Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Zum 31. Dezember 2014 hat sich der Konsolidierungskreis des MorphoSys-Konzerns verändert. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2014 umfasst neben der MorphoSys AG die Sloning BioTechnology GmbH sowie die Poole Real Estate Ltd. (vormals Biogenesis UK Ltd.). Weitere Informationen zur Organisationsstruktur des Konzerns finden Sie hier.

Umsatzerlöse

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Konzernumsatzerlöse um 18 % auf 64,0 Millionen Euro (2013: 78,0 Millionen Euro) zurückgegangen. Dieser Rückgang ergab sich vor allem aus den Einmaleffekten im Zusammenhang mit der Auslizenzierung von MOR103 an GlaxoSmithKline sowie aus Lizenzeinnahmen im Zusammenhang mit dem Verkauf der Geschäftseinheit AbD Serotec an Bio-Rad in 2013.

Geografisch gesehen erzielte MorphoSys 29 % bzw. 18,6 Millionen Euro seiner kommerziellen Umsatzerlöse mit Biotechnologie- und Pharmaunternehmen bzw. gemeinnützigen Gesellschaften mit Sitz in Nordamerika und 71 % bzw. 45,4 Millionen Euro mit vornehmlich in Europa und Asien ansässigen Kunden. Im Vergleichszeit-raum des Vorjahres hatten diese Anteile 11 % bzw. 89 % betragen.

SEGMENTE PROPRIETARY DEVELOPMENT UND PARTNERED DISCOVERY

Im Segment Proprietary Development wurden 2014 Umsatzerlöse von 15,0 Millionen Euro erzielt (2013: 26,9 Millionen Euro). Diese stammten im Wesentlichen aus den gemeinsamen Entwicklungsaktivitäten (Co-Development) mit Celgene. Der Rückgang im ­Vergleich zum Vorjahr war im Wesentlichen beeinflusst durch die Verbuchung einer Vorauszahlung im Jahr 2013 im Rahmen der Auslizenzierung des Antikörperprogramms MOR103 an GlaxoSmithKline.

Die Umsatzerlöse des Segments Partnered Discovery enthielten 43,6 Millionen Euro finanzierte Forschungsleistungen und Lizenzeinnahmen (2013: 48,0 Millionen Euro) sowie 5,4 Millionen Euro erfolgsabhängige Zahlungen (2013: 3,0 Millionen Euro). Die erfolgsabhängigen Zahlungen machten 8 % (2013: 4 %) der gesamten Umsatzerlöse der Segmente Proprietary Development und Partnered Discovery aus. Ein Rückgang der Lizenzeinnahmen ergab sich aus einem Einmaleffekt im ersten Halbjahr 2013 im Zusammenhang mit dem Verkauf der Geschäftseinheit AbD Serotec an Bio-Rad. Im Rahmen dieses Verkaufs wurde Bio-Rad auch eine nicht exklusive Lizenz für den Einsatz der HuCALHuCAL: Human Combinatorial Antibody Library; von MorphoSys entwickelte Antikörperbibliothek zur raschen Erzeugung von spezifischen und mensch­lichen Antikörpern für alle Anwendungen-Technologie im Markt für ForschungsreagenzienForschungsreagenzien: Substanzen, die bei Forschungsanwendungen eingesetzt werden und Diagnostik übertragen.

Grafik 06 Umsatzerlöse Proprietary Development und Partnered Discovery

Rund 92 % des Konzernumsatzes entfielen auf die Partner Novartis, Celgene und Centocor (2013: 88 % mit Novartis, GlaxoSmithKline und Bio-Rad).

Legt man die durchschnittlichen Währungsumrechnungskurse für 2013 zugrunde, wären die Umsatzerlöse für die Segmente Proprietary Development und Partnered Discovery unverändert geblieben.

Betriebliche Aufwendungen

Die betrieblichen Aufwendungen stiegen 2014 um 3 % auf 70,1 Millionen Euro (2013: 67,9 Millionen Euro). Die Aufwendungen setzten sich aus den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 56,0 Millionen Euro (2013: 49,2 Millionen Euro) und den Aufwendungen für Allgemeines und Verwaltung in Höhe von 14,1 Millionen Euro (2013: 18,8 Millionen Euro) zusammen.

Die betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich im Segment Pro­prietary Development (2014: 33,5 Millionen Euro; 2013: 27,5 Millionen Euro) und gingen im Segment Partnered Discovery (2014: 23,0 Millionen Euro; 2013: 25,5 Millionen Euro) zurück.

Der Personalaufwand aus anteilsbasierten Vergütungen ist in den Aufwendungen für Allgemeines und Verwaltung sowie im Forschungs- und Entwicklungsaufwand enthalten. Er summierte sich 2014 auf 4,0 Millionen Euro (2013: 5,1 Millionen Euro) und ist nicht zahlungswirksam. Der Rückgang ist bedingt durch eine Anpassung der LTI-Programme aus den Jahren 2011 und 2012 im Jahr 2013.

AUFWENDUNGEN FÜR FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand erhöhte sich 2014 um 6,8 Millionen Euro auf 56,0 Millionen Euro (2013: 49,2 Millionen Euro). Dieser setzte sich zusammen aus Personalaufwendungen (2014: 21,0 Millionen Euro; 2013: 21,2 Millionen Euro), Aufwendungen für externe Laborleistungen (2014: 14,9 Millionen Euro; 2013: 13,0 Millionen Euro), Aufwendungen für immaterielle Vermögenswerte (2014: 8,1 Millionen Euro; 2013: 5,1 Millionen Euro), Aufwendungen für die technische Infrastruktur (2014: 4,1 Millionen Euro; 2013: 4,2 Millionen Euro), Aufwendungen für externe Dienstleistungen (2014: 2,7 Millionen Euro; 2013: 1,1 Millionen Euro), Aufwendungen für Verbrauchsmaterial (2014: 2,3 Millionen Euro; 2013: 2,2 Millionen Euro) sowie aus sonstigen Aufwendungen (2014: 2,9 Millionen Euro; 2013: 2,3 Millionen Euro) zusammen. In den Aufwendungen für immaterielle Vermögenswerte waren in 2014 außerplanmäßige Abschreibungen auf Patente, Lizenzen und Laboreinrichtung in Höhe von 4,1 Millionen Euro enthalten (2013: 1,2 Millionen Euro).

Grafik 07 Ausgewählte F&E-Aufwendungen im Detail

2014 entstanden der Gesellschaft Aufwendungen für die Eigenproduktentwicklung in Höhe von 33,5 Millionen Euro (2013: 27,5 Millionen Euro) sowie für Technologieentwicklung in Höhe von 2,9 Millionen Euro (2013: 4,2 Millionen Euro).

Grafik 08 Aufteilung der F&E-Aufwendungen

AUFWENDUNGEN FÜR ALLGEMEINES UND VERWALTUNG

Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres lagen die Aufwendungen für Allgemeines und Verwaltung mit 14,1 Millionen Euro (2013: 18,8 Millionen Euro) unter dem Vorjahresniveau. Diese setzten sich im Wesentlichen aus Personalaufwendungen (2014: 9,6 Millionen Euro; 2013: 11,3 Millionen Euro), Aufwendungen für externe Dienstleistungen (2014: 2,7 Millionen Euro; 2013: 4,1 Millionen Euro), Aufwendungen für die technische Infrastruktur (2014: 0,8 Millionen Euro; 2013: 1,3 Millionen Euro) sowie aus sonstigen Aufwendungen (2014: 0,8 Millionen Euro; 2013: 1,2 Millionen Euro) zusammen.

Sonstige Erträge und Aufwendungen

Die sonstigen Erträge beliefen sich auf 0,8 Millionen Euro (2013: 0,8 Millionen Euro) und bestanden hauptsächlich aus Währungsgewinnen sowie aus der Wertaufholung von in Vorjahren wert­berichtigten Forderungen aufgrund von Zahlungseingängen. Die sonstigen Aufwendungen von 0,6 Millionen Euro (2013: 0,9 Millionen Euro) setzten sich vor allem aus Währungsverlusten zu­sammen.

EBIT

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf – 5,9 Millionen Euro, im Vorjahr betrug das EBIT 9,9 Millionen Euro. Das EBIT des Geschäftsbereichs Proprietary Development betrug – 18,4 Millionen Euro (2013: – 0,5 Millionen Euro), während der Geschäftsbereich Partnered Discovery ein EBIT von 25,9 Millionen Euro (2013: 25,4 Millionen Euro) erwirtschaftete.

Finanzerträge/-aufwendungen

Die Finanzerträge beliefen sich auf 1,8 Millionen Euro (2013: 0,9 Millionen Euro) und enthielten überwiegend Zinserträge und Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren. Die Finanzaufwendungen in Höhe von 0,2 Millionen Euro (2013: 0,1 Millionen Euro) resultierten vor allem aus Bankgebühren.

Steuern

Der Konzern wies 2014 einen Ertrag aus Ertragssteuern in Höhe von 1,3 Millionen Euro aus (2013: Steueraufwand von 3,3 Millionen Euro), der sich aus laufendem Steueraufwand in Höhe von 0,3 Millionen Euro und einem latenten Steuerertrag in Höhe von 1,6 Millionen Euro zusammensetzte.

Ergebnis aus fortgeführten ­Geschäftsbereichen

Im Jahr 2014 wurde ein Ergebnis nach Steuern von – 3,0 Millionen Euro für die fortgeführten Geschäftsbereiche erwirtschaftet (2013: 7,4 Millionen Euro). Das sich für 2014 ergebende unverwässerte Periodenergebnis je Aktie belief sich auf – 0,12 Euro (2013: 0,30 Euro).

Ergebnis aus dem aufgegebenen ­Geschäftsbereich

2014 wurde im Konzern kein aufgegebener Geschäftsbereich im Sinne des IFRSIFRS: International Financial Reporting Standards; EU-weit geltender Rechnungs­legungsstandard seit 2005 5 und damit auch kein Ergebnis aus einem aufgegebenen Geschäftsbereich ausgewiesen (2013: 6,0 Millionen Euro aus dem Verkauf des überwiegenden Teils des Geschäftsbereichs AbD Serotec an Bio-Rad).

Konzern-Periodenergebnis

Im Jahr 2014 wurde ein Ergebnis nach Steuern von – 3,0 Millionen Euro erwirtschaftet (2013: 13,3 Millionen Euro). Das sich für 2014 ergebende unverwässerte Periodenergebnis je Aktie belief sich auf – 0,12 Euro (2013: 0,54 Euro).

Tabelle 05 Mehrjahresübersicht – Gewinn-und-Verlust-Rechnung

In Mio. € 2014 20131 20121 20111 2010
Umsatzerlöse 64,0 78,0 51,9 82,1 87,0
Herstellungskosten 0 0 0 0 7,3
Bruttogewinn 64,0 78,0 51,9 82,1 79,7
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 56,0 49,2 37,7 55,9 46,9
Aufwendungen für Allgemeines und Verwaltung 14,1 18,8 12,1 14,9 23,2
Sonstige Erträge/Aufwendungen2 0,2 -0,1 0,3 -1,5 0,2
EBIT2,3 -5,9 9,9 2,5 9,8 9,8
Finanzerträge/-aufwendungen2 1,6 0,8 0,6 1,4 3,4
Ertrag (+)/Aufwand (–) aus Ertragsteuern 1,3 -3,3 -0,7 -3,0 -4,0
Ergebnis aus den fortgeführten Geschäftsbereichen -3,0 7,4 2,4 8,2 9,2
Ergebnis aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich1 0 6,0 -0,4 0,01 0
Konzernjahresfehlbetrag (–)/-überschuss (+) -3,0 13,3 1,9 8,2 9,2

1Aufgrund der im Dezember 2012 vereinbarten Übernahme des überwiegenden Teils des Segments AbD Serotec werden ab dem Jahr 2011 die mit der Transaktion zusammenhängenden Posten der Gewinn-und-Verlust-Rechnung in einer Summe im „Ergebnis aus dem aufgegebenen Geschäfts­bereich“ ausgewiesen. Die übrigen Posten enthalten die Werte der fortgeführten Geschäftsbereiche.
2Um die Vergleichbarkeit mit der Peergroup zu erhöhen, hat MorphoSys die Struktur seiner Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Jahr 2012 umgestellt und zeigt nun das EBIT anstelle des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.
32010: Ergebnis der operativen Geschäftstätigkeit.

Finanzlage

GRUNDLAGEN DES FINANZMANAGEMENTS

Die oberste Zielsetzung des Finanzmanagements bei MorphoSys ist, zu jeder Zeit ausreichend Liquiditätsreserven für branchenspezifische Fluktuation und das anhaltende Wachstum der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Die wichtigsten Quellen hierfür sind die operativen Geschäftstätigkeiten der einzelnen Gesellschaftsteile und die daraus resultierenden Cash-Zuflüsse. Zur Ermittlung des Liquiditätsbedarfs werden Szenario- und CashflowCashflow: Kennzahl der Kapitalfluss­rech­nung zur Beurteilung der Finanz- und Ertragskraft-Planungen eingesetzt.

CASHFLOWS

2014 betrug der Netto-Finanzmittelabfluss aus operativer Tätigkeit 14,2 Millionen Euro (2013: Finanzmittelzufluss von 89,1 Millionen Euro).

2014 investierte die Gesellschaft in diverse Finanzanlagen, wie zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere und Anleihen, kurzfristige Handelspapiere und Festgelder. Diese Investitionen resultierten in einem Finanzmittelabfluss in Höhe von 21,5 Millionen Euro (2013: Finanzmittelabfluss von 193,9 Millionen Euro).

Aus Finanzierungstätigkeiten ergab sich 2014 ein Finanzmittelabfluss von 3,9 Millionen Euro (2013: Finanzmittelzufluss von 130,6 Millionen Euro).

INVESTITIONEN

MorphoSys tätigte 2014 Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 2,9 Millionen Euro (2013: 1,0 Millionen Euro). Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen beliefen sich 2014 auf 1,4 Millionen Euro gegenüber 1,5 Millionen Euro im Jahr 2013.

2014 investierte die Gesellschaft 17,6 Millionen Euro in immaterielle Vermögenswerte (2013: 4,5 Millionen Euro). Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte beliefen sich in 2014 auf 2,7 Millionen Euro und lagen damit unter dem Niveau des Vorjahres (2013: 3,3 Millionen Euro). 2014 wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Patente, Lizenzen und Laboreinrichtung in Höhe von 4,1 Millionen Euro (2013: 1,1 Millionen Euro auf Patente und Lizenzen) vorgenommen.

LIQUIDITÄT

Am 31. Dezember 2014 verfügte das Unternehmen über liquide Mittel und marktgängige Wertpapiere sowie andere finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 352,8 Millionen Euro, verglichen mit 390,7 Millionen Euro am 31. Dezember 2013.

Dieser Betrag gliederte sich auf in Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 32,2 Millionen Euro (31. Dezember 2013: 71,9 Millionen Euro), marktgängige Wertpapiere und Anleihen in Höhe von 113,5 Millionen Euro (31. Dezember 2013: 199,5 Millionen Euro) sowie weitere finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 157,0 Millionen Euro (31. Dezember 2013: 119,3 Millionen Euro), die unter Zuordnung zur Kategorie „Kredite und Forderungen“ unter den sonstigen Forderungen in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden. Weitere Investments der Kategorie „Kredite und Forderungen“ in Höhe von 50,0 Millionen Euro wurden zum 31. Dezember 2014 als sonstige Forderungen unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen (31. Dezember 2013: 0 Millionen Euro).

Der Rückgang der liquiden Mittel und marktgängigen Wertpapiere sowie anderer finanzieller Vermögenswerte um 37,9 Millionen Euro war im Wesentlichen auf den Verbrauch von Zahlungsmitteln für die operative Tätigkeit im Jahr 2014 sowie die Zahlung an Emergent zurückzuführen.

Tabelle 06 Mehrjahresübersicht – Finanzlage

In Mio. € 2014 2013 2012 2011 2010
Mittelzu-/-abfluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit1 -14,2 89,1 1,8 27,1 1,9
Mittelzu-/-abfluss aus Investitionstätigkeit -21,5 -193,9 -12,1 -18,1 -2,0
Mittelzu-/-abfluss aus Finanzierungstätigkeit1 -3,9 130,6 1,6 1,3 2,3
Liquide Mittel (zum 31. Dezember)2 32,2 71,9 40,7 54,6 44,1
Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar 106,0 188,4 79,7 79,8 64,3
Anleihen, zur Veräußerung verfügbar 7,5 11,1 0 0 0
Kurzfristige Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie „Kredite und Forderungen“ 157,0 119,3 10,0 0 0
Langfristige Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie „Kredite und Forderungen“ 50,0 0 0 0 0

1Im Jahr 2011 wurden Käufe von derivativen Finanzinstrumenten und Erlöse aus dem Verkauf der derivativen Finanzinstrumente innerhalb der Kapitalflussrechnung aus der Finanzierungstätigkeit in die operative Geschäftstätigkeit umgegliedert. Um vergleichende Informationen für das Vorjahr zu bieten, wurden die Zahlen für das Jahr 2010 entsprechend angepasst.
2Im Jahr 2012 wurden 5,3 Millionen Euro der liquiden Mittel in den Vermögenswerten, die zu einer als zur Veräußerung gehalten eingestuften ­Veräußerungsgruppe gehören, ausgewiesen.

Vermögenslage

AKTIVA

Die Bilanzsumme lag am 31. Dezember 2014 mit 426,5 Millionen Euro um 21,2 Millionen Euro unter dem Wert vom 31. Dezember 2013 (447,7 Millionen Euro). Der Rückgang der kurzfristigen Vermögenswerte um 84,2 Millionen Euro war im Wesentlichen das Ergebnis des Verbrauchs von Zahlungsmitteln für die operative Tätigkeit im Jahr 2014 sowie der Anlage in langfristige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 50,0 Millionen Euro.

Der überwiegende Teil der Barmittel wurde in verschiedenen Wertpapieren angelegt. Zum 31. Dezember 2014 war ein Betrag in Höhe von 106,0 Millionen Euro (31. Dezember 2013: 188,4 Millionen Euro) in verschiedenen Geldmarktfonds investiert, die im Posten „Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar“ ausgewiesen sind. Der Posten „Anleihen, zur Veräußerung verfügbar“ enthielt Anleihen in Höhe von insgesamt 7,5 Millionen Euro (31. Dezember 2013: 11,1 Millionen Euro).

Die sonstigen Forderungen stiegen von 119,5 Millionen Euro zum 31. Dezember 2013 auf 157,1 Millionen Euro. Dieser Posten enthielt im Wesentlichen verschiedene Investments, die der Kategorie „Kredite und Forderungen“ zuzuordnen waren. Der zum 31. Dezember 2013 auf einem Treuhandkonto einbehaltene Kaufpreis in Höhe von 4,7 Millionen Euro für den veräußerten Geschäftsbereich AbD Serotec wurde im dritten Quartal 2014 freigegeben.

Gegenüber dem 31. Dezember 2013 erhöhten sich die langfristigen Vermögenswerte um 63,0 Millionen Euro, vor allem aufgrund einer langfristigen Anlage finanzieller Mittel in Höhe von 50,0 Millionen Euro und aufgrund des Anstiegs der in Entwicklung befindlichen immateriellen Vermögenswerte um 15,4 Millionen Euro durch die Zahlung an Emergent. Dieser Anstieg wurde zum Teil durch außerplanmäßige Abschreibungen von 4,1 Millionen Euro auf Patente, Lizenzen und Laboreinrichtung kompensiert.

VERBINDLICHKEITEN

Der Rückgang der kurzfristigen Verbindlichkeiten von 35,4 Millionen Euro am 31. Dezember 2013 auf 32,7 Millionen Euro am 31. Dezember 2014 ergab sich vor allem aus dem Rückgang der Posten „Steuerverbindlichkeiten“ um 1,9 Millionen Euro sowie der „Umsatzabgrenzung“ um 1,2 Millionen Euro. Eine teilweise Kompensation erfolgte durch den Anstieg der „Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und abgegrenzte Aufwendungen“ um 0,6 Millionen Euro

Die langfristigen Verbindlichkeiten (31. Dezember 2014: 45,0 Millionen Euro; 31. Dezember 2013: 60,1 Millionen Euro) reduzierten sich im Vergleich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2013 um 15,1 Millionen Euro, im Wesentlichen durch den Rückgang der Umsatzabgrenzung.

EIGENKAPITAL

Am 31. Dezember 2014 belief sich das Konzerneigenkapital auf 348,8 Millionen Euro, verglichen mit 352,1 Millionen Euro am 31. Dezember 2013.

Die Zahl der ausgegebenen Aktien betrug zum 31. Dezember 2014 insgesamt 26.456.834, von denen sich 26.005.944 im Umlauf befanden (31. Dezember 2013: 26.220.882 bzw. 25.880.992 Aktien).

Im Vergleich zum 31. Dezember 2013 erhöhte sich die Anzahl der genehmigten Stammaktien von 2.335.822 auf 4.957.910, da auf der ordentlichen Hauptversammlung am 23. Mai 2014 das Genehmigte Kapital 2014-I neu geschaffen wurde. Die Anzahl der bedingten Stammaktien verringerte sich im Gegenzug von 8.057.470 auf 7.166.848, da das Bedingte Kapital 1999-I in Höhe von 70.329 Euro sowie das Bedingte Kapital 2008/II in Höhe von 212.077 Euro aufgehoben und das Bedingte Kapital 2003-II von 725.064 Euro um 372.264 Euro auf 352.800 Euro herabgesetzt wurde. Eine weitere Reduktion des Bedingten Kapitals 2003-II um 235.952 Euro auf 116.848 Euro ist auf die Ausübung von 235.952 Wandlungsrechten im Jahr 2014 zurückzuführen. Die Reduzierung durch Ausübung von 235.952 Wandlungsrechten wurde im Januar 2015 zur Eintragung im Handelsregister angemeldet.

Zum 31. Dezember 2014 erhöhte sich der Wert der eigenen Aktien um 7.833.944 Euro auf 14.251.962 Euro im Vergleich zum 31. Dezember 2013 durch den Rückkauf von 111.000 eigenen Aktien durch MorphoSys über die Börse. Zum 31. Dezember 2014 waren somit 450.890 eigene Aktien im Besitz von MorphoSys (31. Dezember 2013: 339.890).

Finanzierung

Am 31. Dezember 2014 belief sich die Eigenkapitalquote der Gesellschaft auf 82 %, verglichen mit 79 % am 31. Dezember 2013. Der Konzern finanziert sich derzeit nicht über Finanzschulden.

Außerbilanzielle Finanzierung

MorphoSys nutzt keinerlei außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie den Verkauf von Außenständen, durch Vermögenswerte besicherte Wertpapiere („Asset-backed Securities“), „Sale and Lease back“-Transaktionen oder Eventualverbindlichkeiten in Verbindung mit nicht-konsolidierten Zweckgesellschaften.

Bonitätseinstufung

MorphoSys wird gegenwärtig von keiner Agentur auf seine Kreditwürdigkeit hin beurteilt.

Tabelle 07 Mehrjahresübersicht – Bilanzstruktur1

In Mio. € 31.12.2014 31.12.2013 31.12.2012 31.12.2011 31.12.2010 31.12.2009
Aktiva
Kurzfristige
Vermögenswerte
322,4 406,6 142,9 153,9 132,5 155,6
Langfristige
Vermögenswerte
104,1 41,1 40,6 73,7 77,3 50,5
Vermögenswerte, die einer als zur Veräußerung gehalten eingestuften Veräußerungsgruppe angehören 0 0 40,9 0,8 0 0
Gesamt 426,5 447,7 224,3 228,4 209,8 206,1
Passiva
Kurzfristige
Verbindlichkeiten
32,7 35,4 11,9 23,8 21,4 24,3
Langfristige
Verbindlichkeiten
45,0 60,1 6,6 7,5 2,5 7,9
Verbindlichkeiten, die im Zusammenhang mit langfristigen zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten stehen 0 0 3,7 0 0 0
Eigenkapital 348,8 352,1 202,0 197,1 185,9 173,9
Gesamt 426,5 447,7 224,3 228,4 209,8 206,1

1Eventuelle Differenzen sind rundungsbedingt.

Vergleich von tatsächlichem und ­prognostiziertem Geschäftsverlauf

MorphoSys zeigte im Berichtsjahr 2014 eine sehr erfreuliche Finanzleistung. Das zu Beginn des Geschäftsjahres veröffentlichte Umsatz- und Ergebnisziel erhöhte die Gesellschaft im Oktober anlässlich geringer als erwartet ausfallender Entwicklungskosten sowie einer Meilensteinzahlung durch einen Partner, die sich direkt auf das Ergebnis auswirkten.

Die detaillierten Vergleiche von prognostizierten Zielen und Ergebnissen sind Tabelle 8 zu entnehmen.

Tabelle 08 Vergleich von tatsächlichem und ­prognostiziertem ­Geschäftsverlauf

Ziele 2014 Ergebnisse 2014
Finanzziele Konzernumsatz am oberen Ende der Spanne ­zwischen 58 Mio. € und 63 Mio. €(ursprüngliche Prognose 58 Mio. € bis 63 Mio. €, Konkretisierung am 22. Oktober 2014 auf das obere Ende der Spanne) Konzernumsatz von 64,0 Mio. €



Investitionen in firmeneigene Produkte und Technologien in Höhe von 36 Mio. € bis 41 Mio. € Investitionen in firmeneigene Produkte und ­Technologien in Höhe von 36,5 Mio. €
EBIT von – 5 Mio. € bis – 8 Mio. €
(ursprüngliche Prognose – 11 Mio. € bis – 16 Mio. €, Anpassung am 22. Oktober 2014)
EBIT von – 5,9 Mio. €

Eigene F&E MOR103 (auslizenziert an GSK)
  • Präsentation von Daten aus Phase 1b-Studie in multipler Sklerose (MS)
MOR103
  • Präsentation der klinischen Daten aus der Phase 1b-Studie in MS auf dem ACTRIMS-
    ECTRIMS-Meeting im September
  • Übergang der kompletten Verantwortung für Weiterentwicklung auf GlaxoSmithKline mit Abschluss der Studie
MOR202
  • Daten der Phase 1/2a-Studie in multiplem ­Myelom
  • Planung weiterer Studien gemeinsam mit ­Partner Celgene

MOR202
  • Daten der Phase 1/2a-Studie in multiplem ­Myelom für 2015 erwartet
  • Erweiterung des klinischen Entwicklungsplans in multiplem Myelom mit Partner Celgene ­beschlossen: Pomalidomid als neuer Kombinationspartner
MOR208
  • Abschluss und vorläufige Daten aus Phase 2-Studie in B-ALL im zweiten Halbjahr 2014
  • Fortführung der Phase 2-Studie in NHL, ­vorläufige Daten vor Jahresende

MOR208
  • Präsentation der finalen Daten der Phase 1/2a-Studien in CLL/SLL auf der ASH-Jahreskonferenz
  • Präsentation der klinischen Phase 2-Daten
    der NHL-Monotherapie auf der ASH-Jahres­konferenz
Partner-Pipeline Fortschritt bei Entwicklungsprogrammen
mit Partnern











  • Nettozunahme um neun Partnerprogramme
  • Beginn einer Phase 1-Studie eines HuCAL-
    Antikörpers durch Partner Novartis gegen ­entzündliche Erkrankungen
  • Beginn einer Phase 1-Studie eines HuCAL-
    Antikörpers durch Partner Novartis im Bereich diabetische Augenerkrankungen
  • Beginn einer Phase 1-Studie eines HuCAL-
    Antikörpers durch Partner Novartis im Bereich Onkologie
  • Beginn von Phase 3-Studien mit dem HuCAL-Antikörper Guselkumab (CNTO1959) in moderater bis schwerer Schuppenflechte durch Partner Janssen Biotech

Beurteilung des Geschäftsverlaufs durch den Vorstand

Der Vorstand blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2014 für den MorphoSys-Konzern zurück. Wie beabsichtigt, konnte MorphoSys seine Pipeline weiter ausbauen und die laufenden Programme schritten erfolgreich voran. Aus den weiter fortgeschrittenen Studien konnte eine ganze Reihe aussichtsreicher Ergebnisse bekannt gegeben werden. Sein eigenes Portfolio stärkte MorphoSys unter anderem durch die Einlizenzierung des vielversprechenden Produktkandidaten MOR209/ES414 von Emergent BioSolutions und den Erwerb der Lanthipeptid-Technologie zur Medikamentenentwicklung von Lanthio Pharma. Gleich mehrere Kooperationen in diesem Jahr belegten, dass die YlanthiaYlanthia: neuartige Antikörper­plattform der nächsten Generation von ­MorphoSys-Technologie von MorphoSys das Potenzial hat, klar differenzierte Antikörper gegen ausgewählte Zielmoleküle zu gewinnen, darunter eine umfangreiche Allianz mit Merck Serono im Bereich der ImmunonkologieImmunonkologie: neue Klasse von Wirksubstanzen, die das Immunsystem im Kampf gegen Tumorzellen aktiviert.

Im Geschäftssegment Partnered Discovery entwickelten sich die von Partnern initiierten Projekte insgesamt ebenfalls gut. Allerdings stellte MorphoSys’ Partner Roche kurz vor Jahresende eine von drei laufenden Phase 3-Studien mit dem Alzheimer-Wirkstoff Gantenerumab ein. Dadurch wird sich eine mögliche Marktzulassung von Gantenerumab voraussichtlich um einige Jahre verzögern. Dieses Ereignis unterstrich jedoch die Vorteile einer breiten Pipeline an Entwicklungskandidaten, wie sie MorphoSys dank seines Geschäftsmodells vorweisen kann.

Im Geschäftsjahr 2014 beträgt der Umsatz des MorphoSys-Konzerns 64,0 Millionen Euro. Mit einem EBIT von – 5,9 Millionen Euro verließ das Unternehmen wie angekündigt die Profitabilität zugunsten des verstärkten Aufbaus seiner eigenen Forschungspipeline. Die Eigenkapitalquote von 82 % und eine Liquiditätsposition von 352,8 Millionen Euro belegen die solide finanzielle Situation des Unternehmens.

Das Segment Partnered Discovery erwirtschaftete im Berichtsjahr erneut den größten Beitrag zum Geschäftserfolg. Das Segment Proprietary Development realisierte durch die 2013 geschlossenen Partnerschaften mit GlaxoSmithKline und Celgene ebenfalls Umsatzerlöse. Aufgrund des erfolgreichen Geschäftsverlaufs beider Geschäftssegmente konnte MorphoSys weiterhin signifikant in seine eigene Produkt- und Technologieentwicklung investieren.

Diese Investitionen schlugen sich direkt in der Produktpipeline nieder. MorphoSys’ eigene Programme und auch die Partner-Pipeline zeigten große Fortschritte. Janssen brachte den HuCAL-Antikörper Guselkumab in die Phase 3, wodurch sich bereits drei Programme von MorphoSys in zulassungsrelevanten Studien befinden.

Bilanzielle Ermessensentscheidungen

Im Konzernabschluss 2014 wurden keine Bilanzierungsgrundsätze angewendet oder damit zusammenhängende Optionen ausgeübt, die sich von denen der Vorjahre unterscheiden und die, wenn sie angewendet oder anders ausgeübt worden wären, eine bedeutsame Auswirkung auf die Vermögens- und Finanzlage sowie die Bilanzstruktur gehabt hätten. Informationen zu den Auswirkungen des Einsatzes von Schätzungen, Annahmen und Beurteilungen durch den Vorstand sind im Anhang zum Konzernabschluss zu finden.

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