MOR106

ein neuer Antikörper in der
Entwicklung zur Behandlung
von atopischer Dermatitis

MOR208

ein Antikörper gegen Blutkrebs
in der klinischen Entwicklung

Anetumab
Ravtansine

ein Wirkstoffkandidat zur
Behandlung von Mesotheliom

Guselkumab

ein Antikörper auf Basis von
MorphoSys‘ HuCAL-Technologie, der von
Janssen Research & Development, LLC
entwickelt wird

Geschäftsbericht 2016

Engineering the Medicines
of Tomorrow

MOR106
MOR208
ANETUMAB RAVTANSINE
GUSELKUMAB

Phase 2

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Der Wirkstoff
Anetumab Ravtansine – ein auf HuCAL basierendes, gegen Mesothelin gerichtetes Antikörperkonjugat (ADC)

Anetumab Ravtansine ist ein Antikörperkonjugat (ADC) und wird von MorphoSysʼ Partner Bayer in einer Reihe von Tumorerkrankungen entwickelt. Die Leitindikation ist das maligne pleurale Mesotheliom, eine Form von Lungenkrebs mit einer sehr schlechten Prognose für Patienten. Die finale Datenerfassung der laufenden klinischen Phase 2-Studie wird für Ende 2017 erwartet. Diese Studie, obwohl formal in Phase 2, ist so angelegt, dass sie die Zulassung von Anetumab Ravtansine unterstützen soll.

Anetumab Ravtansine (BAY 94-9343) ist ein Antikörperkonjugat (ADC), das auf MorphoSysʼ HuCAL-Technologie basiert. Bei einem ADC wird der Antikörper mit einem Toxin (Zellgift) verbunden. Dieser Giftstoff soll durch die Bindung des Antikörpers an das Antigen auf der Oberfläche der Krebszelle gezielt gegen die Krebszellen gerichtet werden. Anetumab Ravtansine bindet an Mesothelin. Dies ist ein tumorspezifisches Protein, das auf mehreren Tumorarten gefunden wird, unter anderem auf dem Mesotheliom, Eierstock- und Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie dem Lungenadenokarzinom.

  1. Mesotheliom
  1. GESUNDE LUNGE KRANKE LUNGE MESOTHELIOM ZELLEN ASBESTFASERN
    Beim Einatmen können Asbestfasern tief in die Lunge eindringen und dort aggregieren. Asbest ist extrem stabil und wird vom Körper nicht biologisch abgebaut. Daher kann Asbest chronische Entzündungen auslösen, welche – oftmals Jahrzehnte nach der tatsächlichen Asbestexposition – zu der Krebserkrankung führen. Der molekulare Mechanismus für die Entstehung des malignen pleuralen Mesothelioms (Rippenfellkrebs) ist noch nicht vollständig aufgeklärt. Experten gehen davon aus, dass hier immunologische Prozesse eine Rolle spielen, die von einer permanenten Reizung durch Asbestfasern ausgelöst werden.

Therapeutischer Bereich – das maligne Mesotheliom im Fokus

Das bösartige pleurale Mesotheliom (MPM) ist eine seltene Tumorerkrankung, bei der Teile der Lunge und des Thorax, beispielsweise das Lungen-, Brust- bzw. Rippenfell bösartig befallen sind. Die Krankheit wird typischerweise durch das Einatmen von Asbest verursacht. Der Tumor wird als sehr aggressiv charakterisiert und bietet in der Regel eine schlechte Prognose für die betroffenen Patienten. Die verfügbaren Behandlungsoptionen sind begrenzt und es gibt derzeit keine kurative Therapie. Nach Erstdiagnose liegt die mittlere Überlebenszeit in der Regel zwischen zwölf und 21 Monaten, je nach dem Stadium der Erkrankung bei der Diagnose. Nur rund 8 % der Patienten überleben einen Zeitraum von fünf Jahren. Im Jahr 2013 waren weltweit rund 50.000 Menschen an einem Mesotheliom erkrankt (Prävalenz); insgesamt 34.000 Menschen verstarben in jenem Jahr an der Erkrankung. Das Neuauftreten beim malignen Mesotheliom (Inzidenz) liegt in industrialisierten westlichen Ländern laut Statistiken derzeit zwischen sieben und 40 Fällen pro einer Million Menschen, abhängig von der Stärke der Asbestexposition der Bevölkerung in den vergangenen Jahrzehnten.

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Interview

Dr. Cem Elbiweltweiter klinischer Leiter für Anetumab Ravtansine bei Bayer

Herr Dr. Elbi, Anfang 2016 gab MorphoSys bekannt, dass Bayer eine klinische Phase 2-Studie mit dem Antikörperkonjugat Anetumab Ravtansine bei an einem pleuralen Mesotheliom erkrankten Patienten begonnen hat. Was untersucht Bayer in der Studie?
Das Mesotheliom ist eine seltene, aggressive Krebserkrankung, die schnell zum Tod von Patienten führt. Die derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt und der medizinische Bedarf ist sehr hoch. Die klinische Phase 2-Studie untersucht die Sicherheit und Wirksamkeit von Anetumab Ravtansine im Vergleich zum Chemotherapeutikum Vinorelbin bei rund 210 Patienten mit nachgewiesener Mesothelin-Überexpression in den Tumoren, deren Tumore sich nach einer Platin- und Pemetrexed-basierten Erstlinien-Chemotherapie weiter ausgebreitet haben.
Bayer sagte, die Ergebnisse der Studie könnten möglicherweise die Einreichung eines Zulassungsantrags unterstützen. Für wann werden erste Ergebnisse erwartet? Wann könnte das Medikament auf den Markt kommen?
Die Studie wurde so angelegt, dass sie einen Zulassungsantrag unterstützen kann. Ergebnisse aus dieser Studie sind gegen Ende 2017 zu erwarten. Wir halten derzeit eine erste Marktzulassung von Anetumab Ravtansine im Jahr 2019 für möglich.
Wenn eine Zulassung erteilt würde, wie würde MorphoSys davon profitieren? Wie hoch ist das geschätzte Umsatzpotenzial von Anetumab Ravtansine?
MorphoSys hat Anspruch auf erfolgsbezogene Meilensteinzahlungen und umsatzbasierte Tantiemen. Der genaue Prozentsatz der Beteiligung an den Verkaufserlösen wird nicht veröffentlicht, aber in der Regel liegen Tantiemen im mittleren einstelligen Prozentbereich in Bezug auf den Nettoumsatz. Wir schätzen das mögliche Spitzenumsatzpotenzial für den Wirkstoff derzeit auf ungefähr zwei Milliarden Euro.
Wird der Wirkstoff nur für das Mesotheliom entwickelt oder sehen Sie auch Potenzial für andere Indikationen?
Das Mesothelin-Antigen, gegen das Anetumab Ravtansine gerichtet ist, wird auch bei anderen Krebsarten wie zum Beispiel Pankreas- und Eierstockkrebs exprimiert. Bayer untersucht den Wirkstoff derzeit in einer Reihe von Studien und Indikationen. Wir planen im Jahr 2017 den Start weiterer Studien: Wir freuen uns, das Studienprogramm für Anetumab Ravtansine weiter auszubauen, und wir hoffen auf viele interessante Neuigkeiten zu diesem Wirkstoff in der Zukunft.

Stand März 2017

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