8 Weitere Anhangangaben

8.1 VERPFLICHTUNGEN AUS MIET-, LEASING- UND SONSTIGEN VERTRÄGEN

Der Konzern mietet Einrichtungen und Ausstattungen im Rahmen langfristiger Operating-Leasing-Verträge. In den Geschäftsjahren 2014 und 2013 belief sich der Mietaufwand auf 1.939.537 € und 1.795.316 €. Die wesentlichen Leasingverträge bezogen sich vor allem auf angemietete Gebäude. Der Großteil dieser Verträge kann jährlich oder quartalsweise verlängert werden. Einige der Verträge können vorzeitig gekündigt werden.

Die künftigen Mindestzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasing- und Versicherungsverträgen sowie anderen Dienstleistungen stellen sich wie folgt dar.

In T € Miete und
Leasing 2014
Miete und
Leasing 2013
Sonstige 2014 Sonstige 2013 Gesamt 2014 Gesamt 2013
bis zu 1 Jahr 2.415 2.536 1.057 830 3.472 3.366
15 Jahre 3.142 2.690 5 27 3.147 2.717
mehr als 5 Jahre 0 0 0 0 0 0
Gesamt 5.557 5.226 1.062 857 6.619 6.083

Der Gesamtaufwand aus Operating-Leasing- und Versicherungsverträgen sowie anderen Dienstleistungen belief sich in den Geschäftsjahren 2014 und 2013 auf insgesamt 3.556.243 € bzw. 3.366.291 €.

Des Weiteren können die folgenden zukünftigen Zahlungen aus derzeit aktiven, kündbaren Verträgen für extern vergebene Studien fällig werden. Diese Beträge können jedoch aufgrund der jeweiligen vertraglich vereinbarten Klauseln im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Studie substanziell niedriger ausfallen.

In T € Gesamt 2014
bis zu 1 Jahr 14.865
15 Jahre 53.056
mehr als 5 Jahre 0
Gesamt 67.921

8.2 EVENTUALFORDERUNGEN/-VERBINDLICHKEITEN

Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen auf Basis vergangener Ereignisse, deren Existenz erst durch das Eintreten eines oder mehrerer ungewisser zukünftiger Ereignisse – außerhalb des Einflussbereichs der Gesellschaft – bestätigt wird. Gegenwärtige Verpflichtungen können Eventualverbindlichkeiten darstellen, sofern die Wahrscheinlichkeit des Ressourcenabflusses nicht hinreichend wahrscheinlich für die Rückstellungsbildung ist. Darüber hinaus ist eine ausreichend zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtungen nicht möglich.

Dem Vorstand sind keine Vorgänge bekannt, die für den Konzern zu einer wesentlichen Verpflichtung führen und eine wesentliche nachteilige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben könnten.

Falls bestimmte Meilensteine im Segment Proprietary Development erreicht werden, wie z. B. die Anmeldung eines Klinikgangs (Investigational New Drug – IND) im Zusammenhang mit bestimmten Zielmolekülen, können Meilensteinzahlungen an Lizenzgeber ausgelöst werden. Da jedoch die Zeitpunkte und das Erreichen solcher Meilensteine ungewiss sind, können keine weiteren Details dazu veröffentlicht werden.

Falls bestimmte Meilensteine im Segment Partnered Discovery durch die jeweiligen Partner erreicht werden, wie z. B. die Anmeldung eines Klinikgangs (IND) im Zusammenhang mit bestimmten Zielmolekülen oder die Übertragung einer Technologie, können Meilensteinzahlungen an MorphoSys ausgelöst werden. Da jedoch die Zeitpunkte und das Erreichen solcher Meilensteine ungewiss sind, können keine weiteren Details dazu veröffentlicht werden.

8.3 CORPORATE GOVERNANCE

Der Konzern hat die gemäß § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechens­erklärung einschließlich der Empfehlungen der Regierungskommission für den Deutschen Corporate Governance Kodex für das Geschäftsjahr 2014 abgegeben. Diese Erklärung wurde am 5. Dezember 2014 auf der Internetseite des Konzerns (www.morphosys.de) veröffentlicht und der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht.

8.4 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSABKOMMEN

Der Konzern hat im Rahmen seiner mit Partnern betriebenen Forschungsstrategie sowie seiner firmeneigenen F&E-Maßnahmen eine Reihe von F&E-Vereinbarungen geschlossen.

8.4.1 PROPRIETARY-DEVELOPMENT-SEGMENT

Im Segment Proprietary Development sind die Partnerschaften auf die Ziele des Konzerns für die Entwicklung eigener Medikamente in dessen Kernbereichen Onkologie und entzündliche Erkrankungen ausgerichtet. Zu diesen Partnerschaften zählen (in alphabetischer Reihenfolge): Celgene, Emergent Biosolutions, Galapagos, GlaxoSmithKline, Merck Serono, Temple University und Xencor.

Im Juni 2013 gaben MorphoSys und Celgene Corporation ein weltweites Abkommen über die gemeinsame Weiterentwicklung des Krebsprogramms MOR202 und seine gemeinsame Vermarktung (co-promotion) in Europa bekannt. Bei MOR202 handelt es sich um einen vollständig humanen, monoklonalen AntikörperAntikörper: Proteine des Immunsystems, die ­fremde Antigene erkennen und eine Immunreaktion auslösen gegen das ZielmolekülZielmolekül: Angriffspunkt für therapeutische Intervention, etwa auf der Oberfläche von kranken Zellen (auch: Target) CD38CD38: therapeutisches Zielmolekül zur Behandlung des Multiplen Myeloms und bestimmter Leukämie­formen zur Behandlung des Multiplen Myeloms und anderer Blutkrebsformen. Der Wirkstoff befand sich im Geschäftsjahr 2013 in einer klinischen Phase 1/2a-Studie bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem Multiplem Myelom. MorphoSys und Celgene treiben die weitere Entwicklung von MOR202 in der Indikation Multiples MyelomMultiples Myelom: bösartiger Tumor des Knochenmarks (auch: Plasmozytom) und anderen Indikationen gemeinsam voran und teilen die Entwicklungskosten im Verhältnis 1/3 zu 2/3. Der Vertrag sah eine Einmalzahlung an MorphoSys in Höhe von 70,8 Mio. € vor, und ­Celgene erwarb zusätzlich MorphoSys-Aktien im Wert von 46,2 Mio. €. MorphoSys könnte im Rahmen der Kooperation zusätzliche entwicklungsabhängige sowie regulatorische und umsatzbezogene Meilensteine erhalten sowie gestaffelte, zweistellige Tantiemen aus den Nettoverkäufen außerhalb der für die gemeinsamen Vermarktung ausgewählten europäischen Märkte. MorphoSys erhält 50 % der Erlöse aus den für die gemeinsame Vermarktung vorgesehenen Ländern in Europa.

Im August 2014 gaben MorphoSys und Emergent BioSolutions eine Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung des Wirkstoffs MOR209/ES414 bekannt. Bei dem Wirkstoff handelt es sich um einen bispezifischen anti-PSMA/anti-CD3CD3: Oberflächenantigen auf T-Zellen-Antikörper gegen Prostatakrebs, der von Emergent mit Hilfe ihrer firmeneigenen ADAPTIR™-Plattform (modulare ProteinProtein: Eiweißstoffe; Polymere, bestehend aus Aminosäuren; z. B. Antikörper, Enzyme-Technologie) entwickelt wurde. Im Rahmen der Vereinbarung erhielt MorphoSys die weltweiten Vermarktungsrechte, mit Ausnahme der USA und Kanada. Dort behält Emergent die Vermarktungsrechte. Emergent erhält eine Vorauszahlung in Höhe von 20 Millionen US-Dollar sowie potenzielle Meilensteinzahlungen von bis zu 163 Millionen US-Dollar. Die Meilensteinzahlungen sind an bestimmte Ereignisse gekoppelt, darunter die Entwicklung von MOR209/ES414 in mehreren Indikationen sowie die Zulassung in verschiedenen Märkten. MorphoSys und Emergent werden MOR209/ES414 gemeinsam weiterentwickeln, wobei MorphoSys 64 % der anfallenden Entwicklungskosten übernimmt und Emergent 36 %. Emergent wird das klinische Material in seinen Produk­tionsstätten in Baltimore, Maryland/USA produzieren und bereitstellen. Emergent erhält niedrige einstellige Tantiemen auf Produktverkäufe in MorphoSys’ Verkaufsregionen und MorphoSys wird gestaffelte Tantiemen im mittleren einstelligen Prozentbereich bis hin zu 20 % auf Produktverkäufe in Emergents Verkaufsregionen erhalten.

Im November 2008 haben MorphoSys und Galapagos den Beginn einer langfristig angelegten Zusammenarbeit zur gemeinsamen Medikamentenerforschung und -entwicklung bekannt gegeben. Ziel ist es, neuartige Wirkmechanismen zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen zu erforschen und Antikörpertherapien gegen diese Krankheiten zu entwickeln. Die Vereinbarung umfasst sämtliche Aktivitäten von der Erforschung der Zielmoleküle bis zum Abschluss der klinischen Wirksamkeitsstudie für neuartige therapeutische Antikörper. Im Anschluss an den Nachweis der klinischen Wirksamkeit am Menschen werden die Programme für die weitere Entwicklung, Zulassung und Vermarktung an Partner auslizenziert. Beide Unternehmen haben im Rahmen der Allianz ihre Schlüsseltechnologien und Expertise zur Verfügung gestellt. Galapagos brachte neben seiner auf der Nutzung von Adenoviren basierenden Plattform zur Erforschung neuer Zielmoleküle für die Entwicklung von Antikörpern auch bereits identifizierte Zielmoleküle in die Kooperation ein, die mit Knochen- und Gelenkserkrankungen in Verbindung gebracht werden. MorphoSys stellt seine Antikörpertechnologien zur Herstellung vollständig menschlicher Antikörper gegen diese Zielmoleküle zur Verfügung. Gemäß den Vertragsvereinbarungen tragen Galapagos und MorphoSys die Forschungs- und Entwicklungskosten. Die Zusammenarbeit resultierte im Juli 2014 im Start der präklinischen Entwicklung von MOR106, einem Antikörper aus MorphoSys’ jüngster AntikörperbibliothekAntikörperbibliothek: große Sammlungen von Antikörpern mit unterschiedlicher Aminosäuresequenz YlanthiaYlanthia: neuartige Antikörper­plattform der nächsten Generation von ­MorphoSys gegen ein neuartiges Zielmolekül von Galapagos, welcher nun gemeinsam im Bereich entzündlicher Erkrankungen entwickelt wird.

Im Juni 2013 gab MorphoSys bekannt, dass das Unternehmen ein weltweites Abkommen mit GlaxoSmithKline (GSK) über die Entwicklung und Vermarktung von MOR103 abgeschlossen hat. Bei MOR103 handelt es sich um einen firmeneigenen HuCALHuCAL: Human Combinatorial Antibody Library; von MorphoSys entwickelte Antikörperbibliothek zur raschen Erzeugung von spezifischen und mensch­lichen Antikörpern für alle Anwendungen-Antikörper von MorphoSys gegen das Zielmolekül GM-CSFGM-CSF: Granulozyten-Makrophagen-koloniestimulierender Faktor; Zielmolekül des MOR103-Programms. Gemäß den Vertragsbedingungen übernimmt GSK die Verantwortung für die gesamte Weiterentwicklung und Vermarktung von MOR103. Im Rahmen der Vereinbarung erhielt MorphoSys eine sofortige Vorauszahlung von 22,5 Mio. €. Abhängig vom Erreichen bestimmter Entwicklungsschritte sowie regulatorischer, kommerzieller und umsatzbezogener Meilensteine hat MorphoSys Anspruch auf weitere Zahlungen von GSK in Höhe von bis zu 423 Mio. € sowie auf gestaffelte, zweistellige Tantiemen aus Nettoverkäufen.

Im Juni 2014 gaben MorphoSys und Merck KGaA eine Vereinbarung bekannt, nach der sie therapeutische Antikörper gegen Zielmoleküle der Klasse der Immun-Checkpoints identifizieren und entwickeln wollen. Im Rahmen des Vertrags wollen MorphoSys und Merck Serono, die biopharmazeutische Sparte von Merck, gemeinsam Therapieformen entwickeln, die das Immunsystem dazu anregen sollen, Tumore anzugreifen. MorphoSys wird seine firmeneigene Antikörperbibliothek Ylanthia und weitere Technologie-Plattformen einsetzen, um Antikörper gegen die ausgewählten Zielmoleküle zu generieren. Merck Serono bringt ein breites Portfolio und die Expertise im Bereich der ImmunonkologieImmunonkologie: neue Klasse von Wirksubstanzen, die das Immunsystem im Kampf gegen Tumorzellen aktiviert und klinischer Entwicklung ein und wird die Projektverantwortung ab Phase 1 der klinischen Entwicklung komplett übernehmen.

Im April 2014 vereinbarten MorphoSys und The Moulder Center for Drug Discovery Research, eine Abteilung der School of Pharmacy an der amerikanischen Temple University eine strategische Partnerschaft zur Suche nach neuartigen therapeutischen Antikörperwirkstoffen. Im Rahmen der Kooperation erhielt das Moulder Center Zugang zur Ylanthia-Technologie von MorphoSys, um neue krankheitsrelevante Zielmoleküle validieren und therapeutische Antikörper gegen diese generieren zu können. MorphoSys wiederum hat eine exklusive Option, jeden aus der Zusammenarbeit resultierenden Antikörper weiterentwickeln zu können. Die Abteilung für neue biotherapeutische Wirkstoffsuche am Moulder Center befasst sich mit dem Wirkstoffdesign und der Optimierung von Leitkandidaten in verschiedenen Krankheitsbereichen, darunter Krebs, Morbus Alzheimer, kardiovaskuläre, Stoffwechsel- sowie Virus-Erkrankungen.

Im Juni 2010 unterzeichneten die MorphoSys AG und das in den USA ansässige biopharmazeutische Unternehmen Xencor ein weltweites exklusives Lizenz- und Kooperationsabkommen. Durch das Abkommen erhielt MorphoSys exklusive, weltweite Lizenzrechte an dem Antikörper XmAb5574/MOR208 zur Behandlung von Krebserkrankungen und ­anderen Indikationen. Im Rahmen der Vereinbarung führten die Gesellschaften gemeinsam eine Phase-1/2a-Studie an Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie in den USA durch. Für die weitere klinische Entwicklung nach der erfolgreichen Beendigung der klinischen Phase-1-Studie ist MorphoSys allein verantwortlich. Xencor erhielt von MorphoSys eine Vorauszahlung in Höhe von 13 Mio. US-$ (rund 10,5 Mio. €), die zu den einlizenzierten Forschungsprogrammen aktiviert wurde. Xencor stehen entwicklungs-, zulassungs- und vermarktungsbezogene Meilensteinzahlungen sowie gestaffelte Tantiemen auf Produktverkäufe zu.

Als erste Aktivität im Rahmen der Innovation CapitalInnovation Capital: Investition in Start-Ups, deren Technologien und Produkte zu den Interessen von MorphoSys passen-Initiative gab MorphoSys im November 2012 eine Kooperation mit dem privat geführten Biopharmazieunternehmen Lanthio Pharma bekannt. Das holländische Unternehmen ist auf die Erforschung und Entwicklung von Lanthipeptiden spezialisiert. Bei Lanthipeptiden handelt es sich um eine neuartige Klasse von Therapeutika, die eine hohe ZielmolekülselektivitätZielmolekülselektivität: Kriterium, das beschreibt, ob ein Antikörper neben seinem Zielmolekül auch an andere Strukturen bindet und ­verbesserte Wirkstoffeigenschaften aufweist. Die Technologie LanthioPep von Lanthio Pharma dient der Identifizierung von Peptiden, die an einem spezifischen Angriffspunkt einer Krankheit ansetzen, und stabilisiert sie in der für die Bindung an diesen Rezeptor optimalen Konformation. Im Rahmen ihrer Kooperation haben MorphoSys und Lanthio Pharma ihre Technologien gemeinsam eingesetzt, um hochqualitative und -diverse Lanthipeptidbibliotheken zu erstellen. Im Geschäftsjahr 2014 hat MorphoSys sein Vorzugsrecht auf die exklusive Einlizenzierung der LanthioPep-Technologie zur Wirkstoffforschung ausgeübt.

8.4.2 PARTNERED-DISCOVERY-SEGMENT

In seinen kommerziellen Partnerschaften im Segment Partnered Discovery erhält MorphoSys verschiedene Arten von Zahlungen, die über die Laufzeit der Vereinbarungen verteilt oder bei Erreichen eines vordefinierten Ziels oder Meilensteins in einem Betrag als Umsatzerlöse erfasst werden. Zu diesen Zahlungen zählen Vorauszahlungen bei Unterschriftsleistung, jährliche Lizenzzahlungen als Gegenleistung für den Zugang zu MorphoSys-Technologien und Zahlungen für finanzierte Forschungsarbeit, die bei MorphoSys im Auftrag des Partners durchgeführt werden. Daneben hat MorphoSys Anspruch auf entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe für bestimmte Antikörperwirkstoffprogramme.

Vor dem Geschäftsjahr 2014 war die aktive Zusammenarbeit mit einigen Partnern bereits abgeschlossen, da die ursprünglich vereinbarte Vertragslaufzeit abgelaufen war. In dieser aktiven Phase begonnene Medikamentenentwicklungsprogramme sind jedoch so angelegt, dass sie beim Partner weitergeführt werden und bei der Erreichung von definierten Meilensteinen zu erfolgsabhängigen Zahlungen führen. Detailliertere Angaben zu einzelnen Medikamentenkandidaten innerhalb der verschiedenen Allianzen können – beschränkt auf die für die Öffentlichkeit bestimmten Informationen – dem Abschnitt Forschung und Entwicklung dieses Geschäftsberichts und dem Überblick über die Medikamentenpipeline des Konzerns entnommen werden. Detailliertere Angaben zu den einzelnen Forschungsallianzen des Konzerns stehen auf der Internetseite des Konzerns zur Verfügung.

Zu den Partnerschaften im Segment Partnered Discovery, die bereits vor Beginn des Jahres 2014 beendet waren, in deren Rahmen aber Medikamentenentwicklungsprogramme verfolgt wurden, zählen (in alphabetischer Reihenfolge): Astellas, Bayer Healthcare Pharmaceuticals, Boehringer Ingelheim, Daiichi-Sankyo, F. Hoffmann-La Roche, GPC Biotech, Immunogen, Janssen Biotech, Merck & Co., OncoMed Pharmaceuticals, Pfizer, ­Fibron Ltd. (Überschreibung des Vertrags von Prochon Biotech Ltd.) und Schering-Plough (eine Tochtergesellschaft von Merck & Co.).

Zu den Partnerschaften, die 2014 noch aktiv waren, zählten (in alphabetischer Reihenfolge): ContraFect, GeneFrontier Corporation/Kaneka, Heptares und Novartis. Von diesen Partnerschaften wurde 2014 die Zusammenarbeit mit ContraFect beendet.

MorphoSys befand sich seit Oktober 2013 in einem Schiedsverfahren mit ContraFect Corp. in Bezug auf den im Jahr 2011 abgeschlossenen Vertrag zwischen den beiden Unternehmen. Das von MorphoSys eingeleitete Verfahren führte mittlerweile zu einer Einigung und Beendigung des Lizenzvertrages zum 15. August 2014. Als Teil der Einigung, mit der alle ausstehenden Forderungen und Ansprüche beider Parteien beglichen wurden, leistete ContraFect eine Zahlung in Höhe von 1 Mio. € an MorphoSys. Die Zahlung erfolgte im dritten Quartal 2014.

Im Februar 2013 schloss MorphoSys eine Allianz mit der britischen Heptares Therapeutics Ltd. Die Zusammenarbeit soll neuartige therapeutische Antikörperprojekte gegen Membran-ständige G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCRs) ermöglichen. GPCRs sind für eine Vielzahl von biologischen Prozessen und Erkrankungen ausschlaggebend. Der Vertrag hat Auswirkungen auf beide Segmente des Konzerns. Im Rahmen der Vereinbarung entwickelt Heptares stabilisierte Rezeptoren (StaRs) als Antigene für eine von MorphoSys zu treffende Auswahl an GPCR-Zielmolekülen. MorphoSys kann anschließend seine Ylanthia-Antikörperbibliothek einsetzen, um therapeutische Wirkstoffkandidaten gegen diese Zielmoleküle zu entwickeln. Zwei solcher Projekte befinden sich derzeit in einer frühen Entwicklungsphase. MorphoSys hat das Recht, den Zugang zu diesen Zielmolekülen in Verbindung mit therapeutischen Antikörperprogrammen an Dritte weiter zu lizenzieren. Heptares wird hierfür eine Einmal- sowie Forschungszahlungen erhalten und an zukünftigen Umsätzen aus verbundenen Lizenzverträgen von MorphoSys beteiligt werden. Heptares hat ferner die Möglichkeit, einen therapeutischen Antikörper basierend auf der Ylanthia-Bibliothek von MorphoSys gegen ein eigenes GPCR-Zielmolekül zu entwickeln. In diesem Zusammenhang kann MorphoSys Lizenzzahlungen sowie Meilensteine und Umsatztantiemen erhalten.

Die derzeit umfangreichste Allianz des Konzerns besteht mit der Novartis AG. Beide Parteien haben die Zusammenarbeit im Jahr 2004 begonnen, die bisher zu mehreren derzeit laufenden therapeutischen Antikörperprogrammen gegen eine Reihe von Krankheiten führte. Im Dezember 2007 weiteten MorphoSys und Novartis ihre bisherige Geschäftsverbindung deutlich aus und schlossen eine der umfassendsten strategischen Allianzen für die Erforschung und Entwicklung von Biopharmaka. Über die Vertragsdauer von zehn Jahren belaufen sich die vertraglich zugesicherten jährlichen Zahlungen für Technologiezugang, Internalisierungsgebühren sowie F&E-Leistungen auf mehr als 400 Mio. €. Die Gesamtsumme aus zugesicherten Zahlungen und wahrscheinlichkeitsgewichteten erfolgsabhängigen Meilensteinen, die vom Erfolg der klinischen Entwicklung und der behördlichen Zulassung mehrerer Produkte abhängen, könnte bei voller Vertragslaufzeit der erfolgreichen Kollaboration möglicherweise die Schwelle von 650 Mio. € überschreiten. Neben diesen Zahlungen stehen MorphoSys auch umsatzabhängige Tantiemen und/oder Gewinnbeteiligungen aus zukünftigen Produktverkäufen zu.

Im November 2012 schlossen MorphoSys und Novartis eine Kooperationsvereinbarung über die Nutzung der neuen Technologieplattform Ylanthia ab. Diese Erweiterung der bestehenden strategischen Kooperation stellt den Vermarktungsbeginn von Ylanthia dar und soll noch bessere Antikörperkandidaten hervorbringen, die schneller als bisher möglich entwickelt werden können.

8.5 NACHTRAGSBERICHT

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2014 haben sich keine wesentlichen Änderungen im Branchenumfeld ergeben. Sonstige Vorgänge mit wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind nach Abschluss des Geschäftsjahres ebenfalls nicht eingetreten.

8.6 ERKLÄRUNG DES VORSTANDS

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften der Konzernabschluss ein den tatsäch­lichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Martinsried, den 17. Februar 2015

Dr. Simon Moroney
Vorstandsvorsitzender

Jens Holstein
Finanzvorstand

Dr. Arndt Schottelius
Entwicklungsvorstand

Dr. Marlies Sproll
Forschungsvorstand

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