MOR106

ein neuer Antikörper in der
Entwicklung zur Behandlung
von atopischer Dermatitis

MOR208

ein Antikörper gegen Blutkrebs
in der klinischen Entwicklung

Anetumab
Ravtansine

ein Wirkstoffkandidat zur
Behandlung von Mesotheliom

Guselkumab

ein Antikörper auf Basis von
MorphoSys‘ HuCAL-Technologie, der von
Janssen Research & Development, LLC
entwickelt wird

Geschäftsbericht 2016

Engineering the Medicines
of Tomorrow

MOR106
MOR208
ANETUMAB RAVTANSINE
GUSELKUMAB

Phase 1

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Der Wirkstoff
MOR106 – ein gegen das Zielmolekül IL-17C gerichteter Antikörper in klinischer Entwicklung

Unser Wirkstoff MOR106 ist in vielerlei Hinsicht erstklassig.

Er ist der erste therapeutische Antikörper auf Basis der MorphoSys-Technologieplattform Ylanthia in der klinischen Entwicklung und insgesamt das fünfte Programm aus MorphoSysʼ Proprietary Development Segment in der klinischen Entwicklung. MOR106 ist zudem der erste öffentlich bekannte gegen das Zielmolekül IL-17C gerichtete monoklonale Antikörper in der klinischen Entwicklung weltweit. Schließlich ist MOR106 der erste therapeutische Antikörper, den wir im Rahmen der strategischen Zusammenarbeit mit unserem belgischen Partner Galapagos entdeckt haben und gemeinsam klinisch weiterentwickeln.

MOR106 bindet an den Botenstoff IL-17C, ein mögliches neues Zielmolekül zur Behandlung von entzündlichen Hautkrankheiten wie atopische Dermatitis. Auf Basis präklinischer Erkenntnisse spielt dieses Molekül vermutlich eine wichtige entzündungsfördernde Rolle bei bestimmten Hauterkrankungen. Dabei unterscheidet es sich von anderen Mitgliedern der IL-17-Zytokin-Familie. Ergebnisse aus präklinischen Tiermodellen unterstützen die klinische Entwicklung von MOR106.

MorphoSys und sein Partner Galapagos untersuchen MOR106 derzeit in einer Phase 1-Studie bei gesunden Probanden und bei Patienten mit atopischer Dermatitis.

  1. Wirkungsweise von MOR106
  1. KERATINOZYTEN (EPITHELZELLEN) GEWEBESCHADEN/ KRANKHEITSERREGER ENTZÜNDUNGS- MEDIATOREN IL-17C (ENTZÜNDUNGS- FÖRDERNDER BOTENSTOFF) IL-17RA / IL-17RE (REZEPTOR) BLUTGEFÄSS CHEMOKINE & CYTOKINE REKRUTIERUNG & AKTI- VIERUNG VON WEISSEN BLUTZELLEN ENTZÜNDUNG MOR106
    IL-17C wurde als ein wichtiger entzündungsfördernder Botenstoff bei Hauterkrankungen identifiziert. IL-17C ist ein Botenstoff, der auf Epithelzellen, wie zum Beispiel Hautzellen (Keratinozyten) vorhanden ist. Dabei bindet IL-17C an seinen Rezeptor, der aus den Untereinheiten IL17-RA und IL17-RE besteht. Es wird angenommen, dass diese Bindung von IL-17C an seinen Rezeptor entzündliche Reaktionen auslöst, die zur Entstehung von Hauterkrankungen beitragen können. MOR106 bindet spezifisch an IL-17C und soll dadurch die Bindung von IL-17C an seinen Rezeptor und die entsprechenden Entzündungsreaktionen hemmen.

Der therapeutische Bereich – entzündliche Hauterkrankungen wie atopische Dermatitis im Fokus

Es besteht ein hoher medizinischer Bedarf für die Entwicklung neuer Therapien zur Behandlung chronisch-entzündlicher Hauterkrankungen wie zum Beispiel atopischer Dermatitis, die im deutschen Sprachraum auch als atopisches Ekzem oder Neurodermitis bezeichnet wird. Die Erkrankung setzt zumeist in der frühen Kindheit ein und bleibt oftmals bis ins Erwachsenenalter bestehen, kann aber auch erstmals im Erwachsenenalter auftreten. Sie ist von der Beeinträchtigung der Hautbarriere und einer Fehlfunktion des Immunsystems gekennzeichnet und geht mit extrem trockener Haut und starkem Juckreiz einher. Ein weiteres Merkmal ist die Überempfindlichkeit der Haut auf Umweltreize. Besonders der Juckreiz kann zu Schlafmangel, Angst, Depressionen und einer starken Beeinträchtigung des sozialen Lebens der Patienten führen. Gemäß Schätzungen des Marktforschungsinstituts GlobalData lag das Marktvolumen für Therapien im Bereich atopischer Dermatitis im Jahr 2016 in den sieben größten Pharmamärkten bei 4 Mrd. US-Dollar. In diesen Ländern waren demnach insgesamt 35 Millionen Menschen mit der Erkrankung diagnostiziert und 10 Millionen in Behandlung.

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Interview

Dr. Stefan SteidlHead of Preclinical Development, MorphoSys

Herr Dr. Steidl, 2016 startete die klinische Entwicklung von MOR106 als fünftem Wirkstoff aus MorphoSysʼ firmeneigener Pipeline. Was ist das Besondere an MOR106?
Wir sehen eine ganze Reihe von Besonderheiten. Soweit wir wissen, ist MOR106 weltweit der erste Antikörper gegen IL-17C in der klinischen Entwicklung. IL-17C ist ein interessantes potenzielles Zielmolekül. Nach unseren präklinischen Befunden spielt es eine wichtige entzündungsfördernde Rolle bei Hauterkrankungen. Dabei unterscheidet es sich von anderen Mitgliedern der etablierten IL-17-Zytokin-Familie. Schließlich ist es der erste klinische Wirkstoffkandidat aus unserer Allianz mit Galapagos, in deren Rahmen wir neue Antikörper zur Behandlung von Krankheiten mit hohem medizinischem Bedarf entdecken und entwickeln wollen.
Welche Rolle spielen die beiden Partner in der Zusammenarbeit?
Beide Unternehmen bringen ihre jeweiligen Schlüsseltechnologien und Kernkompetenzen in diese Allianz ein. Galapagos identifiziert mit Hilfe seiner Target-Discovery-Plattform die Zielmoleküle. MorphoSys steuert seine Antikörpertechnologie Ylanthia bei, um vollständig menschliche Antikörper zu erzeugen, die gegen das Zielmolekül gerichtet sind. Zudem deckt MorphoSys die CMC-bezogene Wirkstoffentwicklung ab, das heißt die Bereiche Herstellung, Produktion und Qualitätskontrolle. Zudem bringen die Partner ihr Wissen aus dem Bereich der Medikamentenentwicklung ein, um MOR106 von der Wirkstoffentdeckung bis zur klinischen Erprobung gemeinsam voranzubringen und partnerschaftlich alle sich bietenden Chancen und Risiken der Entwicklung zu teilen.
Was genau wird in der 2016 begonnenen klinischen Entwicklung untersucht? Für wann erwarten Sie Studienergebnisse?
Wie bei allen erstmals an Menschen erprobten Wirkstoffen steht die Sicherheit im Zentrum der Untersuchung. Die Phase 1-Studie, die wir im April 2016 begonnen haben, besteht aus zwei Teilen. Im ersten Abschnitt wurden die Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik von MOR106 bei insgesamt 56 gesunden Probanden erforscht. Dabei wurde MOR106 in steigenden Einzeldosen verabreicht. Nach positiven Sicherheitsergebnissen haben wir im September 2016 den zweiten Studienteil gestartet. Darin wird MOR106 im Vergleich zu einem Scheinmedikament in steigenden Mehrfachdosen bei Patienten mit moderater bis schwerer atopischer Dermatitis in mehreren europäischen Studienzentren untersucht. Die Studienergebnisse erwarten wir im zweiten Halbjahr 2017.
Warum haben Sie atopische Dermatitis als Indikation gewählt?
Grundsätzlich unterstützen die Ergebnisse aus präklinischen Tiermodellen in entzündlichen Hauterkrankungen wie atopischer Dermatitis und Psoriasis die klinische Entwicklung von MOR106. Biologische und Antikörper-basierte Therapien haben in den vergangenen zehn Jahren bereits einen großen therapeutischen Nutzen bei Hauterkrankungen wie Schuppenflechte unter Beweis gestellt. Wir beobachten interessante Parallelen zur atopischen Dermatitis – einer bislang von biologischen Therapien noch wenig erschlossenen und oftmals unterschätzten Indikation. Einen großen ungedeckten medizinischen Bedarf sehen wir insbesondere bei der moderaten bis schweren Form dieser Erkrankung. Ärzte reklamieren die Notwendigkeit von potenziell sicheren, langfristigen systemischen Behandlungen. Im Moment sehen wir die ersten Antikörper in der Entwicklung, die den Weg in dieser Indikation ebnen. Das Marktpotenzial ist erheblich. Den Experten von GlobalData zufolge lag 2016 das Marktvolumen für Therapien im Bereich atopischer Dermatitis in den sieben größten Pharmamärkten bei 4 Mrd. US-Dollar. In diesen Ländern waren demnach insgesamt 35 Millionen Menschen mit der Erkrankung diagnostiziert und 10 Millionen in Behandlung.

Stand März 2017

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