Finanzanalyse

Umsatzerlöse

Im Vergleich zur Vorjahresperiode sind die Konzernumsatzerlöse im ersten Quartal 2011 um 136 % auf 48,6 Mio. € gestiegen (Q1 2010: 20,6 Mio. €). Dieser Anstieg hat seine wesentlichen Ursachen in höheren erfolgsabhängigen Zahlungen, insbesondere aus einer Zahlung für das Erreichen eines technologischen Meilensteins bei Novartis in Zusammenhang mit dem Abschluss der Installation der HuCAL-Antikörperplattform in den Novartis Institutes for BioMedical Research in Basel, Schweiz. Die finanzierten Forschungsleistungen und die Lizenzgebühren des Segments Partnered Discovery sanken leicht im Vergleich zur Vorjahresperiode, während sich die Umsatzerlöse des Segments AbD Serotec um 20 % verminderten. Die Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development trugen 91 % oder 44,3 Mio. € (Q1 2010: 15,3 Mio. €) zum Gesamtumsatz bei, während das Segment AbD Serotec 9 % (4,4 Mio. €) des Gesamtumsatzes erwirtschaftete (Q1 2010: 5,5 Mio. €).

Geographisch gesehen hat MorphoSys 5 % oder 2,5 Mio. € seiner kommerziellen Umsatzerlöse mit Biotechnologie- und Pharmaunternehmen oder Nonprofit-Organisationen in Nordamerika und 95 % oder 46,1 Mio. € mit überwiegend in Europa und Asien ansässigen Unternehmen erwirtschaftet; im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 15 % bzw. 85 % gewesen.

Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development

Die Umsatzerlöse des Segments Partnered Discovery beinhalteten finanzierte Forschungsleistungen und Lizenzgebühren in Höhe von 13,3 Mio. € (Q1 2010: 13,7 Mio. €) sowie erfolgsabhängige Zahlungen in Höhe von 30,4 Mio. € (Q1 2010: 1,3 Mio. €). In den Umsatzerlösen des Segments Proprietary Development waren 0,6 Mio. € finanzierte Forschungsleistungen enthalten (Q1 2010: 0,3 Mio. €). Die Umsatzerlöse der Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development stammten zu rund 98 % und der Konzernumsatz zu 90 % aus den drei größten MorphoSys-Allianzen mit Novartis, Daiichi Sankyo und Pfizer (Q1 2010: 93 % bzw. 69 % mit Novartis, Daiichi Sankyo und Merck).

Legt man konstante Wechselkurse auf der Basis des Durchschnittskurses des ersten Quartals 2010 zu Grunde, hätten sich die Umsatzerlöse der Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development auf 43,6 Mio. € belaufen.

Umsatzentwicklung nach Segmenten (in Mio. €)**

 

* Differenzen sind rundungsbedingt

Segment AbD Serotec

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Umsatzerlöse des Segments AbD Serotec um 20 % oder 1,1 Mio. € auf 4,4 Mio. € in 2011 (Q1 2010: 5,5 Mio. €). Der Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist auf einen im ersten Quartal 2010 erteilten großen OEM-Auftrag zurückzuführen. Unter Zugrundelegung konstanter Wechselkurse auf der Basis des Durchschnittskurses des ersten Quartals 2010 hätten sich die Umsatzerlöse des Segments AbD Serotec auf 4,3 Mio. € belaufen.

Am 31. März 2011 verfügte das Segment über einen Auftragsbestand von 0,8 Mio. € (31. Dezember 2010: 0,7 Mio. €).

Betriebliche Aufwendungen

Verglichen mit den ersten drei Monaten 2010 (15,9 Mio. €) haben sich die betrieblichen Aufwendungen im ersten Quartal 2011 um etwa 25 % auf 19,9 Mio. € erhöht. Die Veränderung der betrieblichen Aufwendungen um 4,0 Mio. € war hauptsächlich auf um 37 % bzw. 3,4 Mio. € höhere Kosten für Forschung und Entwicklung sowie auf die Zunahme der Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung um 8% oder 0,4 Mio. € auf 5,3 Mio. € zurückzuführen.

Die betrieblichen Aufwendungen stiegen im Segment Partnered Discovery um 22 % auf 6,1 Mio. € (Q1 2010: 5,0 Mio. €) und im Segment Proprietary Development um 50 % auf 6,9 Mio. € (Q1 2010: 4,6 Mio. €). Im Segment AbD Serotec beliefen sich die betrieblichen Aufwendungen unverändert auf 4,6 Mio. € und hätten sich unter Zugrundelegung konstanter Wechselkurse auf der Basis des Durchschnittskurses des ersten Quartals 2010 auf 4,4 Mio. € belaufen.

Der Personalaufwand aus aktienbasierter Vergütung ist in den Herstellungskosten, den Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung sowie in den Forschungs- und Entwicklungskosten enthalten. Er belief sich in den ersten drei Monaten 2011 auf 0,5 Mio. € (Q1 2010: 0,4 Mio. €) und ist nicht zahlungswirksam.

Herstellungskosten

Die Herstellungskosten setzen sich aus den Herstellungskosten des Segments AbD Serotec für die in den ersten drei Monaten 2011 abgesetzten Produkte zusammen. Sie sind im Vergleich zur Vorjahresperiode leicht um 6 % auf 1,8 Mio. € gestiegen. Aufgrund eines ungünstigen Absatzmixes in Q1 2011 ist die Bruttomarge auf 58 % gesunken, verglichen mit 68 % im ersten Quartal 2010.

Kosten für Forschung und Entwicklung

In den ersten drei Monaten 2011 sind die Kosten für Forschung und Entwicklung um 3,4 Mio. € auf 12,7 Mio. € (Q1 2010: 9,3 Mio. €) gestiegen. Dieser Anstieg war im Wesentlichen auf höhere Personalkosten (Q1 2011: 5,2 Mio. €; Q1 2010: 3,9 Mio. €) sowie auf gestiegene Kosten für externe Dienstleistungen (Q1 2011: 3,0 Mio. €; Q1 2010: 2,1 Mio. €) und für immaterielle Vermögenswerte (Q1 2011: 2.1 Mio. €; Q1 2010: 1.3 Mio. €) zurückzuführen. In den Kosten für immaterielle Vermögenswerte war eine Wertminderung von Lizenzen in Höhe von 0,2 Mio. € enthalten. In den ersten drei Monaten 2011 sind der Gesellschaft Aufwendungen für die firmeneigene Produktentwicklung (ohne Kostenzuordnungen für Technologieentwicklung) in Höhe von 6,6 Mio. € (Q1 2010: 4,5 Mio. €) und für die Technologieentwicklung in Höhe von 0,6 Mio. € (Q1 2010: 0,5 Mio. €) entstanden.

Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung

Im Vergleich zur Vorjahresperiode sind die Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung leicht um 0,4 Mio. € auf 5,3 Mio. € (Q1 2010: 4,9 Mio. €) gestiegen.

Entwicklung der betrieblichen Aufwendungen (in Mio. €)

 

Sonstige Aufwendungen und Erträge

In den ersten drei Monaten 2011 waren in den sonstigen Aufwendungen und Erträgen sonstige Aufwendungen von 1,3 Mio. € (Q1 2010: 0,2 Mio. €) – hauptsächlich aus Währungsverlusten – und Finanzerträge von 0,3 Mio. € (Q1 2010: 0,04 Mio. €), vor allem aus Gewinnen Wertpapieren enthalten.

Steuern

Für die ersten drei Monate 2011 wies die Gesellschaft einen Ertragsteueraufwand in Höhe von 9,1 Mio. € (Q1 2010: 1,4 Mio. €) aus, der überwiegend aus laufenden Ertragsteuern bestand.

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit / Periodenüberschuss

Das Konzernergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit belief sich für die ersten drei Monate 2011 auf 28,8 Mio. € (Q1 2010: 4,7 Mio. €). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug 27,9 Mio. € gegenüber 4,5 Mio. € in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Die Segmente Partnered Discovery und Proprietary Development erzielten einen Segmentgewinn von 37,6 Mio. € (Q1 2010: Segmentgewinn von 10,0 Mio. €) bzw. einen Segmentverlust von 6,2 Mio. € (Q1 2010: Segmentverlust von 4,3 Mio. €). Im Segment AbD Serotec entstand ein Segmentverlust von 0,2 Mio. € (Q1 2010: Segmentgewinn von 0,9 Mio. €) und wäre unter Zugrundelegung konstanter Wechselkurse auf der Basis des Durchschnittskurses des ersten Quartals 2010 unverändert geblieben.

In den ersten drei Monaten 2011 wurde ein Periodenüberschuss nach Steuern von 18,8 Mio. € erwirtschaftet, verglichen mit einem Überschuss nach Steuern von 3,2 Mio. € in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Der sich für die ersten drei Monate 2011 ergebende unverwässerte Periodenüberschuss je Aktie belief sich auf 0,82 € (Q1 2010: 0,14 €).

Liquidität / Cashflow

Der Mittelzufluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit belief sich in den ersten drei Monaten 2011 auf 11,7 Mio. € (Q1 2010: Mittelzufluss von 13,1 Mio. €). Aus der Investitionstätigkeit resultierte ein Mittelabfluss in Höhe von 5,7 Mio. € (Q1 2010: Mittelabfluss von 9,0 Mio. €), während die Finanzierungstätigkeit zu einem Mittelzufluss von 0,5 Mio. € führte (Q1 2010: Mittelzufluss von 0,1 Mio. €).

Am 31. März 2011 verfügte die Gesellschaft über liquide Mittel und zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere von zusammen 119,8 Mio. €, verglichen mit 108,4 Mio. € am Jahresende 2010.

Aktiva

Die Bilanzsumme lag am 31. März 2011 mit 246,7 Mio. € um 34,1 Mio. € höher als am 31. Dezember 2010 (212,6 Mio. €). Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen um 35,2 Mio. € zu, vor allem wegen des Anstiegs der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 23,4 Mio. € hauptsächlich aufgrund des technologischen Meilensteins bei Novartis. Daneben stiegen die liquiden Mittel und die Wertpapiere um 6,4 Mio. € bzw. 5,0 Mio. €.

Gegenüber dem 31. Dezember 2010 sanken die langfristigen Vermögenswerte um 1,0 Mio. € vor allem als Folge der Abschreibung von Lizenzen und Patenten.

Verbindlichkeiten

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen in den ersten drei Monaten 2011 von 21,4 Mio. € am 31. Dezember 2010 auf 30,3 Mio. € am 31. März 2011. Grund war vor allem ein Anstieg der Steuerverbindlichkeiten um 8,8 Mio. € und ein Anstieg des kurzfristigen Teils der Umsatzabgrenzung um 2,3 Mio. €; dem stand zum Teil ein Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 2,2 Mio. € gegenüber.

In den ersten drei Monaten 2011 stiegen die langfristigen Verbindlichkeiten um 5,3 Mio. € auf 10,6 Mio. €, was im Wesentlichen auf den Anstieg der langfristigen Umsatzabgrenzung infolge des Zahlungseingangs aus einem im Dezember 2010 geschlossenen Vertrag zurückzuführen war.

Eigenkapital

Das Konzern-Eigenkapital betrug am 31. März 2011 insgesamt 205,8 Mio. € im Vergleich zu 185,9 Mio. € am 31. Dezember 2010.

Am 31. März 2011 belief sich die Anzahl der ausgegebenen Aktien auf 22.938.167, von denen sich 22.858.271 Stück im Umlauf befanden. Am 31. Dezember 2010 waren 22.890.252 Aktien ausgegeben, wovon sich 22.810.356 Stück im Umlauf befunden hatten.

Der Anstieg der sich im Umlauf befindlichen Aktien um 47.915 Stück ergab sich aus der Ausübung von an Geschäftsleitung und Belegschaft gewährten Aktienoptionen und Wandelschuldverschreibungen.

Finanzierung

Am 31. März 2011 belief sich die Eigenkapitalquote auf 83 %, verglichen mit 87 % am 31. Dezember 2010. Das Unternehmen wird derzeit nicht über Finanzschulden finanziert.

Investitionen

Im Dreimonatszeitraum zum 31. März 2011 hat MorphoSys 0,7 Mio. € in Sachanlagen investiert; in der Vergleichsperiode des Vorjahres waren es 0,6 Mio. € gewesen. Die Abschreibungen auf Sachanlagen beliefen sich im ersten Quartal 2011 auf 0,5 Mio. € und blieben damit gegenüber den ersten drei Monaten 2010 unverändert.

Im Verlauf der ersten drei Monate 2011 hat die Gesellschaft 0,2 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte investiert (Q1 2010: 0,4 Mio. €). Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 1,0 Mio. € und haben sich damit gegenüber den ersten drei Monaten 2010 (0,9 Mio. €) leicht erhöht.