6Erläuterung der Passivposten der Bilanz

6.1 VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND ABGEGRENZTE AUFWENDUNGEN

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinslich und haben im Normalfall Zahlungsziele von bis zu 30 Tagen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ergeben sich aus der folgenden Übersicht.

in T€  31. 12. 2013  31. 12. 2012 
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.078 738
Lizenzverbindlichkeiten 120 170
Abgegrenzte Aufwendungen 15.076 9.232
Sonstige Verbindlichkeiten 916 520
Gesamt aus fortgeführten Geschäftsbereichen 17.190 10.660
Gesamt aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich 0 2.424
Gesamt 17.190 13.084

In den abgegrenzten Aufwendungen der fortgeführten Geschäftsbereiche sind im Wesentlichen abgegrenzte Personalaufwendungen aus Zahlungen an Mitarbeiter und das Management in Höhe von 5,6 Mio. € (31. Dezember 2012: 3,7 Mio. €), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 1,8 Mio. € (31. Dezember 2012: 1,2 Mio. €), externe Laborleistungen in Höhe von 6,8 Mio. € (31. Dezember 2012: 2,9 Mio. €), Lizenzzahlungen in Höhe von 0,5 Mio. € (31. Dezember 2012: 1,1 Mio. €), Prüfungsgebühren und sonstige damit in Verbindung stehende Kosten in Höhe von 0,1 Mio. € (31. Dezember 2012: 0,1 Mio. €) sowie 0,3 Mio. € für Rechtsberatung (31. Dezember 2012: 0,4 Mio. €) enthalten.

Auf der Hauptversammlung der Gesellschaft im Juni 2013 wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC AG), München, zum Abschlussprüfer zu bestellen.

Die PwC AG erhielt von MorphoSys im Geschäftsjahr 2013 Vergütungen in Höhe von 372.277 €, einschließlich der Prüfungshonorare in Höhe von 319.132 €, der Honorare für sonstige Bestätigungs- und Bewertungsleistungen in Höhe von 26.591 €, der Steuerberatungsleistungen in Höhe von 10.400 € sowie der Honorare für sonstige Leistungen in Höhe von 16.154 €.

6.2 RÜCKSTELLUNGEN UND STEUERVERBINDLICHKEITEN

Am 31. Dezember 2013 wies der Konzern Rückstellungen und Steuer­verbindlichkeiten für die fortgeführten Geschäftsbereiche in Höhe von 3,6 Mio. € aus (2012: Gesamtkonzern: 0,8 Mio. €).

Die Steuerrückstellungen enthalten vor allem Aufwendungen für Ertragsteuern. Rückstellungen und Steuerverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2013 sind hinsichtlich ihrer Höhe ungewiss und werden voraussichtlich 2014 in Anspruch genommen.

Die Rückstellungen für sonstige Verpflichtungen beinhalten hauptsächlich Personalaufwand aus anteilsbasierter Vergütung für die Aktienwertsteigerungsrechte, die in bar ausgeglichen werden.

Die Rückstellungen und Steuerverbindlichkeiten des fortgeführten Geschäftsbereichs haben sich im Geschäftsjahr 2013 wie folgt verändert.

in T€  01. 01. 2013  Zugänge  Inanspruchnahme  Auflösung  31. 12. 2013 
Steuern 630 2.595 505 30 2.690
Sonstige Verpflichtungen 187 719 0 9 897
Gesamt 817 3.314 505 39 3.587

6.3 UMSATZABGRENZUNG

Die Umsatzabgrenzung betrifft Kundenzahlungen, denen noch keine Leistungserbringung gegenüber steht. Für die fortgeführten Geschäftsbereiche hat sich die Position wie folgt entwickelt.

in T€  31. 12. 2013  31. 12. 2012 
Anfangsbestand 6.543 6.767
Erhaltene Vorauszahlungen im Jahr 2013 91.860 18.742
Umsatzrealisierung erhaltener Vorauszahlungen aufgrund erbrachter Leistungen im Jahr 2013 – 23.968 – 18.966
Endbestand 74.435 6.543
davon kurzfristiger Anteil 15.267 628
davon langfristiger Anteil 59.168 5.915

6.4 VERBINDLICHKEITEN, DIE IM ZUSAMMENHANG MIT LANGFRISTIGEN ZUR VERÄUSSERUNG GEHALTENEN VERMÖGENSWERTEN STEHEN

Zum 31. Dezember 2013 bestanden keine Sachverhalte, die gemäß IFRS 5 zu berichten gewesen wären.

Am 16. Dezember 2012 wurde zwischen MorphoSys und Bio-Rad eine Vereinbarung zur Übernahme des überwiegenden Teils des Segments für Forschungs- und diagnostische Antikörper AbD Serotec getroffen. Schulden des aufgegebenen Geschäftsbereichs AbD Serotec wurden zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 als zur Veräußerung gehaltene Schulden aufgegebener Geschäftsbereiche ausgewiesen. Der Abschluss der Transaktion (Closing) erfolgte am 10. Januar 2013.

Die folgenden Schulden wurden zum 31. Dezember 2012 innerhalb der Bilanz in dem Posten „Verbindlichkeiten aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich, zur Veräußerung gehalten“ ausgewiesen im Rahmen der Endkonsolidierung berücksichtigt.

in T€  31. 12. 2012 
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und abgegrenzte Aufwendungen 2.424
Umsatzabgrenzung, kurzfristiger Anteil 435
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 466
Kurzfristige Verbindlichkeiten gesamt 3.325
Latente Steuerverpflichtungen 407
Langfristige Verbindlichkeiten gesamt 407
Verbindlichkeiten, die im Zusammenhang mit langfristigen zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten stehen 3.733

6.5 EIGENKAPITAL

6.5.1 GEZEICHNETES KAPITAL

Am 31. Dezember 2013 betrug das gezeichnete Kapital der Gesellschaft einschließlich eigener Aktien 26.220.882 €, was einer Zunahme von 2.862.654 € gegenüber dem Stand von 23.358.228 € am 31. Dezember 2012 entspricht. Jede Stückaktie des gezeichneten Kapitals gewährt ein Stimmrecht. Infolge der neu geschaffenen Aktien im Rahmen der Kapital­erhöhung im September 2013 (1.514.066 Aktien) sowie des Erwerbs von MorphoSys-Aktien durch Celgene (797.150 Aktien) stieg das gezeichnete Kapital um 2.311.216 € bzw. 2.311.216 Aktien. Darüber hinaus erhöhte sich das gezeichnete Kapital im Geschäftsjahr 2013 durch die Ausübung von 551.438 dem Vorstand und der Senior Management Group gewährten Aktienoptionen um 551.438 €. Der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis der ausgeübten Aktienoptionen belief sich auf 13,00 €.

Am 31. Dezember 2013 hielt die Gesellschaft 339.890 eigene Aktien im Wert von 6.418.018 €, ein Zugang gegenüber dem 31. Dezember 2012 (255.415 Aktien, 3.594.393 €) in Höhe von 2.823.625 € durch den Rückkauf von 84.475 eigenen Aktien über die Börse. Die zurückgekauften Aktien können zu allen in der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. Mai 2011 genannten Zwecken, insbesondere für bestehende und künftige Mitarbeiterbeteiligungsprogramme und/oder als Akquisitionswährung verwendet werden. Sie können aber auch eingezogen werden.

6.5.2 GENEHMIGTES KAPITAL

Das nicht in Anspruch genommene „Genehmigte Kapital 2008-I“ ist zum 30. April 2013 ausgelaufen. Zum 31. Dezember 2012 hätte dieses Kapital zur Schaffung von bis zu 8.864.103 neuen Aktien dienen können.

In der ordentlichen Hauptversammlung 2013 wurde ein neues „Genehmigtes Kapital 2013-I“ beschlossen, das zur Ausgabe von bis zu 2.335.822 neuen Aktien dient und bislang nicht in Anspruch genommen wurde.

Am 27. August 2013 wurden im Rahmen der Barkapitalerhöhung im Zusammenhang mit der Celgene-Transaktion aus dem „Genehmigten Kapital 2012-II“ 797.150 Aktien ausgegeben. Am 23. September 2013 wurden im Rahmen einer weiteren Barkapitalerhöhung aus dem „Genehmigten Kapital 2012-II“ weitere 1.514.066 Aktien ausgegeben. Das „Genehmigte Kapital 2012-II“ war damit voll ausgeschöpft.

6.5.3 BEDINGTES KAPITAL

Im Jahr 2013 wurden aus dem „Bedingten Kapital V“ (2008-II) durch Ausübung der gleichen Zahl von Optionen durch Mitarbeiter insgesamt 551.438 Aktien geschaffen und das gezeichnete Kapital wurde entsprechend um 551.438 € erhöht.

Im Jahr 2012 wurden aus dem „Bedingten Kapital II bb“ (1999-I) durch Ausübung der gleichen Zahl von Optionen durch Mitarbeiter insgesamt 16.704 Aktien geschaffen und das gezeichnete Kapital wurde um 16.704 € erhöht. Daneben wurden aus dem „Bedingten Kapital V“ (2008-II) durch Ausübung der gleichen Zahl von Optionen durch Mitarbeiter 229.357 Aktien geschaffen und das gezeichnete Kapital wurde um 229.357 € erhöht.

6.5.4 EIGENE AKTIEN

In den Jahren 2012 und 2013 hat der Konzern eigene Aktien zurückgekauft. Zusammensetzung und Entwicklung dieser Position sind der nachstehenden Tabelle zu entnehmen.

  Anzahl der Aktien  Aktienwert 
Stand am 31.12.2010 79.896 9.774
Erwerb in 2011 84.019 1.747.067
Stand am 31.12.2011 163.915 1.756.841
Erwerb in 2012 91.500 1.837.552
Stand am 31.12.2012 255.415 3.594.393
Erwerb in 2013 84.475 2.823.625
Stand am 31.12.2013 339.890 6.418.018

Der durchschnittliche Aktienkurs, zu dem der Rückkauf im Jahr 2013 erfolgte, lag bei 33,43 € je Aktie (2012: 20,08 € je Aktie). Die Bilanzierung erfolgte zu Anschaffungskosten.

6.5.5 KAPITALRÜCKLAGE

Am 31. Dezember 2013 betrug die Kapitalrücklage 310.963.651 € (31. Dezember 2012: 175.245.266 €). Der Anstieg um insgesamt 135.718.385 € ergab sich vor allem aus den Kapitalerhöhungen im September 2013 sowie im Rahmen des Vertrags mit Celgene (124.369.723 €, nach Abzug von ­Eigenkapitalbeschaffungskosten und darauf entfallenden Steuern in Höhe von insgesamt 1.698.232 €). Ein weiterer Anstieg um 6.606.570 € (nach Abzug von Ausgabekosten und darauf entfallenden Steuern in Höhe von insgesamt 11.419 €) ergab sich aus der Ausübung gewährter Aktienoptionen. Darüber hinaus erhöhte sich die Kapitalrücklage aus dem Personalaufwand aus anteilsbasierten Vergütungen in Höhe von 4.742.092 €.

Im Jahr 2012 hatte sich die Kapitalrücklage um 4.466.792 € durch den Personalaufwand aus Aktienoptionen in Höhe von 1.268.792 € sowie die Ausübung von Optionen in Höhe von 3.198.000 € erhöht.

IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütung“ schreibt die Berücksichtigung der Auswirkungen anteilsbasierter Vergütungen vor, wenn der Konzern Güter oder Dienstleistungen erwirbt und im Gegenzug Aktien oder Aktienoptionen („Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente“) bzw. andere Vermögenswerte, die dem Wert einer bestimmten Anzahl von Aktien oder Aktienoptionen entsprechen („Barausgleich“), hingibt. Die wesentliche Auswirkung des IFRS 2 auf den Konzern ergibt sich durch den Aufwand aus der Anwendung eines Optionspreismodells im Zusammenhang mit den Aktien­optionen und anderen aktienbasierten Anreizen von Mitarbeitern und Vorstand. In Übereinstimmung mit IFRS 2.54 hat der Konzern den IFRS 2 auf anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente angewendet, die am oder nach dem 1. Januar 1999 gewährt wurden. Im Einklang mit IFRS 2.56 werden daher vor dem 1. Januar 1999 gewährte Aktienoptionen nicht im Aufwand erfasst, jedoch alle nach IFRS 2.44 und 2.45 erforderlichen Angaben gemacht. Weitere Angaben können den ­Ziffern 7.1, 7.2, 7.3 und 7.4 dieses Anhangs entnommen werden.

6.5.6 NEUBEWERTUNGSRÜCKLAGE

Am 31. Dezember 2013 betrug die Neubewertungsrücklage 240.381 € (31. Dezember 2012: 486.743 €). Die Reduzierung um insgesamt 246.362 € ergab sich aus der Veränderung des unrealisierten Gewinns aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren und Anleihen in Höhe von 274.460 € nach Abzug von latenten Steuern von 83.172 € und dem Abgang des eigenkapitalbezogenen Ansatzes von latenten Steuern im Zusammenhang mit dem aufgegebenen Geschäftsbereich AbD Serotec in Höhe von 28.098 €.

6.5.7 WÄHRUNGSUMRECHNUNGSDIFFERENZEN

Die Währungsumrechnungsdifferenzen veränderten sich im Vergleich zum 31. Dezember 2012 von minus 1.109.865 € um 1.302.421 € auf 192.556 € am 31. Dezember 2013. Die Position beinhaltete Wechselkursdifferenzen aus der Neubewertung der in Fremdwährung geführten Vermögenswerte und Schulden vom 31. Dezember 2013 sowie Differenzen zwischen den in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung verwendeten Wechselkursen. Die Differenzen stammten im Wesentlichen aus den in Fremdwährung geführten Gesellschaften des aufgegebenen Geschäftsbereichs AbD Serotec. Die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf den Abgang der Währungsumrechnungsdifferenzen bei Verkauf des überwiegenden Teils des Geschäftsbereichs AbD Serotec am 10. Januar 2013 zurückzuführen.

6.5.8 BILANZGEWINN

Der Konzern-Jahresüberschuss in Höhe von 13.321.930 € wird im Bilanzgewinn ausgewiesen. Der Bilanzgewinn erhöhte sich damit von 7.624.038 € im Jahr 2012 auf 20.945.968 € im Jahr 2013.

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