowie die Umsatzerlöse aus finanzierten Forschungsleistungen im Segment Proprietary Development. Auch die höheren Verkäufe im Segment AbD Serotec haben zum Umsatzanstieg beigetragen. Die Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development steuerten zusammen 78 % bzw. 68,0 Mio. € (2009: 77 % bzw. 62,7 Mio. €) zum Konzernumsatz bei, das Segment AbD Serotec 23 % bzw. 20,2 Mio. € (2009: 24 % bzw. 19,3 Mio. €).

Geographisch gesehen erzielte MorphoSys 19 % oder 16,5 Mio. € seiner kommerziellen Umsatzerlöse mit Biotechnologie- und Pharmaunternehmen bzw. gemeinnützigen Gesellschaften mit Sitz in Nordamerika und 81 % oder 70,5 Mio. € mit vornehmlich in Europa und Asien ansässigen Kunden. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatten diese Anteile 18 % bzw. 82 % betragen.

Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development

Die Umsatzerlöse des Segments Partnered Discovery enthielten 57,2 Mio. € finanzierte Forschungsleistungen und Lizenzeinnahmen (2009: 48,6 Mio. €) sowie 9,1 Mio. € (2009: 13,1 Mio. €) erfolgsabhängige Zahlungen; letztere machten damit 13 % der gesamten Umsatzerlöse der Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development aus. In den Umsätzen des Segments Proprietary Development waren 1,8 Mio. € (2009: 1,0 Mio. €) finanzierte Forschungsleistungen enthalten. Rund 87 % der Umsatzerlöse der Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development und 68 % des Konzernumsatzes stammten aus den drei größten Allianzen der Gesellschaft mit Novartis, Daiichi Sankyo und Pfizer (2009: 84 % bzw. 65 % mit Novartis, Daiichi Sankyo und Merck & Co.).

Legt man die durchschnittlichen Währungsumrechnungskurse für 2009 zugrunde, wären die Umsatzerlöse für die Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development unverändert geblieben.

Segment AbD Serotec

Gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres sind die Umsatzerlöse des Segments AbD Serotec in 2010 um 5 % oder 0,9 Mio. € auf 20,2 Mio. € (2009: 19,3 Mio. €) gestiegen. Unter Zugrundelegung der durchschnittlichen Währungsumrechnungskurse für 2009 hätten die Umsatzerlöse für das Segment AbD Serotec 19,6 Mio. € betragen.

Am 31. Dezember 2010 verfügte das Segment über einen Auftragsbestand von 0,7 Mio. € (2009: 0,5 Mio. €).

Betriebliche Aufwendungen

Die betrieblichen Aufwendungen stiegen in 2010 um rund 11 % auf 77,4 Mio. € (2009: 69,6 Mio. €). Diese Zunahme um 7,8 Mio. € ist sowohl auf den Anstieg der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung um 20 % oder 7,9 Mio. € als auch der Herstellungskosten von 6,7 Mio. € auf 7,3 Mio. € zurückzuführen, während die Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung um 3 % auf 23,2 Mio. € sanken. Der Gesamteffekt der Kaufpreiszuordnung auf das Betriebsergebnis betrug 0,8 Mio. € (2009: 0,5 Mio. €).

Die betrieblichen Aufwendungen stiegen im Segment Partnered Discovery um 7 % auf 23,6 Mio. € (2009: 22,1 Mio. €) und im Segment Proprietary Development um 37 % auf 26,5 Mio. € (2009: 19,3 Mio. €). Im Segment AbD Serotec nahmen die betrieblichen Aufwendungen um 3 % auf 18,9 Mio. € (2009: 18,4 Mio. €) zu und hätten sich unter Zugrundelegung der durchschnittlichen Währungsumrechnungskurse für 2009 auf 18,4 Mio. € belaufen.

Der Personalaufwand aus Aktienoptionen ist in den Herstellungskosten, den Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung sowie im Forschungs- und Entwicklungsaufwand enthalten. Er belief sich in 2010 auf 2,1 Mio. € (2009: 1,7 Mio. €) und ist nicht zahlungswirksam.

Herstellungskosten

Die Herstellungskosten setzen sich aus den Herstellungskosten der im Jahr 2010 verkauften Produkte des Segments AbD Serotec zusammen und sind gegenüber dem Vorjahr um 9 % von 6,7 Mio. € auf 7,3 Mio. € gestiegen; dies war vor allem auf gestiegene Personal- und Materialkosten sowie Wechselkurseffekte zurückzuführen.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand stieg in 2010 um 7,9 Mio. € auf 46,9 Mio. € (2009: 39,0 Mio. €). Hauptgründe waren höhere Personalkosten (2010: 17,9 Mio. €; 2009: 14,8 Mio. €), gestiegene Kosten für externe Laborleistungen (2010: 13,3 Mio. €; 2009: 10,5 Mio. €) sowie höhere Materialkosten (2010: 4,0 Mio. €; 2009: 2,3 Mio. €). In 2010 entstanden der Gesellschaft Aufwendungen für die eigene Produktentwicklung (inklusive Segmentumlagen) in Höhe vom 26,5 Mio. € (2009: 19,3 Mio. €). Die Kosten für die Technologieentwicklung beliefen sich auf 2,1 Mio. € (2009: 0,7 Mio. €) und wurden teilweise der eigenen Produktentwicklung zugerechnet, betrafen jedoch hauptsächlich das Segment Partnered Discovery.

Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung

Gegenüber dem Vorjahr sanken die Aufwendungen für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung leicht um 3 % oder 0,7 Mio. € auf 23,2 Mio. € (2009: 23,9 Mio. €).

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen in 2010 um 0,1 Mio. € auf 0,2 Mio. € und enthielten Fördermittel von staatlichen Einrichtungen.

Sonstige Aufwendungen und Erträge

Sonstige Aufwendungen und Erträge umfassten in 2010 vor allem Finanzerträge in Höhe von 4,1 Mio. € (2009: 2,0 Mio. €), sonstige Aufwendungen von 1,2 Mio. € (2009: 0,7 Mio. €) und sonstige Erträge in Höhe von 0,5 Mio. € (2009: 0,4 Mio. €). Die Finanzerträge beinhalteten größtenteils realisierte Gewinne aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren.

Steuern

Die Gesellschaft wies in 2010 einen Steueraufwand in Höhe von 4,0 Mio. € aus. Diese Position umfasste im Wesentlichen Aufwendungen aus laufenden Steuern von Konzerngesellschaften.

Betriebsergebnis/Jahresüberschuss

Das Konzernbetriebsergebnis belief sich für 2010 auf 9,8 Mio. € (2009: 11,4 Mio. €). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 13,1 Mio. € im Vergleich zu einem EBIT von 12,8 Mio. € im Vorjahr. Das Segment Partnered Discovery wies einen operativen Gewinn von 42,7 Mio. € (2009: 39,6 Mio. €) aus, das Segment Proprietary Development einen operativen Verlust von 24,5 Mio. € (2009: operativer Verlust von 18,3 Mio. €). Der operative Gewinn des Segments AbD Serotec verzeichnete mit 1,2 Mio. € (2009: 1,0 Mio. €) eine Zunahme und wäre unter Zugrundelegung der durchschnittlichen Währungsumrechnungskurse für 2009 unverändert geblieben.

Im Geschäftsjahr 2010 wurde ein Jahresüberschuss nach Steuern von 9,2 Mio. € erwirtschaftet, gegenüber 9,0 Mio. € im Vorjahr. Das sich daraus ergebende unverwässerte Ergebnis je Aktie belief sich für 2010 auf 0,41 € (2009: 0,40 €).

Liquidität/Finanzmittelfluss

Im Geschäftsjahr 2010 betrug der Mittelzufluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit netto 2,5 Mio. € (2009: Mittelabfluss von 1,0 Mio. €). Die Investitionstätigkeit führte zu einem Mittelabfluss von 2,0 Mio. € (2009: Mittelzufluss von 0,6 Mio. €), während sich aus der Finanzierungstätigkeit ein Mittelzufluss in Höhe von 2,3 Mio. € (2009: Mittelzufluss von 1,4 Mio. €) ergab.

Am 31. Dezember 2010 verfügte die Gesellschaft über Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte von zusammen 108,4 Mio. €, verglichen mit 135,1 Mio. € am Jahresende 2009.

Aktiva

Die Bilanzsumme hat sich von 206,1 Mio. € am 31. Dezember 2009 um 6,5 Mio. € auf 212,6 Mio. € am 31. Dezember 2010 erhöht. Der Rückgang der kurzfristigen Vermögenswerte um 23,1 Mio. € war im Wesentlichen das Ergebnis eines Rückgangs bei den Wertpapieren (29,6 Mio. €), die zur Finanzierung des Erwerbs der Sloning BioTechnology GmbH im vierten Quartal 2010 und der Einlizenzierung eines Wirkstoffs von Xencor im zweiten Quartal 2010 veräußert wurden. Der Rückgang der Wertpapiere wurde durch einen Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 3,9 Mio. € und eine Zunahme der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 2,9 Mio. € teilweise ausgeglichen.

Gegenüber dem 31. Dezember 2009 stiegen die langfristigen Vermögenswerte um 29,5 Mio. €, vor allem als Folge des Erwerbs von Sloning und der Einlizenzierung eines Wirkstoffs von Xencor (immaterielle Vermögenswerte in der Entwicklung). Die Zunahme der Patente um 9,5 Mio. € erklärt sich vor allem durch eine Technologie, die in Verbindung mit der Kaufpreiszuordnung nach IFRS 3 für den Sloning-Erwerb aktiviert wurde. Die Kaufpreiszuordnung für Sloning führte auch zu einem zusätzlichen Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 7,4 Mio. €. Die Aktivierung latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge von Sloning ließ diese Position um 2,7 Mio. € steigen.

Verbindlichkeiten

Der Rückgang der kurzfristigen Verbindlichkeiten in 2010 von 24,3 Mio. € am 31. Dezember 2009 auf 21,4 Mio. € am 31. Dezember 2010 ergab sich vor allem aus einem Rückgang der kurzfristigen Umsatzabgrenzung (5,4 Mio. €). Dieser Rückgang wurde durch einen Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1,5 Mio. € und eine Zunahme der Rückstellungen um 1,0 Mio. € vor allem für Steuerverpflichtungen zum Teil ausgeglichen.

Der Rückgang der langfristigen Verbindlichkeiten in 2010 um 2,6 Mio. € auf 5,3 Mio. € resultierte vor allem aus einem Rückgang der langfristigen Umsatzabgrenzung von 4,9 Mio. € durch die Reklassifizierung von langfristig abgegrenzten Umsätzen in kurzfristig abgegrenzte Umsätze in 2010. Dieser Effekt wurde durch einen Anstieg der latenten Steuerverpflichtungen von 2,2 Mio. € hauptsächlich als Folge der im Rahmen der Kaufpreiszuordnung für Sloning identifizierten Vermögenswerte teilweise ausgeglichen.

Eigenkapital

Am 31. Dezember 2010 belief sich das Konzerneigenkapital auf 185,9 Mio. €, verglichen mit 173,9 Mio. € am 31. Dezember 2009. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf den Jahresüberschuss des Jahres 2010 (9,2 Mio. €), den Personalaufwand aus aktienbasierten Vergütungen (2,2 Mio. €) sowie die Ausübung von Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen (2,6 Mio. €) zurückzuführen. Dieser Effekt wurde teilweise durch Veränderungen bei Rücklagen ausgeglichen (2,2 Mio. €).

Die Zahl der ausgegebenen Aktien betrug zum 31. Dezember 2010 insgesamt 22.890.252, von denen sich 22.810.356 im Umlauf befanden (31. Dezember 2009: 22.660.557 bzw. 22.580.661 Aktien).

Der Anstieg der sich im Umlauf befindlichen Aktien um 229.695 Stück resultierte aus der Ausübung von an Mitglieder des Vorstands und an Mitarbeiter ausgegebenen Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen.

Investitionen

Die von MorphoSys im Geschäftsjahr 2010 getätigten Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 2,3 Mio. € (2009: 2,6 Mio. €) betrafen vor allem die Laborausstattung. Die Abschreibungen auf Sachanlagen beliefen sich in 2010 auf 2,1 Mio. € gegenüber 1,6 Mio. € in 2009.

In 2010 investierte die Gesellschaft 11,5 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte (2009: 1,2 Mio. €). Schwerpunkt dieser Investitionen war die Einlizenzierung eines Wirkstoffs von Xencor. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte beliefen sich in 2010 auf 4,0 Mio. € und lagen damit geringfügig über denen des Vorjahres (2009: 3,8 Mio. €).

Bonitätseinstufung

MorphoSys wird gegenwärtig von keiner Agentur auf ihre Kreditwürdigkeit hin beurteilt.