Nachhaltigkeitsbericht

MorphoSys begreift nachhaltiges Handeln als ökologische und soziale Verantwortung gegenüber gegenwärtigen und zukünftigen Generationen. Als forschendes Unternehmen der Biotechnologie geht dabei die Einhaltung höchster ökologischer, sozialer und ethischer Standards Hand in Hand mit langfristigem ökonomischem Erfolg. Der Nachhaltigkeitsbericht zeigt die Maßnahmen auf, die im Berichtsjahr ergriffen wurden, um diesen Standards gerecht zu werden. Angaben zur Managementstruktur und zu Corporate-Governance-Praktiken von MorphoSys sind dem Corporate-Governance-Bericht zu entnehmen.

Nachhaltige Unternehmensführung bei MorphoSys

Ein wesentliches Merkmal der Unternehmensführung bei MorphoSys ist es, nachhaltig und verantwortungsvoll zu handeln, um einen bedeutenden Mehrwert für die Gesellschaft zu schaffen. Dies gilt für alle Managementebenen in der kurzfristigen wie der langfristigen Betrachtung. Dieses Bestreben zeigt sich bereits in der Kernaufgabe des Unternehmens, noch wirksamere und sicherere Medikamente zu entwickeln. Im täglichen Handeln wird größter Wert darauf gelegt, stets in Einklang mit den strengen ökologischen und sozialen Grundsätzen zu arbeiten. Deshalb verfolgt MorphoSys ein auf nachhaltiges Wachstum ausgerichtetes Geschäftsmodell, das die Interessen seiner Anteilseigner wahrt, langfristige Werte schafft und Prozesse im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft, Patienten und Mitarbeiter beurteilt. Eine vorausschauende Personalpolitik, die die Belange der Mitarbeiter ernst nimmt, spiegelt intern dieses Geschäfts­modell wider.

Langfristiger und nachhaltiger Geschäftserfolg basiert bei MorphoSys auf zielgerichteter und innovativer Forschung und Entwicklung. Biotechnologisch hergestellte Medikamente haben einen zunehmenden Anteil an der Gesundheitsversorgung einer wachsenden und alternden Bevölkerung. Eine flächendeckende Gesundheitsversorgung zählt zu den wesentlichen Herausforderungen der Zukunft. MorphoSys kann mit seinen Medikamentenkandidaten hierfür einen wertvollen Beitrag leisten. Nach Ansicht des Managements enthält das vorliegende Geschäftsmodell von MorphoSys keinerlei Bestandteile, die den auf ein nachhaltiges Investment zielenden Interessen der Anteilseigner zuwiderlaufen.

Ein umfassendes Risikomanagementsystem stellt sicher, dass Faktoren, die die nachhaltige Unternehmensleistung gefährden könnten, frühzeitig erkannt werden und bei Bedarf geeignete Gegenmaßnahmen getroffen werden. MorphoSys geht nur dann ein Risiko ein, wenn dieses gleichzeitig die Chance bietet, den Unternehmenswert zu steigern. Gleichzeitig werden größte Anstrengungen unternommen, systematisch neue Chancen zu erkennen und für den Geschäftserfolg zu nutzen (mehr zu Risiken und Chancen).

Der Gesamtvorstand unter Leitung des Vorstandsvorsitzenden kontrolliert die konzernweite Einhaltung der Nachhaltigkeitsstrategie. Die Umsetzung der Strategie durch die Mitarbeiter im Tagesgeschäft regelt das Credo als Teil des Verhaltenskodex (Code of Conduct), der für alle Mitarbeiter konzernweit Gültigkeit hat und in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung steht. Regelmäßige Mitarbeiterschulungen zum Verhaltenskodex allgemein und zu speziellen Teilbereichen stellen sicher, dass die Richtlinien verstanden und umgesetzt werden. Ein Gremium bestehend aus vier Mitarbeitern (Chairman und drei weitere Mitglieder) bildet das sogenannte Code-of-Conduct-Komitee, das allen Mitarbeitern als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Seit Ende 2013 koordiniert zudem ein Compliance Officer das Compliance Management System von MorphoSys. Jeder Beschäftigte kann sich – auf Wunsch auch anonym – Rat zu allen Belangen rund um gesetzmäßiges und verantwortungsbewusstes Handeln (Compliance) einholen sowie Verdachtsfälle oder Verstöße melden. Verstöße gegen die Compliance werden konsequent verfolgt und geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen. Bisher wurde jedoch kein derartiger Verstoß gemeldet und die Gesellschaft hält schwerwiegende Verstöße, die sich wesentlich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken könnten, auch zukünftig für unwahrscheinlich.

MorphoSys nutzt in der Berichterstattung zur Nachhaltigkeit die sogenannten SD KPIs (Sustainable Development Key Performance Indicators), die auch im SD-KPI-Standard empfohlen werden. Dazu gehören Erfolge in eigener F&E (SD KPI 1) und in Partnerprogrammen als Maßstab für die Kommerzialisierungsrate (SD KPI 2) (siehe „Strategie und Leistungsmanagement“). In den letzten fünf Jahren wurden keine Produkte zurückgerufen, und es wurden ­weder Bußgeld- noch Vergleichszahlungen verhängt, die durch Rechtsstreitigkeiten verursacht wurden (SD KPI 3). Der nachfolgende Bericht über die Implementierung der Unternehmensstrategie von MorphoSys und die nachhaltige Unternehmensentwicklung orientiert sich zudem an den Empfehlungen des Deutschen Nachhaltigkeitskodex, den der Rat für Nachhaltige Entwicklung im Oktober 2011 vorgeschlagen hat.

Nachhaltige Leistung bei MorphoSys

ETHISCHE STANDARDS UND DIALOG MIT DEN INTERESSENGRUPPEN

Im Verhaltenskodex von MorphoSys sind die allerhöchsten wissenschaftlichen und ethischen Prinzipien verankert, die bei der Durchführung von klinischen Studien mit Menschen oder in Tierversuchen befolgt werden. Insbesondere orientiert sich die Gesellschaft dabei an der „Deklaration von Helsinki“ des Weltärztebunds (World Medical Association – WMA). Die strikte Einhaltung geltender nationaler und internationaler Vorschriften ist für jeden Beschäftigten von MorphoSys wie auch für betroffene Drittunternehmer verbindlich.

Da die europäische Gesetzgebung die Durchführung von Tierversuchen vorschreibt, um die Toxizität  Pharmakokinetik  und Pharmakodynamik  eines Wirkstoffkandidaten zu bestimmen, kann die Biotechnologiebranche derzeit nicht auf solche verzichten. Tierstudien werden von MorphoSys an Auftragsforschungsinstitute (Contract Research Organizations – CROs) vergeben, da die Gesellschaft nicht über eigene, für diese Art der Forschung geeignete Labors verfügt. Im Rahmen seiner Produktentwicklungsaktivi­täten gibt MorphoSys Tierstudien in Übereinstimmung mit den Grundsätzen des Tierschutzes und des respektvollen Umgangs mit Tieren in Auftrag, wie sie in nationalen und europäischen Vorschriften geregelt sind. MorphoSys hat ein Qualitätssicherungs- und -kontrollsystem mit schriftlichen Standard Operating Procedures (SOPs ) eingeführt. Dieses System wird gepflegt und fortlaufend verbessert, um sicherzustellen, dass nur solche Auftragsforschungsinstitute mit Tierstudien beauftragt werden, die die lokalen, nationalen und internationalen Vorschriften befolgen. Studien werden prinzipiell nur nach Zustimmung der betreffenden zuständigen Ethikkommission und nur unter ständiger veterinärärztlicher Kontrolle durchgeführt.

Die Einrichtungen, mit denen MorphoSys zusammenarbeitet, müssen über die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften zur Forschung mit Tieren hinaus über den Qualitätssicherungsnachweis Gute Laborpraxis (GLP) und/oder eine Akkreditierung der AAALAC (Association for Assessment and Accreditation of Laboratory Animal Care) verfügen. Damit stellt MorphoSys sicher, seiner moralischen Verpflichtung für einen respektvollen Umgang mit Tieren nachzukommen. Zusätzlich werden im Rahmen von Audits, die vor der Auftragsvergabe von Studien durchgeführt werden, die Prüfzentren der Auftragsforschungsinstitute, die Ausbildung und Kompetenz des zuständigen Personals sowie der Tierschutz vor Ort überprüft.

Die bereits erwähnte Deklaration von Helsinki legt auch die ethischen Grundsätze fest, nach denen sich MorphoSys im Umgang mit gesunden Freiwilligen und mit Patienten in klinischen Studien richtet. Die Versuche werden außerdem unter Beachtung der maßgeblichen Bestimmungen über die Privatsphäre und Vertraulichkeit durchgeführt. Die Wahrung der Rechte und der Sicherheit sowie das Wohlergehen aller Teilnehmer an klinischen Studien hat für MorphoSys höchste Priorität. Klinische Studien werden nur nach Zustimmung der betreffenden unabhängigen Ethikkommission und/oder des institutionellen Prüfgremiums begonnen. Vor der Teilnahme an einer klinischen Studie hat jeder Teilnehmer eine nach vorheriger Aufklärung zu erfolgende Einverständnis­erklärung auf freiwilliger Basis abzugeben.

Ziel der geschäftlichen Aktivitäten von MorphoSys ist es, durch seine wissenschaftliche Arbeit den Gesundheitszustand von Patienten zu verbessern. Das Unternehmen kann dieses Ziel jedoch nur erreichen, wenn seine unternehmerischen Aktivitäten auch gesellschaftliche Akzeptanz finden. Dies setzt einen ständigen und offenen Dialog mit den Interessengruppen voraus, damit MorphoSys mögliche Bedenken hinsichtlich biotechnologischer Ansätze verstehen und seine Aktivitäten und deren Vorteile er­läutern kann. Zu diesem Zweck betätigt sich MorphoSys in viel­fältiger Weise, beispielsweise durch die Teilnahme an öffentlichen ­Informationsveranstaltungen, und unterstützt aktiv die Arbeitsgruppe „Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit“ der BIO Deutschland e.V.

EINKAUF

Die 2012 eingeführte Abteilung Zentraler Einkauf & Logistik verantwortet das Beschaffungswesen für den Konzern und sichert die lückenlose Versorgung mit externen Gütern, Dienst- und Beratungsleistungen sowie Logistikleistungen mit dem Ziel, den Geschäftsbetrieb zu unterstützen. Die Abteilung koordiniert die Beziehungen zu Lieferanten, um eine gleichbleibend hohe Qualität der Güter und Dienstleistungen sicherzustellen, die den geforderten Standards entspricht. Die Abteilung ist permanent bestrebt, die Effizienz und Leistungsfähigkeit der Einkaufsprozesse zu verbessern. Im Berichtsjahr wurden Partnerschaften mit Lieferanten durch die Einführung spezieller Rahmenverträge gestärkt. Alle von MorphoSys ausgewählten Lieferanten verpflichten sich auf die Einhaltung der Menschenrechte und international anerkannter Arbeitsstandards. Die Aktivitäten der zentralen Einkaufsabteilung sicherten im Berichtsjahr Einsparungen in Höhe von ca. 9 % der entsprechenden Ausgaben 2013.

UMWELTSCHUTZ UND ARBEITSSICHERHEIT

In einer streng regulierten Branche wie der der Biotechnologie nimmt die Abteilung Umweltschutz und Arbeitssicherheit eine bedeutende Rolle im Unternehmen ein. Sie überwacht zentral die Einhaltung aller relevanten Vorgaben im MorphoSys-Konzern. Über die strikte Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften hinaus unternimmt MorphoSys konzernweit eine Vielzahl an Anstrengungen für ein nachhaltiges Umweltmanagement und einen zuverlässigen Schutz seiner Mitarbeiter.

Die Schonung der Ressourcen ist dabei eine zentrale Aufgabe. So wurde bei der 2013 begonnenen Renovierung der Büroräume spezielles Augenmerk auf die Verwendung nachhaltiger Materialien gelegt. Die textilen Bodenbeläge wurden beispielsweise von einem europäischen Hersteller bezogen, der als einer der Ersten eine ­unabhängige Umwelt-Produktdeklaration (Environmental Product Declaration – EPD) erhalten hat. Mit den notwendigen Renovierungsarbeiten wurden ortsansässige Handwerksbetriebe beauftragt. Des Weiteren führte MorphoSys diverse Maßnahmen zur Energieeinsparung sowie zur Abfallreduzierung durch, die sich – neben den positiven Auswirkungen für die Umwelt – im Berichtsjahr auch kostensenkend auswirkten. Wie bereits in den Vorjahren beteiligte sich MorphoSys 2013 an der Befragung des Carbon Disclosure Project (CDP) zur Überwachung des internen Ressourcenverbrauchs. Bereits im fünften Jahr in Folge nahm das Unternehmen an der Studie dieser unabhängigen Non-Profit-Organisation teil, die eine Reduzierung von Treibhausgasen sowie eine nachhaltige Wassernutzung zum Ziel hat. Aus den Studienergebnissen ergab sich – wie schon in den Vorjahren – kein Handlungsbedarf für das Unternehmen. Nichtsdestotrotz nutzt MorphoSys die alljährlichen Ergebnisse für eine kontinuierliche und strukturierte Beobachtung seiner Verbrauchswerte und wäre dadurch in der Lage, bei übermäßigem Verbrauch zeitnah gegenzusteuern. Bereits in den Vorjahren erfolgreich etablierte Maßnahmen zur ­Ressourcenschonung wurden konsequent weiterverfolgt, beispielsweise energie- und kostensparende Bildschirme, eine energieeffiziente Laborausstattung sowie Maßnahmen zum sparsamen Umgang mit Papier und Druckertoner.

Auch 2013 unterstützte MorphoSys die gemeinsame Initiative einer deutschen Krankenkasse und des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) „Mit dem Rad zur Arbeit“. Aufgrund dieses Engagements wurde MorphoSys zum dritten Mal in Folge als „fahrradfreundlicher Betrieb“ zertifiziert. Neben dieser Initiative gab es umfangreiche Angebote zur Gesundheitsvorsorge und -förderung für alle Mitarbeiter, beispielsweise Autogenes Training, Pilates, Ballsportarten, Teilnahme an Laufveranstaltungen etc. Im September 2013 organisierte MorphoSys einen Gesundheitstag unter dem Motto „Es geht um deine Gesundheit!“ und animierte die Konzernbelegschaft zur freiwilligen Teilnahme. An den Vorträgen und Aktionen beteiligten sich ca. 60 % der Mitarbeiter. In psychologisch begleiteten Seminaren und Vorträgen wurden die Mitarbeiter zudem für die Themen psychische Belastungen und Stress sensibilisiert.

Die Zahl der Arbeitsunfälle lag im Berichtsjahr mit zwei meldepflichtigen Unfällen unter dem Niveau des Vorjahres (drei meldepflichtige Unfälle). Damit liegt die Quote bei MorphoSys mit ca. drei Unfällen pro 1.000 Mitarbeiter deutlich unter der durchschnittlichen Quote in Deutschland (ca. 26 Unfälle pro 1.000 Mitarbeiter im Jahr der aktuellsten Erhebung 2011).

MorphoSys versucht, die Menge an eingesetzten Schadstoffen bei der Labortätigkeit zu minimieren. Nur einem speziell ausgebildeten Personenkreis ist es gestattet, mit Giftstoffen umzugehen, ­wobei Arbeiten mit ansteckenden Krankheitserregern nur in ge­sicherten Laborräumen durchgeführt werden dürfen. Zur Entsorgung chemischer Abfälle beauftragt MorphoSys ausschließlich dafür zertifizierte Unternehmen. Zur Markierung von Antikörpern verzichtet MorphoSys auf radioaktive Substanzen.

QUALITÄTSSICHERUNG

Die Einhaltung höchster Sicherheits- und Qualitätsstandards ist eine besondere Verantwortung biopharmazeutischer Unternehmen. MorphoSys folgt detaillierten Verfahrensabläufen und strengen Regeln, um Sicherheitsrisiken in der Medikamentenentwicklung zu vermeiden, die eine ernsthafte Bedrohung für Patienten und damit auch für die wirtschaftliche Lage des Unternehmens darstellen können. Auf diese Weise gewährleistet das Unternehmen die Qualität der Prüfpräparate, hält die Risiken für Probanden von klinischen Studien so gering wie möglich und gewähr­leistet, dass die Daten zuverlässig erhoben und korrekt verarbeitet werden können.

Um diese Prozesse kontrollieren und regulieren zu können, hat MorphoSys für seine firmeneigene Entwicklungsabteilung ein ­integriertes Qualitätsmanagement nach den Grundsätzen der ­guten Herstellungspraxis (Good Manufacturing Practice – GMP ), der guten klinischen Praxis (Good Clinical Practice – GCP ) und der guten Laborpraxis (Good Laboratory Practice – GLP ) eingerichtet. Eine eigenständige Abteilung für Qualitätssicherung stellt sicher, dass alle Entwicklungsmaßnahmen den nationalen und internationalen Gesetzen, Vorschriften und Richtlinien entsprechen. Der Leiter der Qualitätssicherung berichtet an den Vorstand und koordiniert alle Maßnahmen direkt mit diesem. Auf diese Weise werden die hohen Qualitätsstandards erreicht, die Produktqualität sowie die Datenintegrität gewährleistet und die Sicherheit der Probanden garantiert.

Mittels eines risikobasierten Ansatzes erstellt die Abteilung Qualitätssicherung einen Überprüfungsplan. Anhand dieses Planes wird eine Auswahl der in die klinischen Studien einbezogenen Auftragsforschungsinstitute, Zulieferer und Forschungsstandorte auditiert.

Für seine firmeneigenen Entwicklungsaktivitäten ist MorphoSys im Besitz einer Herstellungslizenz zur Freigabe von Prüfpräparaten und wurde von den zuständigen deutschen Behörden, der ­Regierung von Oberbayern, mit einem Zertifikat für die Einhaltung der Standards und Richtlinien für gute Herstellungspraxis (Good Manufacturing Practice – GMP) versehen.

GEISTIGES EIGENTUM

Die firmeneigenen Technologien und die daraus entstandenen Produkte sind MorphoSys’ wertvollstes Kapital. Daher ist es entscheidend für den Firmenerfolg, dass die starke Patentposition des Technologieportfolios sowie der Entwicklungsprogramme MOR103, MOR202 und MOR208 auch weiterhin gefestigt wird. Bei den zusammen mit Partnern betriebenen Programmen melden die Partnerunternehmen die einzelnen Medikamente in Zusammenarbeit mit der Patentabteilung von MorphoSys zum Patent an. Derartige Medikamentenentwicklungsprogramme verfügen über einen zusätzlichen Patentschutz, dessen Laufzeit die der zugrundeliegenden Technologien, wie zum Beispiel HuCAL oder Ylanthia, bei weitem übersteigt.

Im Jahr 2013 hat das Unternehmen sein Patentportfolio weiter systematisch ausgebaut und fokussiert. Auf der Technologieseite wurden entscheidende Schritte getätigt, um die neue Antikörperplattform Ylanthia effizient zu schützen – erste Patente wurden bereits erteilt. Darüber hinaus verfügt MorphoSys über eine Vielzahl weiterer Technologiepatente, die als Grundlage für das Wachstum des Unternehmens und die Medikamentenentwicklungsprogramme dienen. Der Patentschutz für die Ylanthia-Plattform läuft bis mindestens ins Jahr 2031.

Die firmeneigenen Entwicklungsprogramme werden patentrechtlich eng begleitet. So werden beispielsweise die am weitesten fortgeschrittenen und inzwischen in Partnerschaften eingebrachten Programme MOR103 und MOR202 durch jeweils mehr als ein halbes Dutzend verschiedener Patentanmeldungen geschützt, die unterschiedlichste Aspekte der Wirkstoffe abdecken und somit einen effektiven Schutz bieten. Die verschiedenen Patente und assoziierten Schutzzertifikate laufen bis voraussichtlich ins Jahr 2031. Auch das Programm MOR208 wird durch verschiedenste Patente geschützt. So gab die MorphoSys AG zum Beispiel im vierten Quartal den Erhalt eines neuen US-Patents und eines europäischen Patents zum Schutz des Krebswirkstoffs MOR208 bekannt. Die neu erteilten Patente umfassen die Protein- und Gensequenzen des Antikörpers sowie pharmazeutische Präparate, die selbigen enthalten, und haben ohne Berücksichtigung möglicher patentamtlicher oder regulatorischer Verlängerungen eine planmäßige Laufzeit bis 2029 im Fall des US-Patents bzw. bis 2027 im Fall des europäischen Patents.

Gegenwärtig pflegen die Patentanwälte von MorphoSys weltweit rund 40 verschiedene Patentfamilien, zusätzlich zu den zahlreichen Patentfamilien, die das Unternehmen zusammen mit seinen Partnern verfolgt. Das Patentportfolio wird regelmäßig analysiert und der Firmenstrategie des Unternehmens angepasst.

PERSONAL

MorphoSys setzt auf eine zukunftsorientierte Personalpolitik, um fachlich und persönlich geeignete Mitarbeiter aus den unterschiedlichen Disziplinen langfristig an das Unternehmen zu binden. In einer Branche wie der der Biotechnologie, in der Erfolg in hohem Maße von der Kreativität und dem Engagement der Belegschaft abhängt, sind Mitarbeiterbindung und -zufriedenheit entscheidende Erfolgsfaktoren. Zum Ende des Berichtsjahres setzte sich die Belegschaft von MorphoSys aus Mitarbeitern 18 unterschiedlicher Nationalitäten zusammen (2012: 16), die im Durchschnitt 5,4 Jahre betriebszugehörig waren (2012: 5,1 Jahre).

Umfangreiche Möglichkeiten der Fortbildung, interne und externe Ausbildungsprogramme und spezielle Weiterbildungs- und Entwicklungsprogramme stehen für die Mitarbeiter der unterschiedlichen Fachbereiche zur Verfügung. Neben der fachlichen Weiterbildung fördert MorphoSys die persönliche Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter, im Einzelfall auch unterstützt durch individuell abgestimmte Coachingmaßnahmen. Die bereits 2012 initiierten quartalsweisen Führungskräfte-Workshops wurden auch 2013 mit großem Erfolg fortgeführt. Sie bieten allen Vorgesetzten konkrete Unterstützung bei der Bewältigung der Führungsaufgaben. Einheitliche Vorgaben dienen dabei als Orientierungshilfe im Hinblick auf eine nachhaltige Personalführung. Im Juli 2013 trafen sich zudem die Führungskräfte aller Ebenen zu einem Workshop mit vier Schwerpunktthemen:

  • Verständnis für das Handeln der unterschiedlichen Konzern­bereiche fördern,
  • Bewusstsein für Führungsthemen schaffen,
  • die Bedeutung einer verantwortungsvollen, interdisziplinären Zusammenarbeit hervorheben,
  • Beratung über Möglichkeiten zur Optimierung des aktuellen Vergütungssystems.

Die daraus resultierten Vorschläge dienten dem Vorstand als Entscheidungshilfe bei der Umstellung der Vergütungssystematik zum 1. Januar 2014.

MorphoSys bietet die Möglichkeit einer innerbetrieblichen Berufsausbildung an, um insbesondere jungen Menschen aussichtsreiche berufliche Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Mit großem Erfolg werden bei gleicher Eignung auch Schülerinnen und Schüler ohne Abitur für Ausbildungsberufe berücksichtigt. Am 31. Dezember 2013 waren bei MorphoSys drei Auszubildende in der IT-Ab­teilung, sechs Auszubildende zu Biologielaboranten sowie eine Auszubildende zur Personaldienstleistungskauffrau beschäftigt (31. Dezember 2012: drei IT-Auszubildende; sechs Auszubildende zu Biologielaboranten, eine Auszubildende zur Personaldienstleistungskauffrau).

Eine transparente Kommunikation innerhalb der Belegschaft ist fester Bestandteil von MorphoSys’ Unternehmenskultur, wie in den ethischen Grundsätzen (Credo) des Unternehmens festgehalten. Alle zwei Wochen finden „General Meetings“ statt, in denen der Vorstand allen Mitarbeitern die jüngsten Entwicklungen des Unternehmens erläutert. Zudem stellen Mitarbeiter ausgewählte Projekte vor und offene Fragen werden beantwortet. Fragen oder Rückmeldungen seitens der Belegschaft können entweder direkt in der Versammlung erfolgen oder vorab, auf Wunsch auch anonym, in schriftlicher Form eingereicht werden. Daneben stellt das Firmen-Intranet mit integriertem Dokumentenmanagementsystem relevante Informationen für alle Beschäftigten aktuell und strukturiert zur Verfügung.

Neue Mitarbeiter werden in zweitägigen Einführungsveranstaltungen mit dem Konzern vertraut gemacht und können sich dabei anhand von Einzelvorträgen aller Fachabteilungen umfassend über die Unternehmensabläufe informieren. Mit kostenlosen Sport- und Entspannungsangeboten, wie Pilates-Stunden oder Kursen zu autogenem Training, werden die Gesundheit und der soziale Austausch der Mitarbeiter über die Abteilungsgrenzen hinweg ­gefördert.

Geeignete Konzepte zur Vereinbarkeit von beruflicher Entwicklung mit persönlicher Lebensplanung sind ein strategischer ­Erfolgsfaktor für zukunftsorientierte Unternehmen. Bereits seit ­einigen Jahren bietet MorphoSys daher seinen Mitarbeitern diesbezüglich diverse Möglichkeiten an, beispielsweise flexible Arbeitszeitmodelle oder spezielle Teilzeitangebote. Moderne IT-Ausstattung ermöglicht auch das reibungslose Arbeiten während Dienstreisen oder im „Home Office“. Mitarbeitern mit Familie erleichtert MorphoSys mit speziellen Angeboten den Wiedereintritt in das Berufsleben und unterstützt sie bei der Abstimmung von Berufs- und Familienleben. MorphoSys ist Mitbegründer und Träger der Kindertagesstätte „BioKids“ in Martinsried, und es bestehen Sondervereinbarungen mit einem deutschen Dienstleister, der für erwerbstätige Familienmitglieder zusätzliche Leistungen anbietet.

MorphoSys unternimmt alle Anstrengungen, um die Mitarbeiter vor Gefahren am Arbeitsplatz zu schützen und ihre Gesundheit durch präventive Maßnahmen zu erhalten. Die äußerst geringe Anzahl an Arbeitsunfällen belegt den Erfolg der strengen Über­wachung aller Arbeitsschutz- und Sicherheitsmaßnahmen. Im Berichtsjahr konnte MorphoSys die Anzahl erneut senken, es er­eigneten sich zwei meldepflichtige Arbeitsunfälle (2012: drei). Mithilfe von Richtlinien und Schulungen durch die Abteilung Gesundheit & Arbeitssicherheit, aber auch mit dem Angebot regel­mäßiger medizinischer Untersuchungen versucht MorphoSys, die Unfallzahlen auf diesem niedrigen Stand und die Sicherheit sowie das Wohlbefinden aller Beschäftigten auf dem höchstmöglichen Niveau zu halten. Die geringen Fehlzeiten der MorphoSys-Belegschaft unterstreichen den Erfolg der Bemühungen: Im Berichtsjahr sanken die Fehlzeiten auf 2,7 % (2012: 3,0 %). Die Fluktuationsrate sank 2013 ebenfalls, und zwar auf 5,8 % (2012: 7,0 %), ein weiteres Zeichen für das hohe Maß an Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen.

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Dr. Simon E. Moroney