7 Erläuterung der Passivposten der Bilanz

7.1 VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND ABGEGRENZTE AUFWENDUNGEN

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinslich und haben im Normalfall Zahlungsziele von bis zu 30 Tagen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ergeben sich aus der folgenden Übersicht.

In T € 31.12.2015 31.12.2014
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 237 569
Lizenzverbindlichkeiten 158 89
Abgegrenzte Aufwendungen 20.275 16.101
Sonstige Verbindlichkeiten 1.672 1.072
Gesamt 22.342 17.831

In den abgegrenzten Aufwendungen sind im Wesentlichen abgegrenzte Personalaufwendungen aus Zahlungen an Mitarbeiter und das Management in Höhe von 3,1 Mio. € (31. Dezember 2014: 3,1 Mio. €), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 2,7 Mio. € (31. Dezember 2014: 2,0 Mio. €), externe Laborleistungen in Höhe von 13,9 Mio. € (31. Dezember 2014: 10,5 Mio. €), Lizenzzahlungen in Höhe von 0,1 Mio. € (31. Dezember 2014: 0,4 Mio. €), Prüfungsgebühren und sonstige damit in Verbindung stehende Kosten in Höhe von 0,1 Mio. € (31. Dezember 2014: 0,1 Mio. €) sowie Aufwendungen für Rechtsberatung in Höhe von 0,4 Mio. € (31. Dezember 2014: unwesentlich) enthalten.

In der Hauptversammlung der Gesellschaft im Mai 2015 wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC AG), München, zum Abschlussprüfer zu bestellen.

Die PwC AG erhielt von MorphoSys im Geschäftsjahr 2015 Vergütungen in Höhe von 264.001 €, einschließlich der Prüfungshonorare in Höhe von 188.495 €, der Honorare für sonstige Bestätigungs- und Bewertungs­leistungen in Höhe von 36.506 € (prüferische Durchsicht des Halbjahresabschlusses) sowie der Honorare für sonstige Leistungen in Höhe von 39.000 €. Steuerberatungsleistungen wurden in 2015 von der PwC AG nicht erbracht.

7.2 STEUERRÜCKSTELLUNGEN UND RÜCKSTELLUNGEN

Am 31. Dezember 2015 wies der Konzern Steuerrückstellungen und Rückstellungen in Höhe von 3,1 Mio. € aus (2014: Gesamtkonzern: 0,8 Mio. €).

Die Steuerrückstellungen enthalten vor allem Aufwendungen für Ertragsteuern. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen aus drohenden Verlusten aus der Verpflichtung zur Zahlung von Mietzinsen für Geschäftsräume, die künftig nicht mehr genutzt werden.

Steuerrückstellungen und Rückstellungen zum 31. Dezember 2015 sind hinsichtlich ihrer Höhe ungewiss und werden voraussichtlich 2016 in Anspruch genommen.

Die Steuerrückstellungen und Rückstellungen haben sich im Geschäftsjahr 2015 wie folgt verändert.

In T € 01.01.2015 Zugänge Inanspruchnahme Auflösung 31.12.2015
Steuerrückstellungen 777 1.603 679 3 1.698
Rückstellungen 63 1.445 20 8 1.480
Gesamt 840 3.048 699 11 3.178

7.3 UMSATZABGRENZUNG

Die Umsatzabgrenzung betrifft Kundenzahlungen, denen noch keine Leistungserbringung gegenüber steht. Die Position hat sich wie folgt entwickelt.

In T € 2015 2014
Anfangsbestand 58.752 74.435
erhaltene Vorauszahlungen im ­Geschäftsjahr 18.133 17.863
Umsatzrealisierung erhaltener Vorauszahlungen aufgrund erbrachter Leistungen im Geschäftsjahr – 72.378 – 33.546
Endbestand 4.507 58.752
davon kurzfristiger Anteil 1.994 14.075
davon langfristiger Anteil 2.513 44.677

7.4 EIGENKAPITAL

7.4.1 GEZEICHNETES KAPITAL

Am 31. Dezember 2015 betrug das gezeichnete Kapital der Gesellschaft einschließlich eigener Aktien 26.537.682 €, was einer Zunahme von 80.848 € gegenüber dem Stand von 26.456.834 € am 31. Dezember 2014 entspricht. Jede Stückaktie des gezeichneten Kapitals gewährt ein Stimmrecht. Infolge der Ausübung von 80.848 dem Vorstand und der Senior Management Group gewährten Wandelschuldverschreibungen stieg das gezeichnete Kapital um 80.848 € bzw. 80.848 Aktien. Der gewichtete durchschnittliche Ausübungspreis der ausgeübten Wandelschuldverschreibungen belief sich auf 16,79 €.

Am 31. Dezember 2015 hielt die Gesellschaft 434.670 eigene Aktien im Wert von 15.827.946 €, ein Zugang gegenüber dem 31. Dezember 2014 (450.890 Aktien, 14.251.962 €) in Höhe von 1.575.984 €. Wesentlicher Grund für den Anstieg war der Rückkauf von 88.670 eigenen Aktien im Wert von 5.389.984 € durch MorphoSys zu einem gewichteten durchschnittlichen Kurswert von 60,79 € je Aktie über die Börse. Die rück­kaufbedingten Bankgebühren betrugen 2.947 €. Die zurückgekauften Aktien können zu allen in der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. Mai 2011 bzw. vom 23. Mai 2014 genannten Zwecken, insbesondere für bestehende und künftige Mitarbeiterbeteiligungsprogramme und/oder als Akquisitions­währung verwendet werden. Sie können aber auch eingezogen werden. Gegenläufig wirkte sich die Übertragung von 104.890 eigenen Aktien an Vorstand und Senior Management Group aus dem leistungs­bezogenen Aktienplan 2011 (Long-Term Incentive Plan – LTI-Plan) in Höhe von 3.816.947 € aus. Die Wartezeit für dieses LTI-Programm war am 1. Juni 2015 abgelaufen. Somit belief sich die Anzahl der MorphoSys-­Aktien im Besitz der Gesellschaft zum 31. Dezember 2015 auf 434.670 Stück.

7.4.2 GENEHMIGTES KAPITAL

Im Vergleich zum 31. Dezember 2014 erhöhte sich die Anzahl der genehmigten Stammaktien von 4.957.910 auf 13.206.421, da auf der ordentlichen Hauptversammlung am 8. Mai 2015 das Genehmigte Kapital 2013-I in Höhe von 2.335.822 € aufgehoben und das Genehmigte Kapital 2015-I in Höhe von 10.584.333 € neu geschaffen wurde. Im Rahmen des Genehmigten Kapitals 2015-I wird der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 30. April 2020 (einschließlich) das Grundkapital der Gesellschaft einmalig oder mehrmalig um insgesamt bis zu 10.584.333 € durch die Ausgabe von bis zu 10.584.333 neuen und auf den Inhaber lautende Stückaktien zu erhöhen.

7.4.3 BEDINGTES KAPITAL

Im Vergleich zum 31. Dezember 2014 reduzierte sich die Anzahl der bedingten Stammaktien von 7.166.848 auf 7.086.000 aufgrund der Ausübung von 80.848 Wandlungsrechten im Jahr 2015. Die Reduzierung durch Ausübung von 80.848 Wandlungsrechten wurde im Januar 2016 zur Eintragung im Handelsregister angemeldet.

7.4.4 EIGENE AKTIEN

In den Jahren 2014 und 2015 hat der Konzern eigene Aktien zurückgekauft. Zusammensetzung und Entwicklung dieser Position sind der nachstehenden Tabelle zu entnehmen.

Anzahl der Aktien Aktienwert
Stand am 31.12.2010 79.896 9.774
Erwerb in 2011 84.019 1.747.067
Stand am 31.12.2011 163.915 1.756.841
Erwerb in 2012 91.500 1.837.552
Stand am 31.12.2012 255.415 3.594.393
Erwerb in 2013 84.475 2.823.625
Stand am 31.12.2013 339.890 6.418.018
Erwerb in 2014 111.000 7.833.944
Stand am 31.12.2014 450.890 14.251.962
Erwerb in 2015 88.670 5.392.931
Ausgabe in 2015 – 104.890 – 3.816.947
Stand am 31.12.2015 434.670 15.827.946

Der gewichtete durchschnittliche Aktienkurs, zu dem der Rückkauf im Jahr 2015 erfolgte, lag bei 60,79 € je Aktie (2014: 70,53 € je Aktie). Die Bilanzierung erfolgte zu Anschaffungskosten.

7.4.5 KAPITALRÜCKLAGE

Am 31. Dezember 2015 betrug die Kapitalrücklage 319.394.322 € (31. Dezember 2014: 318.375.720€). Der Anstieg um insgesamt 1.018.602 € ergab sich aus der Ausübung gewährter Wandelschuldverschreibungen in Höhe von 1.276.590 €. Darüber hinaus erhöhte sich die Kapitalrücklage aus dem Personalaufwand aus anteilsbasierten Vergütungen in Höhe von 3.558.959 €. Kompensierend wirkte sich die Umgliederung von eigenen Anteilen in Höhe von 3.816.947 € im Zusammenhang mit der Zuteilung von Aktien aus dem leistungsbezogenen Aktienplan 2011 aus.

Im Jahr 2014 hatte sich die Kapitalrücklage um 7.412.069 € erhöht und ergab sich aus der Ausübung von Wandelschuldverschreibungen (3.725.682 €) sowie aus Personalaufwand aus anteilsbasierten Vergütungen (3.686.387 €).

IFRSIFRS: International Financial Reporting Standards; EU-weit geltender Rechnungs­legungsstandard seit 2005 2 „Anteilsbasierte Vergütung“ schreibt die Berücksichtigung der Auswirkungen anteilsbasierter Vergütungen vor, wenn der Konzern Güter oder Dienstleistungen erwirbt und im Gegenzug Aktien oder Aktien­optionen („Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente“) bzw. andere Vermögenswerte, die dem Wert einer bestimmten Anzahl von Aktien oder Aktienoptionen entsprechen („Barausgleich“), hingibt. Die wesentliche Auswirkung des IFRS 2 auf den Konzern ergibt sich durch den Aufwand aus der Anwendung eines Optionspreismodells im Zusammenhang mit aktienbasierten Anreizen von Mitarbeitern und Vorstand. Weitere An­gaben können den Ziffern 7.1*, 7.2* und 7.3* dieses Anhangs entnommen ­werden.

7.4.6 NEUBEWERTUNGSRÜCKLAGE

Am 31. Dezember 2015 betrug die Neubewertungsrücklage – 202.158 € (31. Dezember 2014: – 4.642 €). Die Reduzierung um insgesamt 197.516 € ergab sich aus der Veränderung des unrealisierten Gewinns aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren und Anleihen in Höhe von 268.749 €, der von den Effekten aus dem eigenkapitalbezogenen Ansatz von latenten Steuern von 71.233 € kompensiert wurde.

7.4.7 WÄHRUNGSUMRECHNUNGSDIFFERENZEN

Die Währungsumrechnungsdifferenzen veränderten sich im Vergleich zum 31. Dezember 2014 von 293.846 € um 293.846 € auf 0 € am 31. Dezember 2015. Die Position beinhaltete Wechselkursdifferenzen aus der Neubewertung der in Fremdwährung geführten Abschlüsse von Konzerngesellschaften sowie Differenzen zwischen den in der Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung verwendeten Wechselkursen. Der Konzern besteht zum 31. Dezember 2015 ausschließlich aus Gesellschaften mit in Euro geführten Abschlüssen.

7.4.8 BILANZGEWINN

Der Konzernjahresüberschuss in Höhe von 14.900.768 € wird im Bilanzgewinn ausgewiesen. Der Bilanzgewinn erhöhte sich damit von 17.933.339 € im Jahr 2014 auf 32.834.107 € im Jahr 2015.

Top Previous Weiter