9 Weitere Anhangangaben

9.1 VERPFLICHTUNGEN AUS MIET-, LEASING- UND SONSTIGEN VERTRÄGEN

Der Konzern mietet Einrichtungen und Ausstattungen im Rahmen ­langfristiger Operating-Leasing-Verträge. In den Geschäftsjahren 2015 und 2014 belief sich der Leasingaufwand für angemietete Gebäude auf 2.978.254 € und 1.939.537 €. Hierin ist in 2015 der Aufwand aus der Bildung einer Rückstellung aus drohenden Verlusten aus der Verpflichtung zur Zahlung von Mietzinsen für Geschäftsräume enthalten. Darüber hinaus fielen in den Geschäftsjahren 2015 und 2014 Leasingaufwendungen für Dienstfahrzeuge und Maschinen in Höhe von 229.153 € und 192.597 € an. Der Großteil der Leasingverträge kann jährlich oder quartalsweise verlängert werden. Einige der Verträge können vorzeitig gekündigt werden.

Die künftigen Mindestzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasing- und Versicherungsverträgen sowie anderen Dienstleistungen stellen sich wie folgt dar.

In T € Miete und
Leasing 2015
Miete und
Leasing 2014
Sonstige 2015 Sonstige 2014 Gesamt 2015 Gesamt 2014
bis zu 1 Jahr 2.349 2.415 840 1.057 3.189 3.472
1 – 5 Jahre 13.438 3.142 5 5 13.443 3.147
mehr als 5 Jahre 13.875 0 0 0 13.875 0
Gesamt 29.662 5.557 845 1.062 30.507 6.619

Der Anstieg in der Kategorie „Miete und Leasing“ im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen bedingt durch einen im Dezember 2015 neu geschlossenen Mietvertrag für ein Gebäude und die damit einhergehenden mehrjährigen Verpflichtungen.

Des Weiteren können die folgenden zukünftigen Zahlungen aus derzeit aktiven, kündbaren Verträgen für extern vergebene Studien fällig werden. Diese Beträge können jedoch aufgrund der jeweiligen vertraglich vereinbarten Klauseln im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Studie substanziell niedriger ausfallen.

In T € Gesamt 2015
bis zu 1 Jahr 46.735
1 – 5 Jahre 114.227
mehr als 5 Jahre 0
Gesamt 160.962

9.2 EVENTUALFORDERUNGEN/-VERBINDLICHKEITEN

Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen auf Basis vergangener Ereignisse, deren Existenz erst durch das Eintreten eines oder mehrerer ungewisser zukünftiger Ereignisse – außerhalb des Einflussbereichs der Gesellschaft – bestätigt wird. Gegenwärtige Verpflichtungen können Eventualverbindlichkeiten darstellen, sofern die Wahrscheinlichkeit des Ressourcenabflusses nicht hinreichend wahrscheinlich für die Rückstellungsbildung ist. Darüber hinaus ist eine ausreichend zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtungen nicht möglich.

Dem Vorstand sind keine Vorgänge bekannt, die für den Konzern zu einer wesentlichen Verpflichtung führen und eine wesentliche nachteilige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben könnten.

Falls bestimmte Meilensteine im Segment Proprietary Development erreicht werden, wie z. B. die Anmeldung eines Klinikgangs (Investigational New Drug – IND) im Zusammenhang mit bestimmten Zielmolekülen, können Meilensteinzahlungen an Lizenzgeber ausgelöst werden. Da jedoch die Zeitpunkte und das Erreichen solcher Meilensteine ungewiss sind, können keine weiteren Details dazu veröffentlicht werden.

Falls bestimmte Meilensteine im Segment Partnered Discovery durch die jeweiligen Partner erreicht werden, wie z. B. die Anmeldung eines Klinikgangs (IND) im Zusammenhang mit bestimmten Zielmolekülen oder die Übertragung einer Technologie, können Meilensteinzahlungen an MorphoSys ausgelöst werden. Da jedoch die Zeitpunkte und das Erreichen solcher Meilensteine ungewiss sind, können keine weiteren Details dazu veröffentlicht werden.

Verpflichtungen könnten sich durch das Durchsetzen der Schutzrechte des Unternehmens gegenüber Dritten ergeben. Zudem sind Fälle denkbar, in denen Wettbewerber Patente der MorphoSys-Gesellschaften angreifen oder in denen MorphoSys Patente oder Patentfamilien bei sich verletzt sieht, die wiederum MorphoSys dazu bewegen könnten, rechtliche Schritte gegen Wettbewerber einzuleiten. Derzeit sind keine konkreten Anzeichen für das Entstehen der beschriebenen Verpflichtungen erkennbar.

9.3 CORPORATE GOVERNANCE

Der Konzern hat die gemäß § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung einschließlich der Empfehlungen der Regierungskommission für den Deutschen Corporate Governance Kodex für das Geschäftsjahr 2015 abgegeben. Diese Erklärung wurde am 3. Dezember 2015 auf der Internetseite des Konzerns (www.morphosys.de) veröffentlicht und der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht.

9.4 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSABKOMMEN

Der Konzern hat im Rahmen seiner mit Partnern betriebenen Forschungsstrategie sowie seiner firmeneigenen F&E-Maßnahmen eine Reihe von F&E-Vereinbarungen geschlossen.

9.4.1 PROPRIETARY-DEVELOPMENT-SEGMENT

Im Segment Proprietary Development sind die Partnerschaften auf die Ziele des Konzerns für die Entwicklung eigener Medikamente in dessen Kernbereichen Onkologie und entzündliche Erkrankungen ausgerichtet. Zu diesen Partnerschaften zählen (in alphabetischer Reihenfolge): Emergent BioSolutions, G7 Therapeutics, Galapagos, GlaxoSmithKline, Immatics Biotechnologies, Merck Serono, Temple University und Xencor.

Im August 2014 gaben MorphoSys und Emergent BioSolutions eine Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung des Wirkstoffs MOR209/ES414 bekannt. Bei dem Wirkstoff handelt es sich um einen bispezifischen anti-PSMA/anti-CD3CD3: Oberflächenantigen auf T-Zellen-AntikörperAntikörper: Proteine des Immunsystems, die ­fremde Antigene erkennen und eine Immunreaktion auslösen gegen Prostatakrebs, der von Emergent mit Hilfe ihrer firmeneigenen ADAPTIR™-Plattform (modulare ProteinProtein: Eiweißstoffe; Polymere, bestehend aus Aminosäuren; z. B. Antikörper, Enzyme-Technologie) entwickelt wurde. Anfang März 2015 gaben MorphoSys und Entwicklungspartner Emergent BioSolutions den Start einer klinischen Phase 1-Studie mit MOR209/ES414 in bis zu 130 Patienten mit metastasierendem, kastrationsresistentem Prostatakrebs (mCRPCmCRPC: metastasierender, kastrationsresistenter Prostatakrebs) bekannt. Der Studienstart löste eine Meilensteinzahlung in Höhe von 4,7 Mio. € an Emergent aus. Die bestehende Kooperationsvereinbarung wurde außerdem im abgelaufenen Geschäftsjahr angepasst. Nach einer gemeinsamen Analyse der bisherigen klinischen Ergebnisse haben die Unternehmen entschieden, das Dosierungsschema und die Verabreichung von MOR209/ES414 anzupassen. Die klinische Entwicklung wird im Jahr 2016 mit einem angepassten klinischen Entwicklungsplan fortgesetzt. Im Rahmen der Anpassung der vertraglichen Vereinbarung wurde der Kostenanteil von MorphoSys für die Jahre 2016 bis 2018 reduziert, und die potenziellen Meilensteinzahlungen von MorphoSys an Emergent wurden auf 74 Mio. US-Dollar herabgesetzt. Die anderen finanziellen Vereinbarungen sowie die Aufteilung der kommerziellen Rechte bleiben unverändert.

MorphoSys und die Schweizer G7 Therapeutics AG gaben im August 2015 den Beginn einer Partnerschaft bekannt, um neue Antikörperwirkstoffe gegen Zielmoleküle der Klasse der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCRs) und potenziell anderer krankheitsrelevanter Transmembranproteine wie etwa Ionen-Kanäle zu entwickeln. Im Rahmen der Vereinbarung wird G7 Therapeutics verschiedene Rezeptoren bereitstellen, die von MorphoSys ausgewählt wurden, und die mit der Entstehung verschiedener Krankheiten in Verbindung gebracht werden. MorphoSys wird daraufhin seine firmeneigene AntikörperbibliothekAntikörperbibliothek: große Sammlungen von Antikörpern mit unterschiedlicher Aminosäuresequenz YlanthiaYlanthia: neuartige Antikörper­plattform der nächsten Generation von ­MorphoSys einsetzen, um gegen diese Rezeptoren gerichtete Antikörperwirkstoffe zu identifizieren und weiter zu entwickeln. MorphoSys hat das Recht, den Zugang zu diesen Zielmolekülen in Verbindung mit therapeutischen Antikörperprogrammen an Partner weiter zu lizensieren.

Im November 2008 haben MorphoSys und Galapagos den Beginn einer langfristig angelegten Zusammenarbeit zur gemeinsamen Medikamenten­erforschung und -entwicklung bekannt gegeben. Ziel ist es, neuartige Wirkmechanismen zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen zu erforschen und Antikörpertherapien gegen diese Krankheiten zu entwickeln. Die Vereinbarung umfasst sämtliche Aktivitäten von der Erforschung der Zielmoleküle bis zum Abschluss der klinischen Wirksamkeitsstudie für neuartige therapeutische Antikörper. Im Anschluss an den Nachweis der klinischen Wirksamkeit am Menschen könnten die Programme für die weitere Entwicklung, Zulassung und Vermarktung an Partner auslizenziert werden. Beide Unternehmen haben im Rahmen der Allianz ihre Schlüssel­techno­logien und Expertise zur Verfügung gestellt. Galapagos brachte neben seiner auf der Nutzung von Adenoviren basierenden Plattform zur Erforschung neuer Zielmoleküle für die Entwicklung von Antikörpern auch bereits identifizierte Zielmoleküle in die Kooperation ein, die mit Knochen- und Gelenkserkrankungen in Verbindung gebracht werden. MorphoSys stellt seine Antikörpertechnologien zur Herstellung vollständig menschlicher Antikörper gegen diese Zielmoleküle zur Verfügung. Gemäß den Vertragsvereinbarungen tragen Galapagos und MorphoSys die Forschungs- und Entwicklungskosten. Die Zusammenarbeit resultierte im Juli 2014 im Start der präklinischen Entwicklung von MOR106, einem Antikörper aus MorphoSys’ jüngster Antikörperbibliothek Ylanthia gegen ein neuartiges ZielmolekülZielmolekül: Angriffspunkt für therapeutische Intervention, etwa auf der Oberfläche von kranken Zellen (auch: Target) von Galapagos, der nun gemeinsam im Bereich entzündlicher Erkrankungen entwickelt wird.

Im Juni 2013 gab MorphoSys bekannt, dass das Unternehmen ein weltweites Abkommen mit GlaxoSmithKline (GSK) über die Entwicklung und Vermarktung von MOR103 abgeschlossen hat. Bei MOR103/GSK3196165 handelt es sich um einen firmeneigenen HuCALHuCAL: Human Combinatorial Antibody Library; von MorphoSys entwickelte Antikörperbibliothek zur raschen Erzeugung von spezifischen und mensch­lichen Antikörpern für alle Anwendungen-Antikörper von MorphoSys gegen das Zielmolekül GM-CSFGM-CSF: Granulozyten-Makrophagen-koloniestimulierender Faktor; Zielmolekül des MOR103-Programms. Gemäß den Vertragsbedingungen übernimmt GSK die Verantwortung für die gesamte Weiterentwicklung und Vermarktung des Wirkstoffs. Im Rahmen der Vereinbarung erhielt MorphoSys eine sofortige Vorauszahlung von 22,5 Mio. €. Abhängig vom Erreichen bestimmter Entwicklungsschritte sowie regulatorischer, kommerzieller und umsatzbezogener Meilensteine hat MorphoSys Anspruch auf weitere Zahlungen von GSK in Höhe von bis zu 423 Mio. € sowie auf gestaffelte, zweistellige Tantiemen aus Nettoverkäufen. Im dritten Quartal 2015 gab GSK den Start einer Phase 2-Studie mit MOR103/GSK3196165 in rheumatoider Arthritis bekannt. Außerdem plant GSK den Start in einer zweiten Phase 2-Studie in Osteoathritis der Hand. Diese Studie soll im Geschäftsjahr 2016 beginnen.

Im August 2015 gab MorphoSys den Abschluss einer strategischen Allianz mit der deutschen Immatics Biotechnologies GmbH im Bereich der ImmunonkologieImmunonkologie: neue Klasse von Wirksubstanzen, die das Immunsystem im Kampf gegen Tumorzellen aktiviert bekannt. Darin sollen neuartige, antikörperbasierte Therapien gegen verschiedene Krebsantigene, die von T-ZellenT-Zellen: Abkürzung für T-Lymphozyten; Zellgruppe der weißen Blutkörperchen, gemeinsam mit B-Lymphozyten verantwortlich für die Immunabwehr im Körper erkannt werden, entwickelt werden. Durch die Kooperationsvereinbarung erhält MorphoSys Zugang zu mehreren firmeneigenen, tumor-assoziierten Peptiden (TUMAPs) von Immatics. Im Gegenzug erhält Immatics das Recht, MorphoSys’ Ylanthia-Antikörper gegen einige TUMAPs zu entwickeln. Die Unternehmen werden sich gegenseitig, basierend auf den jeweiligen Entwicklungsfortschritten, Meilensteine zahlen sowie Tantiemen auf vermarktete Produkte.

Im Juni 2014 gaben MorphoSys und Merck KGaA eine Vereinbarung bekannt, nach der sie therapeutische Antikörper gegen Zielmoleküle der Klasse der Immun-Checkpoints identifizieren und entwickeln wollen. Im Rahmen des Vertrags wollen MorphoSys und Merck Serono, die bio­pharma­zeutische Sparte von Merck, gemeinsam Therapieformen entwickeln, die das Immunsystem dazu anregen sollen, Tumore anzugreifen. MorphoSys wird seine firmeneigene Antikörperbibliothek Ylanthia und weitere Technologie-Plattformen einsetzen, um Antikörper gegen die ausgewählten Zielmoleküle zu generieren. Merck Serono bringt ein breites Portfolio und die Expertise im Bereich der Immunonkologie und klinischer Entwicklung ein und wird die Projektverantwortung ab Phase 1 der klinischen Entwicklung komplett übernehmen.

Im April 2014 vereinbarten MorphoSys und The Moulder Center for Drug Discovery Research, eine Abteilung der School of Pharmacy an der amerikanischen Temple University eine strategische Partnerschaft zur Suche nach neuartigen therapeutischen Antikörperwirkstoffen. Im Rahmen der Kooperation erhielt das Moulder Center Zugang zur Ylanthia-Technologie von MorphoSys, um neue krankheitsrelevante Zielmoleküle validieren und therapeutische Antikörper gegen diese generieren zu können. MorphoSys wiederum hat eine exklusive Option, jeden aus der Zusammenarbeit resultierenden Antikörper weiterentwickeln zu können. Die Abteilung für neue biotherapeutische Wirkstoffsuche am Moulder Center befasst sich mit dem Wirkstoffdesign und der Optimierung von Leitkandidaten in verschiedenen Krankheitsbereichen, darunter Krebs, Morbus Alzheimer, kardiovaskuläre, Stoffwechsel- sowie Viruserkrankungen.

Im Juni 2010 unterzeichneten die MorphoSys AG und das in den USA ansässige biopharmazeutische Unternehmen Xencor ein weltweites ­exklusives Lizenz- und Kooperationsabkommen. Durch das Abkommen erhielt MorphoSys exklusive, weltweite Lizenzrechte an dem Antikörper XmAb5574/MOR208 zur Behandlung von Krebserkrankungen und anderen Indikationen. Im Rahmen der Vereinbarung führten die Gesellschaften gemeinsam eine Phase 1/2a-Studie an Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie in den USA durch. Für die weitere klinische Entwicklung nach der erfolgreichen Beendigung der klinischen Phase 1-
Studie ist MorphoSys allein verantwortlich. Xencor erhielt von MorphoSys eine Vorauszahlung in Höhe von 13 Mio. US-$ (rund 10,5 Mio. €), die zu den in Entwicklung befindlichen Forschungs- und Entwicklungsprogrammen aktiviert wurde. Xencor stehen entwicklungs-, zulassungs- und vermarktungsbezogene Meilensteinzahlungen sowie gestaffelte Tantiemen auf Produktverkäufe zu.

Im Mai 2015 übernahm MorhoSys die niederländische Lanthio Pharma B.V. Im Rahmen der Initiative Innovationskapital erwarb MorphoSys 2012 zunächst eine Kapitalbeteiligung von knapp 20% an dem Biopharmazie-Unternehmen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr übernahm MorphoSys dann alle ausstehenden Geschäftsanteile von Lanthio Pharma, das auf die Erforschung und Entwicklung von Lanthipeptiden spezialisiert ist. Bei Lanthipeptiden handelt es sich um eine neuartige Klasse von Therapeutika, die eine hohe ZielmolekülselektivitätZielmolekülselektivität: Kriterium, das beschreibt, ob ein Antikörper neben seinem Zielmolekül auch an andere Strukturen bindet und verbesserte Wirkstoff­eigen­schaften aufweisen. Die Transaktion ergänzt das firmeneigene Portfolio von MorphoSys um MOR107 (ehemals LP2), ein neuartiges ­Lanthipeptid, das gegen diabetische Nephropathie und fibrotische Erkrankungen ent­wickelt wird.

9.4.2 PARTNERED-DISCOVERY-SEGMENT

In seinen kommerziellen Partnerschaften im Segment Partnered Discovery erhält MorphoSys verschiedene Arten von Zahlungen, die über die Laufzeit der Vereinbarungen verteilt oder bei Erreichen eines vordefinierten Ziels oder Meilensteins in einem Betrag als Umsatzerlöse erfasst werden. Zu diesen Zahlungen zählen Vorauszahlungen bei Unterschriftsleistung, jährliche Lizenzzahlungen als Gegenleistung für den Zugang zu MorphoSys-Technologien und Zahlungen für finanzierte Forschungsarbeit, die bei MorphoSys im Auftrag des Partners durchgeführt werden. Daneben hat MorphoSys Anspruch auf entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe für bestimmte Antikörperwirkstoffprogramme.

Vor dem Geschäftsjahr 2015 war die aktive Zusammenarbeit mit einigen Partnern bereits abgeschlossen, da die ursprünglich vereinbarte Vertragslaufzeit abgelaufen war. In dieser aktiven Phase begonnene Medikamentenentwicklungsprogramme sind jedoch so angelegt, dass sie beim Partner weitergeführt werden und bei der Erreichung von definierten Meilen­steinen zu erfolgsabhängigen Zahlungen führen. Detailliertere Angaben zu einzelnen Medikamentenkandidaten innerhalb der verschiedenen Allianzen können – beschränkt auf die für die Öffentlichkeit bestimmten Informationen – dem Abschnitt Forschung und Entwicklung dieses Geschäftsberichts und dem Überblick über die Medikamenten­pipeline des Konzerns entnommen werden. Detailliertere Angaben zu den einzelnen Forschungsallianzen des Konzerns stehen auf der Internetseite des Konzerns zur Verfügung.

Zu den Partnerschaften im Segment Partnered Discovery, die bereits vor Beginn des Jahres 2015 beendet waren, in deren Rahmen aber Medikamentenentwicklungsprogramme verfolgt wurden, zählen (in alpha­betischer Reihenfolge): Astellas, Bayer Healthcare Pharmaceuticals, Boehringer Ingelheim, ContraFect, Daiichi-Sankyo, F. Hoffmann-La Roche, GPC Biotech, Immunogen, Janssen Biotech, Merck & Co., OncoMed Pharma­ceuticals, Pfizer, Fibron Ltd. (Überschreibung des Vertrags von Prochon Biotech Ltd.) und Schering-Plough (eine Tochtergesellschaft von Merck & Co.).

Zu den Partnerschaften, die 2015 noch aktiv waren, zählten (in alpha­betischer Reihenfolge): GeneFrontier Corporation/Kaneka, Heptares und ­Novartis.

Die derzeit umfangreichste Allianz des Konzerns besteht mit der ­Novartis AG. Beide Parteien haben die Zusammenarbeit im Jahr 2004 begonnen, die bisher zu mehreren derzeit laufenden therapeutischen Antikörperprogrammen gegen eine Reihe von Krankheiten führte. Im Dezember 2007 weiteten MorphoSys und Novartis ihre bisherige Geschäftsverbindung deutlich aus und schlossen eine der umfassendsten strategischen Allianzen für die Erforschung und Entwicklung von Biopharmaka. Über die Vertragsdauer von zehn Jahren belaufen sich die vertraglich zugesicherten jährlichen Zahlungen für Technologiezugang, Internalisierungsgebühren sowie F&E-Leistungen auf mehr als 400 Mio. €. Die Gesamtsumme aus zugesicherten Zahlungen und wahrscheinlichkeitsgewichteten erfolgs­abhängigen Meilensteinen, die vom Erfolg der klinischen Entwicklung und der behördlichen Zulassung mehrerer Produkte abhängen, könnte bei voller Vertragslaufzeit der Kollaboration möglicherweise die Schwelle von 650 Mio. € überschreiten. Neben diesen Zahlungen stehen MorphoSys auch umsatzabhängige Tantiemen aus zukünftigen Produktverkäufen zu.

Im November 2012 schlossen MorphoSys und Novartis eine Kooperationsvereinbarung über die Nutzung der neuen Technologieplattform Ylanthia ab.

9.5 NACHTRAGSBERICHT

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2015 haben sich keine wesentlichen Änderungen im Branchenumfeld ergeben. Sonstige Vorgänge mit wesentlicher Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind nach Abschluss des Geschäftsjahres ebenfalls nicht eingetreten.

9.6 ERKLÄRUNG DES VORSTANDS

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften der Konzernabschluss ein den tatsäch­lichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertrags­lage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Martinsried, den 16. Februar 2016

Dr. Simon Moroney
Vorstandsvorsitzender

Jens Holstein
Finanzvorstand

Dr. Arndt Schottelius
Entwicklungsvorstand

Dr. Marlies Sproll
Forschungsvorstand

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