6 Erläuterung der Passivposten der Bilanz

6.1 VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND ABGEGRENZTE AUFWENDUNGEN

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen waren unverzinslich und hatten im Normalfall Zahlungsziele von bis zu 30 Tagen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ergeben sich aus der folgenden Übersicht.

In T € 31.12.2016 31.12.2015
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 8.457 237
Lizenzverbindlichkeiten 179 158
Abgegrenzte Aufwendungen 22.838 20.275
Sonstige Verbindlichkeiten 749 1.672
Gesamt 32.223 22.342

In den abgegrenzten Aufwendungen waren im Wesentlichen abgegrenzte Personalaufwendungen aus Zahlungen an Mitarbeiter und das Management in Höhe von 2,8 Mio. € (31. Dezember 2015: 3,1 Mio. €), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 2,6 Mio. € (31. Dezember 2015: 2,7 Mio. €), externe Laborleistungen in Höhe von 16,2 Mio. € (31. Dezember 2015: 13,9 Mio. €), Lizenzzahlungen in Höhe von 0,1 Mio. € (31. Dezember 2015: 0,1 Mio. €), Prüfungsgebühren und sonstige damit in Verbindung stehende Kosten in Höhe von 0,1 Mio. € (31. Dezember 2015: 0,1 Mio. €) sowie Aufwendungen für Rechtsberatung in Höhe von 1,0 Mio. € (31. Dezember 2015: 0,4 Mio. €) enthalten.

In der Hauptversammlung der Gesellschaft im Juni 2016 wurde der Aufsichtsrat ermächtigt, die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC GmbH), München, zum Abschlussprüfer zu bestellen.

Die PwC GmbH erhielt von MorphoSys im Geschäftsjahr 2016 Vergütungen in Höhe von 251.582 €, einschließlich der Prüfungshonorare in Höhe von 190.000 €, der Honorare für sonstige Bestätigungs- und Bewertungsleistungen in Höhe von 36.832 € für die prüferische Durchsicht des ­Halbjahresabschlusses sowie der Honorare für sonstige Leistungen in Höhe von 24.750 €. Steuerberatungsleistungen wurden in 2016 von der PwC GmbH nicht erbracht.

6.2 STEUERRÜCKSTELLUNGEN UND RÜCKSTELLUNGEN

Am 31. Dezember 2016 wies der Konzern Steuerrückstellungen und Rückstellungen in Höhe von 4,9 Mio. € aus (2015: Gesamtkonzern: 3,2 Mio. €).

Die Steuerrückstellungen enthalten vor allem Aufwendungen für Ertragsteuern. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen aus drohenden Verlusten aus der Verpflichtung zur Zahlung von Mietzinsen für Geschäftsräume, die künftig nicht mehr genutzt werden, sowie aus einem belastenden Vertrag mit einem Auftragsproduzenten von Wirkstoffen und klinischen Prüfpräparaten.

Steuerrückstellungen und Rückstellungen zum 31. Dezember 2016 sind hinsichtlich ihrer Höhe ungewiss und werden voraussichtlich 2017 in Anspruch genommen.

Die Steuerrückstellungen und Rückstellungen haben sich im Geschäftsjahr 2016 wie folgt verändert.

In T € 01.01.2016 Zugänge Inanspruchnahme Auflösung 31.12.2016
Steuerrückstellungen 1.698 114 0 160 1.652
Rückstellungen 1.480 2.967 740 489 3.218
Gesamt 3.178 3.081 740 649 4.870

6.3 UMSATZABGRENZUNG

Die Umsatzabgrenzung betrifft Kundenzahlungen, denen noch keine Leistungserbringung gegenüber steht. Die Position hat sich wie folgt entwickelt.

In T € 2016 2015
Anfangsbestand 4.507 58.752
erhaltene Vorauszahlungen im Geschäftsjahr 17.441 18.133
Umsatzrealisierung erhaltener Vo­rauszahlungen aufgrund erbrachter Leistungen im Geschäftsjahr – 19.043 – 72.378
Endbestand 2.905 4.507
davon kurzfristiger Anteil 1.232 1.994
davon langfristiger Anteil 1.673 2.513

6.4 SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalteten ausschließlich eine Abgrenzung der im Mietvertrag für das neue Gebäude in der Semmelweisstraße, Planegg, vereinbarten mietfreien Zeit. Dieser Posten wird über die vertraglich vereinbarte Mindestmietdauer aufgelöst.

Der kurzfristige Teil in Höhe von 0,1 Mio. € dieser sonstigen Verbindlichkeit war im Posten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und abgegrenzte Aufwendungen enthalten.

6.5 EIGENKAPITAL

6.5.1 GEZEICHNETES KAPITAL

Am 31. Dezember 2016 betrug das gezeichnete Kapital der Gesellschaft einschließlich eigener Aktien 29.159.770 €, was einer Zunahme von 2.622.088 € gegenüber dem Stand von 26.537.682 € am 31. Dezember 2015 entspricht. Jede Stückaktie des gezeichneten Kapitals gewährt ein Stimmrecht. Der Anstieg des gezeichneten Kapitals resultiert vollständig aus den neu geschaffenen Aktien im Rahmen der Kapitalerhöhung im November 2016.

Am 31. Dezember 2016 hielt die Gesellschaft 396.010 eigene Aktien im Wert von 14.648.212 €, ein Rückgang gegenüber dem 31. Dezember 2015 (434.670 Aktien, 15.827.946 €) in Höhe von 1.179.734 €. Grund für diesen Rückgang war die Übertragung von 90.955 eigenen Aktien an Vorstand und Senior Management Group aus dem leistungsbezogenen Aktienplan 2012 (long-term incentive plan – LTI-Plan) in Höhe von 3.361.697 €. Die Wartezeit für dieses LTI-Programm war am 1. April 2016 bzw. am 1. Oktober 2016 abgelaufen und die Berechtigten hatten jeweils innerhalb von sechs Monaten die Option, insgesamt 90.955 Aktien zu erhalten. Gegenläufig wirkte der Rückkauf von 52.295 eigenen Aktien im Wert von 2.179.963 € durch MorphoSys zu einem gewichteten durchschnittlichen Kurswert von 41,69 € je Aktie über die Börse. Die rückkaufbedingten Bankgebühren betrugen 1.999 €. Die zurückgekauften Aktien können zu allen in der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 19. Mai 2011 bzw. vom 23. Mai 2014 genannten Zwecken, insbesondere für bestehende und künftige Mitarbeiterbeteiligungsprogramme und/oder als Akquisitionswährung verwendet werden. Sie können aber auch eingezogen werden.

6.5.2 GENEHMIGTES KAPITAL

Am 15. November 2016 wurden im Rahmen einer Barkapitalerhöhung aus dem Genehmigten Kapital 2014-I 2.622.088 Aktien ausgegeben. Das Genehmigte Kapital 2014-I war damit voll ausgeschöpft. Die Eintragung der Kapitalerhöhung im Handelsregister erfolgte am 17. November 2016. Im Vergleich zum 31. Dezember 2015 verringerte sich somit die Anzahl der genehmigten Stammaktien von 13.206.421 um 2.622.088 auf 10.584.333.

6.5.3 BEDINGTES KAPITAL

Im Vergleich zum 31. Dezember 2015 reduzierte sich die Anzahl der bedingten Stammaktien von 7.086.000 auf 6.752.698. Auf der ordentlichen Hauptversammlung am 2. Juni 2016 wurden das Bedingte Kapital 2003-II in Höhe von 36.000 € und das Bedingte Kapital 2011-I in Höhe von 6.600.000 € aufgehoben. Gegenläufig wirkte die Neuschaffung des Bedingten Kapitals 2016-I in Höhe von 5.307.536 € sowie des Bedingten Kapitals 2016-III in Höhe von 995.162 €.

6.5.4 EIGENE AKTIEN

In den Jahren 2016 und 2015 hat der Konzern eigene Aktien zurückgekauft. Zusammensetzung und Entwicklung dieser Position sind der nachstehenden Tabelle zu entnehmen.

Anzahl der Aktien Aktienwert
Stand am 31.12.2010 79.896 9.774
Erwerb in 2011 84.019 1.747.067
Stand am 31.12.2011 163.915 1.756.841
Erwerb in 2012 91.500 1.837.552
Stand am 31.12.2012 255.415 3.594.393
Erwerb in 2013 84.475 2.823.625
Stand am 31.12.2013 339.890 6.418.018
Erwerb in 2014 111.000 7.833.944
Stand am 31.12.2014 450.890 14.251.962
Erwerb in 2015 88.670 5.392.931
Ausgabe in 2015 – 104.890 – 3.816.947
Stand am 31.12.2015 434.670 15.827.946
Erwerb in 2016 52.295 2.181.963
Ausgabe in 2016 – 90.955 – 3.361.697
Stand am 31.12.2016 396.010 14.648.212

Der gewichtete durchschnittliche Aktienkurs, zu dem der Rückkauf im Jahr 2016 erfolgte, lag bei 41,69 € je Aktie (2015: 60,79 € je Aktie). Die Bilanzierung erfolgte zu Anschaffungskosten.

6.5.5 KAPITALRÜCKLAGE

Am 31. Dezember 2016 betrug die Kapitalrücklage 428.361.175 € (31. Dezember 2015: 319.394.322 €). Der Anstieg um insgesamt 108.966.853 € ergab sich vor allem aus der Kapitalerhöhung im November 2016 (109.971.132 €, nach Abzug von Eigenkapitalbeschaffungskosten in Höhe von insgesamt 2.778.652 €). Darüber hinaus erhöhte sich die Kapitalrücklage aus dem Personalaufwand aus anteilsbasierten Vergütungen in Höhe von 2.357.418 €. Kompensierend wirkte sich die Umgliederung von eigenen Anteilen in Höhe von 3.361.697 € im Zusammenhang mit der Zuteilung von Aktien aus dem leistungsbezogenen Aktienplan 2012 aus.

Im Jahr 2015 hatte sich die Kapitalrücklage um 1.018.602 € erhöht
und ergab sich aus der Ausübung von Wandelschuldverschreibungen (1.276.590 €) sowie aus Personalaufwand aus anteilsbasierten Vergütungen (3.558.959 €). Kompensierend wirkte sich die Umgliederung von
eigenen Anteilen in Höhe von 3.816.947 € im Zusammenhang mit der Zuteilung von Aktien aus dem leistungsbezogenen Aktienplan 2011 aus.

6.5.6 NEUBEWERTUNGSRÜCKLAGE

Am 31. Dezember 2016 betrug die Neubewertungsrücklage 136.101 € (31. Dezember 2015: –202.158 €). Der Anstieg um insgesamt 338.259 € ergab sich aus der Veränderung der unrealisierten Gewinne und Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren und Anleihen in Höhe von –21.154 € sowie der Veränderung der unrealisierten Gewinne aus Cashflow Hedges in Höhe von 359.413.

6.5.7 BILANZGEWINN/BILANZVERLUST

Der Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von –60.382.776 € wurde im Bilanzverlust verrechnet. Der Bilanzgewinn von 32.834.107 € im Jahr 2015 kehrte sich damit in einen Bilanzverlust in Höhe von –27.548.669 € im Jahr 2016 um.

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