5 Erläuterung der Aktivposten der Bilanz

5.1 ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE

In T € 31.12.2016 31.12.2015
Bankguthaben und Kassen­bestände 73.929 90.928
Termingelder 1.252 631
Zweckgebundene Finanzmittel – 1.252 – 631
Zahlungsmittel und Zahlungs­mitteläquivalente 73.929 90.928

Der Rückgang der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente resultierte im Wesentlichen aus dem Verbrauch von Zahlungsmittel für die operative Tätigkeit.

Die zweckgebundenen Finanzmittel in Höhe von 1,3 Mio. € stellten im Wesentlichen Mietkautionen dar (2015: 0,6 Mio. €).

5.2 ZUR VERÄUßERUNG VERFÜGBARE WERTPAPIERE UND ANLEIHEN UND FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE DER KATEGORIE KREDITE UND FORDERUNGEN

Die zur Veräußerung verfügbaren Wertpapiere setzten sich am 31. Dezember 2016 und 2015 wie folgt zusammen.

Unrealisierter
In T € Fälligkeit Anschaffungskosten Brutto-Gewinn Brutto-Verlust Marktwert
31. Dezember 2016          
Geldmarktfonds täglich 63.433 2 73 63.362
Gesamt         63.362
31. Dezember 2015          
Geldmarktfonds täglich 64.089 204 0 64.293
Gesamt         64.293

Im Jahr 2016 hat der Konzern in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung einen Nettogewinn in Höhe von 0,3 Mio. € aus der Veräußerung von Finanzanlagen ausgewiesen, der zuvor im Eigenkapital erfasst war (2015: Nettogewinn in Höhe von weniger als 0,1 Mio. €).

Die zur Veräußerung verfügbaren Anleihen setzten sich am 31. Dezember 2016 und 2015 wie folgt zusammen.

Unrealisierter
In T € Fälligkeit Anschaffungskosten Brutto-Gewinn Brutto-Verlust Marktwert
31. Dezember 2016
Anleihen täglich 6.620 2 90 6.532
Gesamt 6.532
31. Dezember 2015
Anleihen täglich 33.599 1 480 33.120
Gesamt 33.120

Im Jahr 2016 hat der Konzern in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung einen Nettoverlust in Höhe von 1,2 Mio. € aus der Veräußerung von Finanzanlagen ausgewiesen, der zuvor im Eigenkapital erfasst war (2015: Nettoverlust in Höhe von weniger als 0,1 Mio. €). Der Kauf der Anleihen erfolgte über dem Nennbetrag. Der aus dem produktspezifischen Kursverlauf resultierende Verlust wird durch die Zinserträge der Anleihen überkompensiert und führt zu einem positiven Gesamtergebnis.

Zum 31. Dezember 2016 hielt die Gesellschaft kurzfristige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 136,1 Mio. € (31. Dezember 2015: 94,6 Mio. €) und langfristige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 79,5 Mio. € (31. Dezember 2015: 15,5 Mio. €), die in Übereinstimmung mit IAS 39 „Finanzinstrumente“ der Kategorie „Kredite und Forderungen“ zuzuordnen waren. Diese bestanden im Wesentlichen aus Termingeldern mit fixer oder variabler Verzinsung. Der Anstieg resultiert aus der Anlage finanzieller Mittel aus der im November durchgeführten Kapitalerhöhung. In diesen Buchwerten sind Zinsforderungen in Höhe von 0,1 Mio. € (31. Dezember 2015: 1,2 Mio. €) enthalten.

Die Zinserträge der finanziellen Vermögenswerte der Kategorie „Kredite und Forderungen“ beliefen sich in 2016 auf 0,9 Mio. € (2015: 1,9 Mio. €) und wurden im Finanzergebnis erfasst. Die Risiken im Zusammenhang mit diesen Finanzinstrumenten bestehen in erster Linie in Bonitätsrisiken der Banken. Im Geschäftsjahr 2016 gab es keine Anzeichen für eine Wertminderung.

Weitere Erläuterungen zur bilanziellen Behandlung der Finanzanlagen werden unter Ziffer 2.8.1 dieses Anhangs gegeben.

5.3 FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind unverzinslich und haben überwiegend Zahlungsziele zwischen 30 und 45 Tagen. Am 31. Dezember 2016 und 2015 enthielten die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen noch nicht in Rechnung gestellte Beträge in Höhe von 3,3 Mio. € bzw. 3,9 Mio. €.

Auf Basis der Einschätzung des Vorstands wurden 2016 und 2015 keine Nettoverluste für Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen ergebniswirksam erfasst.

5.4 SONSTIGE FORDERUNGEN

Gemäß der Kurssicherungsrichtlinie des Konzerns werden mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Cashflows und eindeutig bestimmbare Fremdwährungsforderungen mit einem Zahlungsziel von bis zu zwölf Monaten auf ihren Kurssicherungsbedarf hin geprüft. Beginnend im Jahr 2003 hat MorphoSys Devisenoptions- und Devisenterminverträge zur Kurssicherung seines Währungsrisikos aus US-Dollar-Forderungen geschlossen. Diese Derivate werden mit ihren beizulegenden Zeitwerten als sonstige Forderungen ausgewiesen.

Am 31. Dezember 2016 bestanden zehn offene Devisentermingeschäfte (Forward Rate Agreements) mit Laufzeiten von einem Monat bis zu zwölf Monaten (31. Dezember 2015: 15 offene Devisentermingeschäfte). Der unrealisierte Bruttogewinn aus diesen Devisentermingeschäften in Höhe von weniger als 0,1 Mio. € am 31. Dezember 2016 wurde im Finanzergebnis ausgewiesen (31. Dezember 2015: 0,7 Mio. € unrealisierter Bruttogewinn und weniger als 0,1 Mio. € unrealisierter Bruttoverlust).

Im Januar 2016 hat der Konzern ein Devisentermingeschäft mit Laufzeit bis Anfang April 2017 für einen zukünftigen Zahlungsstrom abgeschlossen. Dieses Derivat wird als Cashflow Hedge dem Hedge Accounting ­unterworfen. Am 31. Dezember 2016 wurde für dieses Sicherungsinstrument ein unrealisierter Bruttogewinn in Höhe von 0,5 Mio. € in der Neu­bewertungsrücklage (sonstiges Ergebnis) erfasst.

Auf sonstige Forderungen wurden zum 31. Dezember 2016 Wertberichtigungen in unwesentlicher Höhe gebildet (31. Dezember 2015: 0,2 Mio. €).

5.5 FORDERUNGEN AUS ERTRAGSTEUERN, VORRÄTE, RECHNUNGSABGRENZUNG UND SONSTIGE KURZFRISTIGE VERMÖGENSWERTE

Zum 31. Dezember 2016 bestanden Steuerforderungen in Höhe von 3,3 Mio. € (31. Dezember 2015: 2,7 Mio. €), die aus Forderungen gegenüber dem Finanzamt aus dem verbleibenden Überschuss aus Umsatzsteuer­vorauszahlungen in Höhe von 2,8 Mio. € (31. Dezember 2015: 1,5 Mio. €) und aus Forderungen im Zusammenhang mit einbehaltener Kapital­ertragsteuer sowie Ertragsteuern für Vorjahre in Höhe von 0,5 Mio. € (31. Dezember 2015: 0,8 Mio. €) bestanden.

Vorräte in Höhe von 0,3 Mio. € lagerten am 31. Dezember 2016 am Standort Planegg und bestanden aus Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Wie im Vorjahr bestanden zum Bilanzstichtag keine Vorräte, die zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten ausgewiesen wurden.

Am 31. Dezember 2015 lagerten Vorräte in Höhe von 0,4 Mio. € am Standort Martinsried und bestanden aus Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen.

Die Rechnungsabgrenzung und sonstige kurzfristige Vermögenswerte bestanden am 31. Dezember 2016 im Wesentlichen aus Kombinationswirkstoffen in Höhe 7,3 Mio. € (31. Dezember 2015: 0,3 Mio. €), aus vorausgezahlten Gebühren für externe Laborleistungen von 2,4 Mio. € (31. Dezember 2015: 0,6 Mio. €), aus vorausgezahlten Gebühren für Unterlizenzen in Höhe von 0,3 Mio. € (31. Dezember 2015: 0,3 Mio. €), zweckgebundene Finanzmittel für Mietkautionen in Höhe von 0,4 Mio. € (31. Dezember 2015: 0 €) und anderen Vorauszahlungen in Höhe von 0,8 Mio. € (31. Dezember 2015: 0,5 Mio. €).

5.6 SACHANLAGEN

In T € Büro- und
Labor­ausstattung
Betriebs- und Geschäfts­ausstattung Gesamt
Anschaffungskosten      
1. Januar 2016 15.040 1.780 16.820
Zugänge 1.890 612 2.502
Abgänge – 272 – 3 – 275
31. Dezember 2016 16.658 2.389 19.047
     
Kumulierte Abschreibungen      
1. Januar 2016 11.691 1.655 13.346
Jahresabschreibung 1.700 86 1.786
Wertberichtigungen 0 0 0
Abgänge – 271 – 3 – 274
31. Dezember 2016 13.120 1.738 14.858
     
Buchwerte      
1. Januar 2016 3.349 125 3.474
31. Dezember 2016 3.538 651 4.189
     
Anschaffungskosten      
1. Januar 2015 13.963 1.765 15.728
Zugänge 1.372 15 1.387
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 126 0 126
Abgänge – 421 0 – 421
31. Dezember 2015 15.040 1.780 16.820
     
Kumulierte Abschreibungen      
1. Januar 2015 10.560 1.610 12.170
Jahresabschreibung 1.497 45 1.542
Wertberichtigungen 25 0 25
Abgänge – 391 0 – 391
31. Dezember 2015 11.691 1.655 13.346
     
Buchwerte      
1. Januar 2015 3.403 155 3.558
31. Dezember 2015 3.349 125 3.474

Im Geschäftsjahr 2016 wurden keine Wertminderungen auf Sachanlagen vorgenommen. Im Geschäftsjahr 2015 waren die Wertminderungen auf Sachanlagen unwesentlich.

Im Berichtszeitraum wurden keine Fremdkapitalkosten aktiviert. Verbindlichkeiten wurden weder durch Eigentumsvorbehalte noch durch Sachanlagen besichert. Zum Berichtszeitpunkt bestanden keine wesent­lichen vertraglichen Verpflichtungen zum Kauf von Sachanlagen.

Die Abschreibungen sind in den folgenden Positionen der Gewinn-und- Verlust-Rechnung enthalten.

In T € 2016 2015
Forschung und Entwicklung 1.518 1.295
Forschung und Entwicklung
(Wertberichtigungen)
0 25
Allgemeines und Verwaltung 268 247
Gesamt 1.786 1.567

5.7 IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

In T € Patente Lizenzen In Entwicklung befindliche
Forschungs- und Entwicklungs- programme
Software Geschäfts- oder Firmenwert Gesamt
Anschaffungskosten            
1. Januar 2016 16.064 23.896 60.960 5.744 11.041 117.705
Zugänge 355 0 0 56 0 411
Abgänge 0 0 0 0 0 0
31. Dezember 2016 16.419 23.896 60.960 5.800 11.041 118.116
           
Kumulierte Abschreibungen            
1. Januar 2016 9.923 20.651 0 3.808 3.676 38.058
Jahresabschreibung 1.173 98 0 707 0 1.978
Wertberichtigungen 0 0 10.141 0 0 10.141
31. Dezember 2016 11.096 20.749 10.141 4.515 3.676 50.177
           
Buchwerte            
1. Januar 2016 6.141 3.245 60.960 1.936 7.365 79.647
31. Dezember 2016 5.323 3.147 50.819 1.285 7.365 67.939
           
Anschaffungskosten            
1. Januar 2015 15.743 21.896 28.254 5.180 7.352 78.425
Zugänge 321 2.000 4.495 563 0 7.379
Zugänge aus Unternehmens­zusammenschlüssen 0 0 28.211 1 3.689 31.901
31. Dezember 2015 16.064 23.896 60.960 5.744 11.041 117.705
           
Kumulierte Abschreibungen            
1. Januar 2015 8.755 20.553 0 3.138 0 32.446
Jahresabschreibung 1.145 98 0 670 0 1.913
Wertberichtigungen 23 0 0 0 3.676 3.699
31. Dezember 2015 9.923 20.651 0 3.808 3.676 38.058
           
Buchwerte            
1. Januar 2015 6.988 1.343 28.254 2.042 7.352 45.979
31. Dezember 2015 6.141 3.245 60.960 1.936 7.365 79.647

Im Geschäftsjahr 2016 wurden keine Wertminderungen auf Patente und Lizenzen vorgenommen. Im Geschäftsjahr 2015 waren die Wertminderungen auf Patente und Lizenzen unwesentlich.

Am 31. Dezember 2016 wurden in Entwicklung befindliche Forschungs- und Entwicklungsprogramme, wie von IAS 36 vorgesehen, einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Hieraus hat sich ein Wertminderungsbedarf ergeben. Weitere Angaben zur Wertberichtigung der in Entwicklung befindlichen Forschungs- und Entwicklungsprogramme können der Ziffer 5.7.3 dieses Anhangs entnommen werden.

Die Abschreibungen sind in den folgenden Positionen der Gewinn-und- Verlust-Rechnung enthalten.

In T € 2016 2015
Forschung und Entwicklung 1.872 1.806
Forschung und Entwicklung
(Wertberichtigungen)
10.141 3.699
Allgemeines und Verwaltung 106 107
Gesamt 12.119 5.612

5.7.1 PATENTE

Im Geschäftsjahr 2016 hat sich der Buchwert in Höhe von 6,1 Mio. € um 0,8 Mio. € auf 5,3 Mio. € vermindert. Ursächlich hierfür sind Zugänge im Wert von 0,4 Mio. € für Patentanmeldungen, insbesondere für die firmen­eigenen Programme und Technologien, denen lineare Abschreibungen von 1,2 Mio. € gegenüberstehen.

5.7.2 LIZENZEN

Der Buchwert der Lizenzen hat sich durch planmäßige Abschreibungen von 3,2 Mio. € um 0,1 Mio. € auf 3,1 Mio. € im Jahr 2016 verringert.

5.7.3 IN ENTWICKLUNG BEFINDLICHE FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSPROGRAMME

Der Buchwert der in Entwicklung befindlichen Forschungs- und Entwicklungsprogramme hat sich im Jahr 2016 um 10,1 Mio. € auf 50,8 Mio. € verringert. Grund für eine teilweise außerplanmäßige Abschreibung des Wirkstoffs MOR209/ES414 war die Erwartung geringerer zukünftiger Nutzenzuflüsse und später eintretender künftiger Cashflows.

5.7.4 SOFTWARE

Im Geschäftsjahr 2016 betrugen die Zugänge in dieser Position insgesamt 0,1 Mio. €. Der Buchwert hat sich von 1,9 Mio. € im Jahr 2015 um 0,7 Mio. € auf 1,3 Mio. € im Jahr 2016 verringert. Den Zugängen stehen Abschreibungen in Höhe von 0,7 Mio. € gegenüber.

5.7.5 GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT

Am 30. September 2016 wurde der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 3,7 Mio. € aus dem Erwerb der Sloning BioTechnology GmbH im Jahr 2010, wie von IAS 36 vorgeschrieben, einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der Slonomics-Technologie im operativen Segment Partnered Discovery, wurde auf der Basis von Nutzungswertberechnungen ermittelt, wobei sich der ermittelte Nutzungswert gegenüber dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit als höher herausstellte. Die Cashflow-Prognosen beinhalteten erwartete Zahlungen aus bestehenden Verträgen sowie künftige Zahlungsüberschüsse aus der Einbringung der Slonomics-Technologie in Partnerprogramme. Demgegenüber stehen die erwartungsgemäß anfallenden Personalkosten sowie Aufwendungen für administrative Tätigkeiten. Die Cashflow-Prognosen beziehen sich auf einen Zeitraum von zehn Jahren, da der Vorstand davon ausgeht, dass sich die Vermarktung mithilfe von Lizenzabkommen, die Vorauszahlungen, Meilensteinzahlungen, finanzierte Forschungsleistungen und Tantiemen enthalten, nur mit mittel- und langfristigen Verträgen realisieren lässt. Aus diesem Grund wird ein Planungshorizont von zehn Jahren für die Berechnung des Nutzungswerts als angemessen erachtet. Die Cashflow-Prognosen beruhen vorwiegend auf der zentralen Annahme, dass die Slonomics-Technologie für bestehende Kunden sehr nutzbringend ist. Die Werte der zugrunde gelegten Annahmen wurden anhand sowohl interner (bisherige Erfahrungen) als auch externer Informationsquellen (Marktinformationen) ermittelt. Auf der Basis der aktualisierten Cashflow-Prognose für die kommenden zehn Jahre wurde der Nutzungswert wie folgt ermittelt: Beta­faktor von 1,2 (2015: 1,2), ein WACC vor Steuern von 12,2 % (2015: 12,7 %) und eine Wachstumsrate der ewigen Rente von 1 % (2015: 1 %). Bei der Nutzungswertberechnung wurde eine ausführliche Sensitivitätsanalyse für die Wachstumsrate sowie den Abzinsungssatz durchgeführt. Die Sensitivitätsanalyse berücksichtigte jeweils die Änderung einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert blieben. Ein zusätzlicher Wertminderungsbedarf hat sich hieraus nicht ergeben. Die den Annahmen beigemessenen Werte entsprechen der Einschätzung des Vorstands im Hinblick auf die zukünftigen Entwicklungen und beruhen auf internen Planungsszenarien sowie auf externen Quellen.

Am 30. September 2016 wurde der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 3,7 Mio. € aus dem Erwerb der Lanthio-Gruppe einem Werthaltigkeits­test unterzogen. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der Lanthio-Gruppe im operativen Segment Proprietary Development, wurde auf der Basis von Nutzungswertberechnungen ermittelt, wobei sich der ermittelte Nutzungswert gegenüber dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit als höher herausstellte. Die Cashflow-Prognosen beinhalteten geplante Zahlungsmittelzuflüsse aus erwarteten Verkäufen von potenziell zukünftig am Markt zugelassenen Wirkstoffen auf der Basis von Lanthipeptiden. Demgegenüber stehen die erwartungsgemäß anfallenden operativen Ausgaben für die Entwicklung der Wirkstoffe und klinische Studien sowie Aufwendungen für Vertrieb und administrative Tätigkeiten. Darüber hinaus werden die Dauer sowie die Eintrittswahrscheinlichkeiten einzelner Studienabschnitte berücksichtigt. Die Cashflow-Prognosen beziehen sich auf einen Zeitraum von 30 Jahren, da der Vorstand davon ausgeht, dass nach erfolgreichen Marktzulassungen von Wirkstoffen mit den daraus resultierenden Medikamenten über diese Zeiträume Einzahlungsüberschüsse erzielt werden können. Die Werte der zugrunde gelegten Annahmen wurden anhand sowohl interner (bisherige Erfahrungen) als auch externer Informationsquellen (Marktinformationen) ermittelt. Auf der Basis der aktualisierten Cashflow-Prognose wurde der Nutzungswert wie folgt ermittelt: Betafaktor von 1,2 (2015: 1,2) und ein WACC vor Steuern von 11,9 % (2015: 13,6 %). Zusätzlich wurde eine ausführliche Sensitivitätsanalyse für den Abzinsungssatz vorgenommen. Ein Wertminderungsbedarf hat sich hieraus nicht ergeben. Die den Annahmen beigemessenen Werte entsprechen der Einschätzung des Vorstands im Hinblick auf die zukünftigen Entwicklungen und beruhen auf internen Planungsszenarien sowie auf externen Quellen.

5.8 RECHNUNGSABGRENZUNG UND SONSTIGE VERMÖGENSWERTE, OHNE KURZFRISTIGEN ANTEIL

In dieser Position wurden die langfristigen Anteile des Rechnungsabgrenzungspostens und der sonstigen Vermögenswerte ausgewiesen. Der Anstieg der Rechnungsabgrenzung resultierte im Wesentlichen aus im ­Voraus bezahlter Miete für die gemieteten Räumlichkeiten in der Semmelweisstraße 7 in Planegg. Der Konzern hat bestimmte Positionen innerhalb der sonstigen Vermögenswerte als zweckgebundene Finanzmittel klassifiziert, die für betriebliche Zwecke nicht zur Verfügung stehen (siehe Ziffern 2.8.1 und 5.1 dieses Anhangs). Zum 31. Dezember 2016 und 2015 verfügte der Konzern über langfristig zweckgebundene Finanzmittel in Höhe von 0,9 Mio. € bzw. 0,6 Mio. € für ausgereichte Mietgarantien und in Höhe von jeweils 0,2 Mio. € für an Mitarbeiter ausgegebene Wandelschuldverschreibungen.

Die Position setzt sich wie folgt zusammen.

In T € 31.12.2016 31.12.2015
Aktive Rechnungsabgrenzung, ohne kurzfristigen Anteil 2.783 67
Sonstige Vermögenswerte 1.111 882
Gesamt 3.894 949
arrow-topCreated with sketchtool.Top arrow-rightCreated with sketchtool.6. Erläuterung der Passivposten der Bilanz