Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Zum 31. Dezember 2015 hat sich der Konsolidierungskreis des MorphoSys-Konzerns verändert. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 umfasst neben der MorphoSys AG die Sloning BioTechnology GmbH, die Lanthio Pharma B.V. sowie deren Tochtergesellschaft LanthioPep B.V. Weitere Informationen zur Organisationsstruktur des Konzerns finden Sie hier.

Umsatzerlöse

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Konzernumsatzerlöse um 66 % auf 106,2 Millionen Euro (2014: 64,0 Millionen Euro) angestiegen. Dieser Anstieg ergab sich vor allem aus der Beendigung der Zusammenarbeit zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung von MOR202 mit Celgene und der hieraus resultierenden Realisierung von bislang abgegrenzten Umsatzerlösen.

Erfolgsabhängige Zahlungen machten 4 % (2014: 8 %) der gesamten Umsatzerlöse aus.

Geografisch gesehen erzielte MorphoSys 59 % bzw. 62,2 Millionen Euro seiner kommerziellen Umsatzerlöse mit Biotechnologie- und Pharmaunternehmen bzw. gemeinnützigen Gesellschaften mit Sitz in Nordamerika und 41 % bzw. 44,0 Millionen Euro mit vornehmlich in Europa und Asien ansässigen Kunden. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres haben diese Anteile 29 % bzw. 71 % betragen.

05 Grafik Umsatz nach Regionen (in %)

Rund 97 % des Konzernumsatzes entfielen auf die Partner Celgene, Novartis und Pfizer (2014: 92 % mit Novartis, Celgene und Centocor).

SEGMENT PROPRIETARY DEVELOPMENT

Im Segment Proprietary Development wurden 2015 Umsatzerlöse von 59,9 Millionen Euro erzielt (2014: 15,0 Millionen Euro). Diese stammten im Wesentlichen aus den zum Ende des ersten Quartals 2015 beendeten gemeinsamen Entwicklungsaktivitäten mit Celgene.

SEGMENT PARTNERED DISCOVERY

Die Umsatzerlöse des Segments Partnered Discovery enthielten 42,3 Millionen Euro finanzierte Forschungsleistungen und Lizenzeinnahmen (2014: 43,6 Millionen Euro) sowie 4,0 Millionen Euro erfolgsabhängige Zahlungen (2014: 5,4 Millionen Euro).

06 Grafik Umsatzerlöse der Segmente Proprietary Development und Partnered Discovery (in Mio. €)

Legt man die durchschnittlichen Währungsumrechnungskurse für 2014 zugrunde, so hätten die Umsatzerlöse für die Segmente Proprietary Development und Partnered Discovery 106,1 Millionen Euro betragen.

Betriebliche Aufwendungen

Die betrieblichen Aufwendungen stiegen 2015 um 34 % auf 93,7 Millionen Euro (2014: 70,1 Millionen Euro). Die Aufwendungen setzten sich aus den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 78,7 Millionen Euro (2014: 56,0 Millionen Euro) und den Aufwendungen für Allgemeines und Verwaltung in Höhe von 15,1 Millionen Euro (2014: 14,1 Millionen Euro) zusammen. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung erhöhten sich planmäßig aufgrund der laufenden Projekte.

Die betrieblichen Aufwendungen im Segment Proprietary Devel­opment stiegen von 33,5 Millionen Euro auf 54,1 Millionen Euro und im Segment Partnered Discovery auf 25,9 Millionen Euro (2014: 23,0 Millionen Euro).

Der Personalaufwand aus anteilsbasierten Vergütungen ist in den Aufwendungen für Allgemeines und Verwaltung sowie im Forschungs- und Entwicklungsaufwand enthalten. Er summierte sich 2015 auf 3,6 Millionen Euro (2014: 4,0 Millionen Euro).

AUFWENDUNGEN FÜR FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand erhöhte sich 2015 um 22,7 Millionen Euro auf 78,7 Millionen Euro (2014: 56,0 Millionen Euro). Dieser setzte sich zusammen aus Aufwendungen für externe Laborleistungen (2015: 29,2 Millionen Euro; 2014: 14,9 Millionen Euro), Personalaufwendungen (2015: 25,6 Millionen Euro; 2014: 21,0 Millionen Euro), Aufwendungen für immaterielle Vermögenswerte (2015: 7,2 Millionen Euro; 2014: 8,1 Millionen Euro), Aufwendungen für externe Dienstleistungen (2015: 5,2 Millionen Euro; 2014: 2,7 Millionen Euro), Aufwendungen für die technische Infrastruktur (2015: 5,2 Millionen Euro; 2014: 4,1 Millionen Euro), sonstigen Aufwendungen (2015: 3,4 Millionen Euro; 2014: 2,9 Millionen Euro) sowie aus Aufwendungen für Verbrauchsmaterial (2015: 3,0 Millionen Euro; 2014: 2,3 Millionen Euro). In 2015 wurde eine außerplanmäßige Abschreibung auf den Geschäfts- und Firmenwert aus der Akquisition der Sloning BioTechnology GmbH in Höhe von 3,7 Millionen Euro erfasst. In den Aufwendungen für immaterielle Vermögenswerte waren in 2014 außerplanmäßige Abschreibungen auf Patente, Lizenzen und Laboreinrichtung in Höhe von 4,1 Millionen Euro enthalten.

07 Grafik Ausgewählte F&E-Aufwendungen im Detail (in Mio. €)

2015 entstanden der Gesellschaft Aufwendungen für die Eigenproduktentwicklung in Höhe von 54,1 Millionen Euro (2014: 33,5 Millionen Euro) sowie für Technologieentwicklung in Höhe von 2,5 Millionen Euro (2014: 2,9 Millionen Euro).

08 Grafik Ausgewählte der F&E-Aufwendungen (in Mio. €)

AUFWENDUNGEN FÜR ALLGEMEINES UND VERWALTUNG

Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres lagen die Aufwendungen für Allgemeines und Verwaltung mit 15,1 Millionen Euro (2014: 14,1 Millionen Euro) über dem Vorjahresniveau. Diese setzten sich im Wesentlichen aus Personalaufwendungen (2015: 10,4 Millionen Euro; 2014: 9,6 Millionen Euro), Aufwendungen für externe Dienstleistungen (2015: 2,6 Millionen Euro; 2014: 2,7 Millionen Euro), Aufwendungen für die technische Infrastruktur (2015: 1,0 Millionen Euro; 2014: 0,8 Millionen Euro) sowie aus sonstigen Aufwendungen (2015: 1,1 Millionen Euro; 2014: 1,0 Millionen Euro) zusammen.

Sonstige Erträge und Aufwendungen

Die sonstigen Erträge beliefen sich auf 5,5 Millionen Euro (2014: 0,8 Millionen Euro) und enthielten im Jahr 2015 im Wesentlichen den Ergebniseffekt aus der Bewertung der Altanteile an der Lanthio Pharma B.V. zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von 4,5 Millionen Euro. Darüber hinaus beinhalteten die sonstigen Erträge gewährte Zuschüsse sowie Währungsgewinne. Die sonstigen Aufwendungen von 0,8 Millionen Euro (2014: 0,6 Millionen Euro) setzten sich vor allem aus Währungsverlusten zusammen.

EBIT

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 17,2 Millionen Euro, im Vorjahr betrug das EBIT – 5,9 Millionen Euro. Das EBIT des Geschäftsbereichs Proprietary Development betrug 10,7 Millionen Euro (2014: – 18,4 Millionen Euro), während der Geschäftsbereich Partnered Discovery ein EBIT von 20,4 Millionen Euro (2014: 25,9 Millionen Euro) erwirtschaftete.

Finanzerträge/-aufwendungen

Die Finanzerträge beliefen sich auf 3,8 Millionen Euro (2014: 1,8 Millionen Euro) und enthielten im Wesentlichen Zinserträge sowie realisierte und unrealisierte Gewinne aus Devisentermingeschäften. Die Finanzaufwendungen in Höhe von 0,4 Millionen Euro (2014: 0,2 Millionen Euro) resultierten vor allem aus realisierten und unrealisierten Verlusten aus Devisentermingeschäften.

Steuern

Der Konzern wies 2015 einen Aufwand aus Ertragsteuern in Höhe von 5,7 Millionen Euro aus (2014: Steuerertrag von 1,3 Millionen Euro), der sich aus laufendem Steueraufwand in Höhe von 4,2 Millionen Euro und aus latentem Steueraufwand in Höhe von 1,5 Millionen Euro zusammensetzte.

Konzern-Periodenergebnis

Im Jahr 2015 wurde ein Ergebnis nach Steuern von 14,9 Millionen Euro erwirtschaftet (2014: – 3,0 Millionen Euro). Das sich für 2015 ergebende unverwässerte Periodenergebnis je Aktie belief sich auf 0,57 Euro (2014: – 0,12 Euro).

Mehrjahresübersicht – Gewinn-und-Verlust-Rechnung

04 Tabelle Mehrjahresübersicht – Gewinn-und-Verlust-Rechnung (in Mio. €)1

In Mio. € 2015 2014 20132 20122 20112
Umsatzerlöse 106,2 64,0 78,0 51,9 82,1
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 78,7 56,0 49,2 37,7 55,9
Aufwendungen für Allgemeines und Verwaltung 15,1 14,1 18,8 12,1 14,9
Sonstige Erträge/Aufwendungen 4,7 0,2 – 0,1 0,3 – 1,5
EBIT 17,2 – 5,9 9,9 2,5 9,8
Finanzerträge/-aufwendungen 3,4 1,6 0,8 0,6 1,4
Ertrag (+)/Aufwand (–) aus Ertragsteuern – 5,7 1,3 – 3,3 – 0,7 – 3,0
Ergebnis aus den fortgeführten Geschäftsbereichen 14,9 – 3,0 7,4 2,4 8,2
Ergebnis aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich2 0,0 0,0 6,0 – 0,4 0,01
Konzernjahresfehlbetrag (–)/überschuss (+) 14,9 – 3,0 13,3 1,9 8,2

1 Eventuelle Differenzen sind rundungsbedingt.
2 Aufgrund der im Dezember 2012 vereinbarten Übernahme des überwiegenden Teils des Segments AbD Serotec werden ab dem Jahr 2011 die mit der Transaktion zusammenhängenden Posten der Gewinn-und-Verlust-Rechnung in einer Summe im „Ergebnis aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich“ ausgewiesen. Die übrigen Posten enthalten die Werte der fortgeführten Geschäftsbereiche.

Finanzlage

GRUNDLAGEN DES FINANZMANAGEMENTS

Die oberste Zielsetzung des Finanzmanagements bei MorphoSys ist, zu jeder Zeit ausreichend Liquiditätsreserven für das anhaltende Wachstum der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Die wichtigsten Quellen hierfür sind die operativen Geschäftstätigkeiten der einzelnen Gesellschaftsteile und die daraus resultierenden Cash-Zuflüsse. Zur Ermittlung des Liquiditätsbedarfs werden Szenario- und CashflowCashflow: Kennzahl der Kapitalfluss­rech­nung zur Beurteilung der Finanz- und Ertragskraft-Planungen eingesetzt.

CASHFLOWS

2015 betrug der Netto-Finanzmittelabfluss aus operativer Tätigkeit 23,5 Millionen Euro (2014: Finanzmittelabfluss von 14,2 Millionen Euro).

2015 investierte die Gesellschaft in diverse Finanzanlagen, wie zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere und Anleihen sowie finanzielle Vermögenswerte der Kategorie Kredite und Forderungen. Diese Investitionen resultierten in einem Finanzmittelzufluss in Höhe von 86,3 Millionen Euro (2014: Finanzmittelabfluss von 21,5 Millionen Euro).

Aus Finanzierungstätigkeiten ergab sich 2015 ein Finanzmittel­abfluss von 4,1 Millionen Euro (2014: Finanzmittelabfluss von 3,9 Millionen Euro).

INVESTITIONEN

MorphoSys tätigte 2015 Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 1,4 Millionen Euro (2014: 2,9 Millionen Euro), im Wesentlichen für Laborausstattung (v.a. Maschinen) und Computerhardware. Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen erhöhten sich 2015 leicht auf 1,5 Millionen Euro (2014: 1,4 Millionen Euro).

2015 investierte die Gesellschaft 7,4 Millionen Euro in immaterielle Vermögenswerte (2014: 17,6 Millionen Euro). Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte beliefen sich in 2015 auf 1,9 Millionen Euro und lagen damit unter dem Niveau des Vorjahres (2014: 2,7 Millionen Euro). 2015 wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Patente in Höhe von 0,02 Millionen Euro vorgenommen (2014: auf Patente, Lizenzen und Laboreinrichtung in Höhe von 4,1 Millionen Euro).

LIQUIDITÄT

Am 31. Dezember 2015 verfügte das Unternehmen über liquide Mittel und marktgängige Wertpapiere sowie andere finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 298,4 Millionen Euro, verglichen mit 352,8 Millionen Euro am 31. Dezember 2014.

Dieser Betrag gliederte sich auf in Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 90,9 Millionen Euro (31. Dezember 2014: 32,2 Millionen Euro), marktgängige Wertpapiere und Anleihen in Höhe von 97,4 Millionen Euro (31. Dezember 2014: 113,5 Millionen Euro) sowie weitere finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 94,6 Millionen Euro (31. Dezember 2014: 157,0 Millionen Euro), die unter Zuordnung zur Kategorie „Kredite und Forderungen“ unter den sonstigen Forderungen in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden. Weitere Investments der Kategorie „Kredite und Forderungen“ in Höhe von 15,5 Millionen Euro wurden zum 31. Dezember 2015 unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen (31. Dezember 2014: 50,0 Millionen Euro).

Der Rückgang der marktgängigen Wertpapiere sowie der anderen finanziellen Vermögenswerte war im Wesentlichen auf den Erwerb aller ausstehenden Geschäftsanteile der Lanthio Pharma B.V., den Aktienrückkauf, die Meilensteinzahlung an Emergent, sowie auf den Verbrauch von Zahlungsmitteln für die operative Tätigkeit im Jahr 2015 zurückzuführen.

05 Tabelle Mehrjahresübersicht – Finanzlage (in Mio. €)1

In Mio. € 2015 2014 2013 2012 2011
Mittelzu-/-abfluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit2, 4 – 23,5 – 14,2 89,1 1,8 27,1
Mittelzu-/-abfluss aus Investitionstätigkeit4 86,3 – 21,5 – 193,9 – 12,1 – 18,1
Mittelzu-/-abfluss aus Finanzierungstätigkeit2, 4 – 4,1 – 3,9 130,6 1,6 1,3
Liquide Mittel (zum 31. Dezember)3 90,9 32,2 71,9 40,7 54,6
Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar 64,3 106,0 188,4 79,7 79,8
Anleihen, zur Veräußerung verfügbar 33,1 7,5 11,1 0,0 0,0
Kurzfristige Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie Kredite und Forderungen 94,6 157,0 119,3 10,0 0,0
Langfristige Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie Kredite und Forderungen 15,5 50,0 0,0 0,0 0,0

1 Eventuelle Differenzen sind rundungsbedingt.
2 Im Jahr 2011 wurden Käufe von derivativen Finanzinstrumenten und Erlöse aus dem Verkauf der derivativen Finanzinstrumente innerhalb der Kapitalflussrechnung aus der Finanzierungstätigkeit in die operative Geschäftstätigkeit umgegliedert.
3 Im Jahr 2012 wurden 5,3 Millionen € der liquiden Mittel in den Vermögenswerten, die zu einer als zur Veräußerung gehalten eingestuften Veräußerungsgruppe gehören, ausgewiesen.
4 Im Jahr 2015 wurden gezahlte bzw. erhaltene Zinsen innerhalb der Kapitalflussrechnung aus der operativen Geschäftstätigkeit in die Finanzierungs- bzw. Investitionstätigkeit umgegliedert. Um vergleichende Informationen für das Vorjahr zu bieten, wurden die Zahlen für das Jahr 2014 entsprechend angepasst.

Vermögenslage

AKTIVA

Die Bilanzsumme lag am 31. Dezember 2015 mit 400,1 Millionen Euro um 26,4 Millionen Euro unter dem Wert vom 31. Dezember 2014 (426,5 Millionen Euro). Bei den kurzfristigen Vermögenswerten war insgesamt ein Rückgang um 22,3 Millionen Euro zu verzeichnen. Der Anstieg der liquiden Mittel sowie der zur Veräußerung verfügbaren Anleihen wurde überkompensiert durch den Verbrauch von Finanzmitteln für die operative Tätigkeit in 2015 und für den Erwerb aller ausstehenden Geschäftsanteile der Lanthio Pharma B.V. in Barmitteln in Höhe von 20,0 Millionen Euro sowie durch den Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Der überwiegende Teil der Finanzmittel wurde in verschiedenen Wertpapieren angelegt. Zum 31. Dezember 2015 war ein Betrag in Höhe von 64,3 Millionen Euro (31. Dezember 2014: 106,0 Millionen Euro) in verschiedenen Geldmarktfonds investiert, die im Posten „Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar“ ausgewiesen sind. Der Posten „Anleihen, zur Veräußerung verfügbar“ enthielt Anleihen in Höhe von insgesamt 33,1 Millionen Euro (31. Dezember 2014: 7,5 Millionen Euro). Der Kategorie „Kredite und Forderungen“ waren Finanzinstrumente in Höhe von 94,6 Millionen Euro (31. Dezember 2014: 157,0 Millionen Euro) zuzuordnen. Diese bestanden im Wesentlichen aus Termingeldern mit fixer oder variabler Verzinsung.

Gegenüber dem 31. Dezember 2014 verringerten sich die langfristigen Vermögenswerte um 4,1 Millionen Euro auf 100,0 Millionen Euro, vor allem aufgrund der Umgliederung von langfristig angelegten liquiden Mitteln in die kurzfristigen Vermögenswerte infolge einer Restlaufzeit von weniger als zwölf Monaten. Dieser Effekt wurde im Wesentlichen durch den Anstieg der in Entwicklung befindlichen Forschungs- und Entwicklungsprogramme um 32,7 Millionen Euro aufgrund der durch die Akquisition der Lanthio Pharma B.V erworbenen präklinischen Programme sowie durch die Zahlung eines Meilensteins an Emergent weitestgehend kompensiert. Das präklinische Programm MOR107 (ehemals LP2) sowie drei weitere Moleküle in einem früheren Stadium der Entwicklung aus der Akquisition der Lanthio Pharma B.V. ergänzen seit Mai 2015 das konzerneigene Portfolio von MorphoSys.

VERBINDLICHKEITEN

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten verringerten sich von 32,7 Millionen Euro am 31. Dezember 2014 auf 27,5 Millionen Euro am 31. Dezember 2015. Dies ergab sich vor allem aus einem Rückgang des Postens „Umsatzabgrenzung, kurzfristiger Anteil“. Der Rückgang wurde teilweise durch den Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und abgegrenzten Aufwendungen kompensiert.

Die langfristigen Verbindlichkeiten (31. Dezember 2015: 9,9 Millionen Euro; 31. Dezember 2014: 45,0 Millionen Euro) reduzierten sich im Vergleich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 um 35,1 Millionen Euro, im Wesentlichen durch die erfolgswirksame Realisierung der bisher abgegrenzten Umsätze infolge der Beendigung der Zusammenarbeit zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung des MOR202-Programms mit Celgene.

EIGENKAPITAL

Am 31. Dezember 2015 belief sich das Konzerneigenkapital auf 362,7 Millionen Euro, verglichen mit 348,8 Millionen Euro am 31. Dezember 2014.

Die Zahl der ausgegebenen Aktien betrug zum 31. Dezember 2015 insgesamt 26.537.682, von denen sich 26.103.012 im Umlauf befanden (31. Dezember 2014: 26.456.834 bzw. 26.005.944 Aktien).

Im Vergleich zum 31. Dezember 2014 erhöhte sich die Anzahl der genehmigten Stammaktien von 4.957.910 auf 13.206.421, da auf der ordentlichen Hauptversammlung am 8. Mai 2015 das Genehmigte Kapital 2013-I in Höhe von 2.335.822 Euro aufgehoben und das Genehmigte Kapital 2015-I in Höhe von 10.584.333 Euro neu geschaffen wurde.

Die Anzahl der bedingten Stammaktien verringerte sich im Gegenzug von 7.166.848 auf 7.086.000 aufgrund der Ausübung von 80.848 Wandlungsrechten im Jahr 2015.

Zum 31. Dezember 2015 erhöhte sich der Wert der eigenen Aktien von 14.251.962 Euro am 31. Dezember 2014 auf 15.827.946 Euro. Wesentlicher Grund war der Rückkauf von 88.670 eigenen Aktien im Wert von 5.389.984 Euro durch MorphoSys zu einem durchschnittlichen Kurswert von 60,79 Euro je Aktie über die Börse. Die rückkaufbedingten Bankgebühren betrugen 2.947 €. Gegenläufig wirkte sich die Übertragung von 104.890 eigenen Aktien an Vorstand und Senior Management Group aus dem leistungsbezogenen Aktienplan 2011 (Long-Term-Incentive(LTI)-Plan) in Höhe von 3.816.947 Euro aus. Die Wartezeit für dieses LTI-Programm war am 1. Juni 2015 abgelaufen. Somit belief sich die Anzahl der MorphoSys-Aktien im Besitz der Gesellschaft zum 31. Dezember 2015 auf 434.670 Stück.

Finanzierung

Am 31. Dezember 2015 belief sich die Eigenkapitalquote der Gesellschaft auf 91 %, verglichen mit 82 % am 31. Dezember 2014. Der Konzern finanziert sich derzeit nicht über Finanzschulden.

Außerbilanzielle Finanzierung

MorphoSys nutzt keinerlei außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie den Verkauf von Außenständen, durch Vermögenswerte besicherte Wertpapiere („Asset-backed Securities“), „Sale and Lease back“-Transaktionen oder Eventualverbindlichkeiten in Verbindung mit nicht-konsolidierten Zweckgesellschaften.

Bonitätseinstufung

MorphoSys wird gegenwärtig von keiner Agentur auf seine Kreditwürdigkeit hin beurteilt.

Mehrjahresübersicht – Bilanzstruktur

06 Tabelle Mehrjahresübersicht – Bilanzstruktur (in Mio. €)1

In Mio. € 31. 12. 2015 31. 12. 2014 31. 12. 2013 31. 12. 2012 31. 12. 2011
Aktiva
Kurzfristige Vermögenswerte 300,1 322,4 406,6 142,9 153,9
Langfristige Vermögenswerte 100,0 104,1 41,1 40,6 73,7
Vermögenswerte, die einer als zur Veräußerung gehalten
eingestuften Veräußerungsgruppe angehören
0,0 0,0 0,0 40,9 0,8
Gesamt 400,1 426,5 447,7 224,3 228,4
Passiva
Kurzfristige Verbindlichkeiten 27,5 32,7 35,4 11,9 23,8
Langfristige Verbindlichkeiten 9,9 45,0 60,1 6,6 7,5
Verbindlichkeiten, die im Zusammenhang mit langfristigen
zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten stehen
0,0 0,0 0,0 3,7 0,0
Eigenkapital 362,7 348,8 352,1 202,0 197,1
Gesamt 400,1 426,5 447,7 224,3 228,4

1 Eventuelle Differenzen sind rundungsbedingt.

Vergleich von tatsächlichem und ­prognostiziertem Geschäftsverlauf

MorphoSys zeigte im Berichtsjahr 2015 eine solide Finanzleistung. Das zu Beginn des Geschäftsjahres veröffentlichte Umsatz- und Ergebnisziel aktualisierte die Gesellschaft im März 2015 aufgrund der Beendigung der Kooperation mit Celgene zur Entwicklung von MOR202. Die vollständig verbuchte Umsatzabgrenzung aus der ursprünglichen Vereinbarung sowie eine Einmalzahlung von Celgene erhöhten die Umsatz- und Ergebnisprognose. Die Prognose der Kosten für firmeneigene Forschung und Entwicklung wurden in diesem Zusammenhang ebenfalls angehoben.

Die detaillierten Vergleiche von prognostizierten Zielen und Ergebnissen sind Tabelle 7 zu entnehmen.

07 Tabelle Vergleich von tatsächlichem und prognostiziertem Geschäftsverlauf

Ziele 2015 Ergebnisse 2015
Finanzziele Konzernumsatz zwischen 101 Mio. € und 106 Mio. € (ursprüngliche Prognose 58 Mio. € bis 63 Mio. €, Anpassung am 26. März 2015 mit Veröffentlichung der Beendigung der Kooperation mit Celgene) Konzernumsatz von 106,2 Mio. €
Aufwendungen für firmeneigene Produkt- und Technologie-Entwicklung in Höhe von 56 Mio. € bis 63 Mio. € (ursprüng­liche Prognose 48 Mio. € bis 58 Mio. €, Anpassung am 26. März 2015 mit Veröffentlichung der Beendigung der ­Kooperation mit Celgene) Aufwendungen für firmeneigene Produkt- und Technologie-Entwicklung in Höhe von 56,6 Mio. €
EBIT von 9 Mio. € bis 16 Mio. € (ursprüngliche Prognose – 20 Mio. € bis – 30 Mio. €, Anpassung am 26. März 2015 mit Veröffentlichung der Beendigung der Kooperation mit Celgene) EBIT von 17,2 Mio. €
Proprietary Development MOR208
  • Fortführung der Phase 2-Studien in NHL und B-ALL
  • Start zusätzlicher Kombinationsstudien in NHL
MOR208
  • Präsentation der klinischen Daten aus der laufenden Phase 2a-Studie in NHL auf der Jahrestagung der ASCO im Mai/Juni, auf dem EHA-Kongress im Juni sowie auf der Jahres­tagung der ASH im Dezember
  • Auf Basis der im Berichtsjahr präsentierten Daten geplanter Start weiterer Kombinationsstudien für 2016
MOR202
  • Fortführung der Phase 1/2a mit zusätzlichen Kohorten sowie der Kombinationsstudien mit Pomalidomid und Lenalidomid
MOR202
  • Präsentation der klinischen Daten aus der laufenden Phase 1/2a-Studie auf der Jahrestagung der ASCO im Mai/Juni, auf dem EHA-Kongress im Juni, dem Myeloma Workshop im September sowie auf der Jahrestagung der ASH im ­Dezember
  • Behandlung weiterer Patientengruppen in Kombination mit Pomalidomid bzw. Lenalidomid kurz nach Ablauf des Geschäftsjahres gestartet
MOR209/ES414
  • Start der Phase 1-Studie in mCRPC innerhalb der Kooperation mit Emergent
MOR209/ES414
  • Start einer Phase 1-Studie mit bis zu 130 Patienten mit mCRPC im März 2015
Partnered Discovery Fortschritt bei Entwicklungsprogrammen mit Partnern
  • Nettozunahme um fünf Partnerprogramme
  • Beginn einer Phase 2-Studie des HuCAL-Antikörpers Guselkumab (CNTO1959) durch Partner Janssen in Psoriasis-Arthritis
  • Beginn einer Phase 1-Studie eines HuCAL-Antikörpers durch Partner Novartis gegen Bluterkrankungen
  • Ausübung einer Option durch Partner Heptares, um ein eigenes therapeutisches Antikörperprogramm im Rahmen einer bestehenden Forschungsallianz zu beginnen
  • Beginn einer Phase 1-Studie des HuCAL-Antikörpers BAY1093884 durch Partner Bayer HealthCare gegen Blutgerinnungsstörungen

Beurteilung des Geschäftsverlaufs durch den Vorstand

Das Geschäftsjahr 2015 war insgesamt erfolgreich, wenn auch nicht alle Ziele erreicht wurden. Der Ausbau der Entwicklungs-Pipeline machte gute Fortschritte, und wuchs auf insgesamt 103 Entwicklungsprogramme am Jahresende 2015 (2014: 94).

Im Geschäftsjahr 2015 stieg der Umsatz des MorphoSys-Konzerns auf 106,2 Millionen Euro, und das EBIT auf 17,2 Millionen Euro. Hauptgrund für den Umsatzanstieg und das positive Jahresergebnis ist die Beendigung der Zusammenarbeit mit Celgene und der hieraus resultierenden Realisierung von bislang abgegrenzten Umsatzerlösen. Der Netto-Finanzmittelabfluss aus operativer Tätigkeit betrug 23,5 Millionen Euro. Dies ist eine Folge der wie geplant gestiegenen Aufwendungen in die eigene Forschung und Entwicklung. Die Eigenkapitalquote von 91 % und eine Liquiditätsposition von 298,4 Millionen Euro belegen die sehr solide finanzielle Situation des Unternehmens.

Im Geschäftssegment Proprietary Development wuchs die Anzahl der Entwicklungsprogramme auf 14. Für die Programme MOR208 und MOR202 wurden auf großen medizinischen Kongressen vielversprechende Ergebnisse aus präklinischen und klinischen Studien vorgestellt. Beide Programme werden aktuell in Eigenregie entwickelt, nachdem die Zusammenarbeit zur Entwicklung von MOR202 mit Celgene im März beendet worden war. MOR209/ES414 startete im ersten Quartal mit der klinischen Entwicklung, und GSK kündigte den Start einer zusätzlichen Studie für MOR103 in Osteoarthritis an. Durch die Akquisition von Lanthio Pharma wurde das Portfolio um vier Entwicklungskandidaten erweitert.

Kooperationen mit Immatics, Heptares und G7 erweitern den Zugang zu innovativen Zielmolekülen, die im Rahmen der F&E-Aktivitäten validiert werden.

Im Segment Partnered Discovery gab es ebenfalls gute Fortschritte. Die Anzahl der Programme stieg auf 89, mit drei Programmen in Phase 3-Studien, neun Antiköperprogrammen in Phase 2 sowie weitere neun Entwicklungskandidaten in Phase 1.

Bilanzielle Ermessensentscheidungen

Im Konzernabschluss 2015 wurden keine Bilanzierungsgrundsätze angewendet oder damit zusammenhängende Optionen ausgeübt, die sich von denen der Vorjahre unterscheiden und die, wenn sie angewendet oder anders ausgeübt worden wären, eine bedeutsame Auswirkung auf die Vermögens- und Finanzlage ­sowie die Bilanzstruktur gehabt hätten. Informationen zu den Auswirkungen des Einsatzes von Schätzungen, Annahmen und Beurteilungen durch den Vorstand sind im Anhang zum Konzernabschluss zu finden.

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