5 Erläuterungen der Posten der Gewinn-und-Verlust-Rechnung

5.1 UMSATZERLÖSE

2015 beinhalteten die Umsätze Lizenzgebühren und Meilensteinzahlungen in Höhe von 85,4 Mio. € (2014: 43,5 Mio. €). Hierzu trugen das Segment Proprietary Development 59,2 Mio. € (2014: 14,4 Mio. €) und das Segment Partnered Discovery 26,2 Mio. € (2014: 29,1 Mio. €) bei.

Von den Umsatzerlösen aus Servicegebühren in Höhe von insgesamt 20,8 Mio. € (2014: 20,5 Mio. €) entfielen auf das Segment Proprietary Development 0,7 Mio. € (2014: 0,6 Mio. €) und auf das Segment Partnered Discovery 20,1 Mio. € (2014: 19,9 Mio. €).

5.2 BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

5.2.1 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die Kosten für Forschung und Entwicklung setzen sich wie folgt zu­sammen.

In T € 2015 2014
Personalkosten 25.557 21.048
Verbrauchsmaterial 2.971 2.327
Operative Kosten 3.352 2.863
Abschreibungen und sonstige ­Aufwendungen für immaterielle Wirtschaftsgüter 7.177 8.050
Externe Dienstleistungen 34.411 17.549
Infrastrukturkosten und ­Abschreibungen 5.188 4.126
Gesamt 78.656 55.963

In Mio. € 2015 2014 2013 2012 2011
F&E-Aufwendungen im Auftrag von Partnern 22,1 19,5 17,5 16,0 19,1
Aufwendungen für Eigenentwicklung 54,1 33,6 27,5 18,1 33,9
Aufwendungen für Technologieentwicklung 2,5 2,9 4,2 3,6 2,9
Gesamt F&E 78,7 56,0 49,2 37,7 55,9

5.2.2 ALLGEMEINES UND VERWALTUNG

Die Kosten für Allgemeines und Verwaltung setzen sich wie folgt zusammen.

In T € 2015 2014
Personalkosten 10.354 9.612
Verbrauchsmaterial 77 77
Operative Kosten 913 835
Abschreibungen auf immaterielle Wirtschaftsgüter 109 129
Externe Dienstleistungen 2.643 2.685
Infrastrukturkosten und ­Abschreibungen 976 808
Gesamt 15.072 14.146

5.2.3 PERSONALAUFWAND

Die Personalkosten setzen sich wie folgt zusammen.

In T € 2015 2014
Löhne und Gehälter 26.559 22.353
Sozialversicherungsabgaben 4.271 3.689
Personalaufwand aus ­Aktienoptionen 3.559 3.959
Zeitpersonal (extern) 610 200
Sonstige 912 459
Gesamt 35.911 30.660

In den Jahren 2015 und 2014 enthielt der sonstige Personalaufwand im Wesentlichen Kosten für Personalbeschaffung.

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während des Geschäftsjahres 2015 betrug 356 (2014: 315). Von den 365 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am 31. Dezember 2015 (31. Dezember 2014: 329) waren 305 in der Forschung und Entwicklung (31. Dezember 2014: 274) sowie 60 (31. Dezember 2014: 55) in Allgemeines und Verwaltung beschäftigt. Am 31. Dezember 2015 waren 132 im Segment Proprietary Development und 176 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Segment Partnered Discovery beschäftigt; 57 waren keinem bestimmten Bereich zugeordnet (31. Dezember 2014: 105 im Segment Proprietary Development und 169 im Segment Partnered Discovery; 55 waren nicht zugeordnet). Die Kosten für beitragsorientierte Versorgungszusagen beliefen sich 2015 auf 0,5 Mio. € (2014: 0,4 Mio. €).

5.3 SONSTIGE ERTRÄGE UND AUFWENDUNGEN, FINANZ­ERTRÄGE UND FINANZAUFWENDUNGEN

Die sonstigen Erträge und Aufwendungen sowie Finanzerträge und -aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen.

In T € 2015 2014
Gewinn aus Neubewertung von ­Beteiligungen 4.495 0
Forschungszuschüsse 359 127
Währungsgewinne 306 422
Wertaufholung von in Vorjahren wertberichtigten Forderungen 0 202
Sonstige Einnahmen 338 31
Sonstige Erträge 5.498 782
Währungsverluste – 460 – 449
Wertberichtigung von sonstigen Forderungen – 214 0
Sonstige Ausgaben – 85 – 101
Sonstige Aufwendungen – 759 – 550
Realisierter Gewinn aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren 94 761
Zinserträge 1.907 1.004
Gewinn aus der
Währungsabsicherung
1.826 45
Finanzerträge 3.827 1.810
Zinsaufwendungen – 20 – 118
Verlust aus der Währungsabsicherung – 287 – 6
Bankgebühren – 34 – 63
Realisierter Verlust aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren – 95 – 33
Finanzaufwendungen – 436 – 220
Gesamt 8.130 1.822

5.4 AUFWAND UND ERTRAG AUS ERTRAGSTEUERN

Die MorphoSys AG und ihr deutsches Tochterunternehmen Sloning BioTechnology GmbH unterliegen der Körperschaftsteuer, dem Solidaritätszuschlag und der Gewerbesteuer. Der Körperschaftsteuersatz der Gesellschaft blieb ebenso unverändert (15,0 %) wie der Solidaritätszuschlag (5,5 %) und der effektive Gewerbesteuersatz (10,5 %). Ab dem Geschäftsjahr 2016 wird sich der effektive Gewerbesteuersatz auf 10,85 % erhöhen.

Die niederländischen Gesellschaften Lanthio Pharma B.V. und LanthioPep B.V. unterliegen einem Ertragsteuersatz von 25 % auf Einkünfte von mehr als € 200.000 pro Jahr, geringere Einkünfte werden mit 20 % besteuert. Unter bestimmten Bedingungen kann im Rahmen der sog. „Innovation Box“ ein Steuersatz von 5 % anwendbar sein.

Die Ertragsteuern des abgelaufenen Geschäftsjahres setzten sich wie folgt zusammen.

In T € 2015 2014
Laufender Steueraufwand für das abgelaufene Jahr (davon für Vor­perioden: 3 T€; 2014: 6 T€) – 4.182 – 283
Latenter Steuerertrag (+)/-aufwand (–) – 1.543 1.579
Gesamter Steuerertrag (+)/-aufwand (–) – 5.725 1.296
Gesamtbetrag laufender Steuern aus Posten, die direkt im Eigen­kapital erfasst werden – 1 0
Gesamtbetrag laufender Steuern aus Posten, die direkt im Sonstigen Ergebnis erfasst werden 38 – 15
Gesamtbetrag latenter Steuern aus Posten, die direkt im Sonstigen Ergebnis erfasst werden 35 17
Gesamtbetrag der Steuer-Effekte aus Posten, die direkt im Eigen­kapital oder Sonstigen Ergebnis erfasst werden 72 2

Die folgende Übersicht leitet den erwarteten Ertragsteueraufwand zum effektiven Ertragsteueraufwand über, wie er im Konzernabschluss ausgewiesen wird. Bei der Ermittlung der gesetzlichen Ertragsteuern wurde im Geschäftsjahr 2015 der kombinierte Ertragsteuersatz von 26,33 % (2014: 26,33 %) auf das Ergebnis vor Steuern angewendet. Dabei werden neben der Körperschaftsteuer von 15,0 %, der Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer und der durchschnittliche Gewerbesteuersatz von 10,5 % im Konzern berücksichtigt.

In T € 2015 2014
Ergebnis vor Ertragsteuern 20.626 – 4.309
Erwarteter Steuersatz 26,33 % 26,33 %
Erwartete Ertragsteuer – 5.431 1.134
Ursachen der Steuereffekte
Aktive latente Steuern auf steuer­liche Verlustvorträge 0 629
Aktienbasierte Vergütung – 221 – 424
Steuerlich nicht abzugsfähige ­Posten – 1.039 – 179
Unterschiede bei erfolgsneutralen Anpassungen 1.689 107
Nicht-Ansatz von aktiven latenten Steuern auf Jahresfehlbeträge – 684 0
Auswirkung von abweichenden Steuersätzen – 28 0
Auswirkung von Steuersatz­änderungen – 4 0
Steuern für Vorjahre – 3 – 6
Sonstige Effekte – 4 35
Effektive Ertragsteuern – 5.725 1.296

Zum 31. Dezember 2015 wurden aufgrund der für die Geschäftsjahre 2016 bis 2020 erwarteten positiven Geschäftsentwicklung der Sloning BioTechnology GmbH aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 1,2 Mio. € gebildet (31. Dezember 2014: 1,8 Mio. €). Die steuerlichen Verlustvorträge können auf unbestimmte Zeit und in vollem Umfang vorgetragen werden. Seit dem Jahr 2004 begrenzt das deutsche Steuerrecht die Verrechnung von zu versteuerndem Einkommen mit bestehenden steuerlichen Verlustvorträgen auf einen Betrag von 1,0 Mio. € zuzüglich 60 % des diesen Betrag von 1,0 Mio. € übersteigenden zu versteuernden Einkommens.

Zum 31. Dezember 2015 wurden aufgrund der für die Geschäftsjahre 2016 bis 2020 erwarteten negativen Geschäftsentwicklung der Lanthio Gruppe keine aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 8,6 Mio. € gebildet.

Am 31. Dezember 2014 wurden aufgrund der für die Geschäftsjahre 2015 bis 2019 erwarteten positiven Geschäftsentwicklung der MorphoSys AG aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 1,2 Mio. € gebildet, die im Jahr 2015 in voller Höhe verbraucht wurden.

Die aktiven und passiven latenten Steuern setzen sich im Wesentlichen wie folgt zusammen.

In T €, zum 31. Dezember Aktive latente Steuern 2015 Aktive latente Steuern 2014 Passive ­latente ­Steuern 2015 Passive ­latente ­Steuern 2014
Immaterielle Vermögenswerte 0 0 8.685 1.829
Forderungen und sonstige Vermögenswerte 0 0 200 0
Aktive Rechnungsabgrenzung 0 0 4 7
Investitionen in kurzfristige Wertpapiere 90 54 54 37
Rückstellungen 921 533 0 0
Steuerliche Verluste 1.222 3.023 0 0
Gesamt 2.233 3.610 8.943 1.873
Veränderung der latenten Steuern in 2015
In T€, zum
31. Dezember
Erfasst in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung Ertrag (+)/Aufwand (–) Erfasst im Sonstigen Ergebnis Erstansatz von latenten Steuern aus Unternehmens­zusammenschlüssen
Immaterielle Vermögenswerte 197 0 – 7.053
Forderungen und sonstige Vermögenswerte – 206 0 6
Aktive Rechnungsabgrenzung 3 0 0
Investitionen in kurzfristige Wertpapiere 0 19 0
Rückstellungen 263 0 125
Steuerliche Verluste – 1.801 0 0
Gesamt – 1.544 19 – 6.922

Zum 31. Dezember 2015 bestanden temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen (sog. Outside Basis Differences) in Höhe von 0,3 Mio. €, für die keine passiven latenten Steuern gebildet wurden.

5.5 ERGEBNIS/KONZERNÜBERSCHUSS JE AKTIE

Die Ermittlung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie beruht auf einem Konzernjahresüberschuss für 2015 in Höhe von 14.900.768 € (2014: Konzernjahresfehlbetrag 3.012.629 €) und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl in Umlauf befindlicher Stammaktien für die betreffenden Jahre (2015: 26.019.855; 2014: 25.903.995).

Die gewichtete durchschnittliche Anzahl der Stammaktien ermittelte sich wie folgt.

2015 2014
Stand der ausgegebenen Aktien am 1. Januar 26.456.834 26.220.882
Effekt der gehaltenen eigenen ­Anteile – 450.890 – 339.890
Effekt aus Rückkauf von eigenen ­Anteilen – 63.054 – 88.492
Effekt aus Ausgabe von eigenen ­Anteilen an Vorstand und Senior ­Management Group 60.894 0
Effekt der Aktienausgabe im Januar 975 0
Effekt der Aktienausgabe im Februar 2.650 0
Effekt der Aktienausgabe im März 1.578 0
Effekt der Aktienausgabe im April 0 58.746
Effekt der Aktienausgabe im Mai 0 2.198
Effekt der Aktienausgabe im Juni 3.875 37.063
Effekt der Aktienausgabe im Juli 3.208 0
Effekt der Aktienausgabe im August 1.021 2.122
Effekt der Aktienausgabe
im September
0 4.030
Effekt der Aktienausgabe im Oktober 0 1.781
Effekt der Aktienausgabe
im November
629 4.936
Effekt der Aktienausgabe
im Dezember
2.135 619
Gewichtete durchschnittliche Anzahl Stammaktien 26.019.855 25.903.995

Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird unter Berücksichtigung der möglichen Stammaktien des Konzerns aus gewährten Wandelschuldverschreibungen ermittelt.

Die folgende Übersicht zeigt die Überleitung des unverwässerten Ergebnisses auf das verwässerte Ergebnis je Aktie (in €, mit Ausnahme der Angaben je Aktie).

2015 2014
Zähler
Konzernjahresüberschuss (+)/-fehlbetrag (–) 14.900.768 – 3.012.629
Nenner (Anzahl)
Gewichtete durchschnittliche ­Anzahl Stammaktien zur Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie 26.019.855 25.903.995
Verwässernde Aktien aus ­Wandelschuldverschreibungen 224.437 286.319
Nenner gesamt 26.244.292 26.190.314
Ergebnis je Aktie (in €)
Unverwässert 0,57 – 0,12
Verwässert 0,57 – 0,12
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