8 Weitere Anhangangaben

8.1 VERPFLICHTUNGEN AUS MIET-, LEASING- UND SONSTIGEN VERTRÄGEN

Der Konzern mietet Einrichtungen und Ausstattungen im Rahmen langfristiger Operating Leasing-Verträge. In den Geschäftsjahren 2016 und 2015 belief sich der Leasingaufwand für angemietete Gebäude auf 3,1 Mio. € und 3,0 Mio. €. Hierin ist in 2016 und 2015 der Aufwand aus der Bildung einer Rückstellung aus drohenden Verlusten aus der Verpflichtung zur Zahlung von Mietzinsen für Geschäftsräume enthalten. Darüber hinaus fielen in den Geschäftsjahren 2016 und 2015 Leasingaufwendungen für Dienstfahrzeuge und Maschinen in Höhe von 0,2 Mio. € und 0,2 Mio. € an. Der Großteil der Leasingverträge kann jährlich oder quartalsweise verlängert werden. Einige der Verträge können vorzeitig gekündigt werden.

In 2016 wurde ein Mietvertrag über Räumlichkeiten in der Semmelweisstraße 7 in Planegg abgeschlossen. Dieser Vertrag beinhaltet eine Mindestmietdauer von zehn Jahren.

Die künftigen Mindestzahlungen aus unkündbaren Operating Leasing- und Versicherungsverträgen sowie anderen Dienstleistungen stellen sich wie folgt dar.

In T € Miete und
Leasing 2017
Miete und
Leasing 2016
Sonstige 2017 Sonstige 2016 Gesamt 2017 Gesamt 2016
bis zu 1 Jahr 3.224 2.349 796 840 4.020 3.189
1 – 5 Jahre 11.245 13.438 1 5 11.246 13.443
mehr als 5 Jahre 13.950 13.875 0 0 13.950 13.875
Gesamt 28.419 29.662 797 845 29.216 30.507

Des Weiteren können die folgenden zukünftigen Zahlungen aus extern vergebenen Studien fällig werden. Diese Beträge können jedoch aufgrund einer zeitlichen Verschiebung oder vorzeitigen Beendigung der Studien zeitlich versetzt oder substanziell niedriger ausfallen.

In Mio. € Gesamt 2016
bis zu 1 Jahr 50,8
1 – 5 Jahre 112,2
mehr als 5 Jahre 0,0
Gesamt 163,0

8.2 EVENTUALFORDERUNGEN/-VERBINDLICHKEITEN

Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen auf Basis vergangener Ereignisse, deren Existenz erst durch das Eintreten eines oder mehrerer ungewisser zukünftiger Ereignisse – außerhalb des Einflussbereichs der Gesellschaft – bestätigt wird. Gegenwärtige Verpflichtungen können Eventualverbindlichkeiten darstellen, sofern die Wahrscheinlichkeit des Ressourcenabflusses nicht hinreichend wahrscheinlich für die Rückstellungsbildung ist. Darüber hinaus ist eine ausreichend zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtungen nicht möglich.

Dem Vorstand sind keine Vorgänge bekannt, die für den Konzern zu einer wesentlichen Verpflichtung führen und eine wesentliche nachteilige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage des Konzerns haben könnten.

Falls bestimmte Meilensteine im Segment Proprietary Development erreicht werden, wie z. B. die Anmeldung eines Klinikgangs (Investigational New Drug – IND) im Zusammenhang mit bestimmten Zielmolekülen, können Meilensteinzahlungen an Lizenzgeber ausgelöst werden. Da jedoch die Zeitpunkte und das Erreichen solcher Meilensteine ungewiss sind, können keine weiteren Details dazu veröffentlicht werden.

Falls bestimmte Meilensteine im Segment Partnered Discovery durch die jeweiligen Partner erreicht werden, wie z. B. die Anmeldung eines Klinikgangs (IND) im Zusammenhang mit bestimmten Zielmolekülen oderdie Übertragung einer Technologie, können Meilensteinzahlungen an MorphoSys ausgelöst werden. Da jedoch die Zeitpunkte und das Erreichen solcher Meilensteine ungewiss sind, können keine weiteren Details dazu veröffentlicht werden.

Verpflichtungen könnten sich durch das Durchsetzen der Schutzrechte des Unternehmens gegenüber Dritten ergeben. Zudem sind Fälle denkbar, in denen Wettbewerber Patente der MorphoSys-Gesellschaften angreifen oder in denen MorphoSys Patente oder Patentfamilien bei sich verletzt sieht, die wiederum MorphoSys dazu bewegen könnten, rechtliche Schritte gegen Wettbewerber einzuleiten. Derzeit sind keine konkreten Anzeichen für das Entstehen der beschriebenen Verpflichtungen erkennbar.

8.3 CORPORATE GOVERNANCE

Der Konzern hat die gemäß § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechens­erklärung einschließlich der Empfehlungen der Regierungskommission für den Deutschen Corporate Governance Kodex für das Geschäftsjahr 2016 abgegeben. Diese Erklärung wurde am 2. Dezember 2016 auf der Internetseite des Konzerns (www.morphosys.de) veröffentlicht und der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich gemacht.

8.4 FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSABKOMMEN

Der Konzern hat im Rahmen seiner mit Partnern betriebenen Forschungsstrategie sowie seiner firmeneigenen F&E-Maßnahmen eine Reihe von F&E-Vereinbarungen geschlossen.

8.4.1 PROPRIETARY-DEVELOPMENT-SEGMENT

Im Segment Proprietary Development sind die Partnerschaften auf die Ziele des Konzerns für die Entwicklung eigener Medikamente in dessen Kernbereichen Onkologie und entzündliche Erkrankungen ausgerichtet. Zu diesen Partnerschaften zählen (in alphabetischer Reihenfolge): Aptevo Therapeutics, G7 Therapeutics, Galapagos, GlaxoSmithKline, Immatics Biotechnologies, Merck Serono, MD Anderson Cancer Center, Temple University und Xencor.

Im August 2014 gaben MorphoSys und Aptevo Therapeutics, eine Abspaltung von Emergent BioSolutions, eine Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung des Wirkstoffs MOR209/ES414 bekannt. Bei dem Wirkstoff handelt es sich um einen bispezifischen anti-PSMA/anti-CD3-Antikörper gegen Prostatakrebs, der von Aptevo mit Hilfe ihrer firmeneigenen ADAPTIRTM-Plattform (modulare Protein-Technologie) entwickelt wurde. Anfang März 2015 gaben MorphoSys und Entwicklungspartner Aptevo Therapeutics den Start einer klinischen Phase 1-Studie mit MOR209/ES414 in bis zu 130 Patienten mit metastasierendem, kastrationsresistentem Prostatakrebs (mCRPC) bekannt. Der Studienstart löste eine Meilensteinzahlung in Höhe von 4,7 Mio. € an Aptevo aus. Die bestehende Kooperationsvereinbarung wurde außerdem im abgelaufenen Geschäftsjahr angepasst. Nach einer gemeinsamen Analyse der bisherigen klinischen Ergebnisse haben die Unternehmen entschieden, das Dosierungsschema und die Verabreichung von MOR209/ES414 anzupassen. Die klinische Entwicklung wird im Jahr 2016 mit einem angepassten klinischen Entwicklungsplan fortgesetzt. Im Rahmen der Anpassung der vertraglichen Vereinbarung wurde der Kostenanteil von MorphoSys für die Jahre 2016 bis 2018 reduziert, und die potenziellen Meilensteinzahlungen von MorphoSys an Aptevo wurden auf maximal 74 Mio. US-Dollar herabgesetzt. Die anderen finanziellen Vereinbarungen sowie die Aufteilung der kommerziellen Rechte bleiben unverändert. Aufgrund der Erwartung geringerer zukünftiger Nutzenzuflüsse aus dem Projekt wurde in 2016 eine teilweise außerplanmäßige Abschreibung des in Entwicklung befindlichen Forschungs- und Entwicklungsprogramms MOR209/ES414 in Höhe von 10,1 Mio. € erfasst.

MorphoSys und die Schweizer G7 Therapeutics AG gaben im August 2015 den Beginn einer Partnerschaft bekannt, um neue Antikörperwirkstoffe gegen Zielmoleküle der Klasse der G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCRs) und potenziell anderer krankheitsrelevanter Transmembranproteine wie etwa Ionen-Kanäle zu entwickeln. Im Rahmen der Vereinbarung wird G7 Therapeutics verschiedene Rezeptoren bereitstellen, die von MorphoSys ausgewählt wurden, und die mit der Entstehung verschiedener Krankheiten in Verbindung gebracht werden. MorphoSys wird daraufhin seine firmeneigene Antikörperbibliothek Ylanthia einsetzen, um gegen diese Rezeptoren gerichtete Antikörperwirkstoffe zu identifizieren und weiter zu entwickeln. MorphoSys hat das Recht, den Zugang zu diesen Zielmolekülen in Verbindung mit therapeutischen Antikörperprogrammen an Partner weiter zu lizensieren.

Im November 2008 haben MorphoSys und Galapagos den Beginn einer langfristig angelegten Zusammenarbeit zur gemeinsamen Medikamen­tenerforschung und -entwicklung bekannt gegeben. Ziel ist es, neuartige Wirkmechanismen zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen zu erforschen und Antikörpertherapien gegen diese Krankheiten zu entwickeln. Die Vereinbarung umfasst sämtliche Aktivitäten von der Erforschung der Zielmoleküle bis zum Abschluss der klinischen Wirksamkeitsstudie für neuartige therapeutische Antikörper. Im Anschluss an den Nachweis der klinischen Wirksamkeit am Menschen könnten die Programme für die weitere Entwicklung, Zulassung und Vermarktung an Partner auslizenziert werden. Beide Unternehmen haben im Rahmen der Allianz ihre Schlüsseltechnologien und Expertise zur Verfügung gestellt. Galapagos brachte neben seiner auf der Nutzung von Adenoviren basierenden Plattform zur Erforschung neuer Zielmoleküle für die Entwicklung von Antikörpern auch bereits identifizierte Zielmoleküle in die Kooperation ein, die mit Knochen- und Gelenkserkrankungen in Verbindung gebracht werden. MorphoSys stellt seine Antikörpertechnologien zur Herstellung vollständig menschlicher Antikörper gegen diese Zielmoleküle zur Verfügung. Gemäß den Vertragsvereinbarungen tragen Galapagos und MorphoSys gemeinsam die Forschungs- und Entwicklungskosten. Die ­Zusammenarbeit resultierte im Juli 2014 im Start der präklinischen ­Entwicklung von MOR106, einem Antikörper aus MorphoSys’ jüngster Antikörperbibliothek Ylanthia gegen ein neuartiges Zielmolekül von ­Galapagos, der nun gemeinsam im Bereich entzündlicher Erkrankungen entwickelt wird.

Im Juni 2013 gab MorphoSys bekannt, dass das Unternehmen ein weltweites Abkommen mit GlaxoSmithKline (GSK) über die Entwicklung und Vermarktung von MOR103 abgeschlossen hat. Bei MOR103/GSK3196165 handelt es sich um einen firmeneigenen HuCAL-Antikörper von MorphoSys gegen das Zielmolekül GM-CSF. Gemäß den Vertragsbedingungen übernimmt GSK die Verantwortung für die gesamte Weiterentwicklung und Vermarktung des Wirkstoffs. Im Rahmen der Vereinbarung erhielt MorphoSys eine sofortige Vorauszahlung von 22,5 Mio. €. Abhängig vom Erreichen bestimmter Entwicklungsschritte sowie regulatorischer, kommerzieller und umsatzbezogener Meilensteine hat MorphoSys Anspruch auf weitere Zahlungen von GSK in Höhe von bis zu 423 Mio. € sowie auf gestaffelte, zweistellige Tantiemen aus Nettoverkäufen. Derzeit wird der Wirkstoff in einer Phase 2b-Studie in der Indikation rheumatoide Arthritis entwickelt. Im April 2016 gab GSK den Start einer klinischen Phase 2a- Studie bekannt, in der die Sicherheit und Wirksamkeit des Wirkstoffs bei Patienten mit entzündlicher Hand-Osteoarthritis untersucht wird. Zudem hat GSK 2016 eine mechanistische Phase 2a-Studie mit MOR103/GSK3196165 in rheumatoider Arthritis gestartet, um den von dem HuCAL-Antikörper beeinflussten GM-CSF-Signalweg weiter zu untersuchen.

Im August 2015 gab MorphoSys den Abschluss einer strategischen Allianz mit der deutschen Immatics Biotechnologies GmbH im Bereich der Immunonkologie bekannt. Darin sollen neuartige, antikörperbasierte Therapien gegen verschiedene Krebsantigene, die von T-Zellen erkannt werden, entwickelt werden. Durch die Kooperationsvereinbarung erhält MorphoSys Zugang zu mehreren firmeneigenen, tumor-assoziierten Peptiden (TUMAPs) von Immatics. Im Gegenzug erhält Immatics das Recht, MorphoSys' Ylanthia-Antikörper gegen einige TUMAPs zu entwickeln. Die Unternehmen werden sich gegenseitig, basierend auf den jeweiligen Entwicklungsfortschritten, Meilensteine zahlen sowie Tantiemen auf vermarktete Produkte.

Im Juni 2014 gaben MorphoSys und Merck KGaA eine Vereinbarung bekannt, nach der sie therapeutische Antikörper gegen Zielmoleküle der Klasse der Immun-Checkpoints identifizieren und entwickeln wollen. Im Rahmen des Vertrags wollen MorphoSys und Merck Serono, die biopharmazeutische Sparte von Merck, gemeinsam Therapien entwickeln, die das Immunsystem dazu anregen sollen, Tumore anzugreifen. MorphoSys wird seine firmeneigene Antikörperbibliothek Ylanthia und weitere Technologie- Plattformen einsetzen, um Antikörper gegen die ausgewählten Zielmoleküle zu generieren. Merck Serono bringt Expertise im Bereich der Immunonkologie und klinischer Entwicklung ein und wird die Projektverantwortung ab Phase 1 der klinischen Entwicklung komplett übernehmen.

Im Mai 2016 gaben MorphoSys und das MD Anderson Cancer Center der University of Texas eine langfristig orientierte strategische Partnerschaft bekannt. Basierend auf der Erforschung von Zielmolekülen in mehreren onkologischen Indikationen werden die beiden Partner gemeinsam neue Antikörper gegen Krebs identifizieren, validieren und bis zum klinischen Wirksamkeitsnachweis entwickeln. MorphoSys wird seine Ylanthia-Techno­logieplattform einsetzen. MD Anderson wird in Kooperation mit MorphoSys frühe klinische Studien von therapeutischen Antikörperkandidaten durchführen. Danach hat MorphoSys Optionen, ausgewählte Antikörper in den späteren Phasen der klinischen Entwicklung im Rahmen seiner firmen­eigenen Pipeline weiterzuentwickeln.

Im April 2014 vereinbarten MorphoSys und The Moulder Center for Drug Discovery Research, eine Abteilung der School of Pharmacy an der amerikanischen Temple University eine strategische Partnerschaft zur Suche nach neuartigen therapeutischen Antikörperwirkstoffen. Im Rahmen der Kooperation erhielt das Moulder Center Zugang zur Ylanthia-Technologie von MorphoSys, um neue krankheitsrelevante Zielmoleküle validieren und therapeutische Antikörper gegen diese generieren zu können. MorphoSys wiederum hat eine exklusive Option, jeden aus der Zusammenarbeit resultierenden Antikörper weiterentwickeln zu können. Die Abteilung für neue biotherapeutische Wirkstoffsuche am Moulder Center befasst sich mit dem Wirkstoffdesign und der Optimierung von Leitkandidaten in verschiedenen Krankheitsbereichen, darunter Krebs, Morbus Alzheimer, kardiovaskuläre, Stoffwechsel- sowie Viruserkrankungen.

Im Juni 2010 unterzeichneten die MorphoSys AG und das in den USA ansässige biopharmazeutische Unternehmen Xencor ein weltweites exklusives Lizenz- und Kooperationsabkommen. Durch das Abkommen erhielt MorphoSys exklusive, weltweite Lizenzrechte an dem Antikörper XmAb5574/MOR208 zur Behandlung von Krebserkrankungen und anderen Indikationen. Im Rahmen der Vereinbarung führten die Gesellschaften gemeinsam eine Phase 1/2a-Studie an Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie in den USA durch. Für die weitere klinische Entwicklung nach der erfolgreichen Beendigung der klinischen Phase 1-Studie ist MorphoSys allein verantwortlich. Xencor erhielt von MorphoSys eine Vorauszahlung in Höhe von 13 Mio. US-$ (rund 10,5 Mio. €), die zu den in Entwicklung befindlichen Forschungs- und Entwicklungsprogrammen aktiviert wurde. Xencor stehen entwicklungs-, zulassungs- und vermarktungsbezogene Meilensteinzahlungen sowie gestaffelte Tantiemen auf Produktverkäufe zu.

Im Mai 2015 übernahm MorphoSys die niederländische Lanthio Pharma B.V. Im Rahmen der Initiative Innovationskapital erwarb MorphoSys 2012 zunächst eine Kapitalbeteiligung von knapp 20 % an dem Biopharmazie-Unternehmen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr übernahm MorphoSys dann alle ausstehenden Geschäftsanteile von Lanthio Pharma, das auf die Erforschung und Entwicklung von Lanthipeptiden spezialisiert ist. Bei Lanthipeptiden handelt es sich um eine neuartige Klasse von Therapeutika, die eine hohe Zielmolekülselektivität und verbesserte Wirkstoffeigenschaften aufweisen. Die Transaktion ergänzt das firmeneigene Portfolio von MorphoSys um MOR107 (ehemals LP2), ein neuartiges Lanthipeptid, das zur Behandlung fibrotischer Erkrankungen entwickelt wird.

8.4.2 PARTNERED-DISCOVERY-SEGMENT

In seinen kommerziellen Partnerschaften im Segment Partnered Discovery erhält MorphoSys verschiedene Arten von Zahlungen, die über die Laufzeit der Vereinbarungen verteilt oder bei Erreichen eines vordefinierten Ziels oder Meilensteins in einem Betrag als Umsatzerlöse erfasst werden. Zu diesen Zahlungen zählen Vorauszahlungen bei Unterschriftsleistung, jährliche Lizenzzahlungen als Gegenleistung für den Zugang zu MorphoSys-Technologien und Zahlungen für finanzierte Forschungs­arbeit, die bei MorphoSys im Auftrag des Partners durchgeführt werden. Daneben hat MorphoSys Anspruch auf entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Tantiemen auf Produktverkäufe für bestimmte Antikörperwirkstoffprogramme.

Vor dem Geschäftsjahr 2015 war die aktive Zusammenarbeit mit einigen Partnern bereits abgeschlossen, da die ursprünglich vereinbarte Vertragslaufzeit abgelaufen war. In dieser aktiven Phase begonnene Medikamentenentwicklungsprogramme sind jedoch so angelegt, dass sie beim Partner weitergeführt werden und bei der Erreichung von definierten Meilensteinen zu erfolgsabhängigen Zahlungen führen. Detailliertere Angaben zu einzelnen Medikamentenkandidaten innerhalb der verschiedenen Allianzen können – beschränkt auf die für die Öffentlichkeit bestimmten Informationen – dem Abschnitt Forschung und Entwicklung dieses Geschäftsberichts und dem Überblick über die Medikamentenpipeline des Konzerns entnommen werden. Detailliertere Angaben zu den einzelnen Forschungsallianzen des Konzerns stehen auf der Internetseite des Konzerns zur Verfügung.

Zu den Partnerschaften im Segment Partnered Discovery, die bereits vor Beginn des Jahres 2015 beendet waren, in deren Rahmen aber Medikamen­t­enentwicklungsprogramme verfolgt wurden, zählen (in alphabetischer Reihenfolge): Astellas, Bayer Healthcare Pharmaceuticals, Boehringer ­Ingelheim, ContraFect, Daiichi-Sankyo, F. Hoffmann-La Roche, GPC Biotech, Immunogen, Janssen Biotech, Merck & Co., OncoMed Pharmaceuticals, Pfizer, Fibron Ltd. (Überschreibung des Vertrags von Prochon Biotech Ltd.) und Schering-Plough (eine Tochtergesellschaft von Merck & Co.).

Zu den Partnerschaften, die 2015 noch aktiv waren, zählten (in alphabetischer Reihenfolge): GeneFrontier Corporation/Kaneka, Heptares, LEO Pharma und Novartis.

Im November 2016 gaben MorphoSys und LEO Pharma den Start einer strategischen Allianz für die Erforschung und Entwicklung therapeutischer Antikörper zur Behandlung von Hautkrankheiten bekannt. Das Ziel der Partnerschaft ist es, neue antikörperbasierte Therapeutika zu identifizieren, die eine wertvolle Ergänzung für die Entwicklungspipelines beider Unternehmen darstellen. MorphoSys wird seine Ylanthia-Technologieplattform einsetzen, um vollständig humane Antikörperkandidaten gegen von LEO Pharma ausgewählte Zielmoleküle zu erzeugen. Zudem wird MorphoSys die Entwicklungsaktivitäten bis zum Beginn der klinischen Prüfung durchführen. LEO Pharma wird für die klinische Entwicklung und Vermarktung der entstandenen Wirkstoffe in allen Indikationen, ausgenommen Krebs, verantwortlich sein. Bei Hautkrebsindikationen hat MorphoSys die Möglichkeit, die Antikörperwirkstoffe klinisch mit zu entwickeln und in Europa mit zu vermarkten. Darüber hinaus wird MorphoSys die Möglichkeit haben, therapeutische Programme aus dieser Zusammenarbeit in anderen Krebsindikationen zu entwickeln und zu vermarkten. MorphoSys erhält Zahlungen für Forschung und Entwicklung sowie erfolgsbasierte entwicklungs-, zulassungs- und vermarktungs­bezogene Meilensteinzahlungen. Des Weiteren wird MorphoSys aus der späteren Vermarktung der Medikamente Tantiemen auf Basis der Nettoverkaufserlöse erhalten.

Die derzeit umfangreichste Allianz des Konzerns besteht mit der Novartis AG. Beide Parteien haben die Zusammenarbeit im Jahr 2004 begonnen, die bisher zu mehreren derzeit laufenden therapeutischen Antikörperprogrammen gegen eine Reihe von Krankheiten führte. Im Dezember 2007 weiteten MorphoSys und Novartis ihre bisherige Geschäftsverbindung deutlich aus und schlossen eine der umfassendsten strategischen Allianzen für die Erforschung und Entwicklung von Biopharmaka. Über die Vertragsdauer von zehn Jahren belaufen sich die vertraglich zugesicherten jährlichen Zahlungen für Technologiezugang, Internalisierungsgebühren sowie F&E-Leistungen auf mehr als 400 Mio. €. Die Gesamtsumme aus zugesicherten Zahlungen und wahrscheinlichkeitsgewichteten erfolgs­abhängigen Meilensteinen, die vom Erfolg der klinischen Entwicklung und der behördlichen Zulassung mehrerer Produkte abhängen, könnte bei voller Vertragslaufzeit der Kollaboration möglicherweise die Schwelle von 650 Mio. € überschreiten. Neben diesen Zahlungen stehen MorphoSys auch umsatzabhängige Tantiemen aus zukünftigen Produktverkäufen zu. MorphoSys geht davon aus, dass die Partnerschaft mit Novartis vertragsgemäß Ende November 2017 endet, und die bestehende Option zur Verlängerung von Novartis nicht ausgeübt wird.

Im November 2012 schlossen MorphoSys und Novartis eine Koopera­tionsvereinbarung über die Nutzung der neuen Technologieplattform Ylanthia ab.

8.5 NACHTRAGSBERICHT

Anfang Januar 2017 gab das Unternehmen bekannt, dass der Aufsichtsrat der MorphoSys AG Dr. Malte Peters zum neuen Chief Development Officer ernannt hat. Herr Dr. Peters übernimmt das Vorstandsmandat zum 1. März 2017 von Dr. Arndt Schottelius, der sich nach seinem Ausscheiden neuen Herausforderungen widmen wird. Herr Dr. Schottelius war bis zum 28. Februar 2017 Entwicklungsvorstand. Herr Dr. Peters war zuvor bei der Novartis-Konzerntochter Sandoz als Global Head, Clinical Development Biopharmaceuticals tätig. Mit Wirkung ab dem 1. März 2017 ist Herr Dr. Peters für die Dauer eines Jahres berechtigt, die Übertragung von Aktien der Gesellschaft bis zu einem Gesamtbetrag von 500.000 € an sich abzurufen.

Im Februar 2017 gab MorphoSys bekannt, dass das Unternehmen ein zweites US-Patent mit der Nummer 9,200,061 in das Patentverletzungsverfahren gegen Janssen Biotech und Genmab A/S eingeführt hat. Dieses Patent von MorphoSys beansprucht Verfahren zur Behandlung von hämatologischen Krebserkrankungen einhergehend mit der unerwünschten Präsenz von CD38-positiven Zellen durch Verabreichen von Antikörpern, die an eine spezifische Region des Zielmoleküls CD38 binden. In einer Verhandlung, die am 6. Februar 2017 stattfand, billigte das zuständige US-Bundesbezirksgericht (District Court) den Antrag von MorphoSys, das Patent 9,200,061 dem Streitverfahren hinzuzufügen.

Ebenfalls im Februar 2017 gab MorphoSys bekannt, dass ihre hundertprozentige Tochtergesellschaft Lanthio Pharma B.V., Groningen, Niederlande, erstmals eine klinische Phase 1-Studie mit MOR107 begonnen hat. MOR107, ein selektiver Agonist des Angiotensin-II-Rezeptors vom Typ 2, ist ein Lanthipeptid-Wirkstoff aus der firmeneigenen Technologieplattform von Lanthio Pharma und zudem das erste Lanthipeptid in der klinischen Entwicklungspipeline von MorphoSys. Ziel der Studie ist es, Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und Pharmakodynamik bei gesunden männlichen Freiwilligen zu untersuchen.

Im März 2017 meldete MorphoSys, dass sein Partner Roche plant, ein neues Phase 3-Zulassungsstudienprogramm mit Gantenerumab bei Patienten mit prodromaler bis milder Alzheimererkrankung durchzuführen. Gantenerumab ist ein gegen das Zielmolekül Beta-Amyloid gerichteter monoklonaler Antikörper auf Basis von MorphoSys’ HuCAL-Antikörper­bibliothek. MorphoSys wurde darüber informiert, dass Roche mit den Vorbereitungen für zwei klinische Studien beginnen wird und derzeit davon ausgeht, das Studienprogramm im weiteren Jahresverlauf 2017 zu starten.

Ebenfalls im März 2017 gab MorphoSys bekannt, dass sein Lizenznehmer Janssen positive Ergebnisse zweier klinischer Phase 3-Studien veröffentlicht hat. In den Studien wurde Guselkumab, ein vollständig humaner HuCAL-Antikörper, der gegen das Zielmolekül IL-23 gerichtet ist, bei Patienten mit moderater bis schwerer Plaque-Psoriasis untersucht. Janssen hat angekündigt, diese Daten aus der VOYAGE 2- und NAVIGATE-Studie beim Jahreskongress 2017 der American Academy of Dermatology (AAD) in Orlando, Florida, USA vom 3.–7. März 2017 zu präsentieren.

Darüber hinaus haben sich nach dem Bilanzstichtag zum 31. Dezember 2016 keine berichtspflichtigen Vorkommnisse ereignet.

8.6 ERKLÄRUNG DES VORSTANDS

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften der Konzernabschluss ein den tatsäch­lichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Planegg, den 6. März 2017

Dr. Simon Moroney
Vorstandsvorsitzender

Jens Holstein
Finanzvorstand

Dr. Malte Peters
Entwicklungsvorstand

Dr. Marlies Sproll
Forschungsvorstand

arrow-topCreated with sketchtool.Top arrow-leftCreated with sketchtool.7. Vergütungssystem für Vorstand und Mitarbeiter des Konzerns