2 Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

2.1 GRUNDLAGEN UND ÄNDERUNGEN DER RECHNUNGS­LEGUNGSSTANDARDS

2.1.1 GRUNDLAGEN DER ANWENDUNG

Der vorliegende Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRSIFRS: International Financial Reporting Standards; EU-weit geltender Rechnungs­legungsstandard seit 2005) des International Accounting Standards Board (IASB), London, unter Berücksichtigung der Empfehlungen des International Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Ergänzend wurden die nach §315a Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt.

Der Konzernabschluss für das am 31. Dezember 2014 zu Ende gegangene Geschäftsjahr umfasst die MorphoSys AG und ihre Tochtergesellschaften (zusammen der „MorphoSys-Konzern“ oder der „Konzern“).

Die Erstellung von Konzernabschlüssen gemäß den IFRS erfordert vom Vorstand, Schätzungen vorzunehmen und Annahmen zu treffen, die die im Konzernabschluss und im dazugehörigen Anhang ausgewiesenen Beträge beeinflussen. Die tatsächlichen Ergebnisse könnten von diesen Schätzungen abweichen. Schätzungen und die ihnen zugrunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die Änderung von Schätzungen wird in der Periode, in der die Änderung vorgenommen wird, und in jeder betroffenen zukünftigen Periode erfasst.

Der Konzernabschluss wurde in Euro, der funktionalen Währung des MorphoSys-Konzerns, erstellt. Er beruht auf historischen Anschaffungskosten mit Ausnahme der folgenden Vermögenswerte und Schulden, die zu ihren jeweiligen beizulegenden Zeitwerten ausgewiesen sind: derivative Finanzinstrumente und zur Veräußerung verfügbare Finanzanlagen. Alle Zahlenangaben in diesem Bericht sind entweder auf volle Beträge in Euro, Tausend Euro oder Millionen Euro gerundet.

Zur besseren Transparenz werden die Rücklagen in der Bilanz aufgeteilt in die Posten „Neubewertungsrücklage“ und „Währungsumrechnungsdifferenzen“.

Die nachfolgend aufgeführten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden, wenn nicht anders angegeben, auf alle Perioden des vorliegenden Konzernabschlusses einheitlich angewendet.

2.1.2 ÄNDERUNGEN DER BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGS­GRUNDSÄTZE UND DER OFFENLEGUNG

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden.

Im Geschäftsjahr waren die nachfolgend aufgelisteten neuen und überarbeiteten Standards und Interpretationen erstmalig anzuwenden.

Standard/Interpretation Anwendungs­pflicht für Geschäftsjahre beginnend am Übernahme durch Europäische Union Auswirkungen bei MorphoSys
IFRS 10 Konzernabschlüsse 01. 01. 2014 ja keine
IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen 01. 01. 2014 ja keine
IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen 01. 01. 2014 ja ja
IFRS 10/12 und IAS 27 (A) Änderung der Standards – Investmentgesellschaften 01. 01. 2014 ja keine
IFRS 10/11/12 (A) Änderung der Standards – Übergangsbestimmungen 01. 01. 2014 ja ja
IAS 27 (R) Einzelabschlüsse 01. 01. 2014 ja keine
IAS 28 (R) Anteile an assoziierten Unternehmen und ­Gemeinschaftsunternehmen 01. 01. 2014 ja keine
IAS 32 (A) Finanzinstrumente: Darstellung – Saldierung von finanziellen ­Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten 01. 01. 2014 ja keine
IAS 36 (A) Wertminderungen von Vermögenswerten – Angaben zum erzielbaren Betrag für nicht-finanzielle Vermögenswerte 01. 01. 2014 ja keine
IAS 39 (A) Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung – Novation von Derivaten und Fortsetzung der Bilanzierung von Sicherungsgeschäften 01. 01. 2014 ja keine
         
(A) Amended Erweitert
(R) Revised Geändert

Nachstehend werden die Auswirkungen der neuen und überarbeiteten Standards und Interpretationen erläutert.

  • IFRS 12 „Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen“: zu den Auswirkungen siehe Ziffer 2.2.2
  • Änderungen der Übergangsbestimmungen des IFRS 10 „Konzernabschlüsse“, des IFRS 11 „Gemeinsame Vereinbarungen“ und des IFRS 12 „Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen“: Die Änderungen stellen klar, dass das Datum der erstmaligen Anwendung von IFRS 10 der erste Tag des Geschäftsjahres der erstmaligen Anwendung ist. Für die MorphoSys-Gruppe ist dies somit der 1. Januar 2014. Darüber hinaus wurden Anhangangaben des IFRS 12 geändert. Dies wurde von der MorphoSys-Gruppe beachtet.

Folgende neue und überarbeitete Standards und Interpretationen, die in der Berichtsperiode noch nicht verpflichtend anzuwenden waren oder noch nicht von der Europäischen Union übernommen wurden, werden nicht vorzeitig angewandt. Auswirkungen auf den Konzernabschluss bei Standards mit dem Vermerk „ja“ werden als wahrscheinlich angesehen und derzeit vom Konzern geprüft. Bei Standards mit dem Vermerk „nein“ werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet.

Standard/Interpretation Anwendung­spflicht für Geschäftsjahre beginnend am Übernahme durch Europäische Union Mögliche Auswirkungen bei MorphoSys
IFRS 9 Finanzinstrumente 01. 01. 2018 nein ja
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 01. 01. 2016 nein keine
IFRS 15 Umsatzerlöse aus Kundenverträgen 01. 01. 2017 nein ja
IFRS 10 und IAS 28 (A) Veräußerung von Vermögenswerten eines Investors an bzw. Einbringung in sein assoziiertes Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen 01. 01. 2016 nein keine
IFRS 11 (A) Bilanzierung von Erwerben von Anteilen an gemeinschaftlichen Tätigkeiten 01. 01. 2016 nein keine
IAS 16 und IAS 38 (A) Klarstellung akzeptabler Abschreibungsmethoden 01. 01. 2016 nein keine
IAS 16 und IAS 41 (A) Produzierende Pflanzen 01. 01. 2016 nein keine
IAS 19 (A) Mitarbeiterbeiträge im Rahmen leistungsorientierter Pensionszusagen 01. 07. 2014 nein keine
IAS 27 (A) Anwendung der Equity-Methode in Einzelabschlüssen 01. 01. 2016 nein keine
IFRIC 21 Abgaben 17. 06. 2014 ja keine
         
Verbesserungen der International Financial Reporting Standards,
Zyklus 20102012
01. 07. 2014 nein keine
Verbesserungen der International Financial Reporting Standards,
Zyklus 20112013
01. 07. 2014 nein keine
Verbesserungen der International Financial Reporting Standards,
Zyklus 20122014
01. 01. 2016 nein keine
         
(A) Amended Erweitert

2.2 GRUNDLAGEN DER KONSOLIDIERUNG

Konzerninterne Salden und Geschäftsvorfälle und aus konzerninternen Geschäftsvorfällen resultierende unrealisierte Gewinne werden gemäß IFRS 10.B86 bei der Erstellung des Konzernabschlusses eliminiert. Un­realisierte Verluste werden zwar in gleicher Weise wie unrealisierte Gewinne eliminiert, gelten jedoch als Anzeichen für eine eventuelle Wertminderung des übertragenen Vermögenswerts. Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wurden einheitlich für alle Tochtergesellschaften angewandt.

2.2.1 KONSOLIDIERTE UNTERNEHMEN BZW. KONSOLIDIERUNGSKREIS

Die MorphoSys AG hat zwei 100 %ige Tochtergesellschaften (zusammen der „MorphoSys-Konzern“ oder der „Konzern“): die Sloning BioTechnology GmbH sowie die Poole Real Estate Ltd. (vormals Biogenesis UK Ltd.).

Mit Eintragung im Handelsregister am 13. August 2014 wurde aufgrund des Verschmelzungsvertrages vom 27. Juni 2014 die MorphoSys IP GmbH als übertragender Rechtsträger auf die MorphoSys AG als übernehmender Rechtsträger mit Rückwirkung auf den 1. Januar 2014 verschmolzen.

Die MorphoSys USA, Inc., Charlotte, North Carolina, USA, wurde im Geschäftsjahr 2014 liquidiert. Die verbleibenden Vermögensgegenstände wurden an die MorphoSys AG als alleinigem Gesellschafter ausgekehrt.

Die Poole Real Estate Ltd., Oxford, Großbritannien, befindet sich zum 31. Dezember 2014 in Liquidation. Die Liquidation wurde am 20. März 2014 von den Gesellschaftern beschlossen und im Handelsregister des Vereinigten Königreichs (Companies House) eingetragen.

Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 wurde vom Vorstand in seiner Sitzung am 17. Februar 2015 mittels Vorstandsbeschluss aufgestellt und freigegeben. Dem Vorstand des Konzerns gehören Herr Dr. Simon Moroney als Vorstandsvorsitzender, Herr Jens Holstein als Finanzvorstand, Frau Dr. Marlies Sproll als Forschungsvorstand sowie Herr Dr. Arndt Schottelius als Entwicklungsvorstand an. Der Aufsichtsrat kann den durch den Vorstand freigegebenen Jahresabschluss ändern. Der eingetragene Sitz des MorphoSys-Konzerns befindet sich in der Lena-Christ-Straße 48, 82152 Martinsried, Deutschland.

Zoom

2.2.2 KONSOLIDIERUNGSMETHODEN

Die folgenden Tochtergesellschaften des Konzerns werden gemäß der nachstehenden Tabelle in den Konsolidierungskreis einbezogen.

Gesellschaft Gründung/
Beteiligungserwerb
Einbezug in den Konsolidierungskreis
Poole Real Estate Ltd. Januar 2005 11. 01. 2005
Sloning BioTechnology GmbH Oktober 2010 07. 10. 2010

Da es sich um 100 %ige Beteiligungen handelt, werden die Tochtergesellschaften mittels der Vollkonsolidierung in den Konsolidierungskreis einbezogen. MorphoSys beherrscht diese Beteiligungen, da MorphoSys uneingeschränkte Verfügungsgewalt über diese Beteiligungsunternehmen besitzt. Darüber hinaus unterliegt MorphoSys einer Risikobelastung durch oder hat Anrechte auf schwankende Renditen aus diesen Beteiligungen. Außerdem hat MorphoSys die uneingeschränkte Fähigkeit, die bestehende Verfügungsgewalt über die Beteiligungsunternehmen dergestalt zu nutzen, dass dadurch die Höhe der Rendite der Beteiligungsunternehmen beeinflusst wird.

Gesellschaften, die als Gemeinschaftsunternehmen im Sinne des IFRS 11 „Gemeinsame Vereinbarungen“ at Equity konsolidiert werden, sind nicht vorhanden. Ebenso wenig sind Unternehmen vorhanden, auf die ein beherrschender Einfluss i. S. d. IAS 28 „Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen“ ausgeübt wird. Beteiligungen an solchen Unternehmen würden in Übereinstimmung mit den Vorschriften des IAS 39 mit dem beizulegenden Zeitwert oder mit den Anschaffungskosten bewertet werden.

Die Vermögenswerte und Schulden der in den Konzernabschluss voll einbezogenen in- und ausländischen Gesellschaften werden nach konzern­einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angesetzt. Eine Änderung der angewandten Konsolidierungsmethoden gegenüber dem Vorjahr erfolgte nicht.

Im Rahmen der Konsolidierung werden Forderungen und Verbindlichkeiten ebenso wie Aufwendungen und Erträge zwischen den zu konsolidierenden Gesellschaften eliminiert.

2.2.3 GRUNDSÄTZE DER FREMDWÄHRUNGSUMRECHNUNG

IAS 21 „Auswirkungen von Wechselkursänderungen“ schreibt vor, wie Geschäftsvorfälle und Salden in fremder Währung zu bilanzieren sind. Geschäftsvorfälle in Fremdwährung werden zum Wechselkurs des jeweiligen Tages des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Daraus resultierende Umrechnungsdifferenzen werden im Ergebnis erfasst. Am Bilanzstichtag werden Vermögenswerte und Schulden zum Stichtagskurs, Erträge und Aufwendungen zum Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet. Alle sich aus diesen Umrechnungen ergebenden Fremdwährungsdifferenzen werden in der Konzern-Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Weitere Fremdwährungsdifferenzen auf Konzernebene werden im Posten „Währungsumrechnungsdifferenzen“ (Eigenkapital) erfasst.

2.3 FINANZINSTRUMENTE UND MANAGEMENT DES FINANZ­RISIKOS

2.3.1 AUSFALL UND LIQUIDITÄTSRISIKO

Finanzinstrumente, bei denen im Konzern möglicherweise eine Konzentration des Ausfall- und Liquiditätsrisikos vorliegt, sind hauptsächlich Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente, marktgängige Wertpapiere, derivative Finanzinstrumente und Forderungen. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des Konzerns lauten vorwiegend auf Euro. Bei den marktgängigen Wertpapieren handelt es sich um qualitativ hochwertige Anlagen. Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und marktgängige Wertpapiere werden grundsätzlich bei mehreren renommierten Finanzinstituten in Deutschland gehalten. Der Konzern überwacht fortlaufend seine Positionen im Hinblick auf die Finanzinstitute, die seine Vertragspartner bei den Finanzinstrumenten sind, sowie deren Bonität und erwartet kein Risiko der Nichterfüllung.

Eine Richtlinie des Konzerns besteht darin, alle Kunden mit dem Wunsch nach einem Zahlungsziel einer Kreditwürdigkeitsprüfung zu unterziehen, die auf externen Ratings basiert. Dennoch unterliegen die Umsatz­erlöse und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns einem Ausfallrisiko durch Kundenkonzentration. Die Forderungen gegenüber dem wichtigsten Einzelkunden des Konzerns beliefen sich am 31. Dezember 2014 auf 9,3 Mio. € (31. Dezember 2013: 8,2 Mio. €). Vom Konzernbestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entfielen am Jahresende 2014 62 % auf diesen Einzelkunden. Drei einzelne Kunden des Konzerns machten 68 %, 21 % bzw. 3 % der gesamten Umsatzerlöse des fortgeführten Geschäftsbereichs des Jahres 2014 aus. Am 31. Dezember 2013 hatten 80 % des Bestands an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns einen einzelnen Kunden betroffen; von den Umsatzerlösen des Jahres 2013 waren 53 %, 27 % bzw. 8 % auf drei einzelne Kunden entfallen. Nach Einschätzung des Vorstands waren im Geschäftsjahr 2014 keine Wertberichtigungen erforderlich. Zum 31. Dezember 2013 waren nach Einschätzung des Vorstands Wertberichtigungen in Höhe von 238.900 € im Segment Partnered Discovery erforderlich. Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte stellen das maximale Ausfallrisiko dar.

Das maximale Ausfallrisiko von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach geografischer Aufteilung stellte sich am Bilanzstichtag wie folgt dar.

In € 31.12.2014 31.12.2013
Europa und Asien 10.264.935 8.538.478
USA und Kanada 4.725.597 1.731.844
Sonstige 0 0
Gesamt 14.990.532 10.270.322

Die Fälligkeitsstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gliederte sich am Bilanzstichtag wie folgt.

In €; Fälligkeit 31.12.2014
0 – 30 Tage
31.12.2014
30 – 60 Tage
31.12.2014
60+ Tage
31.12.2014
Gesamt
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 14.666.085 324.447 0 14.990.532
Wertberichtigung 0 0 0 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, nach Abzug der Wert­berichtigung 14.666.085 324.447 0 14.990.532
In €; Fälligkeit 31.12.2013
0 – 30 Tage
31.12.2013
30 – 60 Tage
31.12.2013
60+ Tage
31.12.2013
Gesamt
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.344.683 8.681 155.858 10.509.222
Wertberichtigung -238.900 0 0 -238.900
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, nach Abzug der Wert­berichtigung 10.105.783 8.681 155.858 10.270.322

Weder am 31. Dezember 2014 noch am 31. Dezember 2013 war der Konzern einem Ausfallrisiko aus derivativen Finanzinstrumenten ausgesetzt. Das maximale Ausfallrisiko von finanziellen Garantien (Mietkautionen) betrug am Bilanzstichtag 0,6 Mio. € (31. Dezember 2013: 1,3 Mio. €).

Die vertraglich vereinbarten Fälligkeitstermine und die dazugehörigen Zahlungsmittelabflüsse der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen liegen bei bis zu einem Jahr. Die an nahe stehende Unternehmen und Personen ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen haben eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2015 bzw. 31. März 2020 (maximaler Zahlungsmittelabfluss: 0,3 Mio. €).

2.3.2 MARKTRISIKO

Das Marktrisiko beschreibt das Risiko, dass sich Änderungen bei Marktpreisen wie Währungskursen, Zinssätzen und Anteilsbewertungen auf die Ertragslage des Konzerns oder den Wert der gehaltenen Finanzinstrumente auswirken. Der Konzern ist Währungs- und Zinsrisiken ausgesetzt.

WÄHRUNGSRISIKO

Der Konzernabschluss wird in Euro erstellt. Während die Aufwendungen von MorphoSys überwiegend in Euro anfallen, hängt ein Teil der Umsatzerlöse vom jeweiligen Wechselkurs des US-Dollar ab. Der Konzern prüft im Jahresverlauf die Notwendigkeit von Kurssicherungsmaßnahmen zur Minderung des Währungsrisikos und begegnet diesem Risiko mit dem Einsatz derivativer Finanzinstrumente.

Das Währungsrisiko des Konzerns setzte sich auf der Basis der Buchwerte wie folgt zusammen.

31. Dezember 2014; in € EUR USD GBP Gesamt
Liquide Mittel 32.130.970 107.191 0 32.238.161
Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar 106.039.373 0 0 106.039.373
Anleihen, zur Veräußerung verfügbar 7.488.259 0 0 7.488.259
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 14.887.707 102.825 0 14.990.532
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und abgegrenzte Aufwendungen
-17.898.438 67.646 0 -17.830.792
Gesamt 142.647.871 277.662 0 142.925.533
31. Dezember 2013; in € EUR USD GBP Gesamt
Liquide Mittel 70.885.679 24.643 963.374 71.873.696
Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar 188.360.354 0 0 188.360.354
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte 11.102.087 0 0 11.102.087
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10.270.322 0 0 10.270.322
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
und abgegrenzte Aufwendungen
-17.260.346 60.316 10.009 -17.190.021
Gesamt 263.358.096 84.959 973.383 264.416.438

Unterschiedliche Wechselkurse und ihre Auswirkungen auf Vermögenswerte und Schulden wurden in einer detaillierten Sensitivitätsanalyse simuliert, um die daraus entstehenden ergebniswirksamen Effekte zu ermitteln. Ein Anstieg des Euro um 10 % gegenüber dem US-Dollar zum 31. Dezember 2014 hätte das Ergebnis des Konzerns unter der Annahme konstanter Zinssätze geringfügig verringert. Ein Rückgang des Euro um 10 % gegenüber dem US-Dollar hätte das Ergebnis des Konzerns gering­fügig erhöht. Fremdwährungssachverhalte in britischen Pfund lagen zum 31. Dezember 2014 nicht vor.

Ein Anstieg des Euro um 10 % gegenüber dem US-Dollar zum 31. Dezember 2013 hätte das Ergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche des Konzerns unter der Annahme konstanter Zinssätze geringfügig erhöht. Ein Rückgang des Euro um 10 % gegenüber dem US-Dollar hätte das Ergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche des Konzerns geringfügig verringert. Ein Anstieg des Euro um 10 % gegenüber dem britischen Pfund zum 31. Dezember 2013 hätte das Ergebnis des Konzerns unter der Annahme konstanter Zinssätze um 0,1 Mio. € verringert. Ein Rückgang des Euro um 10 % gegenüber dem britischen Pfund hätte das Ergebnis des Konzerns um 0,1 Mio. € erhöht.

Unter der Annahme gleichbleibender Wechselkurse zwischen US-Dollar und Euro im Vergleich zu den Jahresdurchschnittskursen von 2013 wären die Umsatzerlöse der fortgeführten Geschäftsbereiche des Konzerns um 0,1 Mio. € höher gewesen (2013: Die Umsatzerlöse der fortgeführten Geschäftsbereiche des Konzerns wären um 0,1 Mio. € höher gewesen).

ZINSRISIKO

Das Risiko des Konzerns aus Zinssatzänderungen ergibt sich im Wesentlichen aus den zur Veräußerung gehaltenen Wertpapieren/Investments. Eine Änderung des allgemeinen Zinsniveaus könnte zu einer Erhöhung oder einem Rückgang des Marktwerts dieser Wertpapiere/Investments führen. Der Fokus der Investments des Konzerns liegt auf Sicherheit vor Rendite der Anlage. Eine Risikobegrenzung ergibt sich durch die Tatsache, dass alle Wertpapiere/Investments innerhalb von maximal zwei Jahren liquidierbar sind. Im Hinblick auf die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten sieht sich der Konzern derzeit keinem wesentlichen Zins­risiko ausgesetzt.

2.3.3 HIERARCHIE BEIZULEGENDER ZEITWERTE UND BEWERTUNGS­METHODEN

Die Leitlinien des IFRS 13 „Bemessung des beizulegenden Zeitwerts“ sind stets dann anzuwenden, wenn aufgrund eines anderen IAS/IFRS eine Bewertung zum beizulegenden Zeitwert vorgeschrieben bzw. gestattet ist oder Angaben über Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert verlangt werden. Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, den unabhängige Marktteilnehmer unter marktüblichen Bedingungen zum Bewertungsstichtag bei Verkauf eines Vermögenswerts vereinnahmen bzw. bei Übertragung einer Verbindlichkeit zahlen würden (Abgangs- oder „Exit“-Preis). Der beizulegende Zeitwert einer Verbindlichkeit bildet demzufolge das Ausfallrisiko ab (d. h. das eigene Kreditrisiko). Eine Bewertung zum beizu­legenden Zeitwert setzt voraus, dass der Verkauf des Vermögenswerts beziehungsweise die Übertragung der Verbindlichkeit im Hauptmarkt oder – falls ein solcher nicht verfügbar ist – im vorteilhaftesten Markt erfolgt. Der Hauptmarkt ist der Markt mit dem größten Volumen und der höchsten Aktivität, zu dem das Unternehmen Zugang hat.

Der beizulegende Zeitwert wird unter Verwendung der gleichen Annahmen und unter Berücksichtigung der gleichen Charakteristika eines ­Vermögenswerts bzw. einer Verbindlichkeit ermittelt, die unabhängige Marktteilnehmer zugrunde legen würden. Der beizulegende Zeitwert ist eine markt-, keine unternehmensspezifische Bewertungsgröße. Bei nicht-finanziellen Vermögenswerten wird der beizulegende Zeitwert auf der Grundlage der bestmöglichen Nutzung des Vermögenswerts durch einen Marktteilnehmer ermittelt. Bei Finanzinstrumenten ist die Verwendung von Geld- bzw. Briefkursen für Vermögenswerte bzw. Schulden zulässig, jedoch nicht vorgeschrieben, sofern diese Kurse den beizulegenden Zeitwert unter den jeweiligen Umständen am besten abbilden. Vereinfachend sind auch Mittelkurse erlaubt. IFRS 13 gilt somit nicht nur für finanzielle, sondern auch für alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

MorphoSys verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung und Offen­legung von beizulegenden Zeitwerten von Finanzinstrumenten:
Level 1: Notierte (unangepasste) Preise aus aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, zu denen die Gesellschaft Zugang hat.
Level 2: Informationen aus anderen als den notierten Preisen nach Level 1, die für Vermögenswerte oder die Verbindlichkeit beobachtet werden können, entweder direkt (wie Preise) oder indirekt (abgeleitet von Preisen).
Level 3: Informationen für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit, die nicht auf der Basis von Marktbeobachtungen abgeleitet werden (dies sind nicht zu beobachtende Informationen).

Die Buchwerte von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten wie Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, marktgängigen Wertpapieren sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entsprechen angesichts ihrer kurzen Fälligkeiten annähernd ihren beizulegenden Zeitwerten.

HIERARCHIELEVEL 1

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die auf dem aktiven Markt gehandelt werden, basiert auf dem am Bilanzstichtag notierten Marktpreis. Der Markt gilt als aktiv, wenn notierte Preise an einer Börse, von einem Händler, einem Broker, einer Branchengruppe, einem Preis­berechnungsservice oder einer Aufsichtsbehörde leicht und regelmäßig erhältlich sind und diese Preise aktuelle und regelmäßig auftretende Markttransaktionen wie unter unabhängigen Dritten darstellen. Für Vermögenswerte, die der Konzern hält, entspricht der sachgerechte notierte Marktpreis dem vom Käufer gebotenen Geldkurs. Diese Instrumente sind in Ebene 1 enthalten (siehe auch Ziffer 5.2).

HIERARCHIELEVEL 2

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die nicht auf einem aktiven Markt gehandelt werden, kann anhand von Bewertungsverfahren ermittelt werden. Der beizulegende Zeitwert wird in diesem Fall auf Grundlage der Ergebnisse eines Bewertungsverfahrens geschätzt, das sich in größtmöglichem Umfang auf Marktdaten und so wenig wie möglich auf unternehmensspezifische Daten stützt. Wenn alle zum beizulegenden Zeitwert benötigten Daten beobachtbar sind, wird das Instrument in ­Level 2 eingeordnet. Falls bedeutende Daten nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren, wird das Instrument in Level 3 eingeordnet.

Den Hierarchielevels 2 und 3 wurden keine finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zugeordnet.

Der den Lizenzverbindlichkeiten beizulegende Zeitwert ermittelt sich nach der Effektivzinsmethode. Wandelschuldverschreibungen werden mit den zugeschriebenen Werten ausgewiesen, die annähernd dem zum Fälligkeitstag fälligen Kapitalbetrag entsprechen.

Weder 2014 noch 2013 wurden Übertragungen zwischen den Hierarchielevels der beizulegenden Zeitwerte vorgenommen.

Die beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sowie die in der Konzernbilanz ausgewiesenen Buchwerte setzten sich wie folgt zusammen.

31. Dezember 2014 (in T €) Anhang Kredite und
Forderungen
Zur Veräußerung verfügbar Sonstige
Finanzielle Verbindlichkeiten
Buchwert,
gesamt
Beizulegender Zeitwert
Liquide Mittel 5.1 32.238 0 0 32.238 32.238
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.3 14.991 0 0 14.991 *
Sonstige Forderungen 5.4 157.093 0 0 157.093 157.093
Sonstige Forderungen,
ohne kurzfristigen Anteil
5.4 50.030 0 0 50.030 50.030
Beteiligungen, zur Veräußerung verfügbar, ohne kurzfristigen
Anteil
5.8 0 1.727 0 1.727 *
Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar 5.2 0 106.039 0 106.039 106.039
Anleihen, zur Veräußerung
verfügbar
5.2 0 7.488 0 7.488 7.488
Gesamt 254.352 115.254 0 369.606 352.889
Wandelschuld- verschreibungen – Verbindlichkeits- komponente 7.1 0 0 -252 -252 -252
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und abgegrenzte Aufwendungen 6.1 0 0 -17.831 -17.831 -17.831
Gesamt 0 0 -18.083 -18.083 -18.083

* Verzicht auf die Angabe gemäß IFRS 7.29 (a).

31. Dezember 2013 (in T €) Anhang Kredite und Forderungen Zur Veräußerung verfügbar Sonstige
Finanzielle Verbindlichkeiten
Buchwert,
gesamt
Beizulegender Zeitwert
Liquide Mittel 5.1 71.874 0 0 71.874 71.874
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 5.3 10.270 0 0 10.270 *
Sonstige Forderungen 5.4 119.458 0 0 119.458 119.458
Beteiligungen, zur Veräußerung verfügbar, ohne kurzfristigen
Anteil
5.8 0 1.727 0 1.727 *
Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar 5.2 0 188.360 0 188.360 188.360
Anleihen, zur Veräußerung
verfügbar
5.2 0 11.102 0 11.102 11.102
Gesamt 201.602 201.189 0 402.791 390.794
Wandelschuld- verschreibungen – Verbindlichkeits- komponente 7.1 0 0 -299 -299 -299
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und abgegrenzte Aufwendungen 6.1 0 0 -17.190 -17.190 -17.190
Gesamt 0 0 -17.489 -17.489 -17.489

* Verzicht auf die Angabe gemäß IFRS 7.29 (a).

2.4 WERTMINDERUNG

2.4.1 NICHT DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Ein Finanzinstrument, das nicht ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet ist, wird zu jedem Berichtszeitpunkt daraufhin überprüft, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung hindeuten. Eine Wertminderung für ein Finanzinstrument liegt vor, wenn es nach der erstmaligen Erfassung als Vermögenswert objektive Hinweise auf ein Ereignis gibt, das zu einem Verlust führen könnte, und wenn dieses Ereignis negative Auswirkungen auf die geschätzten zukünftigen Cashflows dieses Vermögenswerts haben könnte, die als verlässlich eingeschätzt werden können.

Objektive Hinweise auf die Wertminderung von Finanzinstrumenten (inklusive Dividendenpapieren) können sich aus Zahlungsausfällen oder einem Zahlungsverzug des Schuldners, aus Hinweisen auf die Insolvenz eines Schuldners oder Emittenten, aus nachteiligen Änderungen im Zahlungsstatus von Kreditnehmern oder Emittenten im Konzern und aus konjunkturellen Bedingungen, die mit Zahlungsausfällen oder dem Wegfall eines aktiven Markts für ein Wertpapier einhergehen, ergeben. Zudem gilt ein signifikanter oder anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts eines Dividendenpapiers unter dessen Anschaffungskosten als objektiver Hinweis auf eine Wertminderung.

2.4.2 FORDERUNGEN

Der Konzern berücksichtigt Anzeichen auf Wertminderung von Forderungen sowohl für einzelne Vermögenswerte als auch auf kollektiver Ebene. Alle im Einzelfall wesentlichen Forderungen werden gezielt auf Wertminderungen geprüft. Alle im Einzelfall wesentlichen Forderungen, die nicht eigens als wertgemindert eingestuft wurden, werden dann gemeinsam auf Wertminderungen geprüft, die zwar entstanden sind, aber noch nicht identifiziert wurden. Einzelne nicht-signifikante Forderungen werden gemeinsam auf Wertminderung geprüft, indem Forderungen mit ähnlichen Risikomerkmalen zusammengefasst werden.

Für die Prüfung von kollektiven Wertminderungen verwendet der Konzern historische Trends im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit von Zahlungsausfällen, auf die zeitliche Verteilung von Wertaufholungen und auf den Betrag der entstandenen Verluste, die um die Einschätzung des ­Managements dahingehend angepasst wurden, ob aktuelle wirtschaft­liche Bedingungen und Kreditkonditionen zu höheren oder niedrigeren Verlusten führen würden, als historische Trends vermuten lassen.

Für ein Finanzinstrument, das zu Anschaffungskosten vermindert um Abschreibungen bewertet ist, wird eine Wertminderung als Differenz zwischen Buchwert und Barwert der geschätzten künftigen Cashflows errechnet. Die Cashflows wurden mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des Vermögenswerts abgezinst. Verluste werden ergebniswirksam erfasst und über ein Wertberichtigungskonto von den Forderungen abgesetzt. Zinsen auf den wertberichtigten Vermögenswert werden weiterhin erfasst. Wenn sich der Betrag der Wertminderung durch ein späteres Ereignis (wie z. B. Rückzahlung eines Schuldners) verringert, wird die Wertminderung ergebniswirksam reduziert.

2.4.3 ZUR VERÄUSSERUNG VERFÜGBARE WERTPAPIERE

Wertminderungen von zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren werden durch die Umbuchung der kumulierten Verluste von der Neubewertungsrücklage im Eigenkapital in das Ergebnis erfasst. Der aus dem Eigenkapital in das Ergebnis umzubuchende kumulierte Verlust ergibt sich aus der Differenz zwischen den Anschaffungskosten, vermindert um Abschreibungen und jede Rückzahlung der Hauptschuld, und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert, vermindert um alle Wertberichtigungen, die zuvor ergebniswirksam erfasst wurden. Falls sich in einer Folgeperiode der beizulegende Zeitwert eines wertgeminderten, zur Veräußerung verfügbaren Schuldtitels erhöht und sich diese Erhöhung objektiv auf ein Ereignis nach der ergebniswirksamen Erfassung der Wertminderung beziehen lässt, wird der Wertminderungsverlust rückgängig gemacht. Der rückgängig gemachte Betrag wird ergebniswirksam erfasst. Jede spätere Wertsteigerung eines zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstruments wird dagegen im Eigenkapital im sonstigen Ergebnis (OCI) erfasst.

2.4.4 NICHT FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

Die Buchwerte der nicht-finanziellen Vermögenswerte, Vorräte und aktiven latenten Steuern des Konzerns werden zu jedem Berichtszeitpunkt auf etwaige Hinweise auf Wertminderung untersucht. Falls solche Hinweise existieren, wird der erzielbare Betrag für den Vermögenswert geschätzt. Für den Geschäfts- oder Firmenwert und für immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer bzw. für immaterielle Vermögenswerte, die noch nicht zur Nutzung verfügbar sind, wird der erzielbare Betrag jedes Jahr zur gleichen Zeit geschätzt. Eine Wertminderung wird erfasst, falls der Buchwert eines Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (cash-generating unit, CGU) den geschätzten erzielbaren Betrag übersteigt.

Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts oder der CGU ist der höhere Betrag aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert, vermindert um Verkaufskosten. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die geschätzten künftigen Cashflows vor Steuern mit einem Abzinsungssatz vor ­Steuern, der die aktuelle Beurteilung des Markts in Bezug auf den Zinseffekt von Zahlungsmitteln und die für den Vermögenswert oder die CGU-spezifischen Risiken widerspiegelt, auf den Barwert abgezinst. Für die Werthaltigkeitsprüfung werden Vermögenswerte, die nicht eigenständig geprüft werden können, zu den kleinstmöglichen Gruppierungen für Vermögenswerte zusammengefasst, die durch wiederholte Nutzung Mittelzuflüsse generieren, die weitgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder CGUs sind. Für die Zwecke der Werthaltigkeitsprüfung des Geschäfts- oder Firmenwertes muss ein Obergrenzentest für das Geschäftssegment durchgeführt werden. Hierfür werden CGUs, denen ein Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde, dergestalt aggregiert, dass die Ebene, auf der der Wertminderungstest durchgeführt wird, die niedrigste Ebene bildet, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Berichtszwecke überwacht wird. Ein im Zuge eines Unternehmenszusammenschlusses erworbener Geschäfts- oder Firmenwert wird auf Gruppen von CGUs verteilt, die erwartungsgemäß von den Synergien des Zusammenschlusses profitieren werden.

Gemeinschaftliche Vermögenswerte des Konzerns generieren keine separaten Mittelzuflüsse und werden von mehr als einer CGU genutzt. Gemeinschaftliche Vermögenswerte werden auf vernünftiger und konstanter Basis CGUs zugeordnet und im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung der CGU, der ein gemeinschaftlicher Vermögenswert zugewiesen wurde, auf Wertminderung getestet.

Verluste aus Wertminderung werden ergebniswirksam erfasst. Eine Wertminderung eines Geschäfts- oder Firmenwerts kann nicht rückgängig gemacht werden. Bei anderen Vermögenswerten werden Wertminderungen aus früheren Perioden zu jedem Berichtszeitpunkt auf Hinweise geprüft, ob sich der Verlust verringert hat oder nicht mehr existiert. Eine Wertminderung wird rückgängig gemacht, wenn sich Einschätzungen verändert haben, die für die Bestimmung des erzielbaren Betrags verwendet wurden. Ein Verlust aus Wertminderung kann höchstens insoweit rückgängig gemacht werden, dass der Buchwert des Vermögenswerts den Buchwert nicht übersteigt, zu dem der Vermögenswert, verringert um Abschreibungen, bewertet wäre, wäre die Wertminderung nicht erfasst worden.

2.5 WEITERE ANGABEN

2.5.1 WESENTLICHE SCHÄTZUNGEN UND ANNAHMEN

Schätzungen und Annahmen werden fortlaufend überprüft und beruhen auf Erfahrungen aus der Vergangenheit und auf anderen Faktoren, einschließlich der Erwartungen bezüglich künftiger Ereignisse, die unter den geltenden Verhältnissen für realistisch gehalten werden.

Der Konzern nimmt im Hinblick auf die Zukunft Schätzungen vor und trifft Annahmen. Die sich ergebenden rechnungslegungsbezogenen Schätzungen werden definitionsgemäß nur selten mit den tatsächlichen Ergebnissen übereinstimmen. Diejenigen Schätzungen und Annahmen, die ein erhebliches Risiko bergen, dass sie im folgenden Geschäftsjahr die Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden erheblich ändern, sind nachfolgend aufgeführt.

GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT

Der Konzern prüft jährlich im Rahmen der in Ziffer 2.4.4 erläuterten ­Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze, ob ein Geschäfts- oder Firmenwert einer Wertminderung unterliegt. Die erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Geschäftseinheiten wurden im Rahmen von Nutzungswertberechnungen ermittelt. Diese Berechnungen erfordern die Vornahme von Schätzungen (siehe auch Ziffer 5.7.5).

Für die Technologieentwicklungsaktivitäten des Segments Partnered Discovery, die die zahlungsmittelgenerierende Geschäftseinheit bilden und auch den Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb der Sloning BioTechnology GmbH enthalten, wurde eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt. Ein Anstieg der gewichteten Kapitalkosten (WACC) um 30 % oder ein Rückgang der künftigen Cashflows um 30 % würde nicht zu einer Wertminderung der zahlungsmittelgenerierenden Geschäftseinheit führen.

ERTRAGSTEUERN

Der Konzern unterliegt in verschiedenen Steuerhoheiten der Ertragsteuer, wobei bei der Ermittlung der Konzernrückstellungen für Ertragsteuern wichtige Annahmen zu treffen sind. Es gibt viele Geschäftsvorfälle und Berechnungen, hinsichtlich derer die Berechnung des letztlichen Steueranfalls mit Unsicherheit behaftet ist.

Am 31. Dezember 2014 wurden aufgrund der für die Geschäftsjahre 2015 bis 2019 erwarteten positiven Geschäftsentwicklung der Sloning BioTechnology GmbH aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 1,8 Mio. € gebildet. In Vorjahren wurden für einen Teil der körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge in Höhe von insgesamt 2,4 Mio. € und der gewerbesteuerlichen Verlustvorträge in Höhe von 2,3 Mio. € keine aktiven latenten Steuern ausgewiesen, da die Nutzung dieser steuerlichen Verlustvorträge angesichts der Steuervorschriften in Deutschland (§ 8 Abs. 4 KStG a. F. und § 8c KStG) als unsicher galt. Für den Fall, dass ein Teil der gesamten steuerlichen Verlustvorträge aufgrund einer steuerlichen Betriebsprüfung nicht nutzbar gewesen wäre, würde der Konzern in künftigen Perioden zu einem früheren Zeitpunkt mehr Ertragsteuern zu zahlen haben, da die steuerlichen Verlustvorträge früher als erwartet aufgebraucht wären. Im Rahmen einer bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses abgeschlossenen steuerlichen Betriebsprüfung wurde die Bestandskraft der betreffenden steuerlichen Verlustvorträge bestätigt. Daher wurden auf die vollen bestehenden steuerlichen Verlustvorträge aktive latente Steuern gebildet.

Am 31. Dezember 2014 wurden aufgrund der für die Geschäftsjahre 2015 bis 2019 erwarteten positiven Geschäftsentwicklung der MorphoSys AG aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 1,2 Mio. € gebildet.

2.5.2 KAPITALMANAGEMENT

In Bezug auf das Kapitalmanagement ist es der Grundsatz des Vorstands, eine starke und nachhaltige Kapitalbasis zum Erhalt des Vertrauens von Investoren, von Geschäftspartnern und vom Kapitalmarkt zu sichern ­sowie die künftige Geschäftsentwicklung zu unterstützen. Die Eigenkapitalquote betrug zum 31. Dezember 2014 81,8 % (31. Dezember 2013: 78,6 %; siehe auch nachfolgende Übersicht). Der Konzern ist gegenwärtig nicht durch Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten finanziert.

Vorstand und Mitarbeiter können durch langfristige leistungsbezogene Vergütungsbestandteile am Konzernergebnis partizipieren. Diese bestehen im Rahmen des von der Hauptversammlung beschlossenen Prämiensystems aus Wandelschuldverschreibungen. Zusätzlich hat MorphoSys in den Jahren 2011, 2012, 2013 und 2014 jeweils ein langfristiges Anreizprogramm (long-term incentive-plan – LTI-Plan) eingerichtet. Diese Programme beruhen auf der leistungsbezogenen Ausgabe von Aktien, sogenannter Performance Shares, die bei Erreichen bestimmter vordefinierter Erfolgskriterien endgültig zugeteilt werden (weitere Informationen siehe Ziffer 7.3). Im Verlauf des Jahres hat der Konzern in Bezug auf das Kapitalmanagement keinerlei Veränderungen vorgenommen.

In T € 31. 12. 2014 31. 12. 2013
Eigenkapital 348.803 352.145
in % des Gesamtkapitals 81,8 % 78,6 %
Verbindlichkeiten 77.675 95.511
in % des Gesamtkapitals 18,2 % 21,4 %
Gesamtkapital 426.478 447.657

2.6 ZINSEN IN DER BEWERTUNG

Bei der Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten werden Zinssätze zugrunde gelegt. Für die Berechnung anteilsbasierter Vergütungen legt MorphoSys für Wandelschuldverschreibungen den am Tag der Zusage geltenden Zinssatz für deutsche Bundesanleihen mit einer Laufzeit von fünf bzw. sieben Jahren zugrunde.

2.7 AUF DIE POSTEN DER GEWINN-UND-VERLUST-RECHNUNG ANGEWANDTE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

2.7.1 UMSATZERLÖSE UND UMSATZREALISIERUNG

Die Umsatzerlöse des Konzerns enthalten Lizenzgebühren und Meilensteinzahlungen, Servicegebühren und Umsatzerlöse aus Produktverkäufen. Sie werden gemäß IAS 18.9 mit dem beizulegenden Zeitwert des erhaltenen oder zu beanspruchenden Entgelts bemessen. Die Erfassung der Erträge erfolgt im Sinne des IAS 18.20b nur dann, wenn hinreichend wahrscheinlich ist, dass der Gesellschaft der mit dem Auftrag verbundene wirtschaftliche Nutzen zufließt.

LIZENZGEBÜHREN UND MEILENSTEINZAHLUNGEN

Umsatzerlöse aus nichtrückzahlbaren Gebühren für das Bereitstellen von Technologien, Gebühren für die Nutzung von Technologien und Lizenzgebühren werden – solange keine geeignetere Methode der Umsatzrealisierung verfügbar ist – über die jeweilige Vertragslaufzeit abgegrenzt und linear erfasst. Diese Vertragslaufzeit entspricht in der Regel der vertraglich vereinbarten Forschungsdauer oder bei Verträgen ohne vertraglich vereinbarte Dauer der geschätzten Laufzeit der Kooperation. Sofern sämtliche Kriterien des IAS 18.14 erfüllt sind, wird der Umsatz sofort in voller Höhe realisiert. Umsatzerlöse aus Meilensteinzahlungen werden bei Erfüllung bestimmter vertraglicher Kriterien erfasst.

SERVICEGEBÜHREN

Servicegebühren im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungskooperationen werden in der Periode erfasst, in der die Dienstleistungen erbracht werden.

Falls die Gewährung von Nachlässen wahrscheinlich ist und der Betrag verlässlich ermittelt werden kann, wird der Nachlass als Umsatzminderung zeitgleich mit der Umsatzrealisierung des Verkaufs erfasst. Der Zeitpunkt des Übergangs der Chancen und Risiken variiert in Abhängigkeit von den jeweiligen Konditionen des Kaufvertrags. In Übereinstimmung mit IAS 18.21 und 18.25 wird für die Umsatzerfassung im Rahmen von Mehrkomponentenverträgen die Gesamtvergütung den separat identifizierbaren Komponenten im Verhältnis ihrer jeweiligen beizulegenden Zeitwerte unter Anwendung von IAS 18.20 zugeordnet und das Vorliegen der Kriterien für die Umsatzrealisierung für jede Komponente einzeln beurteilt.

Die Umsatzabgrenzung beinhaltet erhaltene Zahlungen von Kunden, die jedoch noch nicht als Umsatzerlös erfasst werden können, da die dazugehörigen, im Vertrag definierten, Leistungen noch nicht erbracht wurden.

2.7.2 BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

PERSONALAUFWAND AUS AKTIENOPTIONEN

Der Konzern wendet IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütung“ an. IFRS 2 verpflichtet den Konzern die geschätzten beizulegenden Zeitwerte von ­aktienbasierten Vergütungen zum Bewertungsstichtag als Vergütungsaufwand über die Periode zu verteilen, in der die Begünstigten die mit der Gewährung in Zusammenhang stehenden Leistungen erbringen.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Forschungskosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten werden generell in Übereinstimmung mit IAS 38.5 und IAS 38.11 bis 38.23 bei ihrem Anfall als Aufwand erfasst. Als immaterieller Vermögenswert werden Entwicklungskosten erfasst, wenn die Kriterien des IAS 38.21 (Wahrscheinlichkeit eines erwarteten, künftigen wirtschaftlichen Nutzens, Verlässlichkeit der Kostenbewertung) erfüllt sind und der Konzern die Nachweise gemäß IAS 38.57 erbringen kann.

ALLGEMEINES UND VERWALTUNG

Die Position beinhaltet Personalkosten, Verbrauchsmaterial, operative Kosten, Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Kosten für externe Dienstleistungen, Infrastrukturkosten und Abschreibungen.

ZAHLUNGEN FÜR OPERATING-LEASINGVERHÄLTNISSE

Im Rahmen von Operating-Leasing-Verhältnissen geleistete Zahlungen werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Gemäß SIC 15 werden alle Anreizvereinbarungen im Zusammenhang mit Mietleasingverhältnissen als Bestandteil der vereinbarten Nettogegenleistung für die Nutzung des Leasinggegenstands erfasst. Die Summe der Erträge aus den Anreizvereinbarungen wird während der Mietdauer linear von den Leasingaufwendungen abgesetzt.

Die im Konzern bestehenden Leasingverhältnisse sind ausschließlich als Operating-Leasing-Verhältnisse zu klassifizieren. Finanzierungsleasingverhältnisse, in denen der Konzern als Leasingnehmer Vermögenswerte zu Leasingbeginn mit dem geringeren Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert oder dem Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert und die Vermögenswerte linear über die wirtschaftliche Nutzungsdauer abschreibt, sind nicht eingegangen worden.

2.7.3 SONSTIGE ERTRÄGE

ZUWENDUNGEN DER ÖFFENTLICHEN HAND

Erhaltene Zuwendungen der öffentlichen Hand zum Zweck der Förderung spezieller Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden in dem Maße, in dem die damit verbundenen Aufwendungen angefallen sind, in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im separaten Posten „Sonstige Erträge“ ausgewiesen. Nach den Zuwendungsbestimmungen steht den staatlichen Vergabestellen grundsätzlich das Recht zu, die Verwendung der dem Konzern gewährten Fördermittel zu prüfen.

Grundlegend handelt es sich bei den Zuwendungen der öffentlichen Hand um Kostenzuschüsse, bei denen eine erfolgswirksame Erfassung der Zuwendungen nur in Höhe der korrespondierenden Kosten erfolgt. Zuwendungen, die als Investitionszuschüsse zu klassifizieren wären, sind im Geschäftsjahr 2014 nicht gewährt worden.

2.7.4 SONSTIGE AUFWENDUNGEN

Die Position „Sonstige Aufwendungen“ beinhaltet vorwiegend Währungsverluste des operativen Geschäfts.

2.7.5 FINANZERTRÄGE

Zinserträge werden bei ihrem Anfall unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung des Vermögenswerts in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

2.7.6 FINANZAUFWENDUNGEN

Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen, und sind innerhalb der Gewinn-und-Verlust-Rechnung in den Finanzaufwendungen enthalten.

2.7.7 AUFWAND UND ERTRAG AUS ERTRAGSTEUERN

Ertragsteuern enthalten laufende und latente Steuern. Ertragsteuern werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst. Davon ausgenommen sind Ertragsteuern, die mit direkt im Eigenkapital oder dem sonstigen Ergebnis angesetzten Posten im Zusammenhang stehen.

Laufende Steuern sind die erwartete Steuerschuld auf das zu versteuernde Einkommen des Jahres, basierend auf Steuersätzen, die am Bilanzstichtag gelten oder bereits beschlossen sind, sowie Anpassungen der Steuerschuld für Vorjahre.

Latente Steuern werden auf der Grundlage der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode berechnet, die zu temporären Differenzen zwischen den Buchwerten für Vermögenswerte und Schulden und ihren Beträgen in der Steuerbilanz führt. Die latenten Steuern ermitteln sich in Abhängigkeit von der Art und Weise, in der erwartet wird, die Buchwerte der Vermögenswerte zu realisieren und die Schulden zu erfüllen, basierend auf Steuersätzen, die am Bilanzstichtag gelten oder bereits beschlossen sind.

Latente Steueransprüche und -schulden werden saldiert, wenn es ein einklagbares Recht zur Aufrechnung von laufenden Steuerschulden und -ansprüchen gibt und wenn sie sich auf Ertragsteuern beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde gegenüber dem gleichen Steuersubjekt erhoben werden bzw. gegenüber unterschiedlichen Steuersubjekten, die jedoch beabsichtigen, entweder den Ausgleich der laufenden Steuerschulden und -ansprüche auf Nettobasis herbeizuführen oder zeitgleich den Anspruch zu realisieren und die Schuld abzulösen.

Aktive latente Steueransprüche sind nur in der Höhe als Vermögenswert bilanziert, in der es wahrscheinlich ist, dass zukünftiges zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird, um den Anspruch zu realisieren. Aktive latente Steueransprüche sind in dem Maße gekürzt, in dem ein Steueranspruch wahrscheinlich nicht mehr realisiert werden kann.

2.7.8 ERGEBNIS JE AKTIE

Der Konzern weist für seine Stammaktien ein unverwässertes und ein verwässertes Ergebnis je Aktie aus. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem man den Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag, der den Stammaktionären des Konzerns zusteht, durch die gewichtete Anzahl der sich in der Berichtsperiode durchschnittlich im Umlauf befindlichen Stammaktien dividiert. Das verwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich in gleicher Weise, wobei man jedoch den den Stammaktionären zustehenden Jahresüberschuss bzw. Jahresfehlbetrag und die gewichtete Anzahl der sich durchschnittlich im Umlauf befindlichen Stammaktien um den möglichen Verwässerungseffekt aller Stammaktien bereinigt, der sich aus an Management und Mitarbeiter ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen und Aktienoptionen ergibt.

2.8 AUF AKTIVPOSTEN DER BILANZ ANGEWANDTE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

2.8.1 LIQUIDITÄT

LIQUIDE MITTEL

Der Konzern betrachtet alle Bankguthaben, Kassenbestände und kurzfristige Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von drei Monaten oder weniger als liquide Mittel. Der Konzern legt die meisten seiner liquiden Mittel bei mehreren großen Finanzinstituten – der Commerzbank, der HypoVereinsbank, der Bayern LB, der Sparkasse, der LBBW, den Svenska Handelsbanken, der BNP Paribas und der Deutschen Bank – an.

Die liquiden Mittel des Konzerns werden mit ihrem Nominalwert bilanziert. Die Bilanzierung und Bewertung der Wertpapiere erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Etwaige Wertschwankungen der Wertpapiere, die sich zumeist aus Geldmarktfonds zusammensetzen, werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Dauerhafte Wertminderungen werden dagegen erfolgswirksam erfasst.

NICHT DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Bestehende Finanzinstrumente werden in Abhängigkeit ihrer Klassifikation in der Kategorie „Forderungen und Kredite“ zu fortgeführten Anschaffungskosten bzw. in der Kategorie „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei kurzfristigen Forderungen und Verbindlichkeiten entsprechen die fortgeführten Anschaffungskosten grundsätzlich dem Nennbetrag bzw. dem Rückzahlungsbetrag.

Bei ihrer erstmaligen Bewertung werden alle nicht-derivativen Finanz­instrumente zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, d. h. zum beizulegenden Zeitwert der erbrachten Gegenleistung und unter Berücksichtigung der Transaktionskosten.

Für seine Finanzinstrumente in Form von Schuld- und Eigenkapitaltiteln wendet der Konzern IAS 39 an. Der Vorstand entscheidet zum Zeitpunkt des Erwerbs über die entsprechende Klassifizierung des Finanzinstruments und überprüft sie zu jedem Bilanzstichtag. Die Klassifizierung ist abhängig von dem Zweck, zu dem die Finanzinstrumente erworben wurden. Am 31. Dezember der Jahre 2014 und 2013 waren einige vom Konzern gehaltene Finanzinstrumente der Kategorie „zur Veräußerung verfügbar“ zugeordnet. Diese Finanzinstrumente werden an dem Tag gebucht oder ausgebucht, an dem sich der Konzern zu ihrem Erwerb oder zu ihrer Veräußerung verpflichtet. Nach ihrem erstmaligen Ansatz werden zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt, wobei ein Gewinn oder Verlust direkt in der Neubewertungsrücklage im Eigenkapital ausgewiesen wird, bis die Finanzinstrumente veräußert, eingelöst oder auf andere Weise abgegangen sind oder als wertgemindert angesehen werden, wobei der kumulierte Verlust zu diesem Zeitpunkt im Ergebnis erfasst wird.

Ausgereichte Garantien für Mietkautionen, die durch zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere besichert sind, und Verpflichtungen aus an Mitarbeiter ausgegebene Wandelschuldverschreibungen wurden innerhalb der sonstigen Vermögenswerte als zweckgebundene Finanzmittel ausgewiesen, da diese für die betrieblichen Zwecke des Konzerns nicht zur Verfügung stehen.

MorphoSys erwarb im November 2012 einen Geschäftsanteil an der ­Lanthio Pharma B.V., einem in Groningen in den Niederlanden ansässigen privat geführten Unternehmen. Darüber hinaus wurde im September 2013 eine Einlage in diese Gesellschaft getätigt. Der Konzern hält an der Lanthio Pharma B.V. zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 einen Anteil am Stammkapital der Gesellschaft von unverändert 19,98 %. Ein maßgeblicher Einfluss im Sinne des IAS 28 liegt nicht vor. Da es sich bei der Beteiligung um Eigenkapitalinstrumente handelt, für die kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann, wird die Beteiligung zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Der Ausweis des Finanzinstruments erfolgt in der Kategorie „zur Veräußerung verfügbar“.

DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE

Zur Absicherung seines Fremdwährungsrisikos setzt der Konzern derivative Finanzinstrumente ein. In Übereinstimmung mit IAS 39.9 werden alle derivativen Finanzinstrumente ausschließlich zu Handelszwecken gehalten und bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Nach dem erstmaligen Ansatz werden derivative Finanzinstrumente mit ihrem beizulegenden Zeitwert, d. h. ihrem notierten Marktpreis am Bilanzstichtag, bewertet. Ein sich ergebender Gewinn oder Verlust aus Derivaten wird im Ergebnis ausgewiesen, da der Konzern momentan kein Hedge Accounting anwendet. Gemäß der Kurssicherungspolitik des Konzerns werden nur zukünftige Cashflows mit hoher Wahrscheinlichkeit sowie eindeutig bestimmbare Forderungen kursgesichert, die innerhalb eines Zeitraums von 24 Monaten realisiert werden können.

Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente unterliegt einer vom Vorstand genehmigten Konzernrichtlinie, die eine schriftlich fixierte Leitlinie im Umgang mit derivativen Finanzinstrumenten darstellt. Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts derivativer Finanzinstrumente werden dokumentiert.

2.8.2 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN, FORDERUNGEN AUS ERTRAGSTEUERN UND SONSTIGE FORDERUNGEN

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich einer etwaigen Wertminderung, z. B. Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen, bewertet (siehe Ziffern 2.4.2 sowie 5.3).

Forderungen aus Ertragsteuern beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegenüber dem Finanzamt im Zusammenhang mit einbehaltener Kapitalertragsteuer.

Sonstige nicht-derivative Finanzinstrumente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich einer etwaigen Wertminderung bewertet. Im Geschäftsjahr 2014 wurde in verschiedene finanzielle Vermögenswerte investiert, die gemäß IAS 39 „Finanzinstrumente“ der Kategorie „Kredite und Forderungen“ zuzuordnen waren.

2.8.3 VORRÄTE

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert nach der FIFO-Methode bewertet. Die Anschaffungskosten beinhalten alle Kosten des Erwerbs sowie alle Kosten, um die Vorräte in ihren betriebsbereiten Zustand zu versetzen, wobei Anschaffungspreisminderungen wie Boni und Skonti berücksichtigt werden. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Veräußerungserlös abzüglich der geschätzten Kosten für Fertigstellung und der bis zum Verkauf anfallenden Kosten. Die Vorräte unterteilen sich in Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe.

2.8.4 RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN UND SONSTIGE KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE

Im Rechnungsabgrenzungsposten werden jene Ausgaben erfasst, die zwar zu einem Liquiditätsabfluss vor dem Bilanzstichtag geführt haben, deren Aufwandsverrechnung jedoch erst im folgenden Geschäftsjahr erfolgt. Die Ausgaben betreffen vorwiegend Wartungsverträge und Unter­lizenzen sowie Vorauszahlungen für noch nicht erbrachte externe Laborleistungen. In den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten sind im Wesentlichen Forderungen gegenüber dem Finanzamt aus der Umsatzsteuerzahllast enthalten. Die Bilanzierung dieses Postens erfolgt zum Nennbetrag.

2.8.5 SACHANLAGEN

Sachanlagen werden zu historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten ausgewiesen, vermindert um kumulierte Abschreibungen (siehe auch Ziffer 5.6) und etwaige Wertminderungsverluste (siehe Ziffer 2.4.4). In den historischen Kosten sind die direkt mit der Anschaffung verbundenen Ausgaben zum Erwerbszeitpunkt enthalten. Ersatzbeschaffungen sowie Um- und Einbauten werden aktiviert, während Reparatur- und Instandhaltungsausgaben bei ihrem Anfall als Aufwand erfasst werden. Die Sachanlagen werden über ihre Nutzungsdauer (siehe nachfolgende Tabelle) linear abgeschrieben. Mietereinbauten werden über die geschätzte Nutzungsdauer der Anlagen linear abgeschrieben.

Anlagenkategorie Nutzungsdauer Abschreibungssätze
Computer Hardware 3 Jahre 33 %
Geringwertige Labor- und
Büroausstattung unter 150 €
sofort 100 %
Geringwertige Labor- und
Büroausstattung zwischen 150 € und 1.000 €
5 Jahre 20 %
Mietereinbauten 10 Jahre 10 %
Büroausstattung 8 Jahre 13 %
Laborausstattung 4 Jahre 25 %

Der Restwert und die Nutzungsdauer eines Vermögenswerts werden am Ende einer jeden Berichtsperiode überprüft und bei Bedarf angepasst.

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können, sind in den Anschaffungs- oder Herstellungskosten nicht enthalten, da der Konzern das operative Geschäft aus Eigenmitteln finanziert.

2.8.6 IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Die immateriellen Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten bei entgeltlichem Erwerb aktiviert. Planmäßige Abschreibungen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer erfolgen ausschließlich linear. Selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte werden nur dann aktiviert, sofern die Ansatzkriterien des IAS 38 erfüllt sind.

Entwicklungskosten werden als immaterielle Vermögenswerte aktiviert, sofern die entsprechenden Voraussetzungen des IAS 38 – eindeutige Abgrenzung des Produkts oder des Verfahrens, technische Realisierbarkeit, Intention der Fertigstellung, Nutzung, Vermarktung, Deckung der Entwicklungskosten durch künftige Finanzmittelüberschüsse, verlässliche Ermittlung dieser Finanzmittelüberschüsse, Verfügbarkeit hinreichender Ressourcen für Entwicklungsabschluss und Verkauf – erfüllt sind. Der Ausweis der Abschreibungen erfolgt unter den Forschungs- und Entwicklungskosten.

Als Forschung zu klassifizierende Aufwendungen werden den Forschungs- und Entwicklungskosten im Sinne des IAS 38 zugeordnet.

Nachträgliche Ausgaben für aktivierte immaterielle Vermögenswerte werden nur aktiviert, wenn sie den künftigen wirtschaftlichen Nutzen des jeweiligen Vermögenswerts wesentlich erhöhen, auf den sie sich beziehen. Alle übrigen Ausgaben werden bei ihrem Entstehen als Aufwand erfasst.

PATENTE

Durch den Konzern erlangte Patente werden zu Anschaffungskosten ausgewiesen, vermindert um kumulierte Abschreibungen (siehe unten) und etwaige Wertminderungen (siehe Ziffer 2.4.4). Patentkosten werden linear über die niedrigere Dauer aus geschätzter wirtschaft­licher Nutzungsdauer der Patente (zehn Jahre) und verbleibender Patentlaufzeit abgeschrieben. Die Abschreibung beginnt zum Zeitpunkt der Patenterteilung. Die Technologie, die im Rahmen der Kaufpreiszuordnung für die Akquisition der Sloning BioTechnology GmbH identifiziert wurde, wird zum beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Akquisition, vermindert um kumulierte Abschreibungen (bei einer Nutzungsdauer von zehn Jahren), ausgewiesen.

LIZENZRECHTE

Der Konzern hat von Dritten Lizenzrechte durch Vorauszahlung von ­Lizenzgebühren, jährliche Gebühren zur Aufrechterhaltung der Lizenzen und Gebühren für Unterlizenzen erworben. Die vorausbezahlten Lizenzgebühren schreibt der Konzern über die geschätzte Nutzungsdauer der erworbenen Lizenz (acht bis zehn Jahre) linear ab. Dauer und Methode der Abschreibung werden gemäß IAS 38.104 am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Jahresgebühren zur Aufrechterhaltung der Lizenzen werden über die Laufzeit des einzelnen Jahresvertrags abgeschrieben. Gebühren für Unterlizenzen werden über die Laufzeit des Vertrags oder bei Verträgen ohne vertraglich vereinbarte Laufzeit über die geschätzte Nutzungsdauer der Zusammenarbeit linear abgeschrieben.

EINLIZENSIERTE FORSCHUNGSPROGRAMME

Dieser Bilanzposten enthält aktivierte Vorauszahlungen aus der Einlizenzierung von zwei Wirkstoffen für das Segment Proprietary Development sowie eine zu einem späteren Zeitpunkt geleistete Meilensteinzahlung für einen dieser Wirkstoffe. Die Vermögenswerte, die zu Anschaffungskosten ausgewiesen werden, sind derzeit noch nicht zur Nutzung verfügbar und werden daher noch nicht abgeschrieben. Zum Bilanzstichtag wurden die Vermögenswerte auf etwaige Wertminderung entsprechend IAS 36 geprüft.

Software

Software wird zu Anschaffungskosten ausgewiesen, vermindert um ­kumulierte Abschreibungen (siehe unten) und etwaige Wertminderungen (siehe Ziffer 2.4.4). Abschreibungen werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung linear über die geschätzte Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren als Aufwand erfasst. Die Abschreibung beginnt in dem Zeitpunkt, in dem die Software betriebsbereit ist.

GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT

Der bilanzierte Geschäfts- oder Firmenwert resultiert sowohl aus den erwarteten zu realisierenden Synergien als auch aus den Fähigkeiten der im Zuge des Erwerbs integrierten Belegschaft. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird jährlich auf etwaige Wertminderung überprüft, wie in IAS 36 vorgesehen (siehe auch Ziffer 5.7.5).

Kategorie immaterielle
Vermögenswerte
Nutzungsdauer Amortisationssätze
Patente 10 Jahre 10 %
Lizenzrechte 810 Jahre 13 % – 10 %
Einlizenzierte
Forschungsprogramme
Keine
Abschreibung
Software 35 Jahre 33 % – 20 %
Know-how und Kundenstamm 610 Jahre 17 % – 10 %
Geschäfts- oder Firmenwert Impairment

2.8.7 BETEILIGUNGEN, ZUR VERÄUSSERUNG VERFÜGBAR

Die Beteiligung an der niederländischen Lanthio Pharma B.V. wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Der Ausweis des Finanzinstruments erfolgt in der Kategorie „zur Veräußerung verfügbar“.

2.8.8 RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN UND SONSTIGE LANG­FRISTIGE VERMÖGENSWERTE

Der langfristige Anteil jener Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, deren Aufwandsverrechnung in den Folgejahren erfolgt, wird ebenfalls als Rechnungsabgrenzungsposten erfasst. Inhaltlich handelt es sich um Wartungsverträge und Unterlizenzen.

Darüber hinaus werden in diesem Bilanzposten sonstige langfristige Vermögenswerte erfasst. Die Bilanzierung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen zweckgebundene Finanzmittel wie Mietkautionen.

2.9 AUF PASSIVPOSTEN DER BILANZ ANGEWANDTE BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

2.9.1 VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN SOWIE RÜCKSTELLUNGEN

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Verbindlichkeiten mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden auf ihren Barwert abgezinst. Verbindlichkeiten mit ungewissem zeitlichem Anfall oder Betrag werden als Rückstellungen ausgewiesen.

Rückstellungen werden gemäß IAS 37 gebildet, sofern gegenüber Dritten eine Verpflichtung aus vergangenen Ereignissen besteht. Darüber hinaus werden Rückstellungen ausschließlich für rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten gebildet, sofern eine größere Wahrscheinlichkeit für den Eintritt des Ereignisses besteht als dagegen. Der Ansatz der Rückstellungen erfolgt mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag, sofern der Zinseffekt wesentlich ist. Der Erfüllungsbetrag beinhaltet auch erwartete Preis- und Kostensteigerungen. Der Zinsanteil im Rahmen der Rückstellungszuführung wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Bewertung der Rückstellungen erfolgt auf Basis von Erfahrungswerten der Vergangenheit unter Berücksichtigung der Verhältnisse am Bilanzstichtag.

2.9.2 STEUERVERBINDLICHKEITEN

Die Bilanzierung und Bewertung der Steuerverbindlichkeiten erfolgt zum Nennbetrag. Die Steuerverbindlichkeiten beinhalten Verpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern ohne latente Steuern. Rückstellungen für Gewerbe- und Körperschaftsteuer oder vergleichbare Steuern vom Einkommen und vom Ertrag werden auf Grundlage steuerpflichtiger Einkommen der einbezogenen Gesellschaften abzüglich geleisteter Vorauszahlungen ermittelt.

2.9.3 UMSATZABGRENZUNG, KURZFRISTIGER TEIL

Vorauszahlungen von Kunden für zukünftige, vom Konzern zu erbringende Leistungen werden im Sinne des IAS 18.13 passivisch abgegrenzt und zum niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert und Nennwert bewertet. Die entsprechende Leistungserbringung und Umsatzrealisierung erfolgt innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag.

2.9.4 UMSATZABGRENZUNG

Der Posten beinhaltet den langfristigen Anteil abgegrenzter Kundenvorauszahlungen im Sinne des IAS 18.13. Die Bewertung erfolgt jeweils zum niedrigeren Wert aus beizulegendem Zeitwert und Nennwert. Eine Abzinsung des Bilanzpostens aufgrund der Langfristigkeit des Posteninhalts war im Geschäftsjahr unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Wesentlichkeit nicht geboten.

2.9.5 WANDELSCHULDVERSCHREIBUNGEN AN NAHESTEHENDE PERSONEN

Der Konzern hat an den Vorstand und an Konzernmitarbeiter Wandelschuldverschreibungen ausgegeben. In Übereinstimmung mit IAS 32.28 ist die Eigenkapitalkomponente einer Schuldverschreibung separat in der Kapitalrücklage auszuweisen. Die Eigenkapitalkomponente errechnet sich durch den Abzug des separat ermittelten Werts der Schuldkomponente vom beizulegenden Zeitwert der Schuldverschreibung. Die ergebniswirksamen Auswirkungen der Eigenkapitalkomponente werden als Personalaufwand aus Aktienoptionen behandelt und die ergebniswirksamen Auswirkungen der Schuldkomponente als Zinsaufwand ausgewiesen. Der Konzern wendet IFRS 2 „Anteilsbasierte Vergütung“ auf alle an Vorstand und Konzernmitarbeiter gewährten Wandelschuldverschreibungen an.

2.9.6 LATENTE STEUERVERPFLICHTUNGEN

Die Bilanzierung und Bewertung latenter Steuern erfolgt auf Basis der Vorschriften des IAS 12. Die Berechnung latenter Steuerforderungen und Steuerverbindlichkeiten basiert auf der international üblichen bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode, bei der die Höhe der voraussichtlichen Steuerbelastung bzw. Steuerentlastung nachfolgender Geschäftsjahre auf der Grundlage des zum Zeitpunkt der Realisation gültigen Steuersatzes berechnet wird.

Passive latente Steuern werden ebenso wie aktive latente Steuern als separate Posten in der Bilanz dargestellt und berücksichtigen die künftige steuerliche Wirkung aus zeitlichen Unterschieden zwischen bilanziellen Wertansätzen von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sowie steuerlichen Verlustvorträgen.

Eine Verrechnung aktiver und passiver latenter Steuern erfolgt bei Identität der Steuergläubiger und bei Fristenkongruenz. Eine Abzinsung aktiver und passiver latenter Steuern ist gemäß IAS 12 nicht möglich.

2.9.7 EIGENKAPITAL

Gezeichnetes Kapital

Stammaktien werden als Eigenkapital klassifiziert. Zusätzliche Kosten, die der Ausgabe von Stammaktien und Aktienoptionen direkt zugeordnet werden können, werden nach Abzug der Steuereffekte vom Eigenkapital abgesetzt. Wird als Eigenkapital ausgewiesenes Aktienkapital zurückgekauft, werden die als Gegenleistung gezahlten Beträge, in denen direkt zurechenbare Kosten enthalten sind, nach Abzug von Steuern vom Eigenkapital gekürzt und als eigene Aktien behandelt. Werden eigene Aktien später veräußert oder erneut ausgegeben, wird der Erlös eigenkapitalerhöhend erfasst und der sich aus der Transaktion ergebende Gewinn oder Verlust mit dem Bilanzgewinn verrechnet.

EIGENE AKTIEN

In dem Posten wird der Rückkauf eigener Aktien zum Kurswert bzw. Börsen- oder Marktpreis ausgewiesen.

KAPITALRÜCKLAGE

Die Kapitalrücklage enthält im Wesentlichen den Personalaufwand im Zusammenhang mit gewährten Aktienoptionen, Wandelschuldverschreibungen und Performance Shares sowie den über den Nennwert einer Aktie hinausgehenden Aktienwert von neu geschaffenen Aktien.

NEUBEWERTUNGSRÜCKLAGE

Die Neubewertungsrücklage umfasst im Wesentlichen unrealisierte Gewinne und Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren, die bis zum Verkauf erfolgsneutral bewertet werden.

WÄHRUNGSUMRECHNUNGSDIFFERENZEN

Im Posten Währungsumrechnung sind sämtliche Fremdwährungsdifferenzen enthalten, die nicht ergebniswirksam in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst werden.

BILANZGEWINN

Im Bilanzgewinn werden die jeweiligen Konzern-Jahresergebnisse ausgewiesen und fortgeschrieben. Eine gesonderte Bewertung dieses Postens erfolgt nicht.

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