Geschäftsentwicklung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte MorphoSys in den beiden Geschäftsfeldern – Partnered Discovery und Proprietary Devel­opment – seine Pipeline deutlich verstärken. Die Verträge mit GlaxoSmithKline und Celgene haben das Segment Proprietary Development gestärkt. Die Partner-Pipeline reifte weiter und be­inhaltet nun zahlreiche Projekte im fortgeschrittenen Stadium der klinischen Entwicklung.

PARTNERED DISCOVERY

Im Geschäftsjahr 2013 ist die Partner-Pipeline von MorphoSys weiter deutlich gereift. Vier der fünf klinischen Entwicklungs­fortschritte mit Partnern im Geschäftsjahr 2013 waren durch gekoppelte Meilensteinzahlungen direkt umsatzrelevant. Die Fortschritte der Projekte Bimagrumab/BYM338 und NOV-7 (beide Novartis, Start einer Phase-2/3-Studie für BYM338 und Start einer Phase-1-Studie für NOV-7) sowie CNTO 3157 und CNTO 6785 (beide Janssen, beide Start von Phase-2-Studien) lösten klinische Meilensteinzahlungen aus. Die Summe der im Geschäftsjahr 2013 erzielten erfolgsabhängigen Zahlungen lag mit 3,0 Millionen Euro über dem Vorjahresniveau. Der Phase-2-Start des Projekts VAY736 war nicht an Meilensteinzahlungen gekoppelt.

Im Februar 2013 vereinbarten MorphoSys und die britische ­Heptares Therapeutics Ltd., ein führendes Unternehmen im Bereich der Wirkstoffsuche gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCRs), eine Zusammenarbeit, um neuartige therapeutische ­Antikörper gegen die membran-ständigen GPCR-Proteine zu entwickeln. GPCRs sind für eine Vielzahl an biologischen Prozessen und Erkrankungen ausschlaggebend. Im Rahmen der Vereinbarung wird Heptares stabilisierte Rezeptoren als Antigene für eine von MorphoSys zu treffende Auswahl an GPCR-Zielmolekülen entwickeln. MorphoSys kann anschließend seine Ylanthia-Antikörperbibliothek einsetzen, um therapeutische Wirkstoffkandidaten gegen diese Zielmoleküle zu entwickeln. MorphoSys hat das Recht, den Zugang zu diesen Zielmolekülen in Verbindung mit therapeutischen Antikörperprogrammen an Partner weiter zu lizenzieren. Heptares wird hierfür eine Einmal- sowie weitere Forschungszahlungen erhalten und an zukünftigen Umsätzen aus damit verbundenen Lizenzverträgen von MorphoSys beteiligt werden. Heptares hat sich ferner dazu entschlossen, einen therapeutischen Antikörper basierend auf der Ylanthia-Bibliothek von MorphoSys gegen ein eigenes GPCR-Zielmolekül zu entwickeln. In diesem Zusammenhang wird MorphoSys Lizenzzahlungen sowie Meilensteine und Umsatztantiemen erhalten.

PROPRIETARY DEVELOPMENT

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2013 hat MorphoSys seine firmeneigene Entwicklungspipeline deutlich gestärkt und konnte zwei Partnerschaften für die weitere Entwicklung seines klinischen Portfolios gewinnen.

Am 3. Juni 2013 gab MorphoSys ein weltweites Abkommen mit GlaxoSmithKline (GSK) zur Entwicklung und Vermarktung von MOR103 bekannt. Bei MOR103 handelt es sich um einen firmen­eigenen HuCAL-Antikörper von MorphoSys gegen das Zielmolekül GM-CSF, der eine klinische Phase-1b/2a-Studie an Patienten mit milder bis mittelschwerer rheumatoider Arthritis abgeschlossen hat. Gemäß den Vertragsbedingungen übernimmt GSK die Verantwortung für die gesamte Weiterentwicklung und Vermarktung von MOR103. Im Rahmen der Vereinbarung erhielt MorphoSys eine sofortige Vorauszahlung in Höhe von 22,5 Millionen Euro. ­Abhängig vom Erreichen bestimmter Entwicklungsschritte sowie regulatorischer, kommerzieller und umsatzbezogener Meilensteine hat MorphoSys Anspruch auf weitere Zahlungen von GSK in Höhe von bis zu 423 Millionen Euro sowie auf gestaffelte, zweistellige Tantiemen aus Nettoverkäufen.

Die im zweiten Quartal 2013 veröffentlichte Allianz mit dem amerikanischen Biotechnologieunternehmen Celgene Corporation für das Programm MOR202 ist nach erteilter Freigabe durch die US-Kartellbehörden im Rahmen des Hart-Scott-Rodino Act am 10. August 2013 in Kraft getreten. MorphoSys erhielt eine Einmalzahlung in Höhe von 70,8 Millionen Euro. Celgene erwarb ferner 797.150 neue MorphoSys-Aktien zu 57,90 Euro pro Aktie. Dies entsprach einem Premium von 5,0 % auf den Schlusskurs der Aktie am 9. August 2013. Verglichen mit dem Aktienkurs vor Bekanntgabe der Kooperation am 26. Juni 2013 entspricht das einem Premium von rund 53 %. Derzeit hält Celgene rund 3 % von MorphoSys’ eingetragenem gezeichneten Kapital.

MorphoSys und Celgene werden nun die weitere Entwicklung von MOR202 in der Indikation Multiples Myelom und in anderen Indikationen gemeinsam vorantreiben und die Entwicklungskosten im Verhältnis ein Drittel (MorphoSys) zu zwei Drittel (Celgene) teilen. MorphoSys könnte im Rahmen der Kooperation zusätzliche entwicklungsabhängige sowie regulatorische und umsatzbezogene Meilensteine erhalten sowie gestaffelte, zweistellige Tantiemen aus den Nettoverkäufen außerhalb der für die gemeinsame Vermarktung ausgewählten europäischen Märkte. MorphoSys erhält 50 % der Gewinne aus den für die gemeinsame Vermarktung vorgesehenen Ländern in Europa. Das Gesamtvolumen des Vertrags könnte sich auf 628 Millionen Euro summieren, sollten alle entwicklungsabhängigen sowie regulatorischen und umsatzbezogenen Meilensteine erreicht werden.

Für das Programm MOR208 wurde die Phase-1/2a-Studie in CLL, für die als Sponsor MorphoSys’ Partnerunternehmen Xencor verantwortlich war, im Geschäftsjahr 2013 abgeschlossen. Für die weitere Entwicklung und Kommerzialisierung ist nun MorphoSys alleine verantwortlich. Die von MorphoSys als verantwortlichem Sponsor durchgeführten Phase-2-Studien in Akuter Lymphatischer B-Zell-Leukämie (B-ALL) und dem Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) begannen im zweiten Quartal 2013 mit der Patientenrekrutierung. Der Beginn der Rekrutierung in der Indikation B-ALL löste eine Meilensteinzahlung an Xencor aus.

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