Forschung bei MorphoSys

Vom Suchen und Finden des passenden Antikörpers

Vom Suchen und Finden des passenden Antikörpers

MorphoSys findet im Auftrag von Biotech- und Pharmaunternehmen für gewünschte Zielmoleküle die passenden Antikörper. Dieses Geschäftsmodell hat MorphoSys groß gemacht, bis heute ist die gezielte Suche nach Antikörpern eine Säule des Unternehmens. Nun ist Tremfya® als erster hauseigener Antikörper zur Behandlung von Patienten mit Schuppenflechte zugelassen worden. Stefan Schmidt hat den Antikörper im Jahr 2003 im Labor mit entdeckt.

Herr Schmidt, können Sie sich noch erinnern, wie Sie Tremfya® damals mit entdeckt haben?

Stefan Schmidt — Wir führten im Labor zahlreiche Versuche durch, um für das Unternehmen Janssen einen Antikörper zu finden, der gegen eine Untereinheit des gerade entdeckten Zielmoleküls IL-23 wirkt. IL-23 ist ein körpereigener Botenstoff, der bei der Entwicklung von Schuppenflechte eine Rolle spielt. Dass ausgerechnet ich damals den entsprechenden Versuch machte und Tremfya® dadurch mit entdeckte, war Zufall, es hätte auch einer meiner Kolleg / innen sein können.

Nach der Entdeckung hat MorphoSys Tremfya® an Janssen übergeben, damit der Antikörper dort weiterentwickelt werden kann. Haben Sie das mit verfolgt?

Stefan Schmidt — Soweit es möglich ist, verfolge ich die Entwicklung aller Antikörper, die wir für andere Unternehmen entdeckt haben. Als dann die Meldung rauskam, dass Tremfya® in den USA – und später auch in anderen Ländern wie die EU und Japan – zugelassen ist und jetzt Patienten von dem profitieren, was wir damals im Labor gefunden haben, war das für mich schon ein tolles Gefühl. Mir wurde klar, dass auch ich im Labor mit etwas Zeitverzögerung tatsächlich etwas bewirken kann.

» es laufen derzeit mehr als 100 programme mit antikörpern von morphosys. ich hoffe, dass es viele zur marktreife schaffen. und dass viele patienten dadurch von unserer arbeit profitieren! « Stefan Schmidt,
chemisch-technischer Assistent bei MorphoSys
Besteht bis heute Bedarf für die Suche nach bestimmten Antikörpern?

Stefan Schmidt — Die Nachfrage nach Antikörpern ist nach meiner Einschätzung größer denn je. Kein Wunder, der Fortschritt bringt die Medizin hin zu sogenannten personalisierten Behandlungen, die ganz auf eine bestimmte Krankheitsvariante oder auf ein Zielmolekül zugeschnitten sind. Für solche gezielten Therapien sind Antikörper ideal, weil sie eine extrem hohe Spezifität und Selektivität aufwei­sen und sich dadurch unnötige Behandlungen oder Nebenwirkungen vermeiden lassen.

Gibt es neben Tremfya® noch andere Antikörper aus den Laboren von MorphoSys, die kurz vor der Zulassung stehen?

Stefan Schmidt — Es laufen derzeit mehr als 100 Forschungsprogramme mit Antikörpern von MorphoSys. Ich hoffe, dass es viele von ihnen zur Marktreife schaffen werden, in den USA, in Europa, weltweit. Und dass auf diese Weise viele Patienten von unserer Arbeit profitieren. „Dafür gehen wir schließlich jeden Tag zur Arbeit.“