Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Zum 31. Dezember 2016 hat sich der Konsolidierungskreis des MorphoSys-Konzerns im Vergleich zum 31. Dezember 2015 nicht verändert. Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2016 umfasst neben der MorphoSys AG die Sloning BioTechnology GmbH, die Lanthio Pharma B.V. sowie deren Tochtergesellschaft LanthioPep B.V. Weitere Informationen zur Organisationsstruktur des Konzerns sind auf Seite 22 zu finden.

Umsatzerlöse

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Konzernumsatzerlöse im Geschäftsjahr 2016 erwartungsgemäß um 53 % auf 49,7 Millionen Euro (2015: 106,2 Millionen Euro) zurückgegangen. Die Umsatz­erlöse im Vergleichszeitraum 2015 enthielten einen Einmaleffekt in Höhe von rund 59 Millionen Euro aufgrund der Beendigung der Zusammenarbeit zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung von MOR202 mit Celgene und der hieraus resultierenden Realisierung von bislang abgegrenzten Umsatzerlösen.

Erfolgsabhängige Zahlungen machten 11 % bzw. 5,6 Millionen Euro (2015: 4 % bzw. 4,0 Millionen Euro) der gesamten Umsatz­erlöse aus. Geografisch gesehen erzielte MorphoSys 10 % bzw. 5,1 Millionen Euro seiner kommerziellen Umsatzerlöse mit Biotechnologie- und Pharmaunternehmen bzw. gemeinnützigen Gesellschaften mit Sitz in Nordamerika und 90 % bzw. 44,6 Millionen Euro mit vornehmlich in Europa und Asien ansässigen Kunden. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres haben diese Anteile 59 % bzw. 41 % betragen (s. Abb. 5: Umsatz nach Regionen). Rund 95 % des Konzernumsatzes entfielen auf die Partner Novartis, Pfizer und Janssen (2015: 97 % mit Celgene, Novartis und Pfizer).

05 Grafik Umsatz nach Regionen (in %)

SEGMENT PROPRIETARY DEVELOPMENT

Im Segment Proprietary Development wurden 2016 Umsatzerlöse von 0,6 Millionen Euro erzielt (2015: 59,9 Millionen Euro). Die Umsatzerlöse im Vergleichszeitraum 2015 enthielten einen Einmal­effekt in Höhe von rund 59 Millionen Euro aufgrund der Beendigung der Zusammenarbeit zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung von MOR202 mit Celgene.

SEGMENT PARTNERED DISCOVERY

Die Umsatzerlöse des Segments Partnered Discovery betrugen 49,1 Millionen Euro. Darin sind 43,6 Millionen Euro finanzierte Forschungsleistungen und Lizenzeinnahmen (2015: 42,3 Millionen Euro) sowie 5,6 Millionen Euro erfolgsabhängige Zahlungen (2015: 4,0 Millionen Euro) enthalten.

06 Grafik Umsatzerlöse der Segmente Proprietary Development und Partnered Discovery (in Mio. €)

Betriebliche Aufwendungen

Die betrieblichen Aufwendungen stiegen 2016 um 17 % auf 109,8 Millionen Euro (2015: 93,7 Millionen Euro). Die Aufwendungen setzten sich aus den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 95,7 Millionen Euro (2015: 78,7 Millionen Euro) und den Aufwendungen für Allgemeines und Verwaltung in Höhe von 14,1 Millionen Euro (2015: 15,1 Millionen Euro) zusammen. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung wurden erhöht um die größere Zahl der Projekte weiter zu entwickeln.

Die betrieblichen Aufwendungen im Segment Proprietary Development stiegen von 54,1 Millionen Euro auf 78,5 Millionen Euro. Im Segment Partnered Discovery gingen sie auf 18,1 Millionen Euro zurück (2015: 25,9 Millionen Euro).

Der Personalaufwand aus anteilsbasierten Vergütungen ist in den Aufwendungen für Allgemeines und Verwaltung sowie im Forschungs- und Entwicklungsaufwand enthalten. Er summierte sich 2016 auf 2,4 Millionen Euro (2015: 3,6 Millionen Euro).

AUFWENDUNGEN FÜR FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand erhöhte sich 2016 um 17,0 Millionen Euro auf 95,7 Millionen Euro (2015: 78,7 Millionen Euro). Er setzte sich zusammen aus Aufwendungen für externe Laborleistungen (2016: 39,4 Millionen Euro; 2015: 29,2 Millionen Euro), Personalaufwendungen (2016: 26,5 Millionen Euro; 2015: 25,6 Millionen Euro), Aufwendungen für immaterielle Vermögenswerte (2016: 13,7 Millionen Euro; 2015: 7,2 Millionen Euro), Aufwendungen für die technische Infrastruktur (2016: 5,9 Millionen Euro; 2015: 5,2 Millionen Euro), Aufwendungen für externe Dienstleistungen (2016: 5,0 Millionen Euro; 2015: 5,2 Millionen Euro), sonstigen Aufwendungen (2016: 2,9 Millionen Euro; 2015: 3,4 Millionen Euro) sowie Aufwendungen für Verbrauchsmaterial (2016: 2,3 Millionen Euro; 2015: 3,0 Millionen Euro). Die Aufwendungen für immaterielle Vermögenswerte enthielten im Wesentlichen eine teilweise außerplanmäßige Abschreibung des in Entwicklung befindlichen Forschungs- und Entwicklungsprogramms MOR209/ES414 in Höhe von 10,1 Millionen Euro. In 2015 wurde eine außerplanmäßige Abschreibung auf den Geschäfts- und Firmenwert aus der Akquisition der Sloning BioTechnology GmbH in Höhe von 3,7 Millionen Euro erfasst.

07 Grafik Ausgewählte F&E-Aufwendungen im Detail (in Mio. €)

2016 entstanden der Gesellschaft Aufwendungen für die Eigenproduktentwicklung in Höhe von 77,1 Millionen Euro (2015: 54,1 Millionen Euro) sowie für die Technologieentwicklung in Höhe von 1,4 Millionen Euro (2015: 2,5 Millionen Euro).

08 Grafik Aufstellung der F&E-Aufwendungen (in Mio. €)

AUFWENDUNGEN FÜR ALLGEMEINES UND VERWALTUNG

Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres lagen die Aufwendungen für Allgemeines und Verwaltung mit 14,1 Millionen Euro (2015: 15,1 Millionen Euro) unter dem Vorjahresniveau. Sie setzten sich im Wesentlichen aus Personalaufwendungen (2016: 9,5 Millionen Euro; 2015: 10,4 Millionen Euro), Aufwendungen für externe Dienstleistungen (2016: 2,5 Millionen Euro; 2015: 2,6 Millionen Euro), Aufwendungen für die technische Infrastruktur (2016: 0,9 Millionen Euro; 2015: 1,0 Millionen Euro) sowie sonstigen Aufwendungen (2016: 1,2 Millionen Euro; 2015: 1,1 Millionen Euro) zusammen.

Sonstige Erträge und Aufwendungen

Die sonstigen Erträge beliefen sich auf 0,7 Millionen Euro (2015: 5,5 Millionen Euro) und enthielten im Jahr 2015 im Wesentlichen den Ergebniseffekt aus der Bewertung der Altanteile an der Lanthio Pharma B.V. zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von 4,5 Millionen Euro. Darüber hinaus beinhalteten die sonstigen Erträge sowohl in 2016 als auch in 2015 gewährte Zuschüsse sowie Währungsgewinne. Die sonstigen Aufwendungen von 0,6 Millionen Euro (2015: 0,8 Millionen Euro) setzten sich vor allem aus Währungsverlusten zusammen.

EBIT

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich erwartungsgemäß infolge der Investitionen in die eigene Produktentwicklung auf –59,9 Millionen Euro, im Vorjahr betrug das EBIT aufgrund eines positiven Einmaleffekts 17,2 Millionen Euro. Das EBIT des Geschäftsbereichs Proprietary Development betrug –77,6 Millionen Euro (2015: 10,7 Millionen Euro), während der Geschäftsbereich Partnered Discovery ein EBIT von 31,0 Millionen Euro (2015: 20,4 Millionen Euro) erwirtschaftete.

Finanzerträge/-aufwendungen

Die Finanzerträge beliefen sich auf 1,4 Millionen Euro (2015: 3,8 Millionen Euro) und enthielten im Wesentlichen Zinserträge sowie realisierte Gewinne aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren und Anleihen. Die Finanzaufwendungen in Höhe von 1,3 Millionen Euro (2015: 0,4 Millionen Euro) resultierten vor allem aus realisierten Verlusten aus zur Veräußerung verfügbaren Wertpapieren und Anleihen.

Steuern

Der Konzern wies 2016 einen Aufwand aus Ertragssteuern in Höhe von 0,5 Millionen Euro aus (2015: Steueraufwand von 5,7 Millionen Euro), der sich aus latentem Steueraufwand in Höhe von 0,6 Millionen Euro und aus laufendem Steuerertrag in Höhe von 0,1 Millionen Euro zusammensetzte.

Konzern-Periodenergebnis

Im Jahr 2016 wurde ein Ergebnis nach Steuern von –60,4 Millionen Euro erwirtschaftet (2015: 14,9 Millionen Euro). Das sich für 2016 ergebende unverwässerte Periodenergebnis je Aktie belief sich auf –2,28 Euro (2015: 0,57 Euro).

03 Tabelle Mehrjahresübersicht – Gewinn-und-Verlust-Rechnung1

In Mio. € 2016 2015 2014 2013 2 2012 2
Umsatzerlöse 49,7 106,2 64,0 78,0 51,9
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 95,7 78,7 56,0 49,2 37,7
Aufwendungen für Allgemeines und Verwaltung 14,1 15,1 14,1 18,8 12,1
Sonstige Erträge/Aufwendungen 0,2 4,7 0,2 – 0,1 0,3
EBIT – 59,9 17,2 – 5,9 9,9 2,5
Finanzerträge/-aufwendungen 0,1 3,4 1,6 0,8 0,6
Ertrag (+)/Aufwand (–) aus Ertragsteuern – 0,5 – 5,7 1,3 – 3,3 – 0,7
Ergebnis aus den fortgeführten Geschäftsbereichen – 60,4 14,9 – 3,0 7,4 2,4
Ergebnis aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich 2 0,0 0,0 0,0 6,0 – 0,4
Konzernjahresüberschuss (+)/-fehlbetrag (–) – 60,4 14,9 – 3,0 13,3 1,9
Konzernjahresüberschuss (+)/-fehlbetrag (–) je Aktie, unverwässert (in €) – 2,28 0,57 – 0,12 0,54 0,08
1
Eventuelle Differenzen sind rundungsbedingt.
2
Aufgrund der im Dezember 2012 vereinbarten Übernahme des überwiegenden Teils des Segments AbD Serotec werden ab dem Jahr 2011 die mit der Transaktion zusammenhängenden Posten der Gewinn-und-Verlust-Rechnung in einer Summe im „Ergebnis aus dem aufgegebenen Geschäftsbereich“ ausgewiesen. Die übrigen Posten enthalten die Werte der fortgeführten Geschäftsbereiche.

Finanzlage

GRUNDLAGEN DES FINANZMANAGEMENTS

Die oberste Zielsetzung des Finanzmanagements bei MorphoSys ist, zu jeder Zeit ausreichend Liquiditätsreserven für das anhaltende Wachstum der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Die wichtigste Quelle hierfür sind die operative Geschäftstätigkeit der einzelnen Geschäftsfelder bzw. die daraus resultierenden Cash-Zuflüsse. Zur Ermittlung des Liquiditätsbedarfs werden Szenario- und Cashflow-Planungen eingesetzt.

CASHFLOWS

2016 betrug der Netto-Finanzmittelabfluss aus operativer Tätigkeit 46,6 Millionen Euro (2015: Finanzmittelabfluss von 23,5 Millionen Euro).

2016 veränderte die Gesellschaft die Zusammensetzung der Finanzanlagen in ihrem Portfolio durch Käufe und Verkäufe verschiedener Anlageprodukte. Diese Umschichtungen resultierten in einem Netto-Finanzmittelabfluss in Höhe von 80,8 Millionen Euro (2015: Finanzmittelzufluss von 86,3 Millionen Euro).

Aus Finanzierungstätigkeiten ergab sich 2016 ein Finanzmittelzufluss von 110,4 Millionen Euro (2015: Finanzmittelabfluss von 4,1 Millionen Euro), der im Wesentlichen durch die Kapitalerhöhung im November 2016 bedingt war.

INVESTITIONEN

MorphoSys tätigte 2016 Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 2,5 Millionen Euro (2015: 1,4 Millionen Euro), im Wesentlichen für Laborausstattung (v.a. Maschinen), Computerhardware und Mietereinbauten. Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen erhöhten sich 2016 auf 1,8 Millionen Euro (2015: 1,5 Millionen Euro).

2016 investierte die Gesellschaft 0,4 Millionen Euro in immaterielle Vermögenswerte (2015: 7,4 Millionen Euro). Die planmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte beliefen sich in 2016 auf 2,0 Millionen Euro und lagen damit über dem Niveau des Vorjahres (2015: 1,9 Millionen Euro). 2016 wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf das in Entwicklung befindliche Forschungs- und Entwicklungsprogramm MOR209/ES414 in Höhe von 10,1 Millionen Euro vorgenommen (2015: auf Patente, Lizenzen und Laboreinrichtung in Höhe von 0,02 Millionen Euro).

LIQUIDITÄT

Am 31. Dezember 2016 verfügte das Unternehmen über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente und marktgängige Wertpapiere sowie andere finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 359,5 Millionen Euro, verglichen mit 298,4 Millionen Euro am 31. Dezember 2015.

Dieser Betrag gliederte sich auf in Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 73,9 Millionen Euro (31. Dezember 2015: 90,9 Millionen Euro), marktgängige Wertpapiere und Anleihen in Höhe von 69,9 Millionen Euro (31. Dezember 2015: 97,4 Millionen Euro) sowie weitere finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 136,1 Millionen Euro (31. Dezember 2015: 94,6 Millionen Euro), die unter Zuordnung zur Kategorie „Kredite und Forderungen“ unter den sonstigen Forderungen in den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden. Weitere Investments der Kategorie „Kredite und Forderungen“ in Höhe von 79,5 Millionen Euro wurden zum 31. Dezember 2016 unter den langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen (31. Dezember 2015: 15,5 Millionen Euro).

Der Anstieg der Liquidität resultierte im Wesentlichen aus der im November durchgeführten Kapitalerhöhung (115,4 Millionen Euro). Dies wurde teilweise durch den Verbrauch von Zahlungsmitteln für die operative Tätigkeit im Jahr 2016 und durch den Rückkauf von Aktien für die langfristigen Leistungsanreizprogramme des Konzerns kompensiert.

04 Tabelle Mehrjahresübersicht – Finanzlage1

In Mio. € 2016 2015 2014 2013 2012
Mittelzu-/-abfluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2 – 46,6 – 23,5 – 14,2 89,1 1,8
Mittelzu-/-abfluss aus Investitionstätigkeit 2 – 80,8 86,3 – 21,5 – 193,9 – 12,1
Mittelzu-/-abfluss aus Finanzierungstätigkeit 2 110,4 – 4,1 – 3,9 130,6 1,6
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (zum 31. Dezember) 3 73,9 90,9 32,2 71,9 40,7
Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar 63,4 64,3 106,0 188,4 79,7
Anleihen, zur Veräußerung verfügbar 6,5 33,1 7,5 11,1 0,0
Kurzfristige Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie Kredite und Forderungen 136,1 94,6 157,0 119,3 10,0
Langfristige Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie Kredite und Forderungen 79,5 15,5 50,0 0,0 0,0
1
Eventuelle Differenzen sind rundungsbedingt.
2
Im Jahr 2015 wurden gezahlte bzw. erhaltene Zinsen innerhalb der Kapitalflussrechnung aus der operativen Geschäftstätigkeit in die Finanzierungs- bzw. Investitionstätigkeit umgegliedert. Um vergleichende Informationen für das Vorjahr zu bieten, wurden die Zahlen für das Jahr 2014 entsprechend angepasst.
3
Im Jahr 2012 wurden 5,3 Mio. € der liquiden Mittel in den Vermögenswerten, die zu einer als zur Veräußerung gehalten eingestuften Veräußerungsgruppe gehören, ausgewiesen.

Vermögenslage

AKTIVA

Die Bilanzsumme lag am 31. Dezember 2016 mit 463,6 Millionen Euro um 63,5 Millionen Euro über dem Wert vom 31. Dezember 2015 (400,1 Millionen Euro). Bei den kurzfristigen Vermögenswerten war insgesamt ein Anstieg um 7,9 Millionen Euro zu verzeichnen. Der Anstieg der finanziellen Vermögenswerte der Kategorie Kredite und Forderungen sowie der Vorauszahlungen und sonstigen Vermögenswerte wurde zum Großteil kompensiert durch den Rückgang der zur Veräußerung verfügbaren Anleihen sowie der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

Zum 31. Dezember 2016 war ein Betrag in Höhe von 63,4 Millionen Euro (31. Dezember 2015: 64,3 Millionen Euro) in verschiedenen Geldmarktfonds investiert, die im Posten „Wertpapiere, zur Veräußerung verfügbar“ ausgewiesen sind. Der Posten „Anleihen, zur Veräußerung verfügbar“ enthielt Anleihen in Höhe von insgesamt 6,5 Millionen Euro (31. Dezember 2015: 33,1 Millionen Euro). Der Kategorie „Kredite und Forderungen“ waren Finanzinstrumente in Höhe von 136,1 Millionen Euro (31. Dezember 2015: 94,6 Millionen Euro) zuzuordnen. Diese bestanden im Wesentlichen aus Termingeldern mit fixer oder variabler Verzinsung.

Gegenüber dem 31. Dezember 2015 erhöhten sich die langfristigen Vermögenswerte um 55,6 Millionen Euro auf 155,5 Millionen Euro, vor allem aufgrund der Anlage finanzieller Mittel aus der im November durchgeführten Kapitalerhöhung in langfristige finanzielle Vermögenswerte der Kategorie Kredite und Forderungen. Dieser Effekt wurde im Wesentlichen durch den Rückgang der in Entwicklung befindlichen Forschungs- und Entwicklungsprogramme um 10,1 Millionen Euro aufgrund der teilweisen außerplanmäßigen Abschreibung des Programms MOR209/ES414 kompensiert.

VERBINDLICHKEITEN

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich von 27,5 Millionen Euro am 31. Dezember 2015 auf 38,3 Millionen Euro am 31. Dezember 2016. Dies ergab sich vor allem aus dem Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie abgegrenzten Aufwendungen.

Die langfristigen Verbindlichkeiten (31. Dezember 2016: 9,8 Millionen Euro; 31. Dezember 2015: 9,9 Millionen Euro) blieben im Vergleich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2015 nahezu unverändert.

EIGENKAPITAL

Am 31. Dezember 2016 belief sich das Konzerneigenkapital auf 415,5 Millionen Euro, verglichen mit 362,7 Millionen Euro am 31. Dezember 2015.

Die Zahl der ausgegebenen Aktien betrug zum 31. Dezember 2016 insgesamt 29.159.770, von denen sich 28.763.760 im Umlauf befanden (31. Dezember 2015: 26.537.682 bzw. 26.103.012 Aktien).

Am 15. November 2016 wurden im Rahmen einer Barkapitalerhöhung aus dem Genehmigten Kapital 2014-I 2.622.088 Aktien ausgegeben. Das Genehmigte Kapital 2014-I war damit voll ausgeschöpft. Im Vergleich zum 31. Dezember 2015 verringerte sich somit die Anzahl der genehmigten Stammaktien von 13.206.421 um 2.622.088 auf 10.584.333.

Im Vergleich zum 31. Dezember 2015 reduzierte sich die Anzahl der bedingten Stammaktien von 7.086.000 auf 6.752.698. Auf der ordentlichen Hauptversammlung am 2. Juni 2016 wurden das Bedingte Kapital 2003-II in Höhe von 36.000 Euro und das Bedingte Kapital 2011-I in Höhe von 6.600.000 Euro aufgehoben. Gegenläufig wirkte die Neuschaffung des Bedingten Kapitals 2016-I in Höhe von 5.307.536 Euro sowie des Bedingten Kapitals 2016-III in Höhe von 995.162 Euro.

Am 31. Dezember 2016 hielt die Gesellschaft 396.010 eigene Aktien im Wert von 14.648.212 Euro, ein Rückgang gegenüber dem 31. Dezember 2015 (434.670 Aktien, 15.827.946 Euro) in Höhe von 1.179.734 Euro. Grund für diesen Rückgang war die Übertragung von 90.955 eigenen Aktien an Vorstand und Senior Management Group aus dem leistungsbezogenen Aktienplan 2012 (Long-Term Incentive Plan – LTI-Plan) in Höhe von 3.361.697 Euro. Die Wartezeit für dieses LTI-Programm war am 1. April 2016 bzw. am 1. Oktober 2016 abgelaufen, und die Berechtigten hatten jeweils innerhalb von sechs Monaten die Option, insgesamt 90.955 Aktien zu erhalten. Gegenläufig wirkte der Rückkauf von 52.295 eigenen Aktien im Wert von 2.179.963 Euro durch MorphoSys zu einem gewichteten durchschnittlichen Kurswert von 41,69 Euro je Aktie über die Börse. Die rückkaufbedingten Bankgebühren betrugen 1.999 Euro.

Finanzierung

Am 31. Dezember 2016 belief sich die Eigenkapitalquote der Gesellschaft auf 90 %, verglichen mit 91 % am 31. Dezember 2015. Der Konzern hat zurzeit keine Finanzverbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten.

Außerbilanzielle Finanzierung

MorphoSys nutzt keinerlei außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente wie den Verkauf von Außenständen, durch Vermögenswerte besicherte Wertpapiere („Asset-backed Securities“), „Sale and Lease back“-Transaktionen oder Eventualverbindlichkeiten in Verbindung mit nicht konsolidierten Zweckgesellschaften.

Bonitätseinstufung

MorphoSys wird gegenwärtig von keiner Agentur auf seine Kreditwürdigkeit hin beurteilt.

05 Tabelle Mehrjahresübersicht – Bilanzstruktur1

In Mio. € 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2014 31.12.2013 31.12.2012
Aktiva
Kurzfristige Vermögenswerte 308,1 300,1 322,4 406,6 142,9
Langfristige Vermögenswerte 155,5 100,0 104,1 41,1 40,6
Vermögenswerte, die einer als zur Veräußerung gehalten eingestuften Veräußerungsgruppe angehören 0,0 0,0 0,0 0,0 40,9
Gesamt 463,6 400,1 426,5 447,7 224,3
           
Passiva
Kurzfristige Verbindlichkeiten 38,3 27,5 32,7 35,4 11,9
Langfristige Verbindlichkeiten 9,8 9,9 45,0 60,1 6,6
Verbindlichkeiten, die im Zusammenhang mit langfristigen zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten stehen 0,0 0,0 0,0 0,0 3,7
Eigenkapital 415,5 362,7 348,8 352,1 202,0
Gesamt 463,6 400,1 426,5 447,7 224,3
1
Eventuelle Differenzen sind rundungsbedingt.

Vergleich von tatsächlichem und
prognostiziertem Geschäftsverlauf

MorphoSys zeigte im Berichtsjahr 2016 eine solide Finanzleistung. Die detaillierten Vergleiche von prognostizierten Zielen und Ergebnissen sind Tabelle 6 zu entnehmen.

06 Tabelle Vergleich von tatsächlichem und prognostiziertem Geschäftsverlauf

Ziele 2016 Ergebnisse 2016
Finanzziele Konzernumsatz zwischen 47 Mio. € und 52 Mio. € Konzernumsatz von 49,7 Mio. €
Aufwendungen für firmeneigene Produkt- und Technologie-Entwicklung in Höhe von 76 Mio. € bis 83 Mio. € Aufwendungen für firmeneigene Produkt- und Technologie-Entwicklung in Höhe von 78,5 Mio. €
EBIT von – 58 Mio. € bis – 68 Mio. € EBIT von – 59,9 Mio. €
Proprietary Development MOR208
  • Start L-MIND Studie (Kombination mit Lenalidomid in DLBCL)
  • Start B-MIND Studie (Kombination mit Bendamustin in DLBCL)
  • Start COSMOS Studie (Kombination mit Idelalisib in CLL)
MOR208
  • Start der L-MIND Studie im April
  • Start der B-MIND Studie im September
  • Start der COSMOS Studie im Dezember
MOR202
  • Fortführung der Phase 1 / 2a-Studie mit zusätzlichen ­Patienten mit der empfohlenen Dosis von 16 mg/kg alleine und in Kombination mit Pomalidomid bzw. Lenalidomid
MOR202
  • Präsentation der klinischen Daten aus der laufenden Phase 1 / 2a-Studie auf der Jahrestagung der ASCO im Juni, auf der Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie im Oktober sowie auf der Jahrestagung der ASH im Dezember
MOR209/ES414
  • Fortsetzung der angepassten Phase 1-Studie in m CRPC innerhalb der Kooperation mit Aptevo Therapeutics, einer Abspaltung von Emergent BioSolutions
MOR209/ES414
  • Aufnahme des ersten Patienten in die Studie gemäß dem inzwischen angepassten Studienprotokoll im vierten Quartal 2016 erfolgt
MOR106
  • Start der Phase 1-Studie des gemeinsamen Entwicklungsprogramms mit Galapagos
MOR106
  • Start der Phase 1-Studie mit gesunden Freiwilligen im ­April, ab September Erprobung an Patienten mit atopischer Dermatitis
MOR107
  • Start der Phase 1-Studie
MOR107
  • Vorbereitungen zum Start der Phase 1-Studie 2016 erfolgt, Start der Phase 1-Studie mit gesunden Freiwilligen im Februar 2017
Einlizenzierung eines oder mehrerer Zielmoleküle oder Wirkstoffe zur Stärkung des eigenen Entwicklungsportfolios
  • Kein Zielmolekül oder Wirkstoff einlizenziert
Weiterentwicklung der Lanthipeptid-Technologie
  • Laufende Weiterentwicklung der Lanthipeptid-Technologie im Geschäftsjahr


Start bzw. Fortführung neuer Entwicklungsprogramme im Bereich der Antikörper-Identifizierung und präklinischen Entwicklung
  • Start einer strategischen Partnerschaft mit MD Anderson Cancer Center zur Identifizierung und Entwicklung neuer Antikörper gegen Krebs
Partnered Discovery Fortschritt bei Entwicklungsprogrammen mit Partnern
  • Nettozunahme um elf Partnerprogramme
  • Positive Phase 3-Ergebnisse des HuCAL-Antikörpers Guselkumab gegen Plaque-Psoriasis, Antrag auf Markt­zulassung durch Partner Janssen in den USA und Europa eingereicht
  • Beginn einer pivotalen Phase 2-Studie des HuCAL-Anti­körpers Anetumab Ravtansine (BAY 94 - 9343) durch ­Partner Bayer als mögliche Behandlung für Mesotheliom
  • Beginn einer Phase 1-Studie eines HuCAL-Antikörpers durch Partner Novartis zur Prävention von Thrombose
  • Beginn einer Phase 1-Studie eines HuCAL-Antikörpers durch Partner Novartis zur Behandlung von Krebs
  • Start einer strategischen Partnerschaft mit LEO Pharma zur Identifizierung und Entwicklung neuer Antikörper gegen Hauterkrankungen mit Optionen für MorphoSys zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung im Bereich Krebs

Beurteilung des Geschäftsverlaufs durch den Vorstand

Das Geschäftsjahr 2016 war in Summe erfolgreich. Die Entwicklungspipeline wurde erfolgreich ausgebaut und wuchs auf insgesamt 114 Programme am Jahresende 2016 (2015: 103). Durch eine Kapitalerhöhung mit Bruttoerlösen von 115,4 Millionen Euro wurde die Liquidität deutlich gestärkt, wodurch das Unternehmen seine Programme aus einer Position der Stärke heraus weiter entwickeln kann. Zudem wurde der erste auf MorphoSys-Technologien basierende Antikörper bei den Zulassungsbehörden in den USA und Europa eingereicht.

Im Geschäftsjahr 2016 sanken der Umsatz des MorphoSys-Konzerns auf 49,7 Millionen Euro, und das EBIT auf –59,9 Millionen Euro. Hauptgrund für den Umsatzrückgang und das negative Jahresergebnis sind die Beendigung der Zusammenarbeit mit Celgene 2015 und der daraus resultierende Einmaleffekt in Höhe von rund 59 Millionen Euro. Der Netto-Finanzmittelabfluss aus operativer Tätigkeit betrug 46,6 Millionen Euro. Dies ist eine Folge der wie geplant gestiegenen Aufwendungen für die eigene Forschung und Entwicklung. Die Eigenkapitalquote von 90 % und eine Liquiditätsposition von 359,5 Millionen Euro belegen die sehr solide finanzielle Situation des Unternehmens.

Das Geschäftssegment Proprietary Development erlebte eine deutliche Reifung seiner aus 14 Wirkstoffen bestehenden Pipeline (Ende 2015: 14). Mit MOR208 wurden drei Phase 2-Kombinationsstudien in Blutkrebsindikationen gestartet. Die laufende Dosisfindungsstudie mit MOR202 bei multiplem Myelom testete den Wirkstoff in höheren Dosierungen; Zwischenergebnisse wurden auf großen medizinischen Kongressen vorgestellt. Der Wirkstoff MOR106 aus der Kooperation mit Galapagos startete die klinische Entwicklung in atopischer Dermatitis. Die Phase 1-Studie von MOR209/ES414 wurde vom Entwicklungspartner Aptevo mit neuem Dosierungsschema wieder aufgenommen, und Partner GSK startete zwei Phase 2a-Studien mit MOR103/GSK3196165 in Hand-
Osteoarthritis und rheumatoider Arthritis. Die Vorbereitungen einer ersten klinischen Studie mit MOR107, dem im Rahmen der Akquisition von Lanthio Pharma erworbenen Wirkstoff, wurden vorangetrieben. Die Kooperation mit dem MD Anderson Cancer Center erweitert den Zugang zu innovativen Zielmolekülen in der Krebsmedizin.

Im Segment Partnered Discovery gab es ebenfalls sehr gute Fortschritte und eine deutliche Verbreiterung und Reifung der Pipeline. Der von Janssen entwickelte HuCAL-Antikörper Guselkumab erreichte das Studienziel in einer Phase 3-Studie in Plaque-Psoriasis, worauf Janssen im November Zulassungsanträge in den USA und Europa stellte. Guselkumab könnte damit der erste zugelassene Antikörper werden, der auf MorphoSys-Technologien basiert – ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. Der Antikörper Bimagrumab verfehlte zwar sein primäres Studienziel in einer Phase 3-Studie in sIBM, laufende Phase 2-Studien in zwei anderen Indikationen wurden aber fortgeführt und die Phase 2-Entwicklung in einer neuen Indikation begann. Partner Bayer startete eine zulassungsrelevante Phase 2-Studie mit Anetumab Ravtansine in Mesotheliom. Die Anzahl der Programme stieg auf 100 (Ende 2015: 89), so hoch wie niemals zuvor.

Bilanzielle Ermessensentscheidungen

Im Konzernabschluss 2016 wurden keine Bilanzierungsgrundsätze angewendet oder damit zusammenhängende Optionen ausgeübt, die sich von denen der Vorjahre unterscheiden und die, wenn sie angewendet oder anders ausgeübt worden wären, eine bedeutsame Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Bilanzstruktur gehabt hätten. Informationen zu den Auswirkungen des Einsatzes von Schätzungen, Annahmen und Beurteilungen durch den Vorstand sind im Anhang zum Konzernabschluss zu finden.

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