6 Erläuterung der Passivposten der Bilanz

6.1 VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND ABGEGRENZTE AUFWENDUNGEN

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinslich und haben im Normalfall Zahlungsziele von bis zu 30 Tagen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ergeben sich aus der folgenden Übersicht.

In T € 31.12.2014 31.12.2013
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 569 1.078
Lizenzverbindlichkeiten 89 120
Abgegrenzte Aufwendungen 16.101 15.076
Sonstige Verbindlichkeiten 1.072 916
Gesamt 17.831 17.190

In den abgegrenzten Aufwendungen sind im Wesentlichen abgegrenzte Personalaufwendungen aus Zahlungen an Mitarbeiter und das Management in Höhe von 3,1 Mio. € (31. Dezember 2013: 5,6 Mio. €), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 2,0 Mio. € (31. Dezember 2013: 1,8 Mio. €), externe Laborleistungen in Höhe von 10,5 Mio. € (31. Dezember 2013: 6,8 Mio. €), Lizenzzahlungen in Höhe von 0,4 Mio. € (31. Dezember 2013: 0,5 Mio. €), Prüfungsgebühren und sonstige damit in Verbindung stehende Kosten in Höhe von 0,1 Mio. € (31. Dezember 2013: 0,1 Mio. €) sowie unwesentliche Aufwendungen für Rechtsberatung (31. Dezember 2013: 0,3 Mio. €) enthalten.

Auf der Hauptversammlung der Gesellschaft im Mai 2014 wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC AG), München, zum Abschlussprüfer zu bestellen.

Die PwC AG erhielt von MorphoSys im Geschäftsjahr 2014 Vergütungen in Höhe von 265.483 €, einschließlich der Prüfungshonorare in Höhe von 175.900 €, der Honorare für sonstige Bestätigungs- und Bewertungsleistungen in Höhe von 52.300 €, der Steuerberatungsleistungen in Höhe von 5.855 € sowie der Honorare für sonstige Leistungen in Höhe von 31.428 €.

6.2 RÜCKSTELLUNGEN UND STEUERVERBINDLICHKEITEN

Am 31. Dezember 2014 wies der Konzern Rückstellungen und Steuer­verbindlichkeiten in Höhe von 0,8 Mio. € aus (2013: Gesamtkonzern: 3,6 Mio. €).

Die Steuerverbindlichkeiten enthalten vor allem Aufwendungen für Ertragsteuern. Rückstellungen und Steuerverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2014 sind hinsichtlich ihrer Höhe ungewiss und werden voraussichtlich 2015 in Anspruch genommen.

Die Rückstellungen und Steuerverbindlichkeiten haben sich im Geschäftsjahr 2014 wie folgt verändert.

In T € 01.01.2014 Zugänge Inanspruchnahme Auflösung 31.12.2014
Steuern 2.690 375 2.259 29 777
Sonstige Verpflichtungen 897 379 999 214 63
Gesamt 3.587 754 3.258 243 840

6.3 UMSATZABGRENZUNG

Die Umsatzabgrenzung betrifft Kundenzahlungen, denen noch keine Leistungserbringung gegenüber steht. Die Position hat sich wie folgt entwickelt.

In T € 2014 2013
Anfangsbestand 74.435 6.543
erhaltene Vorauszahlungen im Geschäftsjahr 17.863 91.860
Umsatzrealisierung erhaltener ­Vorauszahlungen aufgrund erbrachter Leistungen im Geschäftsjahr – 33.546 – 23.968
Endbestand 58.752 74.435
davon kurzfristiger Anteil 14.075 15.267
davon langfristiger Anteil 44.677 59.168

6.4 EIGENKAPITAL

6.4.1 GEZEICHNETES KAPITAL

Am 31. Dezember 2014 betrug das gezeichnete Kapital der Gesellschaft einschließlich eigener Aktien 26.456.834 €, was einer Zunahme von 235.952 € gegenüber dem Stand von 26.220.882 € am 31. Dezember 2013 entspricht. Jede Stückaktie des gezeichneten Kapitals gewährt ein Stimmrecht. Infolge der Ausübung von 235.952 dem Vorstand und der Senior Management Group gewährten Wandelschuldverschreibungen stieg das gezeichnete Kapital um 235.952 € bzw. 235.952 Aktien. Der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis der ausgeübten Wandelschuldverschreibungen belief sich auf 16,79 €.

Am 31. Dezember 2014 hielt die Gesellschaft 450.890 eigene Aktien im Wert von 14.251.962 €, ein Zugang gegenüber dem 31. Dezember 2013 (339.890 Aktien, 6.418.018 €) in Höhe von 7.833.944 € durch den Rückkauf von 111.000 eigenen Aktien über die Börse. Die zurückgekauften Aktien können zu allen in der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. Mai 2011 bzw. vom 23. Mai 2014 genannten Zwecken, insbesondere für bestehende und künftige Mitarbeiterbeteiligungsprogramme und/oder als Akquisitionswährung verwendet werden. Sie können aber auch eingezogen werden.

6.4.2 GENEHMIGTES KAPITAL

Im Vergleich zum 31. Dezember 2013 erhöhte sich die Anzahl der genehmigten Stammaktien von 2.335.822 auf 4.957.910, da auf der ordentlichen Hauptversammlung am 23. Mai 2014 das Genehmigte Kapital 2014-I neu geschaffen wurde. Hierbei wird der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 30. April 2019 (einschließlich) das Grundkapital der Gesellschaft einmalig oder mehrmalig um insgesamt bis zu 2.622.088 € durch die Ausgabe von bis zu 2.622.088 neuen und auf den Inhaber lautende Stückaktien zu erhöhen.

6.4.3 BEDINGTES KAPITAL

Im Vergleich zum 31. Dezember 2013 reduzierte sich die Anzahl der bedingten Stammaktien von 8.057.470 auf 7.166.848. Im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung am 23. Mai 2014 wurde das Bedingte Kapital 1999-I in Höhe von 70.329 € sowie das Bedingte Kapital 2008/II in Höhe von 212.077 € aufgehoben und das Bedingte Kapital 2003-II von 725.064 € um 372.264 € auf 352.800 € herabgesetzt. Eine weitere Reduktion des Bedingten Kapitals 2003-II um 235.952 € auf 116.848 € ist auf die Ausübung von 235.952 Wandlungsrechten im Jahr 2014 zurückzuführen. Die Reduzierung durch Ausübung von 235.952 Wandlungsrechten wurde im Januar 2015 zur Eintragung im Handelsregister angemeldet.

6.4.4 EIGENE AKTIEN

In den Jahren 2013 und 2014 hat der Konzern eigene Aktien zurückgekauft. Zusammensetzung und Entwicklung dieser Position sind der nachstehenden Tabelle zu entnehmen.

Anzahl
der Aktien
Aktienwert
Stand am 31.12.2010 79.896 9.774
Erwerb in 2011 84.019 1.747.067
Stand am 31.12.2011 163.915 1.756.841
Erwerb in 2012 91.500 1.837.552
Stand am 31.12.2012 255.415 3.594.393
Erwerb in 2013 84.475 2.823.625
Stand am 31.12.2013 339.890 6.418.018
Erwerb in 2014 111.000 7.833.944
Stand am 31.12.2014 450.890 14.251.962

Der durchschnittliche Aktienkurs, zu dem der Rückkauf im Jahr 2014 erfolgte, lag bei 70,53 € je Aktie (2013: 33,43 € je Aktie). Die Bilanzierung erfolgte zu Anschaffungskosten.

6.4.5 KAPITALRÜCKLAGE

Im Jahr 2013 hatte sich die Kapitalrücklage um 135.718.385 € erhöht. Die Kapitalerhöhungen im September 2013 sowie im Rahmen des Vertrags mit Celgene führten insgesamt zu einer Erhöhung um 124.369.723 €. Zusätzlich führte die Ausübung von Aktienoptionen zu einer Erhöhung um 6.606.570 € und der Personal­aufwand aus anteilsbasierten Vergütungen zu einem Anstieg um 4.742.092 €.

Am 31. Dezember 2014 betrug die Kapitalrücklage 318.375.720 € (31. Dezember 2013: 310.963.651 €). Der Anstieg um insgesamt 7.412.069 € ergab sich aus der Ausübung gewährter Wandelschuldverschreibungen in Höhe von 3.725.682 €. Darüber hinaus erhöhte sich die Kapitalrücklage aus dem Personalaufwand aus anteilsbasierten Vergütungen in Höhe von 3.686.387 €.

IFRSIFRS: International Financial Reporting Standards; EU-weit geltender Rechnungs­legungsstandard seit 2005 2 „Anteilsbasierte Vergütung“ schreibt die Berücksichtigung der Auswirkungen anteilsbasierter Vergütungen vor, wenn der Konzern Güter oder Dienstleistungen erwirbt und im Gegenzug Aktien oder Aktien­optionen („Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente“) bzw. andere Vermögenswerte, die dem Wert einer bestimmten Anzahl von Aktien oder Aktienoptionen entsprechen („Barausgleich“), hingibt. Die wesentliche Auswirkung des IFRS 2 auf den Konzern ergibt sich durch den Aufwand aus der Anwendung eines Optionspreismodells im Zusammenhang mit aktienbasierten Anreizen von Mitarbeitern und Vorstand. Weitere Angaben können den Ziffern 7.1, 7.2 und 7.3 entnommen werden.

6.4.6 NEUBEWERTUNGSRÜCKLAGE

Am 31. Dezember 2014 betrug die Neubewertungsrücklage – 4.642 € (31. Dezember 2013: 240.381 €). Die Reduzierung um insgesamt 245.023 € ergab sich aus der Veränderung des unrealisierten Gewinns aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren und Anleihen in Höhe von 347.517 €, der von den Effekten aus dem eigenkapitalbezogenen Ansatz von latenten Steuern von 102.494 € kompensiert wurde.

6.4.7 WÄHRUNGSUMRECHNUNGSDIFFERENZEN

Die Währungsumrechnungsdifferenzen veränderten sich im Vergleich zum 31. Dezember 2013 von 192.556 € um 101.290 € auf 293.846 € am 31. Dezember 2014. Die Position beinhaltete Wechselkursdifferenzen aus der Neubewertung der in Fremdwährung geführten Abschlüsse von Konzerngesellschaften sowie Differenzen zwischen den in der Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung verwendeten Wechselkursen.

6.4.8 BILANZGEWINN

Der Konzern-Jahresfehlbetrag in Höhe von 3.012.629 € wird im Bilanz­gewinn ausgewiesen. Der Bilanzgewinn reduzierte sich damit von 20.945.968 € im Jahr 2013 auf 17.933.339 € im Jahr 2014.

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