Ausblick und Prognose

MorphoSys konzentriert sich zunehmend auf die Entwicklung seiner eigenen Wirkstoffkandidaten. Durch die kontinuierliche Verbreiterung der Entwicklungspipeline und die Fokussierung auf Therapiefelder mit hohem medizinischen Bedarf wie Krebs- und Entzündungserkrankungen beabsichtigt MorphoSys, sein künftiges Wachstums- und Wertsteigerungspotenzial zu erhöhen und gleichzeitig das mit der Entwicklung neuer Medikamente verbundene Risiko zu beherrschen. Diese Aktivitäten werden durch eine große Anzahl von Partnerprogrammen ergänzt, aus denen in Zukunft steigende Umsätze aus Tantiemen erwartet werden, die zunehmend zur Finanzierung der eigenen Programme beitragen sollen.

Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung

MorphoSys’ strategischer Fokus liegt auf der Entwicklung einer breiten und nachhaltigen Pipeline von innovativen Medikamentenkandidaten in Eigenregie und mit Partnern. Die Grundlage bilden innovative und zugleich etablierte und validierte Technologien, in deren Weiterentwicklung das Unternehmen kontinuierlich investiert. Im therapeutischen Bereich steuert die Vermarktung der Technologien vertraglich zugesicherte Mittelzuflüsse aus langfristigen Partnerschaften mit großen Pharmaunternehmen bei. Weiterhin plant MorphoSys von der erfolgreichen Weiterentwicklung von Medikamentenkandidaten durch Meilensteinzahlungen sowie, sobald ein Medikament die Marktreife erreicht, auch durch Tantiemen aus Produktverkäufen zu profitieren.

Umsatzerlöse aus F&E-Unterstützung, Lizenz- und Meilensteinzahlungen sowie eine starke Liquiditätsposition ermöglichen es der Gesellschaft, die Geschäftstätigkeit durch Investitionen in die Entwicklung eigener Medikamente und Technologien weiter auszubauen. Der Vorstand rechnet für 2017 mit den folgenden Entwicklungen:

  • Fortführung laufender und Start zusätzlicher klinischer Studien und damit steigende Investitionen in die firmeneigenen Produktkandidaten;
  • weiterer Ausbau der firmeneigenen Entwicklungsaktivitäten durch mögliche Einlizenzierungen, eventuell auch Firmenzukäufe, Entwicklungskooperationen sowie eigene Neuentwicklungen;
  • neue strategische Abkommen auf der Basis der firmeneigenen Technologien mit dem Fokus, Zugang zu innovativen Zielmolekülen und Wirkstoffen zu erlangen;
  • Investitionen in die Technologieentwicklung, um MorphoSys’ führende Position im Bereich therapeutischer Antikörper und verwandter Technologien wie der Lanthipeptide zu behaupten.

Strategischer Ausblick

Das Geschäftsmodell von MorphoSys basiert auf seinen firmeneigenen Technologien einschließlich der HuCAL-Antikörperbibliothek, der Antikörperbibliothek Ylanthia, der Slonomics-Plattform und der Lanthipeptid-Bibliothek. Wir wollen diese Technologien weiter einsetzen, um innovative Arzneimittelkandidaten zu entwickeln, die für Patienten verbesserte Behandlungsalternativen bieten. Die Geschäftsleitung von MorphoSys beabsichtigt, das Portfolio an Medikamentenkandidaten in der eigenen Entwicklung weiter auszubauen, und wird verstärkt in das eigene Entwicklungsportfolio investieren, insbesondere in die Therapiefelder Onkologie und Entzündungserkrankungen. Zusätzlich konzen­triert sich MorphoSys weiterhin auf den Einsatz und die Erweiterung seiner Technologien in schnell wachsenden und innovationsgetriebenen Bereichen des Gesundheitssektors.

Im Segment Proprietary Development entwickelt MorphoSys in Eigenregie therapeutische Antikörper und Peptide, hauptsächlich in den Bereichen Onkologie und entzündliche Erkrankungen. Von Fall zu Fall wird MorphoSys Allianzen für die weitere Entwicklung seiner firmeneigenen Kandidaten eingehen. Unter bestimmten Voraussetzungen könnten einzelne Projekte auch länger in eigener Regie, sogar bis zur Marktreife, entwickelt werden.

Das Segment Partnered Discovery erwirtschaftet auf Basis langfristiger Kooperationen vertraglich zugesicherte Mittelzuflüsse. Der Großteil der Entwicklungskandidaten wurde dabei im Rahmen der Partnerschaft mit Novartis hervorgebracht. Wie bereits kommuniziert, geht MorphoSys davon aus, dass die Partnerschaft mit Novartis vertragsgemäß Ende November 2017 endet, und die bestehende Option zur Verlängerung von Novartis nicht ausgeübt wird. Die Ausgestaltung einer reibungslosen Abwicklung der laufenden Projekte ist derzeit noch in Absprache befindlich. Auch über das Vertragsende hinaus werden Entwicklungskandidaten aus dieser Partnerschaft weiterentwickelt und können zu weiteren Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen führen. Die Breite der Partner-Pipeline verspricht für die kommenden Jahre eine beträchtliche Anzahl marktreifer therapeutischer Antikörper und als Folge eine finanzielle Beteiligung in Form von Tantiemen aus Produktverkäufen. Im Geschäftsjahr 2017 werden für einen Produktkandidaten der Partner-Pipeline Entscheidungen der Gesundheitsbehörden in den USA und Europa hinsichtlich der beantragten Marktzulassung erwartet. Bei positiven Entscheidungen der Zulassungsbehörden könnte 2017 bereits der erste Antikörper auf Basis von MorphoSys-Technologie auf den Markt kommen. Ferner werden für einen weiteren Produktkandidaten möglicherweise zulassungsrelevante Ergebnisse aus einer pivotalen Phase 2-Studie präsentiert.

Auf absehbare Zeit wird MorphoSys einen signifikanten Teil seiner Finanzmittel in die eigene F&E investieren. Der Vorstand hält dies für den besten Weg, das Portfolio an eigenentwickelten Wirkstoffkandidaten weiter auszubauen und seine Technologieplattformen zu stärken, um somit den Wert des Unternehmens zu maximieren.

Voraussichtliche Konjunkturentwicklung

Der IWF rechnet damit, dass die Weltwirtschaft 2017 um 3,4 % und damit etwas stärker als 2016 (Prognose: 3,1 %) wachsen wird. Der Brexit und das hinter den Erwartungen zurückgebliebene Wachstum in den USA üben weiter Druck auf die weltweiten Zinssätze aus, da auf längere Sicht mit einer anhaltend expansiven Geldpolitik zu rechnen ist.

Für die entwickelten Volkswirtschaften wird 2017 ein Wachstum von 1,8 % erwartet, verglichen mit einer Prognose für 2016 von 1,6 %. Die Wachstumsprognose für 2017 für die Eurozone fällt mit etwa 1,5 % mäßig aus. In diesem Zusammenhang wies der IWF darauf hin, dass in einigen wichtigen Ländern auch in zehn Jahren die Arbeitslosenquote noch höher sein wird als vor der Krise. Mit dem Brexit, der Flüchtlingskrise und möglichen protektionistischen Maßnahmen der neuen US-Administration bleibt das Risiko einer schwächeren Entwicklung bestehen. Der IWF rechnet für 2017 für Deutschland mit einem Wirtschaftswachstum von 1,4 % (Prognose für 2016: 1,7 %). Rekorde bei den Beschäftigtenzahlen, steigende Nominal- und Reallöhne und niedrige Energiekosten stärken den privaten Konsum. Allerdings bleiben Herausforderungen wie eine alternde Bevölkerung und eine zukünftige Normalisierung des Zinsniveaus bestehen. Für die US-Volkswirtschaft liegt das für 2017 prognostizierte Wachstum mit 2,2 % über dem für 2016 erwarteten Wert von 1,6 %.

2017 wird für die Schwellen- und Entwicklungsländer insgesamt ein Wachstum von 4,6 % erwartet (Prognose 2016: 4,2 %). China wird nach Angaben des IWF 2017 ein Wachstum von 6,2 % verzeichnen (Prognose 2016: 6,6 %). Russland wird laut IWF 2017 mit einem Plus von 1,1 % zu Wachstum zurückkehren, während für 2016 noch mit einem Minus von 0,8 % gerechnet wurde. Auch für Brasilien wird 2017 mit einem prognostizierten Wachstum von 0,5 % nach einem prognostizierten Rückgang von 3,3 % im Jahr davor eine Trendwende erwartet.

Voraussichtliche Entwicklung des ­Gesundheitssektors

Nach vier für den Biotechnologiesektor an den Kapitalmärkten überaus erfolgreichen Jahren von 2012 bis 2015, in denen sich der Nasdaq Biotechnology Index mehr als verdreifachte, verlor der weltweit führende Biotechnologieindex im Jahr 2016 insgesamt etwa 22 % an Wert und erlebte damit die schlechteste Jahresentwicklung seit 2002. Vom Brancheninformationsdienst BioCentury befragte Investoren erwarten für 2017 wieder eine bessere und insgesamt eine positive Börsenentwicklung des Sektors. Die Experten erwarten insbesondere sehr starke M&A-Aktivitäten für 2017 und sehen die Branche im Vergleich zu anderen Sektoren günstiger bewertet. Allerdings gehen Fachleute von einer deutlich höheren Unsicherheit durch die beginnende und schwer einschätzbare Trump-Administration aus, wobei die meisten Experten von insgesamt firmenfreundlichen politischen Rahmenbedingungen unter einem republikanisch geführten US-Kongress ausgehen.

Fundamental ist der Sektor weiterhin in guter Verfassung. Wissenschaftliche Fortschritte und ein steigendes Verständnis biologischer Zusammenhänge, beispielsweise im Bereich von Kombinationstherapien auf dem Gebiet der Immunonkologie, gepaart mit einem nach wie vor hohen medizinischen Bedarf, insbesondere im Bereich Krebs- und chronischen Entzündungserkrankungen, sowie einer in den Industrienationen alternden Gesellschaft, lassen Innovationen und neue Medikamentenzulassungen erwarten. Nachdem die Anzahl der Produktneuzulassungen (new molecular entities) der FDA von 45 im Jahr 2015 auf 22 im Jahr 2016 zurückgegangen war, hat BioCentury zu Jahresbeginn für 2017 insgesamt 33 mögliche Marktzulassungen, darunter aber auch die Zulassung bereits etablierter Medikamente in neuen Indikationen, aufgelistet.

Künftige Forschung und Entwicklung ­sowie Geschäftsentwicklung

PROPRIETARY DEVELOPMENT

Das F&E-Budget der Gesellschaft für die firmeneigene Medikamentenentwicklung wird im Geschäftsjahr 2017 gegenüber den Vorjahren nochmals ansteigen. Der überwiegende Teil dieser Investitionen wird in die klinische Entwicklung der firmeneigenen Medikamentenkandidaten MOR208, MOR202, MOR209/ES414, MOR106 und MOR107 fließen, wobei innerhalb dieser Gruppe die klinische Entwicklung von MOR208 den Großteil ausmachen wird. Weitere Investitionen sind im Bereich der Zielmolekülvalidierung und Antikörperentwicklung sowie der Technologieentwicklung geplant. Weiterhin strebt die Gesellschaft Kooperationen auch mit akademischen Instituten an, um Zugang zu neuen Zielmolekülen und Technologien zu erhalten.

Zu den für 2017 geplanten Schritten für das firmeneigene Portfolio der Gesellschaft werden voraussichtlich zählen:

  • Vorstellung erster Zwischenergebnisse der Phase 2-Studie mit MOR208 in Kombination mit Lenalidomid in DLBCL (L-MIND-Studie);
  • Abschluss des Phase 2-Sicherheitsteils der B-MIND-Studie und Start des pivotalen Phase 3-Teils der Studie, in der MOR208 in Kombination mit Bendamustin im Vergleich zu Rituximab und Bendamustin in DLBCL getestet wird;
  • Start eines weiteren Studienarms im Rahmen der Phase 2-COSMOS-Studie mit MOR208 in CLL, um zusätzlich zu dem bereits laufenden Studienarm der Kombination von MOR208 mit Idelalisib MOR208 zusammen mit einem weiteren Kombinationspartner zu testen;
  • Abschluss der Phase 1/2a-Dosifindungsstudie im multiplen Myelom, inklusive der Ergebnisse von MOR202 in der höchsten Dosierung von 16 mg/kg alleine und in Kombination mit Pomalidomid bzw. Lenalidomid;
  • Fortsetzung der Phase 1-Studie für MOR209/ES414 mit angepasstem Dosisschema in mCRPC innerhalb der Kooperation mit Aptevo;
  • Abschluss der Phase 1-Studie des gemeinsamen Entwicklungsprogramms MOR106 mit Galapagos in der Indikation atopische Dermatitis;
  • Beginn einer Phase 1-Studie von MOR107 mit gesunden Frei­willigen (im Februar 2017 erfolgt);
  • Start bzw. Fortführung neuer Entwicklungsprogramme im Bereich der Antikörperidentifizierung und präklinischen Entwicklung.

Ferner erwartet das Unternehmen gemäß Angaben der Datenbank clinicaltrials.gov, dass sein Partner GSK 2017 Ergebnisse einer Phase 2b-Studie mit MOR103/GSK3196165 in rheumatoider Ar­thritis sowie einer Phase 2a-Studie in Hand-Osteoarthritis ver­öffentlichen könnte.

PARTNERED DISCOVERY

Mit den bis Ende November 2017 vertraglich zugesicherten Mittelzuflüssen aus dem Novartis-Vertrag und auf Basis der soliden – aufgrund der im November 2016 durchgeführten Kapitalerhöhung weiter verstärkten – Liquiditätsposition wird sich MorphoSys vor allem auf die Ausweitung der Wertsteigerung der bestehenden firmeneigenen Entwicklungspipeline konzentrieren. Auf Basis der Ylanthia-Technologie plant MorphoSys zusätzliche Kooperationen mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen einzugehen, vergleichbar der im Berichtsjahr gestarteten Partnerschaft mit LEO Pharma.

2017 könnte der erste von einem Partner entwickelte therapeutische Antikörper auf Basis von MorphoSys-Technologie zur Vermarktung zugelassen werden. MorphoSys geht davon aus, dass in der zweiten Jahreshälfte 2017 eine erste Behördenentscheidung zu den von Janssen gestellten Zulassungsanträgen für Guselkumab zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit moderater bis schwererer Form von Schuppenflechte vorliegen könnte. Auch für Anetumab Ravtansine, ein von Bayer entwickeltes Antikörper-Wirkstoffkonjugat, könnten gemäß der Datenbank clinicaltrials.gov 2017 Ergebnisse aus der laufenden pivotalen Phase 2-Studie in Mesotheliom vorgelegt werden, die nach Einschätzung von MorphoSys die Basis für einen ersten Zulassungsantrag sein könnten. Basierend auf Informationen von clinicaltrials.gov könnten 2017 Ergebnisse aus insgesamt bis zu 31 verschiedenen klinischen Studien unterschiedlicher Phasen vorgelegt werden, die Partner mit Antikörpern auf Basis von MorphoSys-Technologie durchführen.

Voraussichtliche Personalentwicklung

Die Konzernbelegschaft im Segment Proprietary Development wird im Geschäftsjahr 2017 voraussichtlich relativ stabil bleiben. Im Segment Partnered Discovery rechnet das Unternehmen mit einer leicht rückläufigen Mitarbeiterzahl.

Voraussichtliche Entwicklung der ­Finanz- und Liquiditätslage

MorphoSys verfügt über eine solide finanzielle Basis und planbare Umsätze, die im Geschäftsjahr 2017 hauptsächlich aus der Zusammenarbeit mit Novartis resultieren. MorphoSys geht davon aus, dass die Partnerschaft mit Novartis vertragsgemäß Ende November 2017 endet, und die bestehende Option zur Verlängerung von Novartis nicht ausgeübt wird. Jahresanteilig wird daher eine leicht rückläufige Umsatzentwicklung erwartet. Darüber hinaus erhält MorphoSys bei der erfolgreichen Weiterentwicklung von Produktkandidaten erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen. Auf dieser Basis erwartet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2017 einen Konzernumsatz in Höhe von 46 Millionen Euro bis 51 Millio­nen Euro. Davon entfällt der größte Teil auf das Segment Partnered Discovery. Diese Prognose berücksichtigt keine Erlöse aus künftigen Kooperationen und/oder Lizenzpartnerschaften.

Durch die erfolgreiche Durchführung einer Kapitalerhöhung mit Bruttoerlösen in Höhe von 115,4 Millionen Euro im November 2016 konnte die Liquiditätslage des Unternehmens weiter gestärkt werden, wodurch MorphoSys die Weiterentwicklung seiner firmeneigenen Pipeline weiter aus einer Position der Stärke heraus durchführen kann.

Ausgehend von der aktuellen Planung der Geschäftsleitung werden die F&E-Aufwendungen für die firmeneigenen Programme und die Technologieentwicklung im Jahr 2017 auf 85 Millionen Euro bis 95 Millionen Euro steigen. Zusätzlich zur Fortführung der aktuell laufenden Studien für MOR208, MOR202, MOR209/ES414 und MOR106 startete MorphoSys im Februar 2017 eine weitere klinische Studie für MOR107. Die F&E-Aufwendungen für das Segment Partnered Discovery werden in etwa in der gleichen Höhe wie in den Vorjahren erwartet.

Das Unternehmen erwartet für 2017 damit einhergehend ein EBIT von ungefähr –75 Millionen Euro bis –85 Millionen Euro. Diese Prognose für 2017 beinhaltet jedoch keine möglichen Einlizenzierungen oder die gemeinsame Entwicklung weiterer Entwicklungskandidaten zusammen mit einem Partner (co-development). Für das Segment Partnered Discovery wird für 2017 ein deutlich positives operatives Ergebnis erwartet, das aufgrund der zum Ende November 2017 vertragsgemäß auslaufenden Kooperation mit Novartis voraussichtlich leicht unterhalb des Ergebnisses von 2016 liegen wird. Für das Segment Proprietary Development erwartet MorphoSys ein deutlich negatives EBIT, bedingt durch die planmäßig weiter steigenden F&E-Aufwendungen für die Programme in Eigenentwicklung.

In den kommenden Jahren werden einmalige Ereignisse, wie die Ein- und Auslizenzierung von Entwicklungskandidaten sowie größere Meilensteinzahlungen und Tantiemen im Zusammenhang mit der Erreichung der Marktreife von HuCAL- bzw. Ylanthia-Antikörpern, einen zunehmenden Einfluss auf die Vermögens- und Finanzlage haben. Solche Ereignisse könnten dazu führen, dass sich die Finanzziele erheblich verschieben. Genauso können Fehlschläge in der Medikamentenentwicklung negative Folgen für den MorphoSys-Konzern haben. In der näheren Zukunft hängt das Umsatzwachstum von der Fähigkeit der Gesellschaft ab, zusätzliche neue Partnerschaften einzugehen und/oder firmeneigene Programme auszulizenzieren.

Am Ende des Geschäftsjahres 2016 belief sich die Liquiditätsposition von MorphoSys auf 359,5 Millionen Euro (31. Dezember 2015: 298,4 Millionen Euro). Der Anstieg ist auf die im November durchgeführte Kapitalerhöhung zurückzuführen. Dies wurde teilweise durch die Aufwendungen für die firmeneigene Forschung und Entwicklung sowie den Rückkauf von Aktien für die langfristigen Leistungsanreizprogramme des Konzerns kompensiert. Durch den geplanten Verlust im Jahr 2017 wird sich die Liquiditätsposition reduzieren. MorphoSys sieht in seiner starken Liquiditätsposition einen Vorteil, der zur Beschleunigung seines zukünftigen Wachstums für strategische Maßnahmen, wie die Einlizenzierung von Wirkstoffen sowie die Beteiligung an vielversprechenden Unternehmen, genutzt werden kann. Weiterhin können die liquiden Mittel für erhöhte F&E-Aufwendungen für das unternehmens­eigene Portfolio von therapeutischen Antikörpern genutzt werden.

DIVIDENDE

Der deutsche Einzelabschluss der MorphoSys AG weist einen Bilanzverlust aus, wodurch eine Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2016 nicht gestattet ist. Unter Berücksichtigung der erwarteten Verluste im Jahr 2017 wird das Unternehmen auch weiterhin keinen Bilanzgewinn ausweisen. MorphoSys wird auch in Zukunft in die Entwicklung firmeneigener Medikamente investieren und strebt weitere Einlizenzierungen und Zukäufe an, um weiterhin Shareholder Value zu schaffen und neue Wachstumschancen zu eröffnen. Aus diesem Grund geht MorphoSys für die absehbare Zukunft nicht davon aus, eine Dividende auszuschütten.

Dieser Ausblick zieht alle Faktoren in Betracht, die zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Geschäftsberichts bekannt waren und unser Geschäft im Jahr 2017 sowie in den kommenden Jahren beeinflussen könnten und beruht auf den Annahmen des Vorstands. Zukünftige Resultate können von den Erwartungen, die im Kapitel „Ausblick und Prognose“ beschrieben werden, abweichen. Die wichtigsten Risiken werden im Risikobericht erläutert.

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